Grafik des Tages: Wie Microsoft online Geld verbrennt

Für jeden Dollar, den Microsoft im Internet-Geschäft einnimmt, muss der Software-Gigant zwei Dollar ausgeben. Mit dem jüngsten Quartalsergebnis veröffentlichte Redmond den 15. Quartalsverlust seiner Online Services Division in Folge. Immerhin hat die Suchmaschine Bing seit seinem Marktstart die Erwartungen von Steve Ballmer nicht enttäuscht.

Umstieg in die Wolke – wie man ein Kleinunternehmen auf Google Apps umstellt

Angeregt durch die Konferenz Google Atmosphere in London habe ich am vergangenen Wochenende die kleine Firma meiner Frau auf Google Apps for Your Domain umgestellt. Genauer gesagt, habe ich zunächst die E-Mail-Konten von einer bei 1und1.de gehosteten Domain auf Gmail (das in Deutschland aus rechtlichen Gründen Googlemail heißt) umgepolt.

Dazu meldet man zunächst ein Konto bei Google Apps an. Google Apps Standard ist kostenlos und bietet bis zu 50 Konten. Besteht bereits eine Internet-Domain kann man diese für Google Apps nutzen. Google bietet auch den Service, eine Domain für zehn Dollar im Jahr anzumelden. Google Apps Standard wird wie ein privater GMail-Account mit Kontext-Werbung von Google finanziert. Wer dies nicht wünscht oder mehr als 50 Konten einrichten möchte, kann auf die bezahlpflichtige Google Apps Professional Edition ausweichen. Bei der Profivariante von Google Apps kostet ein Nutzerkonto 40 Euro im Jahr. Im Vergleich dazu: 1und1 verlangt für ein gehostetes Exchange-Postfach zehn Euro im Monat. Größere Service-Provider wie T-Systems oder Avarto berechnen meines Wissens nach in der Regel sogar über zehn Euro pro Nutzer und Monat für Lotus Notes oder Microsoft Exchange.

 

Es ging in unserem Fall nur darum, die E-Mail-Konten der Firma umzustellen. An der (über ein WordPress-System erstellten) Homepage und dem Firmenblog gab es keinen Änderungsbedarf.

Auf der Help-Site von Google fand ich schnell Hinweise, wie die so genannten MX-Datensätze von 1&1 umzukonfigurieren sind, damit die E-Mail-Konten künftig über GMail laufen können. Leider hat es sich Google Deutschland dabei etwas zu einfach gemacht und nur die englischsprachige Anleitung für den Zugriff auf die US-Server von 1&1 (1and1.com) auf Deutsch übersetzt. Dabei wird aber eine falsche URL für das Login in den das deutsche 1&1-Controlcenter gegeben. Hier sind die korrekten Angaben für das deutsche Angebot von 1&1 (1und1.de):

    1. Melden Sie sich unter https://login.1und1.de/in Ihrem Konto an.
      Login 1&1 Control-Center

      Login 1&1 Control-Center

    2. Klicken Sie auf die Registerkarte 1&1 Webhosting, falls diese noch nicht ausgewählt ist.
    3. Klicken Sie auf Domains. Die Liste Ihrer registrierten Domains wird angezeigt.
      Auf Domains klicken

      Auf Domains klicken

    4. Aktivieren Sie das Kontrollkästchen links neben der Domain, die Sie künftig mit Google Apps verwenden möchten.

      Domain auswählen, die man bearbeiten möchte

      Domain auswählen, die man bearbeiten möchte
    5. Wählen Sie im Menü DNS die Option Einstellungen bearbeiten.

      Domain-Einstellungen bearbeiten


    6. Wählen Sie unter Erweiterte Einstellungen das Optionsfeld Anderer Mail-Server aus.
    7. Geben Sie die folgenden Informationen ein:
MX 1 / Prio aspmx.l.google.com 1
MX 2 / Prio alt1.aspmx.l.google.com 5
Weitere Backup-Einträge Eigene MX-Einträge
MX 3 / Prio alt2.aspmx.l.google.com 5
MX 4 / Prio aspmx2.googlemail.com 10

 

Klicken Sie auf OK.

