Das Video zum Patentstreit zwischen Apple und HTC: “And, boy, have we patented it …”

Veröffentlicht in Apple, HTC, Ideen, Tech History am 03.03.2010 von Christoph

Worum geht es im Kern im Patentstreit zwischen Apple und HTC bzw. Apple und Google?

Wichtigstes Detail dürfte die Multitouch-Technologie des iPhone sein, die Apple-Chef Steve Jobs im Januar 2007 bei der Premiere des iPhone auf der MacWorld Expo 2007 in San Francisco vorgestellt hat:

Schon damals betonte Jobs überdeutlich, wie wichtig für Apple der Patenschutz des iPhone ist:

“And, boy, have we patented it.” Details zu diesem Patent stehen hier.

Eine viel ältere Äußerung von Steve Jobs zum Thema Urheberrecht und Inspiration erfreut sich in diesem Zusammenhang plötzlich auch großer Popularität: In dem Interview aus dem PBS-Film “Triumph of the Nerds” mit Steve Jobs geht es um die Entwicklung der grafischen Benutzeroberfläche für den Computer und den Besuch einer Apple-Delegation im legendären Forschungszentrum Xerox PARC. Während die Xerox-Bosse im fernen New York die Entwicklungen in ihrem kalifornischen Labor ignorierten, saugten Jobs und seine Leute alle Ideen begierig auf. Wer sich für Details interessiert, kann die komplette Geschichte hier nachlesen.

Ultimately it comes down to taste. It comes down to trying to expose yourself to the best things that humans have done and then try to bring those things in to what you’re doing. I mean Picasso had a saying he said good artists copy great artists steal. And we have always been shameless about stealing great ideas ehm and I think part of what made the Macintosh great was that the people working on it were musicians and poets and artists and zoologists and historians who also happened to be the best computer scientists in the world.

Meine Analyse zum Apple-Klage gegen HTC kann man u.a. hier lesen:
Patentstreit mit Handyhersteller – Apple-Klage zielt auf Google – Computer – sueddeutsche.de

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CeBIT vor zehn Jahren: Der iPad-Vorläufer und die Fernbedienung für die Waschmaschine

Veröffentlicht in Personal Tech, Tech History am 28.02.2010 von Christoph

Am kommenden Montag geht es wieder nach Hannover zur CeBIT. Und wie in den vergangenen Jahren habe ich in unser dpa-Archiv geschaut, welche Highlights und Skurrilitäten die CeBIT 2000 geboten hat.

CeBIT vor zehn Jahren: Der iPad-Vorläufer und die Fernbedienung für die Waschmaschine

Mit dem Bildschirm-Computer «iPad» will der kalifornische Elektronikkonzern Apple in den kommenden Monaten eine ganz neue Gerätekategorie am Markt durchsetzen. Doch die Idee eines «Tablet Computers» ohne eine Hardware-Tastatur ist nicht wirklich neu: Vor zehn Jahren auf der Computermesse CeBIT 2000 präsentierte das Hannoveraner Unternehmen Höft & Wessel ein «Webpanel», das dem Konzept des iPad sehr nahe kam. Mit dem «skeye.pad» sollten man über eine Mobilfunkverbindung oder den Funkstandard DECT drahtlos im Internet surfen können.

skeye.pad

Das skeye.pad von Höft & Wessel auf der CeBIT 2000

Das «Webpanel» aus Hannover erhielt zwar damals den einen Best-of-CeBIT-Preis der Fachzeitschrift «Chip». In Serie für den Massenmarkt wurde das Gerät allerdings nie gebaut. Die Entwickler bei Höft & Wessel bauten aus dem Prototypen später verschiedene robuste mobile Spezialgeräte, die heute etwa bei den «Gelben Engeln» des ADAC im Einsatz sind oder Speditionen bei der logistischen Steuerung ihrer Lastwagen helfen. Auch die Bildschirme der Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn gehen letztlich auf die «Webpanel»-Entwicklung in Hannover zurück.

