Remember eWorld?

Thomas Reuting und Majo haben mich auf die Website “Remember eWorld” aufmerksam gemacht, auf der Apples ehemaliger Onlinedienst eWord liebevoll simuliert wird.
Ich habe für die MACup-Ausgabe vom Dezember 1994 als freier Autor ein Porträt über eWorld geschrieben, das ich aus diesem Anlass noch einmal aus dem Archiv gekramt habe. Die Sektion in der MACup hieß damals noch DFÜ (Datenfernübertragung) und wurde durch Volker Riebartsch in der Hamburger MACup-Redaktion betreut.

eWorld Screenshot
Der Welcome-Screen von eWorld

Apples bunte Datenwelt (MACup 12/1994)

So schön wurden Daten noch nie verpackt. Apples neuer Online-Dienst „eWorld“ setzt einen neuen Standard bei der optischen Aufbereitung der Datenkommunikation. MACup zeigt, was hinter der schicken Fassade „eWorld“ steckt.

Fließtext:

„Das Sein bestimmt das Bewußtsein“, glaubte noch Karl Marx. Viel Erfolg hat der Trierer Philosoph mit seinen Ansichten nicht gehabt. Moderne Marketingexperten wußten es letztlich besser: „Das Design bestimmt das Bewußtsein“ oder „Auf die Verpackung kommt es an“ lautet das Gegenmotto der erfolgreichen Kapitalisten. Das haben auch die Strategen der Computerindustrie mitbekommen. Während noch vor Jahren eine graphische Benutzeroberfläche für Computer von vielen EDV-Fachleuten als unnützer Spielkram und Blendwerk abgetan wurde, setzen inzwischen quasi alle Betriebssystemhersteller auf ein ansprechendes Design ihrer Produkte.

Ähnlich verlief die Entwicklung bei den Online-Diensten. Es ist noch nicht so lange her, als Datenreisende sich nur mit kryptischen UNIX-Befehlen in den großen Computernetzwerken bewegen konnten. Auch die ersten kommerziellen Online-Dienste, die die Datenfernübertragung für ein Massenpublikum vermarkten wollten, boten nur kargen Bedienkomfort. So präsentierte sich beispielsweise der Marktführer „CompuServe“ seinen Kunden lange Zeit nur in einer einfachen Terminal-Emulation. User-ID, Passwort und alle Online-Befehle mußten per Hand eingegeben werden, auf dem Bildschirm erschienen nur ein blinkender Eingabeprompt und ASCII-Text. Diese Zeiten sind vorbei: CompuServe bietet seinen Kunden natürlich auch eine graphische Oberfläche an, die mit der neusten Version 2.4 des „CompuServe Information Manager“ gerade renoviert wurde. Hin und wieder – etwa beim Zugriff auf Datenbanken – landen die Anwender aber auch heute noch in der alten Terminal-Emulation.

Apple engangiert sich – von einer breiten Öffentlichkeit nahezu unbemerkt – schon seit Jahren im Online-Geschäft. Der 19?? in Verbindung mit dem amerikanischen Elektronikriesen General Electric gegründete Dienst „AppleLink“ diente die ersten Jahre denn auch lediglich dazu, die firmeninterne Kommunikation weltweit sicherzustellen und den Kontakt zu Programmierern, Entwicklungspartnern und Fachjournalisten zu ermöglichen. Vor fast zwei Jahren öffneten die Chefs in Cupertino dann AppleLink allen Interessierten, doch die hohen Gebühren und das sehr auf Apple spezialisierte Angebot an Informationen, Diskussionsforen und Software zum Herunterladen zog nicht besonders viele neue User an. Mit eWorld, das mittelfristig AppleLink ersetzen soll, startet Apple nun den zweiten Anlauf in der Online-Szene. Nachdem eWorld zunächst in den USA und dann in Großbritannien vorgestellt wurde, soll der neue Dienst demnächst auch in Deutschland verfügbar sein. Einen genauen Termin will aber niemand nennen.

