Ein Android-Notebook von HP? Da fliegen in Redmond wieder die Stühle

Android-Logo

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Undankbarkeit ist aller Welten Lohn. Microsoft hatte erst vor einer Woche in Rahmen der 300-Millionen-Dollar-Kampagne “I am PC” den weltgrößten PC-Hersteller HP und seine Laptops mächtig gepampert. Und nun revanciert sich HP mit der Entwicklung eines Netbooks, das mit dem Google-Betriebssystem Android läuft. Das wird Microsoft-Boss Steve Ballmer gar nicht schmecken.

“Wir wollen überprüfen, inwieweit sich Android für den Einsatz in der Computer- und Kommunikations-Branche eignet. Daher studieren wir das”, sagte Satjiv Chahil, Vizepräsident des PC-Bereichs von HP dem Wall Street Journal. Chahil wollte dem WSJ aber nicht sagen, ob HP tatsächlich ein Google-Netbook auf den Markt bringen wird.

Unter den PC-Herstellern evaluiert auch die Asustek Computer Inc. (Asus) eine Verwendung von Android als PC-Betriebssystem. Asus hatte vor zwei Jahren den Netbook-Boom mit dem ersten EeePC ausgelöst. Außerdem soll der langjährige Microsoft-Partner Dell an einem Smartphone arbeiten, das unter Android läuft. Firmenchef Michael Dell hat allerdings noch nicht bestätigt, dass das geplante Dell-Smartphone tatsächlich auf Android aufsetzt.

H-P May Use Google’s Android for Some Netbooks – WSJ.com

YouTube vs. GEMA: Der Poker um Online-Musikvideos in Deutschland

Musikvideos auf YouTube Deutschland werden gesperrt

Musikvideos auf YouTube Deutschland werden gesperrt

Wer in den kommenden Tagen bei YouTube in Deutschland Musikvideos anschauen möchte, wird häufig in die Röhre schauen. Im Grundsatzstreit mit der Verwertungsgesellschaft GEMA hat die Google-Tochter heute Abend um 19 Uhr damit begonnen, viele der Musikvideos auf YouTube Deutschland zu blockieren. Betroffen sind die Clips der YouTube-Partner EMI, Sony Music, Universal und vieler kleinerer Independent Label. Es wird allerdings einige Tage dauern, bis die Sperre flächendeckend wirksam wird.

Bei der Kontroverse geht es darum, wie viel Geld der Verwertungsgesellschaft für das Verbreiten von Musikvideos im Internet zusteht. Das deutschsprachige Videoangebot von YouTube war im November 2007 online gegangen, nachdem ein komplizierter Streit um Urheberrechtsfragen mit der Verwertungsgesellschaft GEMA vorläufig gelöst worden war. Dieser Vertrag lief allerdings heute abend (31.3.2009) aus.

Beide Seiten pokern hoch. In der Liste der populärsten Websites in Deutschland liegt YouTube sicherlich auch wegen der beliebten Musik-Videoclips laut Alexa an dritter Stelle (übrigens nach google.de und google.com). Mit der Sperre der Musikvideos dürfte der Traffic nun spürbar zurückgehen. Die GEMA und Google schweigen sich drüber aus, wie hoch der erste Vertrag dotiert war. Es dürfte sich aber schon um eine relevante Summe handeln.

Kurz ein Überblick zu den Dimensionen. Im Geschäftsjahr 2007 (aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor) erwirtschaftete die GEMA knapp 850 Millionen Euro und schütte nach Abzug ihrer Kosten knapp 730 Millionen Euro an die Rechteinhaber aus. Für 2008 erwartete die GEMA wegen der schrumpfenden CD-Verkäufe deutlich sinkende Einnahmen.

