In sechs Wochen kommt das iPhone in Deutschland auf den Markt. Vor den T-Punkten werden sich vermutlich keine langen Schlangen bilden, denn trotz des gigantischen Hypes um das Apple-Smartphone wird im “Geiz-ist-geil-Land” nur eine kleine Minderheit 400 Euro in Hand nehmen, um ein Handy zu kaufen. Gleichwohl erwarte ich vom iPhone letztlich gravierende Auswirkungen auf den Mobilfunkmarkt – auch in Deutschland.
Im kommenden Jahr möchte Apple mit zehn Millionen iPhones verkaufen, das entspricht gerade mal einem Prozent des Gesamtmarktes. Zum Vergleich: Marktführer Nokia hat (laut Gartner) allein im jüngsten Quartal 100 Millionen Handys abgesetzt (36,9 Prozent), gefolgt von Motorola (14,6 Prozent), Samsung (13,4), Sony Ericsson (9) und LG (6,3 Prozent).
In fünf, sechs Jahren wird diese Liste ganz anders aussehen, bin ich mir sicher. Zu den Top-5 werden dann Google, Apple und Microsoft gehören, denn diese Firmen verstehen mehr von Benutzer-Interfaces und Software als die bisherigen Top-5 zusammen. Außerdem werden Google & Co. in der Lage sein, ganz andere Businessmodelle zu fahren – etwa durch Werbung finanzierte Handys. Die Frage ist nur noch, ob Microsoft – wie beim Zune – selbst als Hardware-Marke auftritt oder ein Partner-Modell fahren wird.
Sep 28, 2007
It's the software, stupid!
Sep 20, 2007
Chance verpasst, T-Mobile
Die Telekom rief – und alle kamen nach Berlin. Sicherlich auch, weil es sich inzwischen herumgesprochen hatte, dass Apple-Chef Steve Jobs persönlich in die Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom kommen würde, um T-Mobile aus deutschen Kooperationspartner für das iPhone zu verkünden. Am Ende des Events zuckten etliche Jounalisten mit den Schultern. Was war das denn für eine Veranstaltung? Da sitzen alle maßgeblichen Nachrichtenagenturen, TV-Sender, Tageszeitungen und Alpha-Blogger im Publikum und T-Mobile gibt noch nicht einmal die iPhone-Tarife bekannt???
“Wir möchten die Wettbewerber nicht zu früh in unsere Karten schauen lassen”, begründete nach der Steve-Show ein T-Mobile-Mann das merkwürdige Schweigen seines Chefs, Hamid Akhavan. Besonders groß scheint das Sebstbewusstsein der Telekom-Manager ja nicht zu sein. Die Telekom darf sich dann auch nicht wundern, wenn am nächsten Tag die Zeitungen voller Berichte über den “iGod” Steve Jobs (Süddeutsche Zeitung) sind und nicht das iPhone-Angebot von T-Mobile im Zentrum der Aufmerksamkeit steht.
Sep 17, 2007
Die iPhone-Kalkulation der FTD: Brutto = netto
Die Financial Times Deutschland hat in dem Spekulationsgewummel rund um Apples iPhone bislang eine gute Figur abgegeben. Und mit einer hohen Wahrscheinlichkeit dürfte die Botschaft der heutigen Story zum iPhone auch den Kern der Botschaft darstellen, den die Telekom und Apple am Mittwoch verkünden werden (“Neben Deutschland wird die Deutsche Telekom das Multimediahandy iPhone von Apple auch in Österreich, den Niederlanden, Ungarn sowie Kroatien exklusiv verkaufen. “). In der FTD-Geschichte steckt jedoch ein dicker Fehler, der immer wieder auftaucht, wenn es um Preise für Apple-Produkte in den USA und in Europa geht.
Die FTD schreibt:
Der Verkauf des Handys soll rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft starten – zum Preis von 399 Euro, etwa 550 $, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Damit verfolgt Apple eine Hochpreisstrategie wie zunächst in den USA. Dort musste der Konzern den Preis vor wenigen Tagen jedoch um ein Drittel von 599 $ auf 399 $ senken, nachdem sich die zunächst starke Nachfrage abschwächte. Der Abschlag hatte zu einer massiven Enttäuschung der Erstkäufer geführt. Um die treuesten Fans zu besänftigen, bietet Apple Erstkäufern nun einen Gutschein für Apples Onlinemusikladen iTunes im Wert von 100 $ an.
Die FTD verschweigt, dass es sich bei den 399 Dollar in den USA um einen Preis ohne Mehrwertsteuer handelt. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass es sich bei den 399 Euro um den Brutto-Preis handelt. Zieht man von 399 Euro die bei uns fälligen 19 Prozent Umsatzsteuer ab, dann landet man bei 335,29 Euro netto. Das entspricht nach dem heutigen Umtauschkurs 464,93 Dollar und nicht “etwa 550″ Dollar, die die FTD ausrechnet. Man kann natürlich darüber streiten, ob Apple das Wechselkursrisiko nicht weniger üppig absichern sollte. Die 1:1-Übertragung des Betrags von Dollar (netto) auf Euro (brutto) wird aber von Apple bereits seit etlichen Monaten praktiziert und hat bislang immer nur zu kleinem Grummeln in der Kundschaft geführt. Wenn man die Preise in den USA und Europa fair vergleichen möchte, müssen allerdings auch Faktoren wie Garantiefristen (in Deutschland gesetzlich länger als in den USA) und andere (vom Standort abhängige Overhead-Kosten) berücksichtigt werden.