Die Designer von eWorld setzen völlig auf graphischen Metaphern, um eine intuitive Bedienung zu ermöglichen. Nach dem Login landet der User in der virtuellen elektronischen Welt, das ist ein Platz mit verschiedenen Gebäuden wie dem Computercenter, dem Zeitungskiosk oder einem Busineßplaza. Wartet auf den eWorld-User eine neue Nachricht, fährt ein rotes Postauto in den Vordergrund und eine dezente Stimme verkündet: „You have mail“. „Das mag manchem kindisch vorkommen, aber wir haben bei der Beobachtung von Computeranwendern festgestellt, wie wichtig akustische Signale, die den optischen Informationen zur Seite treten, für die stressfreie Bedienung eines Computers sind“, betont Craig Elliot von Apple Online Services.

Graphiken, Farben, Icons und Töne finden sich deshalb bei eWorld nicht nur beim Startbild, sondern durchgängig auch in den tieferen Schichten den Online-Systems. Ein Beispiel: Die blaue Farbe des „Newsstand“ taucht auch bei den verschiedenen Untermenüs der Nachrichtenabteilung wieder auf. „So geben wir dem User jederzeit eine Orientierungshilfe. In eWorld kann man sich nicht verlaufen“, meint Elliot. Da der Inhalt eines Online-Systems nicht statisch ist, sondern sich ständig ändert, gehören die Graphiken nicht von vornherein zur Software, sondern werden beim ersten Besuch eines Untermenüs über das Netzwerk auf die lokale Festplatte geladen. Beim nächsten Besuch ist die kleine Wartezeit dann nicht mehr notwendig, da sich die „Artwork“ ja schon vor Ort befindet. Diese Methode, mit der das graphische Erscheinungsbild von eWorld ständig verändert werden kann, wurde erstmals vom deutschen Online-Dienst „Connect“ eingeführt, dem aber der große Durchbruch nicht gelang.

In den untersten Tiefen von eWorld haben dann aber selbst die Designer von Apple mit der Graphik gespart. Wenn es um den Abruf von Textdokumenten oder einzelnen Dateien geht, erscheinen auf dem Bildschirm Ordner- und Filesymbole, wie sie zuvor auch in AppleLink zu sehen waren. Bei Reisebuchungssystem EasySabre gelangt der User sogar in die verpönte Terminal-Emulation, die sich allerdings in einem graphisch animierten Rahmen des Shopping-Menüs abspielt. In diesem Fall mußte eWorld Rücksicht auf die Angebotsform des Anbieters nehmen.

Damit sind wir bei der Angebotspalette von eWorld. Mit dem gigantischen CompuServe-Sortiment – dieses Fazit vorweg – kann der neugegründete eWorld-Service nicht mithalten. Insbesondere im Bereich „Electronic Shopping“ sieht es bei eWorld mit derzeit nur drei Anbietern (Easy Sabre, MacZone und ein elektronischer Buchladen) sehr dünn aus. In anderen Bereichen zeigt sich eWorld konkurrenzfähiger. Nehmen wir die Sparte Finanzinformationen. In einem übersichtlichen Untermenü können die eWorld-Kunden nicht nur die aktuellen Kurse von allen an der New Yorker Börse notierten Unternehmen abrufen, sondern gleich das Portofolio der eigenen Aktien verwalten.

Profil eWorld

Kategorie:

  • Online-Dienst

Voraussetzung:

  • Macintosh oder Newton, Modem, eWorld-Starter-Kit

Steckbrief:

  • Online-Dienst der zweiten Generation
  • hervorragend gestaltete graphische Benutzeroberfläche
  • E-Mail-Gateway zu Internet, Fax und Postadresse
  • exklusiver Anbieter von Newton-Mail
  • gut durchdachtes Konzept für Online-Chats und Live-Auditorien
  • automatische Verwaltung eines Börsen-Portofolios
  • viele Informationen und Serviceleistungen rund um die Apple-Produkte
  • individuell zugeschnittene Nachrichtenbelieferung
  • (noch) wenig Angebot für andere Plattformen (Windows etc.)
  • bescheidenes Electronic-Shopping-Angebot
  • wenig Datenbanken
  • in Deutschland offiziell erst 1995 verfügbar

