Focus beim Thema Apple wieder auf dem Holzweg?

Veröffentlicht in Apple, Medien am 30.08.2010 von Christoph

Das Nachrichtenmagazin Focus widmet Apple und seinem Chef Steve Jobs die aktuelle Titelgeschichte (“Der Imperator – Wie Steve Jobs mit Apple die Welt revolutioniert und bevormundet”). Auf zehn Seiten werden dort Archivstücke aus den letzten drei Jahrzehnten mit aktuellen Geschehnissen wie dem “Antennagate” und dem “SpyPhone”-Patent zusammengerührt. Ich habe kaum etwas gefunden, was man nicht zuvor woanders gelesen hätte (z.B. hier). Nur eine kleine Passage war mir neu:

Ausriss Focus

Ausriss Focus

Nach FOCUS-Informationen ist Apple im Begriff, ins Auto vorzudringen. In Kooperation auch mit deutschen Herstellern wie BMW entwickeln die Amerikaner ein Gerät auf iPhone-Basis für Pkws. Es soll Navigationssysteme ersetzen und zugleich “Kommandozentrale” und Unterhaltungseinheit im Fahrzeug werden.

So etwas Ähnliches hatte Focus allerdings schon einmal geschrieben – und zwar im Juni 2007. Damals hieß es:

Tatsächlich steuert das Unternehmen seit der Erfolgsstory seines Musikplayers iPod zunehmend weg vom Image des Computerherstellers – hin zum Vollsortimentler für den digitalen Alltag. Nun drängt Apple in die nächste Bastion der modernen Lebenswelt: Mercedes wird seine Fahrzeuge nach FOCUS-Informationen voraussichtlich ab 2009 exklusiv mit Hightech aus den Entwicklungslaboren des einstigen Computerkonzerns ausrüsten. Nach sechs Monaten sollen auch andere Autohersteller folgen.

Focus zitierte auch damals keine Quelle, es gab nicht einmal einen vagen Hinweis. An anderer Stelle führte das Magazin aus:

Nach FOCUS-Informationen soll das Gerät, das der US-Computerhersteller derzeit entwickelt, Unterhaltung, Kommunikation und Navigation in einer Einheit kombinieren. Mercedes wird die neue Apple-Garnitur für sechs Monate exklusiv anbieten. Mit einer Markteinführung ist voraussichtlich 2009 zu rechnen. Unklar ist noch, ob Apple – ähnlich wie beim iPhone – auf Google Maps als Navigationshilfe vertrauen wird.

Ich hatte damals schon vermutet, dass Focus sich mit seiner Story mächtig verfahren hat. Und tatsächlich: Das Jahr 2009 ging ins Land, ohne dass Mercedes-Kunden eine Unterhaltungs- und Navigations-Kombi von Apple buchen konnten. Und vermutlich werden auch die BMW-Fahrer lange Zeit warten müssen, bis die Münchner Autobauer ein Herzstück ihrer Entwicklung, die Gestaltung der grafischen Benutzeroberfläche der digitalen Anwendungen im Fahrzeug, an Apple outsourcen werden. Wetten?



CTRL-Self-Delete: Der Datenschutz-Tipp der Woche von Stephen Colbert

Veröffentlicht in Allgemein, Fun am 25.08.2010 von Christoph

Stephen Colbert gibt seinen Zuschauern wertvolle Tipps, wie sie “in the internets” ihre Daten schützen können. Oder – wenn das nicht geklappt hat – doch noch einen Job bekommen können. Vieß Spaß.



15 Jahre Windows 95 – Wie Microsoft die Software-Geschichte umschreibt

Veröffentlicht in Microsoft, Tech History am 24.08.2010 von Christoph

Heute vor 15 Jahren, am 24. August 1995, brachte Microsoft sein Betriebssystem Windows 95 auf den Markt. Das System war ein Meilenstein in der Geschichte der Personal Computer. Deshalb weist auch die Microsoft-Pressestelle heute in einer Mitteilung auf dieses Jubiläum hin. Allerdings unternehmen die Mitarbeiter des Softwarekonzern dabei nicht weniger als den Versuch, die Geschichte der Software-Entwicklung umzuschreiben:

Nach heutigen Maßstäben mag die 95er-Variante von Windows spartanisch anmuten -- damals aber revolutionierte sie die Nutzung von PCs. So war es 1995 ein absolutes Novum, dass Anwender erstmals Daten auf einer Desktop-Oberfläche ablegen oder in einen virtuellen Papierkorb verschieben konnten. Windows 95 war zudem das erste 32-Bit-Betriebssystem, das eine “Plug and Play”-Funktion anbot, um das Installieren neuer Hardware zu erleichtern. Dazu bot ein simpler Mausklick auf den neuen “Start”-Knopf Zugriff auf alle Programme und Einstellungen des PCs. Mit der neuen Taskleiste konnte direkt zwischen den aktiven Programmen hin- und hergewechselt werden. So einfach war die Bedienung eines Computers vorher nie.

Die Desktop-Oberfläche und der virtuelle Papierkorb in Windows 95 sollen “ein absolutes Novum” gewesen sein? Wer so eine Behauptung aufstellt, begeht Geschichtsklitterung. Ich habe die Entwicklung des “Graphical User Interfaces” etwas anders in Erinnerung.

Das Konzept einer Maus-Bedienung wurde erstmals im Dezember 1968 von Doug Engelbart am Stanford Research Institute (SRI) demonstriert. Die Firma Microsoft gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. (Bill Gates war damals gerade mal 13 Jahre alt).

Die legendäre Vorführung vom 9. Dezember 1968 gilt heute als “Mutter aller Demos”.

Das legendäre Forschungsinstitut Xerox PARC in Kalifornien entwickelte dann in den siebziger Jahren ein komplettes Konzept für die Desktop-Metapher zur Bedienung eines Computers.


Demo des Xerox Alto (aus: Triumph of the Nerds)

Die grafische Benutzeroberfläche wurde von Xerox mit dem “Alto” auch kommerziell auf den Markt gebracht. Den Massenmarkt für GUI-basierte Computer erreichte dann Apple mit der Lisa (1983) und dem Macintosh (1984) -- auch weil das Team von Steve Jobs sich bei Xerox eine Menge Anregungen geholt hatte.

Wenn man großzügig ist, kann man noch argumentieren, dass Microsoft sich in der Pressemitteilung nur auf PCs bezieht -- und deshalb frühere Computer mit einer GUI nicht berücksichtigt. Aber auch für den “IBM-kompatiblen” PC gab es vor Windows 95 quasi alle Errungenschaften, die in der Mitteilung auflistet werden. Das System stammte allerdings nicht von Microsoft, sondern von IBM -- nämlich OS/2. Microsoft war zwar anfänglich noch an der Entwicklung des DOS-Nachfolgers beteiligt, stieg aber 1991 aus dem OS/2-Projekt aus, um das eigene Windows-System voranzutreiben.

Screenshot OS/2 Warp 3 (1994)

Das Betriebssystem OS/2 Warp 3 aus dem Jahr 1994

Windows 95 war dann immerhin das erste System von Microsoft, bei dem “Anwender erstmals Daten auf einer Desktop-Oberfläche ablegen oder in einen virtuellen Papierkorb verschieben konnten”.

Siehe auch diese Artikel:

Vom Labor auf den Schreibtisch – Vor 40 Jahren präsentierte Doug Engelbart die erste Computermaus

Geschichte des Apple Macintosh – Xerox PARC

Update: Das Video in diesem Beitrag zeigt die Entwicklungsumgebung Smalltalk, die in den 1970er Jahren am Xerox PARC Forschungszentrum durch Alan Kay, Dan Ingalls, Adele Goldberg und andere entwickelt wurde. Sie wurde allgemein unter dem Namen Smalltalk-80 freigegeben und hat die Entwicklung vieler späterer Programmiersprachen, wie etwa Objective-C, Java und Ruby beeinflusst.

2. Update: Jan Wildeboer weist noch auf die Systeme GEM und GEOS hin, die ebenfalls über eine grafische Benutzeroberfläche verfügten. Der Graphical Environment Manager (GEM) von Digital Research wurde vor allem durch den Rechner Atari ST unter dem Betriebssystem TOS bekannt. Es gab auch Versionen für den IBM-PC sowie eine Unix-Variante.