Daher gönne ich den FTD-Autoren Volker Müller, Arndt Ohler und Christian Höller jeweils ein iPhone. Da ist nämlich auch ein Taschenrechner eingebaut.
FTD.de – IT+Telekommunikation – Nachrichten – T-Mobile-Töchter erhalten iPhone-Lizenz
Sep 13, 2007
Beim Shopping schlägt Berlin alle
Beim Shopping schlägt Berlin alle - titelte der Tagesspiegel im Vorfeld der Eröffnung des Berliner Shoppingcenters Alexa. Mir war nicht klar, dass man das in unserer Hauptstadt wörtlich nehmen muss.

Mehr Fotos gibt es hier.
Sep 13, 2007
Cult of the Amateur
Wer den Rummel um “Web 2.0″ leid ist, kann bei Andrew Keen auftanken. Ein arroganter Brite, der den professionellen Journalisten empfiehlt, ordentlich arrogant zu sein.
media coffee blog » Cornelia Kunze » The Future of Media – A Quest for Global Excellence
Sep 12, 2007
Umzug
Ich bin gestern Abend mit “Mr. Gadget” zu einem neuen Provider umgezogen. Mit dem Umzug habe ich eine neue, etwas aussagekräftigere Struktur der Permalinks eingeführt. Das hat leider zur Folge, dass ältere Links auf Artikel in diesem Blog nicht mehr funktionieren. Für besonders populäre Beiträge wie
Die Geschichte des Apple Macintosh – Wie alles begann
Die Geschichte des Apple Macintoh – Apple und Microsoft
baue ich eine handgestrickte Umleitungslösung.
Sep 7, 2007
Steve Jobs zahlt Lehrgeld
Die schnodderige Absage an die verärgerten iPhone-Kunden von Steve Jobs blieb dann doch nicht das letzte Wort in der Preissturz-Affäre von Apple. Im Ton eher kleinlaut räumt der Apple-CEO nun in einem offenen Brief ein, man hätte sich doch besser um die ersten iPhone-Kunden kümmern müssen. Wenn alle Käufer des iPhones den 100-Dollar-Gutschein einlösen, muss Apple 100 Millionen Dollar “Lehrgeld” in die Hand nehmen, um die Revolte der sonst so loyalen “Early adopters” im Keim zu ersticken.
Sep 6, 2007
Steve Jobs hat kein Mitleid mit den ersten iPhone-Käufern
Steve Jobs im Interview mit der USAToday:
Q: What do you say to customers who just bought a new iPhone for $599? Sorry?
A: That’s technology. If they bought it this morning, they should go back to where they bought it and talk to them. If they bought it a month ago, well, that’s what happens in technology.
Q&A with Jobs: ‘That’s what happens in technology’ – USATODAY.com
Sep 5, 2007
Der Hacker-Wettbewerb ist hiermit eröffnet

Wir erinnern uns: Kaum war die Settop-Box Apple TV auf dem Markt, machte sich eine Schar von Hackern an dem Gerät zu schaffen: um größere Festplatten einzubauen oder das kleine Kistlein zu einem Mini-Mac-Mini umzurüsten. Ich glaube, mit dem iPod touch wird es ähnlich sein. Das neue Spitzenmodell der iPod-Familie ist eigentlich ein iPhone ohne Handy. Dank WiFi-Verbindung kommt er ins Internet. Safari, YouTube und neu FaceBook – alles prima. Aber wo ist Mail, die E-Mail-Anwendung des iPhone, geblieben? Und wo das coole Google-Maps-Programm? Ich frage mich jetzt, wie viele Wochen es dauern wird, bis die inzwischen ziemlich umtriebige Apple-Hacker-Community benötigt, um den iPod touch an den richtigen Stellen aufzubohren, rein softwaremäßig natürlich.
Aber auch so muss sich Apple wahrscheinlich keine Gedanken um die “Holiday Season” machen. Der iPod touch sieht klasse aus, ist acht Millimeter flach, hat ein supergroßes Display. Der Zune von Microsoft mutiert im direkten Vergleich immer mehr zu einem dicken Ziegelstein (und vor dem letzten großen Auftritt von Bill Gates auf der CES 2008 wird es wohl auch kein eleganteres Zune-Modell mehr geben). Und für den großen “rest of us” mit kleinerem Portemonnaie hat Steve Jobs die restliche iPod-Familie auch ansprechend angehübscht bzw. in den Leistungsfeatures verbessert.
In den vergangenen zwei Monaten haben sich knapp eine Millionen Menschen ein iPhone gekauft. Ich glaube, dass etliche dieser Apple-Kunden ziemlich sauer reagieren, wenn sie erfahren, dass Apple nach einer so kurzen Zeit den Preis des “Jesus-Phones” so stark kappen wird. 399 statt 599 Dollar. Das ist schon happig. Ich kann mir nur zusammenreimen, dass die Absatzzahlen in den vergangenen Wochen nicht mehr den Umfang hatten, den Steve Jobs sich vorgestellt hatte. Ich hätte da einen Ratschlag an Apple: Gebt die Exklusivitätsstrategie bei den Mobilfunknetzen auf. Zwingt nicht halbwegs glückliche T-Mobile- oder Verizon-Kunden in den USA zu AT&T oder halbwegs zufriedene Vodafone-Kunden in Deutschland zu T-Mobile zu wechseln. Das Nokia N95 läuft auch nicht nur bei einem Carrier pro Land.
Update: Die Apple-Kunden, die sich erst in den vergangenen zehn Tagen ein iPhone zugelegt haben, können eine Preisgarantie in Anspruch nehmen und sich Geld erstatten lassen.