Urteil:

  • Online-Dienst mit ansprechendem Benutzerinterface
  • kleines, aber sehr wertvolles Dienstleistungsangebot

10 things we hate about Apple

Apple-Geeks
The Joy of Tech comic

Immerhin müssen wir nicht kündigen

Update: Inzwischen ist auch Harry McCracken wieder bei PC-World an Bord, nachdem der umstrittene Artikel “10 Things We Hate About Apple” auf der Website von PC-World veröffentlicht wurde.

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Joost-Einladungen zu vergeben

Ich habe noch Joost-Einladungen zu vergeben. Bitte in den Kommentaren Name und E-Mail angeben.

Wer sich noch nicht mit Joost beschäftigt hat, hier eine Beschreibung durch die Kollegen von Spiegel-Online:

“Joost ist das dritte große gemeinsame Projekt von Janus Friis und Niklas Zenström und soll nichts weiter als das Fernsehen revolutionieren. Es gibt viele Menschen, die den beiden das durchaus zutrauen. Friis und Zennström sind berüchtigt dafür, mit geschickt ausgewählten Projekten ganze Branchen schlimmstmöglich zu erschüttern. Auf dem ersten Höhepunkt des P2P-Booms hoben sie die auf dem so genannten FastTrack-P2P-Netz basierende Börse KaZaA so rechtzeitig aus der Taufe, dass der Dienst passgenau zum Untergang der ersten von der Musikindustrie in Grund und Boden geklagten P2P-Marken zu deren Erbe avancierte. Bevor sie selbst juristisch völlig unter die Räder gerieten, verkauften sie die Firma.

Ein ähnlich gutes Gespür für Timing bewiesen sie mit Skype. Nachdem die erste Generation der Web-to-Phone- und Internet-Telefoniedienste entweder weitgehend vergessen, pleite oder von herkömmlichen Telekommunikationsfirmen geschluckt worden war, setzten sie Skype auf – und verbanden das Konzept P2P-Börse mit Voice-over-IP-Telefonie. Das gewinnversprechende Konzept brachte ihnen 2,6 Milliarden Dollar ein, als sie Skype an eBay verkauften.

Jetzt haben sie die TV-Landschaft im Visier, mit der dritten, wieder auf dem FastTrack-P2P-Prinzip fußenden Anwendung: Joost.”

Joost™

Blogger Steve Jobs verspricht den “Grünen Apfel”

Think greener
Apples Produkte sollen nun grün werden

Steve Jobs hat keine Lust mehr, für Greenpeace den Prügelknaben zu spielen, nur weil die “Alles-ist-hier-so-geheim”-Politik von Apple eigentlich verbietet, über die grünen Produkte der Zukunft zu sprechen. In Cupertino gehört sonst ja eigentlich schon der Kantinen-Plan der nächsten Woche zu den streng gehüteten Betriebsgeheimnissen – und erst recht die Frage, wann Apple seine Macs und iPods ohne bromhaltige Flammschutzmittel ausliefern wird.
Als Blogger in Sachen Umwelt stellt Jobs nun die grünsten Äpfel in Aussicht, die Welt je gesehen hat. Und, BTW, bromierte Flammschutzmittel werden in 2008 abgeschafft, während die Lamer von Lenovo und HP dafür bis 2009 brauchen. Lenovo hatte das jüngste Greenpeace-Ranking zur Überraschung vieler Beobachter gewonnen – auch weil die Chinesen das Grüne vom Himmel versprochen hatten.

Die Antwort von Greenpeace ließ nicht lange auf sich warten: “We are cheering! Steve Jobs has decided to bring us closer to the greener apple that Mac users all over the world have been asking for.”

Arstechnica: Steve Jobs blogs a greener Apple, LED-backlit LCDs

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Die Wunderdroge …

mit wenigen Nebenwirkungen

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