So sieht das dann im Browser aus:

Einstellungen für die Nutzung einer 1und1-Domain für Googlemail (Gmail)

Um die auf dem Firmenrechner (iMac) lokal gespeicherten Mitteilungen aus dem E-Mail-Archiv in die “Cloud” von Gmail zu bewegen, habe ich dann das gerade frisch erstellte GMail-Konto unter der Software “Apple Mail” als IMAP-Konto hinzugefügt. In der linken Navigationsspalte von Apple Mail erscheint dann das Gmail-Konto mit allen Unterordnern. Man muss dann nur noch die lokalen Ordner an die gewünschte Stelle in dem Gmail-Ordner ziehen, schon startet ein Export der E-Mails auf Googlemail.

Die “Ordner” in Gmail sind im engeren Sinn keine Ordner, sondern Labels. E-Mails aus dem lokalen Ordner “Projekt Omega” werden also in Gmail mit dem Label “Projekt Omega” versehen. Im Vergleich zum Sortieren von Mails in Ordner hat die Auszeichnung der einzelnen E-Mails mit Labels den großen Vorteil, dass man eine Mail mit mehreren Labels versehen kann, ohne die eigentliche Mitteilung kopieren zu müssen (Beispiel: “Projekt Omega” und “Lieferant Meier KG”). Mit einer guten Label-Vergabe kann man dann auch aus vielen tausend Mails in Sekundenschnelle die relevante Mitteilung aufstöbern, viel schneller und genauer, als beispielsweise mit einer lokal gespeicherten PST-Datei mit einem Mail-Archiv in Outlook unter Windows. Auf dem Mac gibt es zwar die schnelle systemweite Suche “Spotlight”, die auch alle E-Mails in Apple Mail indiziert. Ein lokal gespeichertes E-Mail-Archiv auf dem Mac ist aber nur auf diesem einen Rechner zu durchstöbern, während selbst ein gigantisch großes Gmail-Archiv von jedem Internet-Cafe oder selbst auf dem iPhone oder Android-Handy blitzschnell durchsucht werden kann.

Gmail auf dem iPhone

Ein aktueller Blog-Eintrag von Heaven Kim, Product Marketing Manager, Google Mobile, listet auf, welche beeindruckenden Leistungsmerkmale Gmail auf dem iPhone oder einem Android-Smartphone inzwischen bietet. Dazu gehört die Funktion “Mute”, mit der man sich aus einer E-Mail-Konversation ausklinken kann, für die man sich nicht interessiert, die aber sonst die Inbox verstopft. Interessant für E-Mail-Profis sind auch die Tastenbefehle (Shortcuts), mit denen man Gmail auf dem Desktop oder Mobile steuern kann.

Microsoft kopiert den Apple-Store im Maßstab 1:1

Zugegeben: Microsoft hatte die vergangenen Monate alle Hände voll zu tun, das Debakel um Windows Vista vergessen zu machen und ein neues Betriebssystem auf den Markt zu bringen. Da wäre es wahrscheinlich zu viel verlangt, ein eigenständiges Konzept für einen Microsoft-Store zu entwickeln. Daher wurden in Redmond die Kopiermaschinen angeschmissen.

Auch wenn man den Store in Arizona nicht als peinliches Plagiat ansieht, so handelt es sich bei der Eröffnung des “ersten” Microsoft-Ladengeschäfts übrigens nicht um eine wirkliche Premiere. Microsoft hatte 1999 bereits in der Innenstadt von San Francisco im Sony-Center einen Flagship-Store eröffnet, der dann aber nach einem mäßigen Erfolg 2001 wieder zugemacht wurde.

Microsoft retail store opening in AZ copies freely from Apple Stores

Die neue Magic Mouse von Apple …

… könnte die erste Computermaus aus Cupertino sein, die ich wirklich mag. Das alte Beharren auf einer Ein-Knopf-Maus fand ich immer merkwürdig. Aber auch mit den “Mighty Mouse” von Apple bin ich nicht wirklich glücklich gewesen, sondern habe immer auf eine Maus von Logitech vertraut. Die neue Magic Maus soll aber wie das Touchpad vom macBook Pro mit Multitouch-Gesten bedienbar sein und wie beim iPhone das Blättern in Fotos etc. ermöglichen. Ich werde die neue Maus bestimmt ausprobieren.

Magic Mouse

Magic Mouse

Die heute vorgestellten Apple-Neuheiten in der Bildergalerie (der aufgefrischte Mac mini sieht wie das Vorgängermodell aus):

In einem Promo-Video erläutert Chefdesigner Jony Ive den neuen iMac.

