Palm kommt bei HP unter: Können Sie “webOS acceleration” aussprechen?

Vor drei Wochen hatte ich noch ein Telefoninterview mit Palm-CEO Jon Rubinstein, in dem der Silicon-Valley-Veteran mich davon zu überzeugen versuchte, dass Palm noch nicht am Ende ist und das Smartphone-Betriebssystem webOS großes Potential hat. Der Optimismus von Rubinstein (und der positive Eindruck, den die beiden neuen Palm-Geräte Pre Plus und Pixi Plus bei mir hinterließen) wurden aber konterkariert durch Schreckensmeldungen des Unternehmens in Sachen Umsatz und Verlust.

Nun ist Palm von HP, dem großen Nachbarn im Silicon Valley, geschluckt worden – nicht von Lenovo, HTC oder einem anderen asiatischen Konzern. 1,2 Mrd. Dollar legt Hewlett-Packard dafür auf den Tisch. Bei Palm keimt nun die Hoffnung auf, dass mit HP das Palm-System webOS eine neue Chance bekommt. Can you say “webOS acceleration”?, fragt Jon Zilber, der bei Palm als “Director of Online Communications” arbeitet, im offiziellen Firmenblog. Kann man für Palm nur hoffen, dass HP nicht nur hinter den Palm-Patenten her war, die in der aktuellen Auseinandersetzung auf dem Mobilfunkmarkt eine immer größere Rolle spielen.

via The Official Palm Blog: Palm and HP

HP to Acquire Palm for $1.2 Billion.

BlackBerry OS 6.0 – RIM spendiert seinen Smartphone runderneuerte Software

Auf diese Meldung haben die BlackBerry-Anwender lange warten müssen. Research in Motion (RIM) spendiert seinen Smartphones endlich eine runderneuerte Software und verspricht, das App-Angebot für BlackBerrys zu pushen. Das neue BlackBerry OS 6.0 enthält künftig einen Browser auf der Basis von WebKit, das auch beim Safari-Browser auf dem iPhone eingesetzt wird. Außerdem will RIM die Steuerung der Touchdisplays komplett neu gestalten. Und auch die Media-Software auf dem BlackBerry soll überarbeitet werden.

BlackBerry OS 6.0 screenshots, details! « Boy Genius Report:

BlackBerry OS 6.0 - Neuer Browser mit Tabs

BlackBerry OS 6.0 - Neuer Browser mit Tabs

Blackberry OS 6 - Startscreen und Mediaplayer

Blackberry OS 6 - Startscreen und Mediaplayer

Peter Kruse auf der re:publica 10

Auf der re:publica 10 haben natürlich alle auf Jeff Jarvis geschaut, der in Berlin aber letztlich nur die These vom “German privacy paradox” aus seinem Blog wiederholte: Die Deutschen sind in der Gruppe wie keine anderen Nationalität darauf fixiert, ihre Privatsphäre zu schützen. Als Einzelpersonen schrecken sie aber nicht davor zurück, ihre “private parts” ganz ungeniert in der Sauna öffentlich zu zeigen – und das ohne Trennung von Männern und Frauen. Am interessantesten fand ich Jarvis’ Bemerkung zum schlechten Bedienbarkeit der Datenschutz-Einstellungen in den Sozialen Netzwerken. Bei einem Videorekorder in den siebziger oder achtziger Jahren habe dieses Phänomen dazu geführt, dass diese Geräte in der Regel mit einem blinkenden Display in der Ecke standen, weil niemand die Uhrzeit auf dem VCR einstellen konnte – geschweige denn es schaffte, erfolgreich eine Aufnahme zu programmieren. “Und dann kam TiVo.” Bei Diensten wie Facebook und MySpace sei ein ähnlich. Kaum ein User sei in der Lage, die ihm genehmen Privacy-Einstellungen vorzunehmen.

Beeindruckt hat mich der Vortrag von Prof. Peter Kruse. Der Bremer Psychologie-Profressor und Inhaber des Methoden- und Beratungsunternehmens nextpractice erläuterte schlüssig, welche Bedeutung das Netz künftig bei der politischen Willensbildung einnehmen wird, weil eine Gruppe von “Digital Residents” in den Netzen sich organisieren und agieren. Man kann diesen Vortrag im Video aunschauen:

Die Folien stehen hier online:

republica2010

So sieht das iPad innen aus…

Die Jungs von iFixit haben das iPad wenige Stunden nach dem Verkaufsstart in seine Einzelteile zerlegt und dort u.a. Speicherchips von Samsung identifiziert. Sie gehen nun auch davon aus, dass der von Apple designte A4-Mikroprozessor ebenfalls von den Südkoreanern hergestellt wird.