Wegen der damals bevorstehenden Weltausstellung Expo 2000 fand die CeBIT vor zehn Jahren nicht zum traditionellen März-Termin statt, sondern schon im Februar. Die Branche hatte gerade erfolgreich das Jahr-2000-Problem gemeistert und platzte fast vor Zuversicht. Das befürchtete Chaos zum kritischen Datumswechsel war ausgeblieben. Industrie und Handel blickten voller Optimismus nach vorne. Dies schlug sich dann auch in der Messebilanz nieder: Mehr als 750 000 Besucher kamen trotz des miesen Wetters zur CeBIT 2000. Viele der 7 800 Aussteller reisten damals mit vollen Auftragsbüchern und besten Umsatzprognosen aus Hannover ab.

Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) versprach zur Eröffnung der High-Tech-Schau, nach dem Vorbild der USA eine Art «Green Card» einzuführen. Damit sollten Programmierer, Datenbankspezialisten und andere Computer-Experten aus Staaten außerhalb der Europäischen Union eine befristete Arbeitserlaubnis in Deutschland bekommen. Über das «Sofortprogramm zur Deckung des IT-Fachkräftebedarfs» kamen die folgenden Jahre 20 000 IT-Fachleute nach Deutschland. Die Regelung lief Ende 2004 aus und wurde durch ein neues Zuwanderungsgesetz ersetzt, mit dem weiterhin IT-Spezialisten bei dem Aufenthaltsrecht gegenüber anderen Arbeitsmigranten aus dem außereuropäischen Ausland bevorzugt werden.

Bundeskanzler Schröder auf der CeBIT 2000

Bundeskanzler Gerhard Schröder bei seinem Eröffnungsrundgang auf der Computermesse CeBIT mit einem Uhrenhandy von Motorola

Schröder hatte damals die wirtschaftliche Bedeutung des Fachkräftemangels erkannt. Im Gegensatz zu seiner Nachfolgerin im Bundeskanzleramt hatte Schröder privat so seine Mühen mit der Kommunikationstechnologie. Auf der CeBIT 2000 ließ sich der Kanzler vom damaligen AOL-Europachef Andreas Schmidt zeigen, wie man mit dem Handy eine Kurznachricht verschickt. «Der Kanzler ist hier! Er bekommt gerade SMS erklärt, aber das kennt der doch sowieso nicht», sagte ein Beobachter der Szene damals.

Der Onlinedienst AOL lieferte sich auf der CeBIT 2000 mit der Deutschen Telekom ein Wettrennen, die deutschen Schulen ins Internet zu bringen. Zehn Jahre später hat sich AOL nach einer Serie von Misserfolgen vom deutschen Markt zurückgezogen.

Damals sah aber auch für AOL die Zukunft noch rosig aus. Ein Jahr vor dem Platzen der großen Internet-Blase wurden auf der CeBIT 2000 noch Technologien als visionär angepriesen, die heute eher belächelt werden. So konnte man in den Messehallen einen «Computer zum Anziehen» bestaunen, bei dem Kleinst-Rechner und Batterien kaum sichtbar in den Taschen einer dicken, silbern schimmernden Weste steckten. Dieses Gerät sollte als mobiler Übersetzer für Stadtführungen eingesetzt werden.

Seltsame Fantasien regte auch die Funktechnologie Bluetooth an, die heute vor allem für drahtlose Kopfhörer genutzt wird. Jörg Gleisner vom Telekommunikations-Unternehmen Ericsson pries damals die Vorzüge der Datenfunktechnik so an: «Sie können mit dem Handy aus der Küche die Lautstärke beim Fernseher regulieren oder vom Arbeitszimmer die Waschmaschine einschalten.» Das Mobiltelefon als Fernsteuerung für die Feinwäsche hat sich dann aber auf dem Markt nicht wirklich durchgesetzt.