Nun liefern sich Google und die GEMA eine PR-Schlacht und schieben sich gegenseitig den schwarzen Peter für das Scheitern der Verhandlungen zu. Google verwiest auf den abenteuerlich hoch klingenden Listenpreis von 12 Cent für das Streamen eines einzelnen Musikvideos. “Übertragen auf den Kauf einer CD würde dies bedeuten, dass ein Musikliebhaber in Deutschland für eine herkömmliche CD mehr als 500 Euro zahlen müsste”, schreibt Patrick Walker, bei Google Director of Video Partnerships, EMEA, in einer Mitteilung. Der GEMA-Tarif liege “mehr als fünfzig Mal über dem, was die vergleichbare Verwertungsgesellschaft ‘PRS for Music’ vor einigen Wochen von uns in Großbritannien gefordert” habe.

Harald Heker, der Vorstandsvorsitzender der GEMA

Harald Heker, der Vorstandsvorsitzender der GEMA

GEMA-Sprecherin Bettina Müller sagte mir heute Abend am Telefon, ihre Organisation habe YouTube in einem ersten, unverhandelten Angebot einen Preis von nur einem Euro-Cent pro Abruf vorgeschlagen. Außerdem verlange die GEMA eine größere Transparenz über die Nutzung des Repertoires der Künstler, die von der GEMA vertreten würden. Harald Heker, der Vorstandsvorsitzender der GEMA, sagte: “Es zeichnet sich eine grundlegende Auseinandersetzung zwischen der GEMA und Google und seiner Tochtergesellschaft YouTube ab.”

Egal ob zwölf Cent oder ein Cent: Für Google-Sprecher Kay Oberbeck sind die Forderungen der GEMA “völlig inakzeptabel”, da YouTube damit bei jedem Abspielen eines Videos Verluste machen würde. Außerdem habe sich die GEMA geweigert, eine Liste der von ihr vertretenen Künstler zur Verfügung zu stellen. “Die Gema repräsentiert nicht mehr 100 Prozent des Repertoires in Deutschland.” Wegen des Auslaufens der Vereinbarung und der damit verbundenen Unsicherheiten müsse man nun Musikvideos von Musik-Partnern bis auf weiteres auf YouTube in Deutschland sperren.

In der Kontroverse geht es aber nicht nur ums Geld: Der Konflik betrifft die auch die Nutzungsdaten. Die GEMA verlangt von YouTube einen detaillierten Report, welche Videos wie oft im Monat von den Anwendern abgerufen wurden. Ähnliche Listen stellen beispielsweise Radiosender für die GEMA zusammen, aber auch YouTube-Konkurrenten wie Sevenload oder Clickfish. YouTube wiederum forderte von der GEMA eine detaillierte Aufstellung, welche Künstler überhaupt von ihr vertreten würden, denn nicht alle Künstler und Rechteinhaber ließen sich von der Gesellschaft vertreten.

Interessant sind die polemischen Spitzen in dieser Auseinandersetzung. In einer Pressemitteilung der GEMA zum Streit mit Youtube heißt es:

Auch deutsche Urheber sind verärgert und kritisieren das Geschäftsgebaren von YouTube. Der Komponist Prof. Dr. Enjott Schneider über die aktuelle Online-Diskussion: „Ein Glück, dass es in diesem Tal voller Flatrate-Kultur und Flatrate-Hirnen die GEMA gibt, sonst wäre ein “Urheber” verraten und verkauft!“

Schneider sitzt übrigens im Aufsichtsrat der GEMA.

Google hält feste dagegen:

Viele etablierte Künstler sowie viele neue, unentdeckte Talente nutzen YouTube, um ihre Songs erfolgreich zu promoten, um direkt mit ihren Fans in Kontakt zu treten, um entdeckt zu werden und auch um Geld zu verdienen. Die GEMA fordert nun jedoch, dass wir wesentlich höhere Gebühren zahlen sollen als bisher. Und zudem weigert sie sich, das Repertoire der Werke, die sie vertritt, offen zu legen. Bezogen auf das Beispiel eines CD-Kaufes für mehr als 500 Euro wüsste der Käufer also noch nicht einmal, welche Songs sich überhaupt auf dieser CD befinden.