Host a Windows 7 Launch Party – Original und Fälschung

Das Original-Werbevideo von Microsoft für eine Hausparty zum Marktstart von Windows 7 ist ja schon selbst (unfreiwillig) komisch.

Der Spot hat nun etliche YouTube-User animiert, den Spot mit einigen erläuternden Hinweisen zu versehen.

Ich weiß schon, was ich mir zu Weihnachten wünsche

Sonos ZonePlayer S5

Sonos ZonePlayer S5

Sonos erweitert sein Multi-Room-Audiosystem um einen Player mit eingebauten Lautsprechern. Das Angebot richtet sich vor allem an Neueinsteiger, die zu ihrem iPhone oder iPod touch ein unabhängiges Hi-Fi-System suchen, das auch ohne gedocktes Endgerät funktioniert. Das iPhone erhält eine kostenlose Controller-Software, die den ZonePlayer S5 steuert.

heise online – Sonos erweitert Audio-System um einen Player mit integrierten Lautsprechern

WWGD: Wie Amazon.de für das Buch von Jeff Jarvis wirbt

Mit einem Totalverriss versucht Amazon.de Käufer für das Buch “Was würde Google tun?” von Jeff Jarvis zu finden. Köstlich.

Wohl nirgendwo auf der Welt kommt Technikgläubigkeit und Fortschrittsseeligkeit immer wieder derart naiv daher wie in den Vereinigten Staaten. Ein weiterer Beleg dafür ist das vorliegende Buch von Jeff Jarvis, der hier in allerbester Wanderpredigermanier das Hohelied auf den Internet-Giganten Google singt. Während Barack Obamas Gesundheitsreform als (national-)sozialistischer Totalitarismus verteufelt wird, findet man jenseits des Atlantiks nichts dabei, sein Recht auf informationelle Selbstbestimmung einem Unternehmen preiszugeben, das mit der Verwaltung von Daten rein kommerzielle Interessen verfolgt. Geschäftlicher Erfolg gilt aus protestantischer Sicht schließlich seit jeher als Ausweis besonderer göttlicher Gnade.

Ob Apple, Microsoft oder in diesem Fall eben Google – sie alle stehen stellvertretend für den amerikanischen Traum. Und Leute wie Jarvis sind seine Propheten. Nicht im Datenschutz sondern in der grenzenlosen Transparenz des Internets sieht der New Yorker Professor die Zukunft. (…)

Was würde Google tun?: Wie man von den Erfolgsstrategien des Internet-Giganten profitiert: Amazon.de: Jeff Jarvis, Heike Holtsch: Bücher

Die fiesen Fisting-Attacken beim ZDF

Zugegben: Das Wort Phishing, mit dem das Ausspähen von Online-Konten beschrieben wird, kann für manche Leute ein Zungenbrecher sein. Interessant, wie die ZDF-Mitarbeiter bei den heute-Nachrichten die Attacken bezeichnen.

P.S. Respekt, wie die heute-Redaktion mit dem Versprecher umgeht:
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/31/0,3672,7910783,00.html

HTC punktet mit Windows-Mobile-Smartphone HD2

Mit dem HD2 will sich HTC an die Spitze der WiMo-Handys setzen

Mit dem HD2 will sich HTC an die Spitze der WiMo-Handys setzen

Mit dem neuen HTC HD2 spielt der taiwanesische Hersteller jetzt in der iPhone-Liga – und ist in manchen Punkten dem “Jesus”-Phone von Apple sogar einen Schritt voraus.

Die Smartphones von HTC hatten bislang bei mir eher einen durchwachsenen Eindruck hinterlassen. Zu dünn erschien mir die Zuckerschicht, die HTC-Chef Peter Chou und sein Team über das veraltete Windows Mobile gegossen hatten. Doch mit dem aktuellen Modell HD2 hat HTC tatsächlich ein bemerkenswertes Multimedia-Handy auf den Markt gebracht.

Der Bildschirm des HTC HD2 ist für Smartphone-Verhältnisse mit einer Bildschirm-Diagonalen von 4,3 Zoll riesig und bietet eine WVGA-Auflösung (800 x 480 Pixel). Das macht sich insbesondere bei der Wiedergabe von Videos bemerkbar, die sensationell ist. Als einziges Windows-Phone verfügt das HTC HD2 über ein kapazitives Display mit Multitouch. Damit unterstützt es auch das Hinein- und Herauszoomen mit zwei Fingern bei Webseiten, Office-Dokumenten oder PDF. Eigentlich hat Apple diese “Multitouch”-Technologie für das iPhone mit einem Patent geschützt, aber HTC-Europachef Florian Seiche zeigt sich im Interview überzeugt davon, dass HTC sich auf der sicheren Seite bewegt. “Viele Patente sind ungültig, weil sie etwas beschreiben, was es längst vorher schon gegeben hat.”