Screenshot GEM

Der Graphical Environment Manager (GEM) aus dem Jahr 1984

Das Betriebssystem GEOS (Graphic Environment Operating System) wurde von Berkeley Softworks entwickelt und für die 8-Bit-Computer C64, C128 sowie Apple II 128k und Apple IIc/e veröffentlicht.

Screenshot GEOS

GEOAS auf dem Commodore 64



Cupertino untersagt Verkauf von Eierbechern: Manchmal hat Apple einen Sprung in der Schüssel

Veröffentlicht in Apple am 20.08.2010 von Christoph

eiPott-Eierbecher - Kann man den wirklich mit einem iPod verwechseln?

eiPott-Eierbecher - Kann man den wirklich mit einem iPod verwechseln?

Diesen Eierbecher haben wir auch zu Hause. Freunde habe meinen Töchtern zwei “eiPotts” geschenkt, weil sie das Wortspiel mit dem Namen des Apple-Musikplayers witzig fanden (meine Töchter und ich übrigens auch).

In der Apple-Zentrale in Cupterino scheinen die Verantwortlichen offenbar zum Lachen in den Keller zu gehen und verstehen beim eiPott der Firma koziol aus Erbach (im Odenwald) keinen Spaß. Und deshalb haben Apple-Anwälte nach einem Bericht der B.Z. dem Anbieter vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg untersagen lassen, die Eierbecher unter dem Namen “eiPott” zu vermarkten.

Wenn der “eiPott” weiter unter diesem Namen vertrieben wird, soll eine Ordnungsstrafe in Höhe von 250 000 Euro fällig werden. Das Gericht habe die Entscheidung damit begründet, dass “eiPott” eine künstliche Wortschöpfung sei und “zudem als Bezeichnung für einen Eierbecher unüblich”.

Die Firma koziol muss ihre eiPotts umbenennen

Die Firma koziol muss ihre eiPotts umbenennen

Die spinnen, die Kalifornier. Und die Richter in Hamburg übrigens auch.

BZiPhone – Apple gewinnt Rechtsstreit. Eierbecher “eiPott” verboten!.

(Danke, Andrej)



Testbericht BlackBerry Torch: RIM kriegt gerade nochmal die Kurve

Veröffentlicht in Mobile, RIM am 05.08.2010 von Christoph
Die aktuellen Smartphone-Marktanteile (Canalys)

Die aktuellen Smartphone-Marktanteile (Canalys)

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen des Smartphone-Marktes dürfte den Verantwortlichen beim Blackberry-Hersteller RIM Kopfschmerzen bereiten: Nach einer Untersuchung des Marktforschungs- unternehmens Canalysis sank der Marktanteil der RIM-Smartphones im 2. Quartal 2010 auf 18 Prozent, nachdem er in den ersten beiden Quartalen des Vorjahres noch stabil bei 21 Prozent gelegen hatte.

Eine Trendwende verspricht sich RIM-Präsident Mike Lazaridis von dem neuen BlackBerry Torch und dem runderneuerten Betriebssystem BlackBerry 6. “Das ist eine der wichtigsten Produktvorstellungen in der Geschichte von RIM”, sagte Lazaridis auf dem Launch-Event von RIM und AT&T. Der US-Telekomriese ist weltweit der erste Mobilfunkprovider, der den BlackBerry Torch im Programm haben wird. Bei AT&T kostet das Gerät zusammen mit einem Zwei-Jahres-Vertrag 200 Dollar. Die UMTS-Tarife für den Torch in Deutschland stehen derzeit noch nicht fest, können später aber auf Websites wie Onlinekosten.de verglichen werden.

Hierzulande hat offenbar noch kein Journalist den BlackBerry Torch testen dürfen. Daher greife ich hier auf Erfahrungen der US-Kollegen zurück, die das neue RIM-Smartphone schon einige Wochen lang ausprobieren durften.