YouTube sperrt Musikvideos in Deutschland 31.03.2009 | Netzwelt | Multimedia | News | General-Anzeiger Online – Bonn

Streit mit der GEMA: YouTube sperrt Musikvideos – mz-web.de

Skype auf dem iPhone gefährdet die Bandbreite des Geldflusses bei T-Mobile

Skype wird am Dienstag endlich seine kostenlose Voice-overIP-Software für das iPhone und den BlackBerry vorstellen. Allerdings werden die Kunden der Deutsche Telekom nicht allzuviel davon haben. Der Magenta-Riese hat nämlich bereits angekündigt, die Gespräche über den Internet-Telefoniedienst in ihrem deutschen Mobilfunknetz und den WLAN-Hotspots von T-Mobile zu blockieren. Es gebe Befürchtungen, dass der Service die Übertragungsgeschwindigkeit verlangsame und bei Gesprächen nicht die gleiche Sprachqualität garantiert werden könne, sagte T-Mobile-Sprecher Alexander von Schmettow der “WirtschaftsWoche”.

Hotspots gibt es nicht nur von T-Mobile

Hotspots gibt es nicht nur von T-Mobile

Es ist doch wirklich rührend, wie sich T-Mobile um das Wohl seiner Kunden kümmert und ihnen nicht zumuten möchte, dass es bei einer VoIP-Verbindung mal in der Leitung knackst oder eine Zeitverzögerung die Sprachübertragung stört. Mich wundert nur, dass T-Mobile nicht YouTube-Downloads auf dem iPhone unterbindet oder das Herunterladen von E-Mail-Attachments. Bei solchen Aktivitäten ist doch auch zu befürchten, dass das sensible Datennetz von T-Mobile Schaden nehmen könnte.

Oder könnte es sein, dass die Deutsche Telekom einfach nicht ertragen kann, dass ihre Flatrate-Kunden via Skype Telefonate im In- und Ausland führen, an denen sie finanziell nicht beteiligt ist? Immerhin kann die Telekom nicht verhindern, dass iPhone-Anwender (insbesondere im Ausland) über einen WLAN-Hotspot außerhalb des T-Mobile-Netzes skypen, um beispielsweise die absurd hohen Roaming-Gebühren zu vermeiden.

Microsoft will mit Billigheimer-Spots gegen Apple punkten

Im ewigen Wettstreit zwischen Microsoft und Apple legt der Softwaregigant aus Redmond nun nach. In einer Serie von Werbespots werden zehn potentielle Computerkäufer mit einem begrenztem Budget losgeschickt, die sich natürlich alle gegen ein Apple-Produkt entscheiden und eine der günstigeren Windows-Kisten kaufen.

Die Kampagne von Crispin Porter + Boguksy hat allerdings einige gravierende Fehler, die die von Microsoft-Boss Steve Ballmer in der vergangenen Woche proklamierte Botschaft (“500 Dollar sind zuviel für ein Logo“) ins Gegenteil verkehren könnte.

Kaum war der erste Spot mit Käuferin “Lauren” veröffentlicht, machte sich eine Heerschar von Bloggern und IT-Journalisten daran, die Details zu untersuchen. Dabei kamen spannende Dinge raus:

“Lauren”, die von Microsoft als zufällig über Craigslist ausgewählte Interessentin präsentiert wurde, ist tatsächlich eine professionelle Schauspielerin mit einer Mitgliedkarte der Gewerkschaft SAG. Es ist natürlich nicht unethisch, Schauspieler für einen Werbespot zu engagieren. Allerdings sollte man nicht so tun, als handle es sich bei diesen Kandidaten um normale Leute von der Straße.

In dem “Mac-Store” hat “Lauren” sich übrigens gerade mal 30 Sekunden oder so aufgehalten. Das ist einem aufmerksamen Beobachter des Videos aufgefallen, der die Passanten vor dem Apple-Store im Auge hatte.