Der A4-Chip im iPad

Der A4-Chip im iPad (Foto: iFixit.com)

iPad Teardown – iFixit.

Im Memoriam Ed Roberts, Computer-Pionier und Erfinder des Altair 8800

Ed Roberts im Jahr 1975

Ed Roberts im Jahr 1975

Gestern ist Ed Roberts, Computer-Pionier und Erfinder des Altair 8800, im Alter von 69 Jahren gestorben. Mit dem Bausatz des Altair 8800, der in der Januar-Ausgabe der Zeitschrift “Popular Electronics” aus dem Jahr 1975 vorgestellt wurde, regte Roberts die Phantasie von jungen Computer-Freakts wie Bill Gates und Paul Allen an, die damals erkannten, dass in absehbarer Zukunft der Computer ein persönliches Produkt für den Massenmarkt sein wird.

“Ohne Bildschirm, Tastatur und Festspeicher hatte der Altair nur wenig Ähnlichkeit mit einem heutigen PC. Doch die Computerfreaks waren begeistert”, berichtet Andreas Stolte vom Heinz Nixdorf MuseumsForum. “Mithilfe von Kippschaltern und Leuchtdioden ließen sich einfache Programme schreiben.” In dem Computer-Museum in Paderborn ist der Altair Teil einer umfangreichen Präsentation der PC-Geschichte.



Video: Wie mit dem MITS Altair 8800 die PC-Revolution begann
Ausschnitt aus der TV-Dokumentation “Triumph of the Nerds”
http://www.pbs.org/nerds/

Bill Gates, damals knapp 20 Jahre alt und Student in Harvard, und Paul Allen, der als Programmierer für Honeywell arbeitete, gehören zu denjenigen, die nicht nur das technologische Potenzial des Altair 8800 erkannten, sondern auch die ökonomischen Perspektiven. Kaum hatten sie die Beschreibung des Bausatzes in der “Popular Electronics” durchgelesen, riefen sie den MITS-Inhaber Ed Roberts an, um ihm ein BASIC für den Altair 8800 anzubieten. Schließlich wurde die Kiste damals völlig ohne Betriebssystem oder Programmiersprache ausgeliefert.

Popular Electronics, Januar 1975

Popular Electronics, Januar 1975

“Erregt lasen wir von dem ersten echten Personal Computer, und obwohl wir noch keine genaue Vorstellung davon hatten, wozu er zu gebrauchen wäre, war uns doch schon bald klar, dass er uns und die Welt des Computings verändern würde”, schrieb Bill Gates 20 Jahre später in seinem ersten Buch “The Road Ahead” (Der Weg nach vorn). “Wir sollten recht behalten. Die Revolution ist eingetreten, und sie hat das leben von Millionen Menschen verändert. Wohin sie uns geführt hat, konnten wir uns damals kaum vorstellen.”

BASIC für den Altair existierte nur in der Fantasie der beiden jungen Programmierer. Und da sie auf die Schnelle keinen Altair-Bausatz besorgen konnten, programmierte Allen mit Hilfe eines Handbuchs für den Intel-Mikroprozessor 8080 einen Altair-Emulator für einen Großrechner in Harvard, auf den die beiden Zugriff hatten. Nach fünf Wochen harter Arbeit war das BASIC-Programm fertig – und die erste Firma, die Software für Mikrocomputer schrieb, war geboren. Das erklärt auch, warum Gates und Allen ihr Unternehmen “Microsoft” (damals noch “Mirco-Soft” geschrieben) nannten.

BASIC auf einem Papier-Tape für den Altair 8800

BASIC auf einem Papier-Tape für den Altair 8800

Der geschäftliche Erfolg von Microsoft ließ noch etwas auf sich warten. Zwar verkaufte sich der Altair 8800 und andere Bastel-Mikrocomputer wie der TRS-80 von Radio Shack halbwegs gut, doch häufig tauschen die Nutzer die Lochstreifen mit der Microsoft-Programmiersprache BASIC untereinander aus, so dass Gates und seine kleine Truppe leer ausgingen. Gates beschwerte sich am 3. Februar 1976 in einem “Offenen Brief an die Hobbyprogrammierer” über die Kopiererei und forderte die ersten Nutzern von Personalcomputern auf, nicht länger die Software zu stehlen.