Zunächst das wenig überraschende Ergebnis: RIM versucht mit dem Torch offenbar erfolgreich, die traditionellen Stärken des BlackBerry zu bewahren. Dazu gehört ein robustes E-Mail-Programm, eine erstklassige Sicherheits-Ausstattung (die manchen arabischen Staaten in diesen Zeiten offenbar zu sicher erscheint), eine gute Hardware-Tastatur und eine ausreichend gute Batterielaufzeit. Die RIM-Verantwortlichen haben aber angesichts der Erfolge der Android-Smartphones und des iPhones erkannt, dass diese taditionellen Stärken nicht ausreichen, um die bestehenden Kunden bei der Stange zu halten oder gar neue Kunden zu gewinnen.

Mit dem neuen Betriebssystem BlackBerry 6 steigt RIM nun auf die Browser-Plattform WebKit um, die auch bei Android und dem iOS von Apple verwendet wird. Das ist ein großer Fortschritt gegenüber dem java-basierten Browser der bisherigen BlackBerry-Modelle. Mit dem neuen Browser kann man nun auch mehrere Fenster gleichzeitig öffnen und mit einer Fingerspreitzbewegung Details heranzoomen. Der neue BB-Browser reagiert auch auf einen Doppel-Tab mit dem Finger und formatiert die Spalten einer Website auf ein lesbares Format. Edward C. Baig von der USA Today hat aber zwei Dinge zu bemängeln. Zum einen erschien ihm der Browser im Vergleich zu anderen WebKit-Umsetzungen ziemlich langsam. Zum anderen seien die normalen Websites zunächst kaum zu erkennen gewesen, da die Auflösung des Bildschirms beim BlackBerry Torch mit seiner halben VGA-Resolution (480×340 Pixel) weit von der Auflösung des neuen iPhone 4 von Apple (960×640 Pixel) entfernt sei, Erst nach dem Heranzoomen habe man die Texte erkennen können.

Mit dem neuen Betriebssystem erhält der Blackberry auch die “universelle Suche”, mit der man auf einen Rutsch alle Inhalte des Smartphones (egal ob Kontakt, E-Mail, Bilder, Web-Seite , Songs oder Programme) dursuchen kann. Dieses Feature hatte ursprünglich Palm mit seinem WebOS eingeführt.

Social-Media-Programme auf dem BlackBerry Torch

Social-Media-Programme auf dem BlackBerry Torch

Auch in Sachen Multimedia hat der Blackberry zugelegt. Die Musikauswahl auf dem Torch wurde stark der entsprechenden Apple-Funktion auf dem iPhone nachempfunden. Über “Music WiFi” können Lieder drahtlos mit einem PC abgeglichen werden. Mit einem Mac funktioniert das (noch) nicht.

Zugelegt hat RIM auch bei der Kamera, die nun mit einem Bildstabilisator ausgestattet ist. Allerdings zeichnet die 5-Megapixel-Kamera Videos nur in VGA-Auflösung auf, während das iPhone 4 hier bereits HD-Qualität (bis zu 720p) anbietet.

Einfacher ist künftig auch der Zugang der BlackBerry-besitzer zu (externen) Programmen, da RIM den zugang zur “BlackBerry App World” gleich vorinstalliert. Darüber können nun Programme gekauft oder kostenlos heruntergeladen werden. In der Blackberry App World stehen derzeit rund 9000 Programme bereit, viel weniger als im Android Marketplace (70.000) oder im iTunes Stor von Apple (225.000). An dieser Stelle muss aber auch erwähnt werden, dass die Qualität der Software-Angebote für die unterschiedlichen Apps-Plattformen nicht allein von der Anzahl der verfügbaren Programme abhängt, sondern auch die jeweilige Qualität der Apps und ihr Preis berücksichtigt werden muss.

Das Betriebssystem BlackBerry 6 wird künftig auf allen neuen BlackBerry-Modellen ausgeliefert. Besitzer der älteren Modelle Bold 9700, 9650 und Pearl 3G werden laut Hersteller ein Urgrade vornehmen können.

Hier die zusammenfassenden Urteile der Tester in den USA:

Walt Mossberg (Wall Street Journal):

Overall, the Torch and the BlackBerry 6 operating system are good products that improve the BlackBerry experience considerably and bring the device closer to its newer rivals.

