In zehn Jahren ist Google tot …

… und andere tolle Weisheiten über das Netz der Netze aus dem Jahr 2007 hat Florian Steglich gesammelt und aufgeschrieben:

Einige Kostproben:

«Browser. Was sind’n jetzt nochmal Browser?»
Bundesjustizministerin Brigitte Zypries im Juni 2007, nachdem ARD-Kinderreporter sie aufforderten, “doch mal ein paar verschiedene Browser, die es gibt”, zu nennen. [Quelle (Video)]

«Ins Internet bin ich, glaube ich, einmal oder zweimal bisher gegangen. »
Hans-Christian Ströbele, MdB (Grüne), zu den Kinderreportern auf die Frage: “Benutzen Sie auch Internet?” [Quelle (Video)]

«Ich weiß nur, dass es Leute gibt, die da so ein Programm entwickelt haben, womit man mit einzelnen Fundwörtern dann was finden kann, aber ich mach das nie.»
Hans-Christian Ströbele, MdB (Grüne), auf die Aufforderung, mal ein paar unterschiedliche Browser zu nennen. [Quelle (Video)]

«In zehn Jahren ist Google tot. Ich habe in der Tat die Hoffnung, dass das, was sich jetzt im Markt befindet, übermorgen nicht mehr existiert.»
Christian DuMont Schütte, Gesellschafter des Verlags DuMont Schauberg, am 27. August 2007 in der FAZ [Quelle]

… und natürlich noch der Klassiker von Michael Glos, unserem Wirtschaftsminister, der seine Leute hat, die für ihn das Internet bedienen:

Die 50 besten Zitate übers Internet » medienlese.com

Gibt es ein Grundrecht auf ein iPhone?

Wir hatten schon zum Launch des iPhones in den USA in der Redaktion heftig diskutiert, ob Apple verpflichtet werden sollte, sein Handy für alle Provider zu öffnen. Meine Kollegin Renate Grimming setzte sich entschieden für ein “iPhone für alle” ein und wetterte gegen das iPhone-Monopol für einzelne Netzbetreiber. Ich dagegen kann dagegen gut damit leben, dass Apple sich seine Partner aussucht, solange die Tarife der iPhone-Anbieter halbwegs attraktiv sind.

Interessant ist, dass sich nun der Telekommunikationsexperte Torsten Gerpott in der Rheinischen Post vor dem Hintergrund des Streits zwischen T-Mobile und Vodafone mit dieser Aussage zu Wort meldet: ”Es gibt kein im Grundgesetz verankertes Recht auf das iPhone. In einer freien Marktwirtschaft entscheiden immer noch die Unternehmen, wie und mit wem sie ihre Produkte verkaufen wollen.” Das hatte ich damals in unserer internen Debatte fast wortwörtlich auch so gesagt.

Als T-Mobile dann seine drei “Complete”-Tarife für das iPhone veröffentlichte, brach in Teilen der Blogosphäre und auch bei Kollegen wie Uli Geiger von c’t-TV ein Sturm der Entrüstung los – auch das konnte ich nur bedingt nachvollziehen. Piefig finde ich bis heute die Begrenzung der Übertragungsgeschwindigkeit nach bestimmten Datenvolumen. Sonst können sich die T-Mobile-Tarife eigentlich sehen lassen, insbesondere wenn man sie mit anderen Datentarifen vergleicht.

Dass Vodafone und Apple nicht zusammengekommen sind, hat mich zu keinem Zeitpunkt überrascht. Zu ausgeprägt ist das Markenbewusstsein der Briten, das sich kaum mit dem Sendungsbewusstsein von Steve Jobs und seinem iPhone-Team verträgt. Wenn Vodafone nun in Deutschland vor Gericht zieht, um T-Mobile den exklusiven Vertrieb des iPhone zu untersagen, spricht das nun nicht gerade für eine Gelassenheit bei Vodafone (und auch nicht für allzuviel Vertrauen in das exklusiv bei Vodafone angebotene Samsung Qbowl).

Die 999 Euro, die T-Mobile jetzt für ein iPhone ohne SIM-Lock verlangt, sind natürlich ein Witz. Doch dieses Problem wird durch den Markt gelöst. Wer unbedingt ein iPhone mit einem anderen Provider als T-Mobile betreiben möchte, wird auch woanders fündig. Bei eBay sind “befreite” iPhones für 550 oder 600 Euro zu haben. Und wer einen Bekannten in den USA hat, kommt für noch deutlich weniger Geld an das Apple-Handy.

Aber: Wer das iPhone nicht nur als Deko-Artikel für’s Café-Tischchen, sondern als mobilen Internet-Computer und Handy nutzen möchte, ist meiner Ansicht nach mit dem T-Mobile-Vertrag nicht schlecht bedient. Dazu kommt, dass T-Mobile in Deutschland derzeit das beste EDGE-Netzwerk hat und außerdem seine 8.000 WLAN-Hotspots in die Waagschale werfen kann.

