»Wenn der Freund zum Feind wird«

Ich hatte es ja Anfang Juli schon geahnt: Der neue Microsoft-Player Zune wird die Plays-for-Sure-Allianz sprengen.

Nun hat sich Arndt Ohler von der FTD die Mühe gemacht, die wichtigsten (Ex-)Microsoftpartner abzuklappern und die schöne Geschichte »Wenn der Freund zum Feind wird« zu schreiben. Bin jetzt gespannt, ob Musicload, Napster, OD2 und Co. nun tatsächlich ein offenes MP3-Format ohne Microsoft-DRM ernsthaft als Alternative in Betracht ziehen?

Family 2.0

Was Technologie nicht alles bewirken kann. Nach einer Studie von Yahoo! und der Media-Agentur OMD stopft eine moderne Familie 43 Stunden Aktivitäten in einen 24-Stunden-Tag. 

“Während die Leute das Internet benutzen, erledigen sie auch noch zwei, drei andere Dinge, schauen häufig fern oder telefonieren”, sagte Mike Hess, Global Director of Research bei OMD.

Danach verbringt ein Befragter seinen Tag durschnittlich so:

Zeit mit der Familie: 4,5 Stunden

Internet benutzen: 3,6 Stunden

Arbeit: 6,4 Stunden

Fernsehen: 2,5 Stunden

Weg von und zur Arbeit: 1,2 Stunden

Chatten (Instant Messenger) : 1 Stunde

Zeit mit Freunden: 1,5 Stunden

E-Mail: 1,2 Stunden

Radio hören: 1,3 Stunden

Und schlafen werden die Leute ja auch noch…

Zur “Family 2.0” gehört angeblich auch der Trend, dass sich die Machtstrukturen innerhalb der Familie geändert haben, weil junge Männer häufiger bereit seien, zu kochen, zu putzen und die Familien-Aktivitäten zu planen – während Frauen inzwischen genau so häufig die Familien-Finanzen kontrollierten wie die Männer. Okay, dann sind die meisten Familien, die ich (hier und in den USA) kenne, doch noch ziemlich 1.0. 

Microsofts Xbox-Mann sieht iPod als “Pong der Digitalen Musik”

Mit Computerspielen kennt sich J Allard aus. Als “Corporate Vice President and Chief XNA Architect” ist er bei Microsoft für das Xbox-Programm verantwortlich. Daher wusste Allard auch was er sagte, als er Apples Musikplayer iPod in einem Interview bei Gizmodo.com als “the Pong of digital music” bezeichnete.

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Foto: Microsoft
Microsofts MP3-Player Zune in der Modefarbe Braun

Das legendäre Atari-Spiel Pong war genial einfach und einfach genial – und wurde natürlich nach einiger Zeit durch komplexere Games verdrängt. Allard glaubt, dass die WiFi-Tauschoption des neuen Microsoft-Players “Zune” dem Trend nach sozialen Netzwerken entgegen komme und den iPod von seiner Führungsposition verdrängen werde. Viel Zeit haben die frisch gebackenen Zune-User allerdings nicht, wenn sie auf dem Schulhof, an der Uni, im Büro oder anderen Musik-Tauschbörsen aud der Suche nach einem Partner für die drahtlose Dateiübertragung von einem Zune auf den anderen sind. Das WiFi-Radio zieht ordentlich Strom und wird die Batterielaufzeit vermutlich auf die Länge einer Beatles-CD schrumpfen lassen. Dessen ist sich auch Allard bewusst: “It’s a tough problem, and we’re not done with it yet.”

Amazon auf dem Weg in die Sony-Falle (Update)

Amazon ist es gelungen, Apple beim Start eines groß angelegten Video-Download-Services einige Tage zuvorzukommen. Der Dienst Amazon Unbox offeriert nicht nur TV-Serien wie die Fox-Hits “24” oder “Prison Break”, sondern auch eine breite Palette von Hollywood-Filmen in voller Länge. Amazon scheint aber seinen Kunden abgrundtief zu misstrauen und greift dabei zu ähnlich umstrittenen Methoden, wie damals Sony BMG mit dem berüchtigten Rootkit.

Glaubt man Tom Merritt, Redakteur des US-Technologienewsdienstes CNET und einer der Gastgeber des populären Podcasts BUZZ OUT LOUD, dann gibt es gute Gründe, den Amazon-Videoplayer schnell wieder zu deinstallieren – oder besser – ihn gar nicht auf die Festplatte zu lassen. Amazon arbeitet mit einem Microsoft-DRM, so dass nur Windows-XP-User den Dienst nutzen können. Die Videos können nur mit dem proprietären Amazon-Player abgespielt werden. Merritt störte sich zunächst daran, dass die Amazon-Software sich ungefragt in den System-Tray von Windows einnistet und einen automatischen Start des Players bei jedem Systemstart aulöste. Aus dem Tray konnte Merritt die Amazon-Software nur kompliziert über MSCONFIG wieder entfernen. Doch auch nach dem Säubern des Systems versuchte die Amazon-Software, eine Internetverbindung zu Amazon aufzubauen. Die Firewall von Merritt meldete, dass das Programm “ADVWindowsClientService.exe” versuchte, ungefragt “nach Hause” zu telefonieren.

Einen richtig dicken Hals bekam Merritt, als er frustriert die Software deinstallieren wollte. Nach dem Start von Install Shield verlangte die Software ein Login in den Amazon-Account. Nachdem Merritt das Login ablehnte, brach auch der Deinstallationsprozess ab. Erst als sich der CNET-Mann entnervt bei Amazon einloggte, klappte auch die Deinstallion des Amazon-Players. Merritts Fazit:

“So, in summary, to be allowed the privilege of purchasing a video that I can’t burn to DVD and can’t watch on my iPod, I have to allow a program to hijack my start-up and force me to login to uninstall it? No way. Sorry, Amazon. I love a lot of what you do, but I will absolutely not recommend this service.”

Update: Auch Michael Gartenberg von Jupiter Research ist um eine 1,99-Dollar-Erfahrung reicher.

It’s showtime

Zu einem “Special Event” am 12. September hat Apple ausgewählte Journalisten ins ‘Yerba Buena Center for the Arts Theater’ eingeladen. Ich schaue mir in London an, was Steve Jobs und sein Team zu bieten haben.

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Quelle: Apple
Apple-Einladung