Bonnie Cha, CNet:

Though performance could be better and it could stand for some hardware upgrades, the RIM BlackBerry Torch 9800 and BlackBerry OS 6 offer much-needed improvements to stay in step with the competition, and keep BlackBerry enthusiasts happy.

Edward C. Baig, USA TODAY:

Pro: Combines physical keyboard with multitouch screen and track-pad. BlackBerry 6 OS. Universal search. Wireless music sync. Feels solid. Brings BlackBerry strengths like strong e-mail and messaging, security and battery life. Social feeds.
Con: Screen is smaller and at lower resolution than rivals. Fewer apps than Apple and Android. Doesn’t shoot high-def video.

Joshua Topolsky, Engadget.com:

It’s tough to feel really excited about the BlackBerry Torch and OS 6 after heavy testing. We had high hopes coming into this review that the new operating system would be more than a fresh coat of paint on an aging user experience — that we were going to see substantial changes in the attitude and direction of the company. While there are notable improvements here and much that is laudable, what we’re ultimately left with is, at its core, more of the same. For all the improvements in the browser, the more upscale fit-and-finish of the UI, and the thoughtful changes in basic functionality, we still feel like this device is a generation behind the market. Instead of meeting the rising stars of the smartphone world (Apple and Google) head-on, RIM has taken something more like baby steps toward innovation. The company seems convinced that it’s got a better idea about what its customers want and how a smartphone should act in 2010, but we can’t say we agree. The Torch seems sluggish, underpowered, and dated from a hardware design standpoint, and BlackBerry 6, despite its new features and polish, still feels woefully behind the curve. To call the Torch the “best BlackBerry ever” wouldn’t be an understatement, but unfortunately for RIM and the faithful, their best isn’t nearly good enough.



Steve Ballmer und Microsoft haben den Tablet-Computer noch nicht verstanden

Veröffentlicht in Microsoft, Personal Tech am 01.08.2010 von Christoph

Microsoft-Chef Steve Ballmer hat offenbar Mühe, die richtige Formel für den (bislang fehlenden) Erfolg eines Tablet-Computers mit Microsoft-Technologie (und für den Erfolg des Apple iPad) zu finden. Vor Finanz-Analysten verwies Ballmer darauf, dass Microsoft eigentlich alle Know-how-Komponenten beisammen habe, die nur richtig zusammengefügt werden müssten.

Okay, we have a lot of IP, we have a lot of good software in this area, we’ve done a lot of work on ink and touch and everything else — we have got to make things happen. Just like we had to make things happen on netbooks, we’ve got to make things happen with Windows 7 on slates. And we are in the process of doing that as we speak. We’re working with our hardware partners, we’re tuning Windows 7 to new slate hardware designs that they’re bringing them to market.

Ballmer setzt dabei auch auf die Hilfe des Microsoft-Partners Intel: Der Chipgigant könne mit seiner neuen Plattform Oak Trail den Markt voranbringen, die voraussichtlich kommendes Jahr erhältlich ist. Dabei handelt es sich um eine Spezialversion der x86-Smartphone-Plattform Moorestown (mit Atom Z600) für Tablets. Ballmer verwies auf den niedrigeren Stromverbrauch von Oak Trail, der zu längeren Akkulaufzeiten und geringerem Gewicht führe, aber auch weniger Lärm verursache und eine Belüftung überflüssig mache.

Apple habe mit dem iPad eine interessante Arbeit abgeliefert und mehr von den Geräten verkauft, als ihm lieb sei, sagte Ballmer.

Eine fundierte Analyse der Ballmer-Rede findet man bei Ars Technica. Peter Bright verweist darauf, dass es wenig bringe, Windows 7 auf das Tablet zu portieren, weil das System durch und durch nach einem pixelgenauen Eingabeinstrument, also einer Maus oder einem Trackpad, verlangt. “Windows is not designed for fingers.”



