Abschied von Bill Gates

Bill Gates auf dem Cover des Time MagazineVor zwei Jahren hat Bill Gates seinen Abschied von Microsoft angekündigt. Und in wenigen Tagen ist es wirklich so weit. Auf der Consumer Electronics Show (CES 2008) in Las Vegas wird der Microsoft-Mitbegründer einen seiner letzten großen Auftritte als Frontman des weltgrößten Softwarekonzerns haben.

Die lange Tradition der Gates-Präsentationen in Las Vegas begann im November 1983. Auf der COMDEX ’83 kündigte er Windows 1.0 an, am Dia-Projektor mit den Folien stand sein Vater William H. Gates. Zwei Jahre später kam das System dann auch endlich auf den Markt.

Ich habe Gates in Las Vegas einige Male erlebt, als Keynote-Speaker und auch im Interview. Fast leid getan hat er mir auf der CES im Januar 2005, als während seiner Keynote so ziemlich alles schief ging , was schief gehen konnte – und sein Bühnenpartner Conan O’Brian mit Lust das Salz in die offene Wunde streute. 


Bill Gates & Conan O’Brian @ CES 2005  
Gates wird sich von den Bühnen dieser Welt nicht komplett verabschieden, sondern weiter für öffentlich die Bill & Melinda Gates Foundation trommeln. Good luck!     

Happy Holidays

Es geht schwer auf Weihnachten zu. Deshalb werde ich mich jetzt hier nicht über den besonders dämlichen Artikel über das iPhone in der Zeitschrift von Stiftung Warentest aufregen. Friede ist angesagt. Deshalb habe ich mich mit der Hilfe von OfficeMax mit mit drei besonders interessanten Figuren aus dem Silicon Valley (Steve Jobs von Apple und Larry Page von Google) sowie Redmond (Bill Gates von Microsoft) im verschneiten Wald getroffen. Unsere kleine Elfen-Session könnt ihr hier bestaunen:
http://www.elfyourself.com/?id=1668911389

F-Secure-Virus nun auch in der SZ-Redaktion angekommen

“Getretener Quark wird breit – nicht stark”, sagte Goethe. Und die Süddeutsche Zeitung beweist, dass diese Weisheit auch heute immer noch stimmt. Einige Monate nach der Veröffentlichung der Entdeckung eines Trojanischen Pferdes für das Apple-Betriebssystem Mac OS X und sechs Wochen nach einer ähnlich schwachen Aufbereitung des Themas durch Spiegel Online warnt nun Helmut Martin-Jung vor den “Parasiten im Videoclip“. Jung spannt dabei einen weiten Bogen von den Schwächen in der Beta-Version des  Apple-Browsers Safari für Windows bis hin zum iPhone, in dem auch ein Safari-Browser steckt.

Und schon warnen Sicherheitsexperten davor, das Kultobjekt könnte zum Angriffsziel werden. Als wahrscheinlichste Methode nannte das Arbor securitry engineering and response team (Asert) vor kurzem sogenannte drive-by-downloads, gemeint sind damit Webseiten, die Schwachstellen in Browsern ausnutzen, um ahnungslosen Surfern quasi “im Vorbeifahren” schädliche Software auf den Rechner zu spielen. Es reicht schon, eine solche Webseite nur aufzurufen, man muss dafür gar nicht mehr klicken.

Trojanisches Pferd für Mac OS XDiese Aussage grenzt schon an groben Unsinn. Der entdeckte Trojaner wird über Porno-Sites verbreitet und verlangt nicht nur einen Klick, sondern die bewusste Installation eines Programms, die mit der Eingabe des Administrator-Passworts bestätigt werden muss.