Natürlich würde ich mich darüber freuen, wenn T-Mobile seine Complete-Tarife nachbessern würde. Die Abrechnung im Minuten-Takt ist völlig unzeitgemäß. Mit Minutenpreisen von 39 bzw. 29 Cent (nachdem die jeweiligen Pauschalminuten aufgebraucht sind) liegt T-Mobile am oberen Ende der Preisskala. Außerdem sollte T-Mobile die lästige Geschwindigkeitsbremse für Vielsurfer abschaffen.

heise online – iPhone: Freiheit nur gegen “Strafzuschlag”

Die magische Kraft der Blogger :-)

Kaum habe ich mir den Frust über die gescheiterte Aktivierung des neuen iPhones von der Seele geschrieben, schon kommt Bewegung in die Sache. Knapp drei Stunden nach dem ersten Anlauf erscheint plötzlich nicht mehr die bereits vertraute Fehlermeldung, sondern dieser Screen:

T-Mobile bearbeitet Aktivierung

Und dann, juhu:

T-Mobile aktiviert iPhone

Warum denn nicht gleich so?

Apple überprüft Ihre Apple-ID. Bitte warten Sie. Dies kann Stunden dauern.

Meine Frau hatte sich für das iPhone entschieden – noch bevor ich meine Testberichte überhaupt geschrieben hatte. So etwas wie Liebe auf den ersten Blick. Heute kam es also mit der Post an – das bei T-Mobile bestellte Wunder-Handy. Kurz bevor die Aktivierungs-Hotline der Telekom für die SIM-Karte Feierabend machte, konnte ich die T-Mobile-Karte freischalten lassen. Kein Problem bis hier her.

Um das iPhone zu aktivieren, benötigt man allerdings einen Account im iTunes Store – und damit eine Apple-ID.

Start der Aktivierung des iPhones

Danach überprüft iTunes den Status des T-Mobile-Vertrags:

Überprüfung Status iPhone-Vertrag

Und dann muss man sich mit einer vorhandenen Apple-ID einloggen oder eine neue ID anlegen. Und genau hier haperte es dann:

Apple überprüft Apple-ID

Um 20 Uhr startete ich die Überprüfung. Inzwischen sind zwei Stunden vergangenen und das iPhone ist immer noch nicht aktiviert. Eine seit Monaten vorhandene ID wird nicht akzeptiert (“Beim Authentifizieren Ihres iTunes Store Accounts ist ein Fehler aufgetreten.”), obwohl ich mit der ID und dem Passwort im iTunes Store einkaufen kann (was ich zwischendurch ausprobiert hatte, um sicher zu gehen, dass nicht das Passwort falsch war). Ein neues Konto kann auch nicht angelegt werden (“Derzeit können keine Accounts erstellt werden. Bitte versuchen Sie es später erneut.”).

iTunes Account Fehler

Kein neuer iTunes Account

Schließlich bekam ich die Fehlermeldung auf den Schirm, dass bei der Aktivierung ein Fehler aufgetreten sei und ich nochmal von vorne anfangen soll. Das habe ich jetzt zum siebten mal gemacht – und immer noch kein aktiviertes iPhone :-(

Fehler bei iPhone-Aktivierung

Wenn Apple seine Kunden schon zwingt, zur Aktivierung des iPhones eine Zwangsregistrierung im iTunes Store vorzunehmen, dann sollte der Vorgang wenigstens reibungslos klappen. Und wenn dann etwas schief geht, wären etwas aussagekräftigerere Fehlermeldungen auch nicht schlecht.  

Mein Urteil zum iPhone von T-Mobile

Wie man dem ein oder anderen Blogeintrag hier entnehmen konnte, habe ich mich in den vergangenen Wochen intensiver mit dem iPhone auseinandergesetzt. Seit knapp zwei Wochen arbeite ich mit einem Testgerät, das mir von T-Mobile und Apple zur Verfügung gestellt wurde. Die Übergabe in einem Hamburger Hotel habe ich – im Gegensatz zum FAZ-Kollegen Michael Spehr – nicht als “Männchen-Machen” vor Apple und T-Mobile empfunden. Wann hat man schon die Gelegenheit sich von Bob Borchers, dem Senior Direktor des weltweiten iPhone-Produktmarketings (und inzwischen ziemlich berühmten Hauptdarsteller in den iPhone-Tutorials), das iPhone persönlich erklären zu lassen?

Die Kollegen, die das iPhone ebenfalls im Test hatten (oder mit einer gehackten Version eines US-iPhones gearbeitet haben), haben unisono die Tarifgestaltung von T-Mobile unter Beschuss genommen, die ich in manchen Details (Minuten- statt Sekundenabrechnung, Datendrossel ab einer gewissen Menge) auch kleinkariert finde. Doch fairerweise muss man aber auch sehen, dass Datenflatrates in Deutschland derzeit zwischen 30 und 50 Euro kosten. Außerdem gibt es bislang keine Tarife, in denen die Nutzung der 8000 Telekom-Hotspots bereits inklusive ist wie beim iPhone.