Ed Roberts’ Unternehmen MITS wurde im Mai 1977 von der Pertec Computer Corporation aufgekauft, einem sehr viel größeren Hersteller von Diskettenlaufwerken. Pertec entwickelte noch eine ganze Serie von Altair-Computern und anderen Mikrocomputern, war aber längst nicht so geschäftstüchtig, wie die beiden jungen Microsoft-Gründer. Zum Untergang von Pertec und damit auch des Altair trug auch die Tatsache bei, dass das Unternehmen von Gates und Allen nicht die Rechte am BASIC erworben hatte und Microsoft die Programmiersprache auch für Altair-Clones und andere Personal Computer vermarkten konnten.

Roberts stieg nach der Übernahme durch Pertec aus dem Unternehmen aus und kaufte sich eine große Farm im Wheeler County (US-Bundesstaat Georgia). In den achtziger Jahren realisierte er einen Jugendtraum und studierte Medizin. 1986 promovierte er an der Mercer University. Seit 1988 arbeitete er in seiner Praxis für Innere Medizin in Cochran, Georgia. Roberts starb am 1. April 2010 an den Folgen einer Lungenentzündung.

The Associated Press: PC maker, inspiration for Microsoft dies in Ga.

Bill Gates – What I’m Thinking – Remembering Ed Roberts – The Gates Notes

Top-Ten-List von David Letterman zum iPad

Apple lässt US-Talkshow-Stars das neue Wunder-Gadget iPad präsentieren. Kurz nach der Ankündigung des Table-Computers durch Apple-Chef Steve Jobs durfte bereits TV-Komiker Stephen Colbert das iPad bei der Grammy-Award-Verleihung zeigen. Nun hat ein iPad in die David-Letterman-Show gefunden. Der Talk-Veteran ist nicht gerade ein “digital native”, das wissen wir bereits seit seinem legendären Versuch, den Online-Kurznachrichtendienst Twitter zu erläutern. Daher wundert es auch nicht, dass Letterman bei der Bedienung der digitalen Schiefertafel seine Zunge zur Hilfe nimmt:

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Apple lässt die üblichen Vedächtigen das iPad testen

Das wird Joshua Topolsky, Chefredakteur von Engadget.com, wieder übel aufgestoßen sein. Zwei Tage vor dem Start des iPad-Verkaufs in den USA durften in der US-Presse wieder einmal David Pogue von der New York Times und Walt Mossberg, Kolumnist des Wall Street Journal, vorab ein für den Rest der Öffentlichkeit unerreichbares Apple-Gerät testen. Eine Zusammenfassung der beiden Tests findet man bei iPadUniversum.

Topolsky hatte schon vor Tagen die Vorstellung eines neuen Geräts von Tivo zum Anlass genommen, um sich eine heftige Twitterschlacht mit Mossbergs Kollegin Kara Swisher zu liefern.

Anlass der Kontroverse war ein Testbericht von Mossberg über das neue Tivo Premiere:

I have been testing the new Premiere, and it worked as advertised, with conventional cable programming and with the available Internet sources TiVo (TIVO) supports. But, in my tests, it showed some flaws and, in my view, it doesn’t go nearly far enough in tapping the Internet.

via New TiVo Mixes TV and Internet, but Falls Short

Daraufhin beschwerte sich Joshua Topolsky, Mossberg habe die Sperrfrist für den Testbericht gebrochen:

01kara-swisher-joshua-topolsky-1-3-25-2010-12-22-24-PM

Von Mossberg gab es auf Twitter keine Antwort. Stattdessen sprang Mossberg-Kollegin Kara Swisher in die Bresche:

Damit waren die Spiele eröffnet und es ging munter hin und her:

Erst am nächsten Tag beruhigten sich die Gemüter wieder. Topolsky hatte unterdessen mit Mossberg telefoniert und von ihm glaubwürdig versichert bekommen, dass er keine Sperrfrist von Tivo durchbrochen habe. In seinem Tweet entschuldigte sich der junge Wilde von Engadget bei dem Alten Mann der Tech-Jounalistengarde.

Und auch Kara Swisher wollte nun nicht mehr böse sein.

Quelle: Today’s celebrity Twitter fight: Kara Swisher vs Joshua Topolsky – andreaitis – de.tech.ting – True/Slant