An dem Laptop von HP, den “Lauren” in dem Best-Buys-Laden für 699 Dollar erstanden hat, wird die junge Frau vermutlich wenig Freude haben. “Dieser Rechner läuft mit Vista Home auf einem langsamen AMD Mobile-Prozessor. Er hat DDR2-RAM Hauptspeicher, wie man ihn im 300-Dollar-Netbooks findet. Das ist die Konfiguration, an der sich die Gerichtsverfahren über das “Made for Vista”-Label entzündet hat”, schreibt die Computerworld, die nicht als Apple-Fan-Boy-Magazin abgetan werden kann. Auch der Bildschirm mit der merkwürdigen Auflösung von 1440 x 900 Pixeln und schlechten Blickwinkel-Eigenschaften, die veraltete Netzwerktechnik (802.11G-WLAN und 100Mb Ethernet) sowie die kurze Akkulaufzeit werden den Spaß an diesem Laptop einschränken. An diesem Rechner hätte man vermutlich auch nicht viel Freude, wenn man ein Ubuntu-Linux oder ein gehacktes MacOS darauf installieren würde. (Ich würde Lauren übrigens dazu raten, den Laptop mit einem Windows XP oder einem Windows 7 komplett neu aufzusetzen.)

In der gekauften Windows-Variante muss sich “Lauren” allerdings außerdem mit der “Crap-Software” (Ausprobier-Versionen von verschiedenen Softwarepaketen, die die Geschwindigkeit des Rechners deutlich reduzieren) herumschlagen, die HP vorinstalliert hat. Und nach einigen Monaten muss sie außerdem noch mal in die Tasche greifen, weil dann die Testperiode für die installierte Anti-Virus-Software abgelaufen ist und man sich mit einem Windows-PC besser nicht ohne Schutz im Netz bewegt.

Da man Schauspielerin “Lauren” ja buchen kann, sollte Apple mal in drei Monaten ein Team vorbeischicken, um die junge Frau zu befragen, wie viel Spaß sie an diesem Gerät hat.

Microsoft wird sich fragen lassen müssen, welche Botschaft man mit Spots wie diesem verkünden möchte. Seth Weintraub von Computerworld fasst diese Message so zusammen:

Wir gestatten es, dass unsere Software auf wirklich billigen Maschinen installiert wird.

Bei Nick Mediati, Kolumnist bei PC World, ist diese Aussage angekommen:

Die neue Botschaft von Microsoft: Windows ist was für Loosers

Too cool to use Windows, too cheap to buy a Mac |Notes from the Field | Robert X. Cringely® | InfoWorld

Lauren in 'Joy of Tech'

Lauren in 'Joy of Tech'

Update:

Die Geekculture-Zeichner Nitrosac & Snaggy (The Joy of Tech) haben auf die Microsoft-Werbung, die die hohen Kosten für Macs attackiert (nicht aber deren Wert), eine passende Antwort. (Die aufmerksamen Beobachter werden es vielleicht gemerkt haben: Snaggy hat auch mein Portrait im Header-Bereich dieses Blogs gezeichnet.)

via:
Montag, 30. März: Schlagzeilen

Update 2:
Schauspielerin Lauren De Long wird demnächst Spots für 7-Eleven drehen:

Next up for Microsoft’s ‘real life’ Windows star: 7-Eleven ads – TechFlash: Seattle’s Technology News Source

Gefängnisausbruch ohne Jailbreak? – Wie die InstallerApp von Ripdev für das iPhone funktioniert

Logo InstallerApp

Logo InstallerApp

Die Geschichte klingt zu gut um wahr zu sein: Eine Desktop-Anwendung für den Mac (und demnächst auch für den Windows PC) installiert ganz einfach auf dem iPhone die Programme, die es bislang nicht im offiziellen iTunes App Store von Apple gibt. In der Anleitung der sieben US-Dollar teuren Anwendung InstallerApp des russichen Softwareentwicklers Ripdev steht auch kein Wort davon, dass ein “Jailbreak” notwendig sei, mit dem sonst ein iPhone aus dem “walled garden” von Apple befreit wird. Auf diesen Trick ist sogar Alpha-Blogger Robert Scoble reingefallen. “Liked “You can now install ALL iPhone apps with NO Jailbreak Required.” http://ff.im/1HO2v”, twitterte Scobleizer begeistert. Sein Link auf den entsprechenden Artikel im “Apple Room” von FriedFeed führt inzwischen ins Leere, denn der irreführende Artikel wurde gelöscht.