Meine Texte die im dpa-Basisdienst bzw. im dpa-Themendienst gelaufen sind, findet man u.a. hier:

Apples iPhone: In Deutschland kein Schnäppchen – PC-WELT

heise online – T-Mobile fiebert der Deutschland-Premiere des iPhones entgegen

Außerdem habe ich das iPhone für die MACup getestet, die den Bericht am Montag online gestellt hat:

iPhone im Test: Objekt der Begierde – MACup news

Dort lautete mein Fazit:

Das iPhone besticht mit seinem innovativen Bedienungskonzept, das selbst Technikmuffel begeistert. Das klare und hochauflösende Display macht das Apple-Handy außerdem zu einem klasse Multimedia-Player für unterwegs. Einen neuen Standard für das mobile Internet setzt Apple mit dem Safari-Browser und der mobilen Version der Google Maps. Als E-Mail-Client wird das iPhone vermutlich nicht in die Domäne des Blackberry einbrechen, da er gegenüber der Speziallösung nicht alle Funktionen bietet, die RIM entwickelt hat. Für Otto Normaluser war es aber noch nie so einfach, einen mobilen E-Mail-Account einzurichten. Die mangelnde Unterstützung von UMTS hat sich im Test als weniger folgenreich herausgestellt als vorab vermutet. Der Verzicht auf einen Wechselakku hat bei Apples iPods schon Tradition, nervt aber immer noch.

Die Hauptkritikpunkte beziehen sich auf die Tarifgestaltung von T-Mobile. Die Abrechnung im Minutentakt und die Datenbremse für Vielsurfer im EDGE-Netz liefern nur den Wettbewerbern Argument und legen ein Zeugnis über den Kleinmut ab, der offenbar im Bonner Telekom-Turm noch immer herrscht.

Gespannt dürfen die iPhone-Besitzer auf die neue Software sein, die vom Februar 2008 an mit dem iPhone-SDK für das Kulthandy entwickelt werden kann. Zahlreiche Programmierer stehen schon standby, um das iPhone noch kultiger und noch werthaltiger zu machen.

Nachtrag: Zum Thema Daten-Geschwindigkeit hat das iPhone Infoblog einen schönen Vergleichstest EDGE vs. UMTS (iPhone vs. Nokia E61i) auf Video aufgenommen. Das Ergebnis deckt sich auch mit meinen Erfahrungen (iPhone im Vergleich zum Nokia N95).

Die iPhone-Tarife von T-Mobile

EuroKaum hatte T-Mobile die iPhone-Tarife verkündet, waren sich Blogger und Kolumnisten schnell einig. Viel zu teuer – und deutlich schlechter als andere Tarifmodelle. Und Redakteuren von “Test” (Stiftung Warentest) fiel nur ein: Schön teuer.

Vergleicht man aber die drei iPhone-Tarife “M”, “L” und “XL” im Detail mit den Angeboten der Wettbewerber, ergibt sich aber ein viel differenzierteres Bild, denn Daten-Flatrates sind auch bei anderen Providern nicht unbedingt günstiger zu haben. Und durch die Einbindung der 8.000 WLAN-Hotspots von T-Mobile wäre das Angebot für Vielreisende sogar auch ohne iPhone ziemlich attraktiv.

T-Mobile-Tarife für das iPhone in Deutschland

T-Mobile-Tarife für das iPhone in Österreich

iPhone vor einem T-Mobile-ShopEin Blick ins Kleingedruckte des Vertrages schränkt die Vorfreude auf das iPhone doch zumindest bei potentiellen Heavy-Usern der schnellen EDGE-Verbindung wieder deutlich ein. T-Mobile verpasst nämlich dem iPhone beim Überschreiten von kleinlich bemessenen Volumengrenzen eine rigide Datendrossel. “Ab einem Datenvolumen von 200 MB (Complete M), 1 GB (Complete L) oder 5 GB (Complete XL) pro Monat wird die Bandbreite im jeweiligen Monat auf max. 64 kbit/s (Download) und 16 kbit/s (Upload) beschränkt”, schreibt die Telekom. Damit wird das iPhone auf eine Geschwindigkeit ausgebremst, die einem herkömmlichen ISDN-Anschluss entspricht. Indirekt zwingt T-Mobile damit auch iPhone-Besitzer, die nur vergleichsweise wenig telefonieren und dafür aber die Datenfunktionen intensiver nutzen, die größeren Tarifoptionen zu buchen.

Antiquiert ist auch die Entscheidung von T-Mobile, die iPhone-Tarife nicht im Sekunden-Takt, sondern im Minuten-Rhythmus abzurechnen. Damit schrumpfen 100 Freiminuten netto auf etwa 80. Teuer wird das iPhone auch für Quasselstrippen, die stundenlang am Tag telefonieren. Selbst bei der größten Tarifoption sind nur 1000 Minuten pro Monat inklusive. Danach kosten die weiteren Gesprächsminuten immerhin nicht mehr 39 Cent wie bei den Tarifen “M” und “L”, sondern “nur” noch 29 Cent.

Update:Im Kontext mit der gerichtlichen Auseinandersetzung mit Vodafone um die exklusive Vermarktung des iPhones durch die Telekom senkte T-Mobile die Minutenpreise und führte eine Wochenend-Flatrate ein. Die aktuellen Tarife sehen so aus:

iPhone-Tarife von T-Mobile (Stand: 19. Januar 2008)

Update (3. April 2008):

T-Mobile führt befristet einen neuen iPhone-Tarif Complete S ein. Das Angebot gilt vom 7. April bis zum 30. Juni 2008 nur für die iPhone-Version mit 8 Gigabyte Speichervolumen, die bislang in Verbindung mit einem T-Mobile-Vertrag 399 Euro kostete.