“Antennagate”: Don’t Hold It Wrong

Veröffentlicht in Apple, Mobile, iPhone am 19.07.2010 von Christoph

Nach der Pressekonferenz von Apple-Chef Steve Jobs zu den Empfangsproblemen des iPhone 4 haben sich Konkurrenten wie RIM, HTC und Nokia dagegen verwahrt, dass auch die Empfangsleistung ihrer Smartphones etwas nachlässt, wenn man das Gerät fest umfasst. Wahrscheinlich kennen die Unternehmenssprecher die Bedienungsanleitungen für ihre Geräte nicht im Detail:

via: Don’t Hold It Wrong.



Huch, ich bin in einem Engadget-Video

Veröffentlicht in Apple, Medien, iPhone am 19.06.2010 von Christoph

Ich selbst hatte das gar nicht mitbekommen. Aber ein Kollege hat mich darauf hingewiesen: Beim Apple-Entwicklerkongress WWDC habe ich nach der Keynote von Steve Jobs im Moscone Center das iPhone 4 ausprobiert, das der Apple-Chef gerade vorgestellt hatte. Dazu gehörte auch eine Demo von FaceTime, der Videochat-Lösung von Apple für das iPhone 4. Am anderen Ende der Leitung war Joshua Topolsky, Chefredakteur von Engadget.com, den ich während der Demo hinter der dicken Kamera gar nicht erkannt hatte. “Ich hoffe, der Typ auf der anderen Seite ist nicht zu hässlich”, sagte Joshua, bevor er die FaceTime-Session startete. Immerhin ist er nicht zusammengezuckt, als ich auf dem Bildschirm erschien.

via:
Engadget.com: iPhone 4 first hands-on! (update: FaceTime video demo)



Das war quasi mein iPod, damals

Veröffentlicht in Entertainment Tech, Personal Tech, Tech History am 18.06.2010 von Christoph

Ich räume gerade unsere Wohnung in Hamburg auf, um den Familienumzug nach Berlin vorzubereiten. Und eine tolle Wohnung in Berlin haben wir auch schon längst gefunden. Beim aufräumen ist mir auch dieser Kassettenkasten in die Hand gefallen, mit dem ich als Jugendlicher meine Musik durch die Gegend geschleppt habe. 500 Songs in a box – mit Türgriffen von Ikea

Mein Kassettenkasten

Mein Kassettenkasten



Wie die Blogger bei der iPhone-Demo von Steve Jobs dazwischengefunkt haben

Veröffentlicht in Apple am 08.06.2010 von Christoph

In diesem Blog geht es in diesen Wochen etwas ruhiger zu, weil ich mitten in den Vorbereitungen des Umzugs nach Berlin stehe. Die dpa-Redaktionen aus Frankfurt, Hamburg und Berlin (Reinhardtstraße) ziehen bekanntlich Anfang Juli in den neuen riesigen Berliner dpa-Newsroom in der Markgrafenstraße. Und auch ich werde mit meiner Familie der schönen Hansestadt Hamburg den Rücken kehren und nach Berlin-Charlottenburg umsiedeln.

Das Moscone Center in San Francisco

Das Moscone Center in San Francisco

Bevor es so richtig an das Kartonpacken geht, habe ich mich aber noch einmal mitten ins Getümmel gestürzt und die World Wide Developer Conference (WWDC) von Apple in San Francisco gecovert. Durch den skurillen Vorfall in einer deutschen Bierkneipe unweit der Apple-Zentrale in Cupertino, war ja im Vorfeld bekannt, dass Apple auf der WWDC ein neues iPhone ankündigen wird. Die Geschichte von dem unglücklichen Apple-Programmierer, der in der Bar den Prototypen des neuen iPhone 4 verloren hatte, kennt hier in Kalifornien inzwischen jedes Kind. Zum Ärger von Steve Jobs kaufte das Technik-Blog Gizmodo den Prototypen an, zerlegte ihn in sämtliche Einzelteile und erntete weltweit Aufmerksamkeit – bis die Apple-Rechtsabteilung und die kalifornischen Strafverfolgungsbehörden der Geschichte ein Ende bereiteten.

Zur Keynote auf der WWDC 2010 hatte Steve Jobs erneut seine Probleme mit den Bloggern. Diesmal ging es nicht um Geheimnisverrat oder andere Vorwürfe, sondern um ein physikalisches Phänomen, das den Ablauf der Demos in der Jobs-Keynote empfindlich störte. Das Frequenzspektrum für WLAN-Verbindungen verträgt nächlich nicht allzuviele Hotspots.