Denn letztlich erledigt die Mac-Anwendung aus Russland keinen anderen Job als die Programme PwnageTool und QuickPwn vom inzwischen legendären iPhone Dev Team – nur mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass die Jailbreak-Tools vom iPhone Dev Team kostenlos sind. Nun gut, es gibt tatsächlich einen Unterschied. Die Anwendung von Ripdev managt die Verwaltung der unautorisierten iPhone-Programme vom Desktop aus und installiert dazu eine eigene kleine Anwendung auf dem Apple-Smartphone, die mit dem Programm auf dem Mac kommuniziert.

Die Desktop-Anwendung von InstallerApp

Die Desktop-Anwendung von InstallerApp

Alle Interessenten sollten also wissen:

  • Ein Jailbreak-Tool gibt es bei iPhone Dev Team kostenlos
  • Die InstallerApp von Ripdev führt einen Jailbreak aus – der zu einem Verlust der Garantie von Apple für das iPhone führen kann

Debunk: Jailbroken apps on a non-jailbroken iPhone? Not quite

Fragen signalisiert Schwäche. Das ist ein Grundproblem der Marktforschung.

Fragen signalisiert Schwäche. Das ist ein Grundproblem der Marktforschung.

Dieses Zitat wird gemeinhin Jean-Remy von Matt zugeschrieben. Tatsächlich ist es manchmal erfrischend, wenn Unternehmen auch mal Dinge machen, die bei der “MaFo” durchgefallen sind:

Video-Link: YouTube

Welche Innovationen die neue iPhone-Firmware 3.0 bringt

iPhone Software 3.0 - Zusammenfassung

iPhone Software 3.0 - Zusammenfassung

Nun kann auch das iPhone Ausschneiden, Kopieren und Einfügen

Nun kann auch das iPhone Ausschneiden, Kopieren und Einfügen

Ja, das iPhone wird mit der Software-Version 3.0 endlich Cut, Copy and Paste können. Und MMS versenden. Und der Bildschirm wird sich in den meisten Anwendungen horizontal drehen lassen wie schon jetzt beim Safari-Browser. Doch ehrlich gesagt: Diese netten Features machen nicht den Kern der Ankündigung der iPhone-Software 3.0 aus.

Viel wichtiger war die Ankündigung von Apple, dass die iPhone-Software künftig den Entwicklern 1000 zusätzliche Programmier-Schnittstellen (APIs) zur Verfügung stellen wird. Unter den neuen APIs befindet sich unter anderem die Möglichkeit, das Einkaufsmodell des iTunes App Stores innerhalb von Anwendungen wirksam einzusetzen. So können Entwickler Inhalte – beispielsweise ein Sportmagazin – im Abonnement anbieten oder bei Games zusätzliche Level oder virtuelle Gegenstände gegen ein Entgelt freischalten.

Weiterlesen auf iPhoneWorld.de

Was die neue iPhone-Firmware 3.0 bringt | iPhoneWorld

Kündigt Apple am Dienstag ein Tablet-Mac an?

Seth Weintraub von der Computerworld ist sind ziemlich sicher. Morgen werde Apple einen vermutlich einen Tablet-Rechner ankündigen. Weintraub bezieht sich dabei auf eine Stellenanzeige von Apple aus dem Jahr 2008:

The software developed by the networking team runs on a broad spectrum of platforms, including Macs and Windows, and from servers down to a growing number of embedded devices including iPhone.

Ein Gerät mit einem Zehn-Zoll-Bildschirm werde die nun die iPhone/iPod touch-Familie erweitern, meint Weintraub. Dies legten verschiedene Berichte aus Asien über angebliche Großbestellungen von Apple nahe.

Der von mir geschätzte Analyst Michael Gartenberg glaubt dagegen nicht an den baldigen Einstieg von Apple in den Markt der Mobile Internet Devices in Netbook- oder Tablet-Größe.