T-Mobile Tarife für das iPhone inklusive Complete S

Complete S kostet 29 Euro pro Monat, umfasst 50 Gesprächsminuten in alle Netze (sowie die Wochenendflat, Folgeminuten für jeweils 0,29 Euro), Visual Voicemail und ein Datenvolumen von 500MB (beim Vertragsabschluss bis zum 30.06., danach nur 100MB – jedes weitere MB kostet 0,49 Euro). Inklusiv-SMS (jede SMS kostet 0,19 Euro) und Hotspot-Flat sind in diesem Tarif nicht enthalten.

iPhone-FAQ – Alles Wissenswerte zum Smarthandy von Apple

  • Frage: Was passiert, wenn der Akku kaputt geht?
    Antwort: Man meldet sich bei Apple, bekommt einen leeren Transportkarton zugeschickt und kann dann das iPhone einsenden. Dort wird geprüft, ob tatsächlich der Akku einen Schaden hat oder ein anderer Fehler vorliegt. Bei Bedarf wird der Akku getauscht. Ein Ersatzgerät wird nicht gestellt. Details zu den Kosten liegen noch nicht vor.
  • Frage: Funktioniert das iPhone auch im Zusammenspiel mit einem Exchange-Server.
    Antwort: Im Prinzip ja. Der Administrator muss allerdings dafür das IMAP-Protokoll freigeben. Das Zusammenspiel klappt auch über kommerzielle Lösungen wie Mobile Gateway von Synchronica.
  • Frage: Kann man mit dem iPhone chatten? Wird iChat unterstützt?
    Antwort: Nein, (bislang zumindest) nicht. Erst mit der Öffnung des iPhones für externe Programme im kommenden Frühjahr werden Chat-Anwendungen erwartet. Das SMS-Programm ähnelt (optisch) dagegen sehr dem iChat-Look und kann auch als eine Art Ersatz-Chatroom dienen.
  • Frage: Kann man eine beliebige MP3-Datei als Klingelton auswählen?
    Antwort: Nein, nur bestimmte Songs aus dem iTunes-Store, die für die Nutzung als Klingelton aber mit weiteren 99 Cent bezahlt werden müssen.
  • Frage: Wie schreibt man Umlaute?
    Antwort: Auf der virtuellen Tastatur sind Umlaute und exotische Sonderzeichen nicht auf der ersten Ebene präsent. Sie erscheinen, wenn man länger auf den verwandten Stammbuchstaben drückt, (o für ö). Klappt in der Praxis besser als die Umlauteingabe auf dem Blackberry.
  • Frage: Kann man den Anrufbeantworter offline abhören?
    Antwort: Ja, ein cooles Feature. Nachrichten aus der Voicemail im Flieger abhören zu können ist dem Besitzer eines iPhones vorbehalten.
  • Frage: Welche Sicherheitsstandards unterstützt das WLAN-Modul?
    Antwort: Das iPhone unterstützt die gängigen Standards (WPA und WEP). Die Zugangskennwörter für die Hotspots werden abgespeichert. Bei den T-Mobile-Hotspots erfolgt die Anmeldung mit Hilfe der SIM-Karte, so dass das umständliche Login auf der Webseite entfällt.
  • Frage: Kann das iPhone Videos aufnehmen?
    Antwort: Nein, das iPhone kann nicht als Videokamera benutzt werden.
  • Frage: Unterstützt der Browser Flash oder Java?
    Nein. Safari auf dem iPhone kann aber PDF darstellen.
  • Frage: Funktioniert das iPhone im Ausland?
    Antwort: Als Quadphone kann das iPhone rund um den Globus eingesetzt werden. Da insbesondere der Datenverkehr dann schnell sehr teuer werden kann, ist die Datenroaming-Funktion zunächst ausgeschaltet und muss manuell aktiviert werden.
  • Testbericht iPhone von T-Mobile

    Das iPhone von T-MobileDas iPhone lässt niemanden kalt. In den drei Wochen, die ich das Apple-Handy vor dem offiziellen Start von T-Mobile in Deutschland testen konnte, habe ich die merkwürdigsten Szenen erlebt: Kollegen knien auf dem Boden, nachdem ich das iPhone aus der Tasche geholt habe. “Genial”, “Cool”, “Das will ich haben”, “NEIIIID” sagen diejenigen, die es kurz ausprobieren durften. Noch nie hat ein Gadget in meiner Umgebung solche überschwänglichen Reaktionen ausgelöst. Die Bekanntgabe der iPhone-Tarife von T-Mobile hat jedoch bei manchen die Begeisterung deutlich gedämpft.

    (Update: T-Mobile hat inzwischen die Tarife leicht verbessert. Den aktuellen Stand findet man hier.)

    Ohne Vertrag kein iPhone

    Die Deutsche Telekom hat für den Vertrieb der iPhones eigens ihre ehemaligen T-Punkt-Läden renoviert und in Telekom-Shops umbenannt. Für stolze 399 Euro und Tarife ab 49 Euro im Monat kann nun jedermann ein iPhone erwerben. Im Gegensatz zu den USA bekommt man das iPhone in Deutschland nicht ohne Vertrag. Wer in einem T-Mobile-Laden ein Apple-Handy erwirbt, kann dies nur zusammen mit einer aktivierten SIM-Karte tun. Dazu wird ein bestehender T-Mobile-Vertrag umgewandelt oder ein neuer abschlossen.