Bei Jung liest sich das so:

Dazu gehört zum Beispiel der Trick mit dem Internet-Video. Wer darauf klickte, um es zu sehen, erhielt einen Hinweis: Ein Decoder müsse installiert werden, um den Film abspielen zu können. Eine gängige Prozedur, und auch der Rest des Verfahrens wirkte normal. Also schnell das Administrator-Passwort eingegeben, die Frage zu den Lizenzbestimmungen mit Ja bestätigt, kurz gewartet und tatsächlich, jetzt lief das Filmchen.

Ich kenne nicht das Surf-Verhalten in der SZ-Redaktion, aber bei mir ist die Installation eines Video-Codecs von einer Porno-Website keine “gängige Prozedur”.

Apple Parasiten im Videoclip – Computer – sueddeutsche.de

Sicherheit auf dem Mac mit PGP, JAP und Tor (2)

PGP-LogoKönnen Ihre E-Mails auch alle mitlesen? Stammt diese Mail tatsächlich von der Person, die als Absender eingetragen ist? Und welche Spuren hinterlassen Sie beim Surfen? Wie Sie mit Hilfe vom Pretty Good Privacy (PGP) die Kommunikation über das Netz effektiv schützen können, damit Ihre Privatsphäre nicht auf der Strecke bleibt, zeigt dieser Workshop, der nach dem Jonet Mediacamp 2007 entstanden ist.

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Sicherheit auf dem Mac mit PGP, JAP und Tor (1)

Im Internet weiß niemand, dass Du ein Hund bist.Auf dem Jonet Mediacamp 2007 haben die Journalisten Burkhard Schröder, Albrecht Ude sowie Netzbürger padeluun vom FoeBuD e.V. einen Workshop Netzsicherheit geleitet, bei dem es neben einer politischen Einschätzung der Überwachungsgefahren für Journalisten auch um praktische Hinweise für die Betroffenen ging.

Ode und Burks verwiesen auf gängige Tools wie Pretty Good Privacy (PGP) zur Verschlüsselung von E-Mails und Tor zum Verschleiern der eigenen Aktivitäten im Web. Da die Referenten-Riege sich vorzugsweise mit Linux im Internet bewegt und sich darüber hinaus noch mit Windows-Rechnern beschäftigen, blieben die Tipps und Tricks für Mac-User Mangelware, obwohl fast nur Mac-Anwender im Publikum saßen.

Da auf dem Mediacamp noch einige Fragen offen blieben, veröffentliche ich hier zwei (im Dezember 2007 aktualisierte) Artikel, die ich ursprünglich für die MACup verfasst habe: More

Wettrennen um den Apple-BS-Pokal

Spiegel Online scheint sich gerade mit der Financial Times Deutschland einen Wettkampf zu liefern, wer die schwachsinnigste Apple-Geschichte schreibt. Nachdem die FTD am Nikolaustag einen schlecht recherierten und mäßig übersetzten Beitrag  geliefert hatte, macht heute SPON seine Netzwelt-Rubrik mit dieser Überschrift auf:

iPod-Telefon: Hardware-Hacker fürchten Apples Zorn

Darin berichtet Konrad Lischka über drei Freizeit-Bastler, die den MP3-Player iPod touch zum Internet-Telefon tunen wollen. So weit so gut. Die Story gab es zuvor schon bei Leo und anderen zu lesen. Spiegel Online würzt nun die Geschichte mit der Behauptung, die “Hardware-Hacker fürchten Apples Zorn”. “Verdienen wollen sie damit nichts, es geht ihnen nur ums Basteln – trotzdem fürchten sie Ärger mit Apple”, heißt es in dem Artikel-Vorspann. Wenn man nun in der Story selbst auch nur nach einem Beleg für die Behauptungen aus Überschrift und Vorspann sucht, wird man nicht fündig.