10” Apple tablet as soon as tomorrow
I think not. In fact, it’s a pretty safe bet this isn’t going to be announced tomorrow. Or perhaps ever.

Michael Gartenberg hat in der Vergangenheit selten komplett daneben gelegen. Daher gehe ich davon aus, dass Apple morgen zwar eine hoch-interessante Vorschau der neuen iPhone-Software auf die Bühne bringen wird, aber kein Apple Tablet oder Mac Netbook.

Apple iPhone 3.0 event tomorrow might reveal a tablet – Computerworld Blogs

jkOnTheRun » Blog Archive Computerworld- Apple Tablet to be announced tomorrow «

10” Apple tablet as soon as tomorrow « GartenBlog

Wie Tim Berners-Lee vor 20 Jahren das World Wide Web erfand

Tim Berners-Lee am CERN (1993) - Foto: Copyright CERN

Tim Berners-Lee am CERN (1994)
Foto: Copyright CERN

Als Tim Berners-Lee vor 20 Jahren sein Thesenpapier „Informationsmanagement: Ein Vorschlag“ schrieb, konnte er nicht ahnen, dass sein Entwurf später mit der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg verglichen werden sollte. Der britische Informatiker arbeitete damals am CERN, der Großforschungseinrichtung für Teilchenphysik in Genf. Um das Informationschaos am dem Institut zumindest in Grenzen zu halten, wollte Berners-Lee ein umfassendes Informationsnetz einrichten. “Ein Großteil der entscheidenden Informationen existierte nur in den Köpfen der Leute (am CERN)”, schrieb Berners-Lee 1999 in seinem Buch „Der Web-Report“. “Am meisten erfuhren wir bei der Konversation an jejen Kaffeetischen, die strategisch günstig an der Verbindung zwischen zwei Korridoren platziert waren.” Tim Berners-Lee es mit einer kreativen Umgebung zu tun, in der wenig standardisiert war: “Die Wissenschaftler bringen verschiedene Computer, unterschiedlichste Software und Projekte mit, und obwohl sie aus verschiedenen Kulturen stammen und unterschiedliche Sprachen sprechen, schaffen sie es, einen Weg zur Zusammenarbeit zu finden. (…) Es war und ist eine extrem kreative Umgebung.” Das vorgeschlagene Informationssystem sollte dazu beitragen, zumindest einige Schwächen in der Kommunikations-Infrstruktur am CERN zu beseitigen.

Vage, aber hochinteressant - Tim Berners-Lee musste um die Anerkennung seines Konzeptes kämpfen

Vage, aber hochinteressant - Tim Berners-Lee musste um die Anerkennung seines Konzeptes kämpfen
Foto: Copyright CERN

Doch seine Vorgesetzten konnten sich zunächst nicht für die Ideen des jungen Briten begeistern. “Vague, but exciting” (Vage, aber hochinteressant), schrieb sein Boss Mike Sendall auf das Papier, das heute im CERN in einer Glasvitrine quasi als die Geburtsurkunde des World Wide Web ausgestellt wird. Es sollte noch etliche Jahre dauern, bis sich Berners-Lees Thesen weltweit durchsetzten. An diesem Freitag (13. März 2009) feiert das CERN den Projektantrag von Tim Berners-Lee als den 20. Geburtstag des Wolrd Wide Web.

Der damals 33 Jahre alte Brite war 1984 in die Schweiz gekommen, um neue Methoden für die Aufzeichnung und Verarbeitung eines neuen Elektronenbeschleunigers zu entwickeln. An dem Institut waren die unterschiedlichsten Computertypen und Dokumentenformate im Einsatz. Mit einem 1988 konzipierten Hypertext-System sollten die Forscher weltweit auf die Ergebnisse ihrer Kollegen zugreifen können sollten.