    Damit entfällt in Deutschland auch der Vertragsabschluss für das iPhone via iTunes, der zum Verkaufsstart des Apple-Handys in den USA die Server von AT&T lahm gelegt hat. Die iTunes-Software wird aber auch hierzulande benötigt, um das iPhone erstmals zu aktivieren und mit den Inhalten des PCs oder Macs zu synchronisieren.

    T-Mobile aktiviert iPhone

    Von den 1,4 Millionen iPhones, die Apple und AT&T bis zum November 2007 in den Vereinigten Staaten abgesetzt haben, wurde rund 250.000 Stück nie bei AT&T aktiviert und landete auf dem Graumarkt, der auch in Deutschland die Seiten von eBay bestückt. (Update: Auf der MacWorld Expo verkündete Steve Jobs am 14. Januar 2008, dass Apple mittlerweile vier Millionen iPhones verkauft hat.) Apple kostet der hohe Anteil der gehackten und nicht bei AT&T angemeldeten iPhones richtig Geld, denn schließlich wird das Unternehmen von Steve Jobs am iPhone-Umsatz bei AT&T beteiligt. Insider sprechen von 18 Dollar pro Monat und Vertrag. Das summiert sich in den zwei Jahren Mindestvertragslaufzeit auf 432 Dollar für jedes AT&T-iPhone, mehr als die Hardware selbst kostet.

    JailbreakRückten die ersten Hacker dem iPhone noch mit Schraubendreher und Lötkolben zu Leibe, funktioniert inzwischen die Entsperrung gänzlich per Software. Das Hacken des iPhones ist sogar nur mit dem Besuch einer Website (jailbreakme.com) möglich. Dort steht das Hackertool AppSnap zum Download bereit, mit dem man die Kontrolle über das Dateisystem des iPhones (und auch des iPod touch) erlangt. In dem automatisch ablaufenden Prozess wird außerdem die Anwendung Installer.app auf das Gerät geschoben, die wiederum ermöglicht, weitere Programme nach Lust und Laune zu installieren. Mit der Anwendung AnySIM schließlich kann das iPhone auch dazu überredet werden, mit einem anderen Provider zu arbeiten. (Update: Nach diversen Firmware-Updates kann ein reiner Software-Hack zumindest die Firmware für die Funk-Komponente des iPhones beschädigen. Hacker weichen deshalb auf eine Hardwarelösung – TurboSIM oder StealthSIM – aus, die den iPhone das Vorhandensein einer AT&T-SIM-Karte vorgaukelt.)

    TurboSIM für das iPhone

    Fummeliger Ausbruch

    Bei einem Test der MACup (in diesem Fall nicht mit unserem Original-T-Mobile-iPhone, sondern einem Grauimport aus den USA sowie einem iPod touch) hakte allerdings jailbreakme.com erheblich, so dass dieser Weg (zumindest technisch unbedarften Usern) nicht zu empfehlen ist. Generell muss gesagt werden, dass Software-Aktualisierungen von Apple die Hacks – zumindest eine gewisse Zeit lang – wieder lahm legen und die iPhones in nutzlose Klötze verwandeln. Erst wenn die Hacker in dem Katz-und-Maus-Spiel dann wieder nachgelegt haben, kann ein blockiertes iPhone reaktiviert werden.

    Bei dem Online-Auktionshaus wie eBay kosten derzeit gehackte iPhones, die mit der SIM-Karte eines beliebigen Providers bestückt werden können, zwischen 550 und 650 Euro, wenn sie aus Deutschland oder der EU versendet werden. Geräte direkt aus den USA sind preiswerter zu haben. Dabei laufen die Käufer allerdings das Risiko, bei der Abholung des Päckchens noch Zoll und Einfuhrumsatzsteuer zahlen zu müssen. Einige Zoll-Ämter sollen auch schon iPhones aus den Staaten abgewiesen haben, weil die Geräte nicht mit dem in Europa notwendigen CE-Symbol versehen sind.

    iPhones bei eBay

    Einfacher wird es vermutlich sein, künftig ganz legale iPhones aus Frankreich zu importieren, die nicht an eine SIM-Karte eines Apple-Partners gebunden sind. Der französische Gesetzgeber schreibt vor, dass selbst Luxus-Handys auch ohne SIM-Sperre angeboten werden müssen. Die sind natürlich teurer als nicht subventionierte Geräte. Der Preis für diese “freien” iPhones steht noch nicht fest. Experten vermuten aber, dass Apple und Orange mindestens 800 Euro verlangen werden.

    Vor diesem Hintergrund wundert es nicht, dass Apple inzwischen in den USA den Absatz der iPhones für 399 US-Dollar auf zwei Stück pro Person begrenzt hat und seine Kunden zwingt, die Ware mit einer Kreditkarte zu bezahlen. Damit fällt es den Zwischenhändlern der gehackten iPhones schwerer, Nachschub im großen Maßstab zu organisieren. Dauerhaft versiegen wird die Quellen von “befreiten” iPhones allerdings nie. Dafür werden schon Hobby-Händler auf eBay sorgen, die auf die leichte Tour einige Hundert Dollar machen wollen. (Update 19. Januar 2008: Inzwischen hat Apple das Limit wieder auf fünf iPhones pro Person angehoben. Man kann auch als Nicht-Amerikaner ein iPhone kaufen, wird aber beim Kauf im Apple-Store darauf hingewiesen, dass das gerät nur in den USA eingesetzt werden soll.)

