Mehr als ein Video-iPod

Von | Apple

„And yes, it does video.” Mit diesen schlichten Worten teilte Apple-Chef Steve Jobs der Weltöffentlichkeit mit, dass die beiden neuen iPod-Modelle video-tauglich sind. Doch der Apple-CEO kündete in San Jose viel mehr an als zwei portable Video-Player. Der 12. Oktober 2005 wird als der Tag in die Geschichte eingehen, an dem die erste legale Alternative zum schwarzen Video-Download via BitTorrent, eMule etc. geschaffen wurde.

Werbung für den Video-iPod
Foto: Christoph Dernbach
Werbung für den Video-iPod

Vor fünf Wochen mussten die nach London eingeladenen europäischen Journalisten abends noch quer durch die Stadt fahren, um im artsdepot die Übertragung der Jobs-Keynote anzuschauen. Diesmal hatte Apple das zentral gelegene Sendezentrum der BBC als Location ausgesucht. In dem Saal, in dem sich sonst Teenager zu den “Top of the Pops” die Seele aus dem Leib schreien, wurde das Videosignal aus San Jose übertragen. Da weder die BBC noch Apple daran gedacht hatten, in dem Saal einen WLAN-Hotspot aufzustellen und Mobilfunksignale auch nicht zu empfangen waren, ging meine dpa-Story leider eine Stunden später auf den Draht als geplant. In dem benachbarten improvisierten Pressezentrum, direkt neben den großen Bumbum-Boxen der After-Show-Party, konnten wir dann zwar wegen des Lärms kaum telefonieren aber endlich online gehen und unsere Stories absetzen.

Als ich heute morgen dann im Netz gesehen habe, was die Kollegen so geschrieben haben, musste ich mich doch ein wenig wundern. In vielen Berichten wurde fast protokolarisch festgehalten, dass Apple nun den Video-iPod (der bei übrigens bei Apple ganz schlicht iPod ohne jeden Zusatz heißt) auf den Markt gebracht hat. Ich hatte dagegen das Gefühl, einem kleinen historischen Evnet beigewohnt zu haben, das später in einem Atemzug mit ersten Vorstellung des iTunes Musicstores am 28. Februar 2003 genannt wird. So wie der iTMS damals die erste wirkliche legale Alternative zu den illegalen Tauschbörsen bot, so wird sich nun auf der Basis von iTunes ein Ökosystem des legalen Online-Videohandels entwickeln. Die 2000 Musikvideos, die ABC-Shows und die Kurzfilme sind nur der Anfang.

Meine Analyse, die ich für dpa geschrieben habe, kann man u.a.  hier lesen. Übrigens hat der Kurs der Apple-Aktie nur zwei Stunden, nachdem ich die Story auf den Draht gegeben habe, um rund drei Dollar zugelegt und die 50-Dollar-Schwelle locker wieder überschritten.


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