Sony BMG kriegt die Kurve nicht

Von | Apple, Entertainment Tech

Sony BMG hat den Schuss immer noch nicht gehört. Vor einer Woche hatte der Sicherheitsexperte Mark Russinovich entdeckt, dass der Plattenkonzern durch seinen Technologie-Partner First4Internet bei ahnungslosen CD-Käufern heimlich ein gefährliches Rootkit auf dem PC installieren lässt. Doch anstatt sich aufrichtig bei den Kunden zu entschuldigen, eiert Sony/BMG immer noch rum.

Zunächst wollte sich die Plattenbosse davonstehlen, indem sie versprachen, für gängige Anti-Viren-Programme einen “Patch” anzubieten, damit die Sicherheits-Programme das missratene XCP-Kopierschutz von First4Internet nicht mehr als “Malware” einstufen. Nachdem Experten darauf hinwiesen, dass Trittbrettfahrer das den Sony/BMG-Kunden heimlich untergejubelte Rootkit für ihrer Zwecke ausnutzen können, bot Sony BMG ein “Update“ an, mit dem sich angeblich der XCP-Kopierschutz wieder von Rechner entfernen lässt.

Princton-Professor Ed Felten, ein engangierter Kritiker der Musik-Industrie, bezweifelt, ob das Update den XCP-Kopierschutz wirklich restlos von der Platte putzt:

“The update is more than 3.5 megabytes in size, and it appears to contain new versions of almost all the files included in the initial installation of the entire DRM system, as well as creating some new files. In short, they’re not just taking away the rootkit-like function — they’re almost certainly adding things to the system as well. And once again, they’re not disclosing what they’re doing.“

Sony BMG hat auf jeden Fall eine merkwürdige Art, seine zahlende Kundschaft zu behandeln und sie zu ermutigen, auch künftig CDs zu kaufen. Ich kann mir schon lebhaft vorstellen, wie die Verantwortlichen bei Sony BMG demnächst wieder herumjammern, wieviel Umsatz durch illegale Tauschbörsen im bösen Internet verloren gegangen ist.  Sony BMG gehört übrigens auch zu den Labels, die von Apple-Chef Steve Jobs gefordert hatten, die Preise im iTunes Musicstore zu erhöhen.


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