UMTS-WLAN Router E5 E5830 von Huawei

UMTS-WLAN Router E5 E5830 von Huawei

Da man als Journalist oder Blogger bei einer Keynote einer Apple-Veranstaltung nie sicher sein kann, ob es am Veranstaltungsort ein funktionierendes WLAN gibt, bauen die Kollegen aus den USA vor und bringen ihre eigenen Netzverbindungen mit. In den vergangenen Jahren handelte es sich dabei in der Regel um UMTS-Steckkarten oder Mobilfunk-Sticks, mit denen man über die Netze von Verizon, AT&T, Sprint oder T-Mobile online gehen kann.

In den vergangenen Monaten wurde hier in Kalifornien eine neue Gerätekategorie äußerst populär, nämlich die eigene portable WLAN-Station, die wiederum mit einem Mobilfunknetz verbunden ist. Der Vorteil einer solchen Lösung: Man kann mehrere Geräte gleichzeitig über einen Vertrag online gehen lassen, in dem man beispielsweise Laptop, Smartphone, Kamera oder einen Tablet-PC per WLAN mit der Station verbindet. So wirbt beispielsweise Verizon für den “Intelligent Hotspot MiFi 2000″ mit diesem Versprechen:

The Intelligent Mobile Hotspot is your portable, wireless Wi-Fi hotspot. From wherever you are in the coverage area, it detects the Verizon Wireless network and allows you to access a reliable broadband connection.

In Deutschland kann man ein MiFi per Amazon bestellen – oder auch ähnliche Geräte wie den UMTS-WLAN Router E5 E5830 von Huawei.

Zur WWDC-Keynote von Steve Jobs hatten viele Zuhörer auf diese Weise ihre Verbindung hergestellt – genauer gesagt, sehr viele. Nach Angaben von Apple waren in dem Saal im Moscone Center 570 WLAN-Stationen als Hotspot aktiv. Und da für WLAN-Verbindungen nur zwei ziemlich eng begrenzte lizenzfreie Frequenzblöcke zu Verfügung stehen, war dann irgendwann Schluss. Der Leidtragende war Steve Jobs auf der Bühne, der eigentlich online vorführen wollte, wie toll das neue Rentina-Display mit seiner um den Faktor 4 erhöhten Pixelzahl aussieht.

Steve Jobs auf der WWDC 2010

Nach der Demo wieder entspannt: Steve Jobs auf der WWDC 2010

Damit Steve Jobs zum Schluss der Keynote sein “One more thing”, nämlich die Videochat-Funktion “FaceTime”, überhaupt noch präsentieren konnte, musste der Apple-Chef mit beschwörenden Worten die Zuschauer bitten, ihre MiFi-Stationen auszuschalten, damit im überlasteten Frequenzspektrum wieder ein wenig Platz für die Übertragung der Videodaten zwischen zwei iPhone 4 frei wurde. Was ihm dann auch gelang.

Strom- und CAT7-Kabel

Strom- und CAT7-Kabel

Damit schließt sich wieder der Bogen bis nach Berlin. In dem Haus, in das ich in drei Wochen einziehen werde, funken zwar nicht 570 WLAN-Stationen wie im Moscone Center in San Francisco. Aber nach meinen bisherigen Erfahrungen sind so zwischen zwölf und 15 Hotspots online, was die Kanalauswahl für eine möglichst ungestörte und breitbandige WLAN-Verbindung auch nicht gerade einfach macht. Ich habe deshalb die ohnehin fällige Sanierung der Stromleitungen in der Altbauwohnung ausgenutzt, um parallel auch schön abgeschirmtes CAT7-Kabel verlegen zu lassen. Im Zusammenspiel mit einer neuen Fritzbox 7390 entsteht dann ein Heimnetzwerk, in dem der Haupttraffic über Kabel läuft. Für Geräte wie das iPad werde ich aber dann auch die WLAN-Komponente der Fritzbox aktivieren.



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