Fotogalerie (für großes Bild auf die Vorschaubilder klicken):

Im Innern des HD2 hat HTC einen mit 1 Gigahertz getakteten Snapdragon-Prozessor von Qualcomm verbaut, der dafür sorgt, dass man die grafische Benutzeroberfläche “HTC Sense” flüssig bedienen kann. Der Chip mache den HTC HD2 zur “ultimativen Surf-, Multimedia- und Gaming-Maschine”, verspricht der Hersteller. Für das Surfen und Abspielen von Videos kann ich das nach einem kurzen Test so auch bestätigen. Für Ausprobieren von Games hat die Zeit bei der Prduktpräsentation in einem Hamburger Hotel leider nicht gereicht (so groß wie beim iPhone scheint das Angebot von attraktiven Games für Windows Mobile 6.5 auch nicht zu sein). Ich werde aber demnächst ein Testgerät für einen ausführlicheren Praxistest erhalten und dann auch hier von meinen Erfahrungen berichten.

Unter der Haube des HTC HD2 verrichtet Windows Mobile 6.5 als Betriebssystem seinen Dienst. Doch das Microsoft-System bekommt man im täglichen Betrieb quasi nicht mehr zu Gesicht, obwohl sich der Softwaregigant aus Redmond so viel Mühe mit der neuen Oberfläche gemacht hat. Nur wenn man links oben auf das Start-Symbol tippt, landet man in der Umgebung, die Microsoft als Standard für die Smartphones mit WiMo 6.5 vorgesehen hat. Dann findet man auch die Mobileversion des Internet Explorers, den Microsoft als Standard-Browser auf dem Handy empfiehlt. HTC hat sich allerdings für Opera als Software für den Zugriff auf Webseiten entschieden, so das die meisten Besitzer eines HTC HD2 den IE kaum wahrnehmen oder gar benutzen werden.

Die große Unbekannte in der Rechnung mit dem HTC HD2 und Windows Mobile ist der Windows Marketplace for Mobile, über den künftig Microsoft die Anwendungen für seine Smartphone-Plattform vermarkten wird. Das Gegenstück zum iTunes App Store für das iPhone von Apple wird von Microsoft erst in den kommenden Tagen geöffnet.Unabhängig vom Windows Marketplace stattet HTC seine Kunden bereits mit einem Grundgerüst an Programmen aus: So ist etwa auf dem HD2 das Programm mit dem etwas komisch klingenden Namen “HTC Peep” vorinstalliert, das die Taiwanesen als die “zurzeit wohl beste Twitter-Applikation für Windows Phones” beschreiben. Mit dieser Software lassen sich auch Bilder der eingebauten 5-Megapixelkamera in Twitter oder Facebook hochladen. (Für das iPhone gibt es natürlich auch coole Twitter-Anwendungen wie Tweetie, die man sich aber erst in iTunes App Store besorgen muss.)

Ein paar Features des HTC HD2 könnte sich Apple für künftige Versionen des iPhone abschauen: So lässt dich das HD2 über einen integrierten WiFi-Access-Point als WLAN-Router nutzen, um mit dem Laptop oder andere Mobilgeräte via WiFi an die 3G-Mobilfunkverbindung des HD2 drahtlos anzukoppeln. Für das iPhone kenne ich nur das Programm PDAnet, das aber einen “Jailbreak” (Knacken der Programmsperre) am iPhone voraussetzt.

Attraktiv ist auch die Option, über die Micro-USB-Schnittstelle des HTC HD2 eine externe Tastatur anzuschließen und das Smartphone als Notebook-Ersatz nutzen zu können.

Der HTC HD2 kostet nach Angaben des Herstellers 619 Euro und wird in Deutschland laut HTC bei allen vier großen Providern angeboten werden. Weiterhin stattet HTC seine Modelle Touch Diamond 2 und Touch Pro2 mit dem neuen System aus. Bereits ausgelieferte Geräte dieser Modellreihen können über ein Update auf Windows 6.5 und HTC Sense gebracht werden.

Wenn der Chef twittert …

Dilbert.com