Tim Berners-Lee und Nicola Pellow, die den ersten Textzeilen-Browser geschrieben hat

Tim Berners-Lee und Nicola Pellow, die den ersten Textzeilen-Browser geschrieben hat

Doch ohne einen ordentlichen Projektantrag wurden ihm keine Ressourcen für die Ausarbeitung dieses Konzeptes zur Verfügung gestellt. So formulierte Berners-Lee im März 1989 sein Papier, das jedoch mit dem eigentlichen Forschungsauftrag des CERN, der Teilchenphysik, nichts zu tun hatte. „Es gab kein Forum, von dem ich eine Antwort erwarten konnte. Nichts geschah“, erinnert sich der Informatiker in seinem Buch „Der Web-Report“. In mühsamer Kleinarbeit versuchte er dann mit seinem Kollegen Robert Cailliau, die Forscher am CERN und Informatiker in aller Welt in persönlichen Gesprächen und langen E-Mails von dem Web-Konzept zu überzeugen.

Früher Textzeilen-Browser am CERN

Früher Textzeilen-Browser am CERN
Foto: Copyright CERN

Der Entwurf für das World Wide Web (WWW) enthielt drei Kernpunkte: Zum einen entwickelte Berners-Lee die „Hypertext Markup Language“ (HTML), die beschreibt, wie Seiten mit Hypertextverknüpfungen („Links“) auf unterschiedlichsten Rechnerplattformen formatiert werden. Mit dem „Hypertext Transfer Protocol“ (HTTP) definierte er die Sprache, die Computer benützen würden, um über das Internet zu kommunizieren. Außerdem legte er mit dem „Universal Resource Identifier“ (URI) das Schema fest, nach dem Dokumentenadressen erstellt und aufgefunden werden können.

Screenshot des ersten Web-Browsers

Screenshot des ersten grafischen Web-Browsers auf Tim Berners-Lees NeXT
Foto: Copyright CERN

Robert Cailliau

Robert Cailliau
Foto: Copyright CERN

Um seine Lobbyarbeit voranzutreiben, richtete Berners-Lee am Weihnachtsabend 1990 auf seinem NeXT-Rechner den Webserver info.cern.ch ein. Eine Kopie des Originals aus dem Dezember 1990 existiert nicht mehr. Auf dem Server des W3C kann man sich immerhin ein Abbild von info.cern.ch aus dem Jahr 1992 anschauen.

Doch auch mit der Einrichtung des ersten öffentlichen Webservers kam Berners-Lee zusammen mit Robert Cailiaun nur winzige Schritte voran. “Zu Jahresbeginn (1991) ermutigten Robert und ich etliche Mitarbeiter in den Abteilungen Computer und Netzwerk, das System auszuprobieren. Sie schienen nicht zu erkennen, wozu es nützlich sein könnte. Dies führte zu gewissen Spannungen zwischen uns, wie wir unsere beschränkten Ressourcen einsetzen sollten. Sollten wir es auf dem NeXT weiterentwickeln? Es für den Mac, den PC oder Unix neu programmieren? Der NeXT war zwar ein effizienter Computer, jedoch verfügten nur wenige Leute über ihn. Wofür wäre ein »weltweites« Netz gut, wenn es nur eine Handvoll Benutzer gab”

Für die meisten PC-Nutzer außerhalb der Universitäten war das Web damals ohnehin quasi unerreichbar. Es fehlten benutzerfreundliche Browser für Personal Computer. Zudem bewegten sich die Netzanwender damals häufig in abgeschotteten Onlinediensten wie CompuServe, AOL oder Btx.

1990 bestand das Web quasi nur aus diesem NeXT-Server am CERN

1990 bestand das Web quasi nur aus diesem NeXT-Server am CERN
Foto: Copyright CERN

Mit diesem Sticker wollte Berners-Lee verhindern, dass das Web zusammenbricht

This machine is a server - DO NOT POWER IT DOWN!! - Mit diesem Sticker wollte Berners-Lee verhindern, dass das Web zusammenbricht
Foto: Robert Scoble

Doch aller Rückschläge ging es voran: 1991 erschienen an mehreren europäischen Universitäten die ersten Webserver. Im Dezember 1991 ging der ersten Webserver außerhalb Europa in den USA am SLAC (Stanford Linear Accelerator Center) online. Im November 1992 waren 26 Server weltweit vernetzt, im Oktober 1993 waren es bereits 200 Webserver.