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Windows Phone 7 in einer ungeschönten Demo

Veröffentlicht in Microsoft, Mobile, Personal Tech am 16.02.2010 von Christoph

Auf der Microsoft-Pressekonferenz auf dem MWC in Barcelona wurde das neue Smartphone-Betriebssystem in einem Video vorgeführt, das sicherlich ein wenig geschönt wurde. Ich habe am Abend noch eine ungeschönte Demo des Systems bekommen. Man kan deutlich sehen, dass insbesondere das Touch-Display nicht immer zuverlässig reagiert. Man muss dabei aber auch berücksichtigen, dass es sich bei dem Gerät noch um einen Prototypen handelt. Mein generell sehr positiver Eindruck von Windows Phone 7 wurde dadurch jedenfalls nicht getrübt:

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Microsoft ist mit Windows Phone 7 wieder im Spiel

Veröffentlicht in Microsoft, Mobile, Personal Tech am 15.02.2010 von Christoph

Wieviele Anläufte hat Microsoft eigentlich unternommen, um ein vernüftiges Konzept für ein Smartphone vorzustellen? Ich habe sie nicht gezählt. Aber gefühlt waren das unglaublich viele Versuche. Und sie alle krankten daran, dass Microsoft-Mitbegründer Bill Gates sich irgendwann in den neunziger Jahren ausgedacht hatte, dass es für PC-Anwender doch furchtbar bequem sein müsse, wenn ihr Handy so ähnlich zu bedienen ist wie Windows auf dem PC. So erhielt Windows Mobile wie Windows 95 einen “Start”-Knopf. Und wenn man darauf (am besten mit einem Stift als Maus-Ersatz) tippte, dann klappte ein Menü herunter, ganz ähnlich wie beim PC. Doch ein Smartphone ist kein geschrumpfter PC. Das hat nicht nur Apple mit dem iPhone erkannt, sondern auch etliche Microsoft-Partner wie HTC, die über die fast unbedienbare Oberfläche von Windows Mobile ihre eigene Oberfläche stülpten.

Startscreen Windows Phone 7

Startscreen Windows Phone 7

Mit dem heutigen Tag hat Microsoft sich um 180 Grad gedreht und seinem nun “Windows Phone 7″ genannten Betriebssystem ein komplett neues Look&Feel verpasst. Die Optik orientiert sich stark am Musikplayer Zune, der sicherlich nicht wegen einer schlecht gestalteten Oberfläche bislang nur mäßig kommerziell erfolgreich ist. Ich muss gestehen, ich hätte Microsoft nicht zugetraut, so radikal vom Bill-Gates-Dogma der PC-Oberfläche für das Handy Abschied zu nehmen. Chapeau!

Im Gegensatz zu anderen, hier auf dem Mobile Wolrd Congress in Barcelona präsentierten Oberflächen wie Bada von Samsung, hat Microsoft auch der Versuchung widerstanden, die iPhone-Oberfläche einfach zu klonen. Der Startscreen führt zu sechs verschiedenen Bereichen, die Microsoft “Hub” nennt: People, Pictures, Games, Music + Video, Marketplace und schließlich Office. In diesen Hubs fasst Microsoft Anwendungsszenarien zusammen, die breiter als eine einzelne App definiert sind. Ich bin gespannt, wie sich das neue Konzept in der Praxis bewähren wird.

Eine Informationen blieb Microsoft noch schuldig. So ist beispielsweise noch unklar, ob der Browser von Windows Phone 7 Flash unterstützen wird (oder nur die Microsoft-Konkurrenztechnologie Silverlight). (Update 16.2.: Windows Phone 7 selbst unterstützt Flash nicht. Das heißt aber nicht, dass es kein Flash-Plugin von Adobe geben wird.)

Noch nicht beantwortet ist für mich auch die Frage, ob OEM-Partner wie HTC auch in Zukunft die Oberfläche des Betriebssystems modifizieren können/dürfen oder nicht. HTC-Chef Peter Chou hatte in der Vergangenheit bei verschiedenen Anlässen betont, wie wichtig für HTC selbst kreiierte Oberflächen wie HTC Touch waren.

(Update 16.2.: Microsoft wird bei Windows Phone 7 keine größeren Änderungen an der GUI erlauben. Es gibt ein wenig Spielraum das System an einen Provider anzupassen, um beispielsweise ein Vodafone-Rot unterzubringen. Eine eigene Benutzeroberfläche wird aber nicht mehr möglich sein. Fest gesetzt sind auch die drei hardware-Knöpfe.)