Keine Silbe dazu, wie dieses Drohszenario aussieht. Noch nicht einmal ein direktes Quote der Hacker, dass sie sich subjektiv bedroht fühlen (was ja auch ohne eine Drohung von Apple möglich wäre). Nur ein lahmer Absatz, in dem das Motiv der Überschrift ohne weiteren Beleg aufgegriffen wird: “Inzwischen macht nicht nur die Technik den drei Bastlern Sorgen: Nachdem Blogs und Online-Medien über ihr Projekt berichtet haben (mehr…), fürchten sie möglichen Ärger mit Apple. Der deutsche Hacker Eok, der die iPod-Veredelung koordiniert, ist besorgt, dass der Konzern die Aktion falsch versteht. Er wolle lieber anonym bleiben, schreibt er SPIEGEL ONLINE. Eok erklärt: “Uns geht es nicht darum, Geld verdienen oder Apple Konkurrenz zu machen. Wir wollen mit der Hardware spielen, sie verbessern – mehr nicht.”"

Lischka liefert dann merkwürdigerweise selbst die Begründung, warum Überschrift und Vorspann des Artikels grober Unsinn sind: “Anlass für Klagen von Apple ist auf den Webseiten der Hacker nicht zu finden: Sie veröffentlichen keine Interna, verwenden auch nicht urheberrechtlich geschütztes Material.” Dieses Beispiel passt vielleicht ganz gut in die aktuelle Debatte “Kloppen und Klicken“, die unter anderem im Blog von Stefan Niggemeier geführt wird.

Update: Das neuste Apple-Stück auf SPON hat Leo von fscklog auseinandergenommen.

Noch nicht alle Weihnachtsgeschenke besorgt?

Nun, kein Problem. Dieses praktische Ding kann man sogar bequem online ordern :-)

Was Apple von AOL lernen kann?

Torsten Ahlers, Geschäftsführer AOL Deutschland - Foto: AOLTorsten Ahlers ist ein zupackender Manager, schlau und unterhaltsam. Ich beobachte seit vielen Monaten mit Respekt, wie er als Geschäftsführer versucht, AOL in Deutschland neu zu erfinden, nachdem sich das Geschäft als Internet-Provider nicht mehr als tragfähig erwiesen hatte.

In seinem Blog “ahlers.” stellt Torsten Ahlers nun aber eine kühne These auf. Apple solle sich an AOL ein Beispiel nehmen und sein geschlossenes System öffnen. Und als Beleg führt er an: “Der iPod ist das inkompatibelste Gerät, dass es zum mobilen Musikabspielen gibt.”  Inkompatibel? Schauen wir mal in Wikipedia: “Jeder iPod (mit Ausnahme des iPod shuffle) unterstützt das Abspielen von Musikdaten in den Formaten MP3, AAC, AIFF, WAV, Apple Lossless, Protected AAC sowie das Hörbuchformat Audible. Zudem sind Videodateien in den Formaten H.264 und MPEG-4 abspielbar.” Okay, WMA-Dateien müssen in iTunes zunächst in AAC-Files umgewandelt werden. Und kopiergeschützte WMA-Songs spielt der iPod tatsächlich überhaupt nicht ab. Das ist aber auch der Grund, warum Steve Jobs in einem Offenen Brief an die Musikindustrie für die Abschaffung aller DRM-Systeme plädiert hat.

Was AOL von Apple lernen kann, ist ein Geschäft in Frage zu stellen, wenn es noch top läuft – und nicht erst, wenn die Krise schon längst dem Unternehmen kräftig zugesetzt hat. Apple hat den iPod mini abgeschafft und durch den iPod nano ersetzt, als der iPod mini noch die Verkaufshitparaden angeführt hat. Apple setzt sich dafür ein, alle Download-Angebote DRM-frei zu machen, obwohl dies das erfolgreiche Duo iTunes/iPod in Frage stellt, da dann alle iTunes-Songs auf einem beliebigen Player abgespielt werden können.

Vielleicht ist das auch der Grund dafür, dass sich die Börsenkurse von Apple Inc. und der AOL-Mutter Time Warner Inc. seit 2004 so entwickelt haben:

Börsenkurs von Apple und Time Warner seit 2004

ahlers. » Was Apple von AOL lernen kann…