Das CERN legte im April 1993 mit einem wichtigen formalen Akt das Fundament für den Erfolg der von Tim Berners-Lee entwickelten Ideen. Das Institut gab das Web für die Öffentlichkeit frei und verzichtete bewusst auf Lizenzzahlungen oder eine Patentierung. Der Siegeszug des WWW fand dann aber außerhalb des CERN statt. Die wichtigste Internet-Gemeinde in den USA stieg mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit auf den WWW-Zug auf.

Marc Andreessen auf dem Titel von Time (19. Feb. 1996)

Marc Andreessen auf dem Titel von Time (19. Feb. 1996)

Der Student Marc Andreessen entwickelte im Februar 1993 am National Center for Supercomputing Applications (NCSA) der University of Illinois den ersten Mosaic-Browser. Später machte er sich mit Netscape daran, seine Software zur führenden Online-Plattform zu machen. Microsoft-Gründer Bill Gates, der lange Zeit auf angekapselte Onlinedienste wie MSN gesetzt hatte, erkannte 1994 den Trend, rief dann die Verfolgungsjagd auf Netscape aus und zettelte den berüchtigten „Browser-Krieg“ an.

Tim Berners-Lee ging 1994 in die USA, um am Massachusetts Institute of Technology das World Wide Web Consortium (W3C) zu gründen. In diesem Gremium werden unter seiner Leitung bis heute die technischen Entwicklungen des Web standardisiert. Für seine Verdienste wurde der Brite von Königin Elisabeth II. in den Ritterstand erhoben und erhielt den Orden „Knight Commander of the Order of the British Empire“. 1997 wurde er in den auf nur 24 Personen begrenzten „Order of Merit“ aufgenommen.

Ein schwerreicher Mann wie Bill Gates oder Marc Andreessen wurde Berners-Lee jedoch nicht. Wenn der Informatiker gefragt wird, ob er sich ärgert, nicht stärker finanziell von der Entwicklung des Web profitiert zu haben, lautet die Antwort: „Ich hatte bewusste Entscheidungen darüber getroffen, welchen Verlauf mein Leben nehmen sollte. Diese würde ich nicht ändern.“

Links zur Arbeit von Tim Berners-Lee und der Erfindung des World Wide Webs:

BusinessWeek (2007): Q&A with Tim Berners-Lee

Answers for young people – Tim Berners-Lee

TIME 100: The Most Important People of the Century – Tim Berners-Lee

Internet Pioneers: Tim Berners-Lee

CERN – How the web began

Update: Zu diesem Thema passt gut der Auftritt von Tim Berners-Lee auf der Konferenz TED, die gerade online gestellt wurde. Berners-Lee blickt auf die Entwicklung des Web vor 20 Jahren zurück und plädiert für ein Web der Daten, dass das Web der Dokumente ergänzen soll:






Eine 11.000-Euro-Lösung auf der Suche nach einem Problem

Routenplanung mit Microsoft Surface

Routenplanung mit Microsoft Surface

Microsoft hat zur CeBIT 2009 wieder seinen Multimedia-Tisch “Surface” mitgebracht, um das Innovationspotential und die bedienerfreundlichkeit von Microsoft-Produkten unter Beweis zu stellen. Immerhin funktioniert das 11.000 Euro teure Teil inzwischen, ohne dass der halbe Messe-Stand umgebaut werden muss (wie im vergangenen Jahr beim Surface-Prototypen). Ich hatte nicht geglaubt, dass die Begeisterung von Microsoft-Deutschland-Chef Achim Berg für Surface auf irgendjemanden überspringen könnte. Immerhin kann sich FAZ-Netökonom Holger Schmidt einige Anwendungen für den überdimensionalen Tisch-Computer vorstellen.

Ein Internet-Tisch für 11.000 Euro – F.A.Z.-Community