People-Hub in WP7

People-Hub in WP7

Picture-Hub in WP7

Picture-Hub in WP7

Music&Pictures-Hub in WP7

Music&Pictures-Hub in WP7

Games-Hub in WP7

Games-Hub in WP7

Office-Hub in WP7

Office-Hub in WP7

Ein Smartphone mit Windows Phone 7 wird immer mit einem Hardware-Knopf (von insgesamt drei Buttons) ausgestattet sein, der die Suchmaschine Bing aufruft. Da die Marktanteile von Microsoft im Mobilfunksektor nicht besonders hoch sind, wird man das auch nicht als Monopolisten-Trick auslegen können. Weitere Details will Microsoft zu Entwicklerkonferenz Mix 2010 nennen, die vom 15. bis 17. März in Las Vegas stattfinden wird. Auf der Mix wird Microsoft dann auch die Details seiner App-Strategie bekanntgeben.

Blöd dran sind Microsoft-Kunden, die sich gerade erst ein Smartphone mit Windows Mobile 6.5 gekauft haben. Ihre Geräte werden wohl auch nicht auf das neue Windows Phone 7 upgegradet werden können. (Update: Microsoft wird auch nach dem Start von Windows Phone 7 das System Windows Mobile 6.5 vermarkten, da bestimmte Firmenkunden auf die Unterstützung der alten Umgebung angewiesen sind.)

Die ersten Geräte mit dem neuen Betriebssystem wird es nach den Worten von Microsoft-Chef Steve Ballmer rechzeitig zum Weihnachtsgeschäft 2010 geben. Zu den Microsoft-Partnern, die auf dem MWC genannt wurden, gehören neben der Deutsche Telekom AG und Vodafone auch die internationalen Teleko-Konzerne AT&T, Orange, SFR, Sprint, Telecom Italia, Telefónica, Telstra, T-Mobile USA und Verizon Wireless sowie die Hersteller Dell, Garmin-Asus, HTC Corp., HP, LG, Samsung, Sony Ericsson, Toshiba und Qualcomm Inc.

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Hard Times: Die besten Werbespots vom Super Bowl XLIV

Veröffentlicht in Medien am 08.02.2010 von Christoph

Coke – The Simpsons:

Audi – Green Car:

Volkswagen – PunchDub:

Letterman – Worst Super Bowl Party Ever:

Doritos – Snack Attack Samurai:

Intel – “Lunch Room”:

GoDaddy.com – Too hot for TV:

Budweiser – Bridge:

Google – Parisian Love:

Hyundai – Super Bowl 2020:

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Leitet das iPad ein neues Computer-Zeitalter ein?

Veröffentlicht in Apple, E-Books, Gadgets, Medien, Personal Tech am 29.01.2010 von Christoph

Die Spekulationen um den Tablet-Computer von Apple, die viele Wochen lang die Blogs und Technologie-Sites in aller Welt beschäftigt haben, sind nun Geschichte. Steve Jobs hat das “iPad” vorgestellt, mit dem Apple eine Lücke zwischen Handy und Laptop schließen will. Im Vergleich zu der lahmen Einführung der Slate-PCs durch Microsoft-Chef Steve Ballmer auf der CES kam Jobs enthusiatischer und überzeugter daher: “Mit Apples fortschrittlichster Technologie haben wir ein magisches und revolutionäres Gerät entwickelt, das wir zu einem unglaublichen Preis anbieten können.”, sagte Jobs den Zuschauern im Yerba Buena Center for the Arts in San Francisco.

Das Apple iPad

Das Apple iPad

Beim Bestseller-Autor Nicolas Carr, der in seinen Büchern den technologischen Wandel hin zur “Internet-Cloud” beschreibt, fiel Jobs Botschaft auf fruchtbaren Boden. “Hello iPad, Goodbye PC”, heiß der Titel seines Aufsatzes, der in The New Republic und auch der FAZ erschien.

Die Ära des Personalcomputers ist zu Ende gegangen, als Steve Jobs gestern in San Francisco die Bühne erklomm, um das iPad vorzustellen, Apples Version eines Tablet-Computers. Was den Moment zu einem epochalen machte war nicht so sehr der Apparat an sich – ein überdimensionierter iPod Touch, ausgerüstet mit einer E-Reader-Applikation und ein paar anderen neuen Besonderheiten -, sondern der Wirbelsturm, der seine Ankunft begleitete.