    Graue iPhones für die Blender

    Interessant sind “gehackte” iPhones vor allem für diejenigen, denen es allein um den Besitz eines Status-Symboles geht. Auch wer das iPhone vor allem als iPod nutzen und mit dem Handy vor allem telefonieren möchte, wird vielleicht mit einem Grauimport gut bedient, wenn er beispielsweise bereits über einen günstigen Handy-Vertrag verfügt. IPhone-Liebhaber in Ländern wie Österreich oder der Schweiz kommen auf absehbare Zeit ohnehin nur auf dem Graumarkt an das Objekt der Begierde.

    Berücksichtigen muss man aber auch, dass Apple und T-Mobile keine gehackten iPhones unterstützen werden. Werden Garantieansprüche fällig, wird es schwierig sein, diese hierzulande einzulösen.

    Wer in Deutschland lebt und unterwegs mit dem genialen Safari-Browser im Web surfen oder die attraktiven Google-Maps aufrufen möchte, findet jedoch mit dem T-Mobile-Angebot eine halbswegs attraktive Offerte vor (siehe Tarif-Tabelle ganz unten). Datenflatrates bei Vodafone (über den Serviceprovider Moobicent), E-Plus und O2 kosten derzeit auch 40 Euro und mehr. Im Gegensatz zum iPhone-Tarif von T-Mobile umfassen diese Angebote zwar auch dem Highspeed-Funk UMTS (3G). Dafür bietet T-Mobile im Gegensatz zu E-Plus und O2 auch in der Fläche eine gute Netzversorgung und hat inzwischen fast jede Sendestation auf den EDGE-Standard (2.75 G) aufgerüstet, mit dem das iPhone arbeitet.

    Schnell um die Ecke

    Im MACup-Test fand das iPhone sowohl in der Großstadt (Hamburg und München) als auch der Provinz (Oberfranken und auf der Strecke zwischen Hamburg und Berlin) jederzeit das EDGE-Netz. Im Gegensatz zur Befürchtung, dass der Verzicht auf UMTS einen großen Nachteil darstelle, bauten sich Webseiten und Google-Karten flott auf. Nur die Videos von YouTube ließen auf sich warten. Den Verzicht auf Mobilfunktechnik der 3. Generation (UMTS) begründete Apple-Chef Steve Jobs bei der Vorstellung des “deutschen” iPhones in Berlin mit dem höheren Strombedarf der UMTS-Chips. Davon können die Besitzer des Nokia-Handys N95 ein Lied singen. Dort sorgen UMTS und ein GPS-Chip dafür, dass das N95 bei voller Nutzung schon nach drei, vier Stunden kein «Saft» mehr hat.

    Neben dem EDGE-Netz stellt T-Mobile den iPhone-Kunden seine 8.000 WLAN-Hotspots auf Flughäfen, Bahnhöfen, Cafés, Hotels und anderen öffentlichen Plätzen ohne Zusatzkosten zur Verfügung. Diese Option können die anderen Provider in Deutschland mangels Masse nicht anbieten. Das iPhone meldet sich sogar bei den WLAN-Zugangspunkten von T-Mobile automatisch an. Die fummelige Eingabe eines per SMS angeforderten Logins entfällt damit. Kurz vor dem offiziellen Verkaufsstart funktionierte das Auto-Login zwar noch nicht an allen Hotspots, die wir getestet haben, etwa im Münchner Flughafen. “Wir arbeiten aber mit Hochdruck daran, dass dies möglichst bald zur Verfügung steht”, verspricht T-Mobile-Sprecher Alexander von Schmettow.

    iPhone Closeup

    Exklusiv auf den iPhones aus dem Telekom-Shop funktioniert die “Visual Voicemail” von T-Mobile, ein grafisch dargestellter Anrufbeantworter, mit denen man sich die Nachrichten auf der Mailbox des anzeigen und in beliebiger Reihenfolge abspielen lassen kann. Befindet sich die Rufnummer des Anrufers im Adressbuch des iPhones, zeigt “Visual Voicemail” die Nachrichten mit dem Namen an. Die Telekom unterstützt dabei einen Mehrkarten-Modus, so dass man etwa unter der gleichen Nummer unterwegs auf einem klassischen Autotelefon erreichbar ist. Nutzt man nicht das iPhone, sondern ein anderes Handy, kann die Mailbox wie bislang unter der Nummer 3311 abgerufen werden.

    Da fehlt noch was

    Das Adressbuch des iPhones taucht als eigenständige Applikation nicht auf, sondern wird nur im Telefonmodus und bei Google Maps an passender Stelle eingeblendet. Da kann Apple noch nachlegen, denn es wäre etwa ganz schön, wenn man das Adressbuch vernünftig durchsuchen (“Schuhladen in Hamburg”) und nicht nur in den alphabetisch sortierten Kontakten blättern könnte. (Update Januar 2008: Diesen Schwachpunkt hat Apple leider auch mit dem Firmware-Update 1.1.3 nicht beseitigt).