Mit dem neuen Gerät von Apple werde ein fundamentaler Wandel der Computernutzung einsetzen. Weil das Internet die traditionellen Produkte der Medien aufgesogen hat – Musik, Fernsehshows, Filme, Spiele, die gedruckte Welt -, haben wir begonnen, unsere Computer als multifunktionale Mediaplayer zu sehen.

Als radikales Gegenprogramm zu Carr melden sich nun (wie von David Pogue richtig vorhegesagt) unzählige Blogger und Tech-Journalisten zu Wort, die an dem iPad herumkritteln und lange Listen von fehlenden Features veröffentlichen.

  • kein Mulitasking
  • keine Unterstützung für Adobe Flash
  • Batterie nicht durch den Anwender austauschbar
  • keine Video-Kameras
  • kein OLED-Bildschirm
  • kein HDMI-Ausgang
  • kein USB-Port
  • kein Slot für Speicherkarten
  • Anschluss an Monitor nur über Adapter
  • verwendet keine normalen SIM-Karten, sondern nur Micro-SIM

Irgendwie klingen diese Artikel alle wie der Beitrag von Ian Fried von CNet nach der Präsentation des ersten iPods durch Steve Jobsim Oktober 2001. Fried zitierte damals Analysten wie Stephen Baker von NPD Intelect, der bezweifelte, dass Apple mit dem iPod eine Nische in dem Markt erobern könne.

Stephen Baker, an analyst at NPD Intelect, said that the iPod will likely stand out for its large storage capacity but predicted that the device may have trouble digging out a niche in the market.

Die Kritik am ersten iPod machte sich damals vor allem an dem hohen Preis von 399 Dollar fest sowie der Tatsache, dass der iPod damals nur mit dem Mac bestückt werden konnte. Nach einem langsamen Start hob der iPod aber ab. Inzwischen hat Apple 250 Millionen iPods verkauft und den gesamten gigantischen Markt der portablen Musikplayer fest im Griff.

An eine ähnliche Situation bei der Premiere des iPhone erinnert Stephen Fry, der nicht im Verdacht steht, ein Apple-Fanboy zu sein.

In June 2007 when the iPhone was launched I collected a long list of “not impressed”, “meh”, “big deal”, “style over substance”, “it’s all hype”, “my HTC TyTN can do more”, “what a disappointment”, “majorly underwhelmed” and similar reactions. They can hug to themselves the excuse that the first release of iPhone was 2G, closed to developers and without GPS, and that cut-and-paste and many other features that have since been incorporated. Neither they, nor I, nor anyone, predicted the game-changing effect the phone would so rapidly have as it evolved into a 3G, third-party app rich, compass- and GPS-enabled market leader.

Auch die bekannte Cruftbox argumentiert in diese Richtung und erinnert daran, dass Apple trotz der Kritik an den Mängeln der ersten iPhone-Generation einen glänzenden Absatzerfolg landen konnte:

No 3G network? No MMS? No apps on the iPhone? No replaceable battery? Oh, your complaints were endless. You were sure that the iPhone was doomed because it didn’t meet all your requirements.
And what happened? Well, Apple has sold 40 million iPhones. FORTY MILLION. They have become the largest mobile device company in the world.

Oh Internets, I know you won’t believe till you hold one in your hands. You’ll bang on about features, data plans, DRM, open source, and a multitude of issues. You’ll storm the message boards, wring your hands, and promise you won’t buy one till ‘Gen 2’. The din will grow and grow as time passes.
And then one day, in a few months, you will actually hold one and use it. And you will say, “I want one. Iwant one right now.”