    Grandios ist der Bildschirm des iPhones, der Fotos und Videos kräftig und hell genug darstellt. Mit den Fingern in Alben oder Fotos blättern klappt völlig intuitiv. Die schmächtige Anleitung in dem iPhone-Karton wird ohnehin zu keinem Zeitpunkt benötigt. Einen großen Aha-Effekt erzielten wir im Test, wenn wir Freunden und Kollegen demonstrierten, wie der Bewegungssensor im iPhone funktioniert. Kippt man das Handy quer, drehen sich Fotos und Websites ebenfalls ins Querformat. Genial ist auch die Zoomfunktion, die man mit dem Auseinanderspreizen von zwei Fingern auf dem Bildschirm erzielt. Das bietet kein anderes Multimedia-Phone.

    Dafür könnte der interne Speicher größer sein. Acht Gigabyte sind ruck zuck belegt. Und dass 16 GB mit Flashspeicher machbar und bezahlbar sind, beweist Apple mit dem iPod touch.

    Fazit: Das iPhone besticht mit seinem innovativen Bedienungskonzept, das selbst Technikmuffel begeistert. Das klare und hochauflösende Display macht das Apple-Handy außerdem zu einem klasse Multimedia-Player für unterwegs. Einen neuen Standard für das mobile Internet setzt Apple mit dem Safari-Browser und der mobilen Version der Google Maps. Als E-Mail-Client wird das iPhone vermutlich nicht in die Domäne des Blackberry einbrechen, da er gegenüber der Speziallösung nicht alle Funktionen bietet, die RIM entwickelt hat. Für Otto Normaluser war es aber noch nie so einfach, einen mobilen E-Mail-Account einzurichten.

    Die mangelnde Unterstützung von UMTS hat sich im Test als weniger folgenreich herausgestellt als vorab vermutet. Der Verzicht auf einen Wechselakku hat bei Apples iPods schon Tradition, nervt aber immer noch. Die Hauptkritikpunkte beziehen sich auf die Tarifgestaltung von T-Mobile. Die Abrechnung im Minutentakt und die Datenbremse für Vielsurfer im EDGE-Netz liefern nur den Wettbewerbern Argument und legen ein Zeugnis über den Kleinmut ab, der offenbar im Bonner Telekom-Turm noch immer herrscht.

    Gespannt dürfen die iPhone-Besitzer auf die neue Software sein, die vom Februar 2008 an mit dem iPhone-SDK für das Kulthandy entwickelt werden kann. Zahlreiche Programmierer stehen schon Stand-by, um das iPhone noch kultiger und noch werthaltiger zu machen.

    iPhone-Tarife von T-Mobile (Stand: 19. Januar 2008)

    Text: Christoph Dernbach

    Daten:

    Lieferumfang:

    iPhone
    Stereo-Kopfhörer mit integriertem Mikrofon
    Dock
    Dock-Connector-auf-USB-Kabel
    USB Power Adapter (Netzteil)
    Dokumentation
    Reinigungstuch
    Quadband (850, 900, 1800, 1900 MHz)
    Wi-Fi (802.11b/g)
    EDGE
    Bluetooth 2.0+EDR

    Leistungsdaten:

    integrierter iPod
    3,5″-Multitouch-Display / Auflösung von 480 x 320 Pixeln mit 163 ppi
    8GB Flash
    2,0 Megapixel Kamera
    Integrierte wiederaufladbare Lithium-Ionen-Batterie (nicht auswechselbar)
    Sprechdauer: bis zu 8 Std.
    Standby-Dauer: bis zu 250 Std.
    Internetnutzung: bis zu 6 Std.
    Videowiedergabe: bis zu 7 Std.
    Audiowiedergabe: bis zu 24 Std.
    Flugzeug-Modus ohne EDGE, Bluetooth oder W-Lan
    SAR-Wert: 0.97 W/kg
    Preis: 399 Euro mit T-Mobile Vertrag

    Bildergalerie:

    Apfel und Birnen bei der Wirtschaftswoche

    Ich möchte nicht den Verteidiger der iPhone-Anbieter T-Mobile und Apple spielen, aber dieser Fehler der Wirtschaftswoche in der aktuellen Ausgabe nervt einfach. In einer dreieinhalbseitigen Story (leider nicht online) unter der Überschrift “Preis der Coolness” schildern die Wiwo-Redakteure alle Vorzüge und Nachteile des iPhone und kommen zu dem Schluss, dass das Apple-Handy cool, aber leider sehr teuer sei. Nun kann man über die Frage, was preiswert und was teuer ist, trefflich streiten. Und Apple war in Deutschland ja auch nicht angetreten, Billig-Provider wie Simyo oder BILD-Mobil zu unterbieten. Blöd wird es aber, wenn ein Medium die These vom hohen “Preis der Coolness” aufstellt und dann die Belege nicht stimmen.

    Ausriss aus der WirtschaftsWoche 45/2007 Die Kollegen schreiben: “Doch selbst in der günstigten Version ist der iPhone-Tarif teuer. Das zeigt ein Kostenvergleich mit Nokias Multimedia-Smartphone N95 in Verbindung mit T-Mobiles Zweijahrestarif Relax 100 XL und der passenden SMS-option. Gemessen daran verlangen Hersteller und Netzbetreiber für das iPhone 270 Euro Luxussteuer. Zu den Tarifen der Konkurrenz beträgt der iPhone-Aufschlag 250 bis 350 Euro.”