Für einen Erfolg des iPad sprechen meiner Ansicht nach vor allem zwei Dinge: Die Vielzahl der bereits vorhandenen Anwendungen und der Preis. So werden zum Verkaufsstart des Tablet-Computers im März rund 140 000 Programme aus dem iTunes App Store zur Verfügung stehen, die ursprünglich für das iPhone und den iPod Touch geschrieben wurden. Für die Entwickler dieser «Apps» ist es außerdem eine Kleinigkeit, ihre Software auf den größeren Zehn-Zoll-Bildschirm des iPad zu optimieren. Jeder iPhone-Entwickler wird in diesen Tagen fieberhaft daran arbeiten, seine Anwendung für das iPad anzupassen. Und der frühe Vogel fängt den Wurm. Wer sich mit seiner iPad-App beeilt, hat auch gute Chancen, von den iPad-Besitzern wahrgenommen zu werden.

Martin Nisenholtz und seine Kollegen von der The New York Times zeigen ihr iPad-Anwendung beim Launch des Tablet-Computers von Apple

Ich bin mir auch sehr sicher, dass das iPad ein Statussymbol bei all denjenigen werden wird, die beruflich Präsenationen vorführen müssen. Durch die geniale Erweiterung der iWorks-Suite auf das iPad (für nur 9,95 Dollar pro Anwendung) sind alle Voraussetzungen dafür gegeben. Steve Ballmer sollte sich übrigens die Minuten der Video-Aufzeichnung der Keynote mit der Präsentation der iPad-Version von iWorks durch Phil Schiller genau anschauen, denn Apple zeigt hier sehr genau, wie wichtig eine komplette Überarbeitung der grafischen Benutzeroberfläche für einen Tafel-Computer ist. Die Präsentation der Slate-PC durch Ballmer auf der CES war unter anderem deswegen ein Deseaster, weil Ballmer auf dem Display mit seinen Fingern die winizigen  Bedienelemente der Windows-7-Version nur schlecht treffen konnte. Wenn die Slate-PCs ein Erfolg werden sollen, muss Microsoft von der GUI des Windows-Desktops deutlicher als bislang vorgesehen Abstand nehmen.

Wie sieht es mit dem Preis aus? 499 Dollar für die einfachste iPad-Variante klingt erstmal nicht schlecht. Vermutlich wird hierzulande die Ziffer für den Nettopreis in Dollar (ohne Mehrwertsteuer) mehr oder weniger 1:1 in den Bruttopreis in Euro umgesetzt werden, vielleicht werden es auch nur 449 Euro. Wer das iPad unterwegs intensiv nutzen möchte, wird um eine UMTS-Variante nicht herumkommen, für die Apple in den USA jeweils einen Aufschlag von 130 Dollar verlangt. Daher wird der Durchschnittspreis eines iPad vermutlich dichter am Niveau des Spitzenmodells (64 Gigabyte Hauptspeicher und UMTS-Modem) von 829 Dollar liegen als bei 499. In Zeiten wie diesen, haben viele Technophile diese Summe nicht unbedingt in der Schublade liegen. Die jüngsten Quartalszahlen von Apple haben aber auch gezeigt, dass auch in der Finanzkrise die Anziehungskraft einer guten Marke nicht nachlässt.

Für die Apple-Konkurrenten dürfte der vergleichsweise niedrige Einstiegspreis des iPad ein Problem bedeuten. Kaufen sich jetzt noch Studenten einen Kindle DX für 489 Dollar von Amazon? Ich glaube nicht. Und die Promotion-Mädels von Sony am Terminal 5 in London, die den Fluggästen den Kauf eines Sony Readers im benachbarten Sony-Store schmackhaft machen wollen, dürften künftig auch keinen leichten Job mehr haben.

Steve Jobs macht das Netbook madig und präsentiert das iPad

Dennoch wird der Erfolg des iPad für Apple kein Selbstgänger – und es ist auch noch viel zu früh, das Ende der PC-Ära auszurufen. Einige Punkte der Mängelliste der iPad-Kritiker sind tatsächlich relevant. Ich vermisse die fehlende Videokamera mehr als die nicht vorhandene Unterstützung für die Flash-Technologie von Adobe. Ein genaues Urteil über die Relevanz der Kritikpunkte werde ich aber erst fällen, wenn ich die Gelegenheit hatte, das iPad einem echten Praxistest zu unterziehen.

Steve Jobs fasst seine Präsentation des iPad zusammen

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