    Es ist aus meiner Sicht durchaus fair, das iPhone mit dem N95 zu vergeleichen. Beide Geräte spielen in einer Liga. Ich besitze seit Monaten ein N95 und konnte nun eine Woche lang Erfahrungen mit dem Original-iPhone von T-Mobile sammeln. Das N95 hat eine schnellere Datenverbindung und einen GPS-Empfänger (der in engen Straßen in der Stadt allerdings nur bedingt zu nutzen ist). Dafür glänzt das iPhone mit einem größeren Bildschirm, längerer Batterielaufzeit und einem intuitiveren Bedienungskonzept. Es ist auch richtig, dass Relax 100 XL nur 39 Euro im Monat und das N95 nur 199,95 Euro kostet.

    Tarif Relax 100 XL mit Nokia N95

    Ein wichtiges Detail übersieht die Wiwo allerdings: Relax 100 XL bietet gerade mal 120 Minuten Internet-Verbindung inklusive. Jede weitere Minute muss mit 9 Cent bezahlt werden. Das kann bei mobilen Dauersurfern ganz schön ins Geld gehen. Und im Gegensatz zu den drei iPhone-Tarifen ist die Nutzung der 8.000 WLAN-Hotspots von T-Mobile auch nicht inklusive.

    Da man mit dem N95 auch mit UMTS ins Netz gehen kann, sind die Tarife schwer zu vergleichen. Als Beweis, dass das iPhone nur mit “teuren Telefongebührenmodellen” zu haben sei, taugt der Vergleich der Wiwo aber auf keinen Fall.

    Einen besseren Job hat hier Spiegel Online gemacht. Die SPON-Redakteure Konrad Lischka und Matthias Kremp kommen in ihrem ausführlichen Tarifvergleich zu dem Schluss: “Deutsche Apple-Fans toben wegen des Teuer-Tarifs fürs iPhone. Doch der Vergleich zeigt: Das Apple-Handy kostet so viel wie vergleichbare Angebote. Extras wie die W-Lan-Flatrate schlagen sogar hausinterne Konkurrenz bei T-Mobile.”

    Kraut und Rüben bei Spiegel Online

    Manchmal kann ich über Spiegel Online nur den Kopf schütteln. Etwa wenn Frank Patalong darüber berichtet, dass für die Macintosh-Rechner seit langer, langer Zeit mal wieder eine ernstzunehmende Malware, ein Trojanisches Pferd mit dem Namen “OSX.RSPlug.A”, aufgetaucht ist.

    Das Kuriose an dem SPON-Bericht: Eigentlich sind alle Fakten korrekt in dem Artikel aufgeführt:

    • es handelt sich um einen Trojaner, nicht um einen Computervirus
    • das Schadprogramm ist “auf die aktive Mithilfe des arglosen Nutzers angewiesen” – er muss nämlich der Installation zustimmen und mit seinem Admin-Passwort bestätigen

    Die SPON-Redaktion hat sogar einen kleinen Hintergrund-Kasten in den Artikel eingebaut, in dem die Unterschiede zwischen Virus, Trojaner, Rootkit und anderer Malware beschrieben werden. Schade ist nur, dass diese Erkenntnisse sich im Artikel selbst nicht niedergeschlagen haben. Dort werden munter Computerviren (die sich selbstständig verbreiten) und Trojanische Pferde (die diese Komponente nicht haben) verwechselt. “Ein richtig bösartiger Virus, den sich Surfer auf Porno-Seiten einfangen können.” Kraut und Rüben, alles egal.

    Patalong schreibt: “Die Mac-Gemeinde hört es mit Schrecken: Zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr kursiert ein Schadprogramm, das ein Mac-Betriebssystem befällt.” Die Wirklichkeit ist, dass man sich das Schadprogramm aktiv auf Pornoseiten abholen und selbst installieren muss. Inklusive der Bestätigung durch das Admin-Passwort.


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    Auffällig ist auch, wie SPON versucht, den Trojaner mit dem neuen Mac OS X Leopard in Verbindung zu bringen, obwohl es keine besondere Verbindung “OSX.RSPlug.A” und Leopard gibt. Das fängt mit der Dachzeile “Kranker Leopard” an und hört bei dieser Bemerkung auf: “Bedenklich scheint, dass es nach Veröffentlichung des neuen Systems gerade eine Woche brauchte, bis das erste ernsthafte Schadprogramm in Umlauf kam.”

    Patalong garniert diese Sticheleien mit kritischen Bemerkungen von Experten über die im Auslieferungszustand nicht aktivierte Firewall bei Mac OS X Leopard, die sicherlich alle berechtigt sind. Aber selbst die beste Firewall kann nicht verhindern, dass ein User bei der Suche nach Online-Pornos alle sieben Sinne verliert und sich ein dubioses Programm herunterlädt und aktiv auf seinem Rechner installiert.

    Kranker Leopard: Porno-Falle für Mac-Rechner – Netzwelt – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten

    Mac Users Get A Credit Card Stealing Trojan for Halloween, Security Company Reports | Threat Level from Wired.com

    OSX.RSPlug.A erläutert bei Mac Essentials