WWDC 2007: Noch ein Eiswasser für die Hölle

Steve Jobs @ WWDC in San Francisco 2007

Es gab nicht das sagenumwobene Ultralight-Notebook, noch nicht einmal einen neuen iMac. Und dennoch bot die Keynote von Steve Jobs auf der Apple-Entwicklerkonferenz WWDC 2007 einen “Hammer“. Apple versucht, den Erfolg von iTunes zu wiederholen und portiert den Mac-Browser Safari auf Windows XP und Vista. Über iTunes sagte Jobs vor einigen Wochen: “It’s like giving a glass of ice water to somebody in hell.

”Lange Gesichter gab es bei vielen Entwicklern, als Steve Jobs sie auf den Safari-Browser verwies, um Anwendungen für das iPhone zu schreiben. Sie hätten sich viel lieber ein echtes SDK gewünscht, um direkt auf das iPhone-OS zugreifen zu können. So müssen die Developer nun ausloten, was man mit Web 2.0 auf dem iPhone so anstellen kann.Die Börse schickte daraufhin den Kurs der Apple-Aktie um rund 4 Dollar nach unten, nachdem zuvor die üblichen Gerüchte das Papier auf ein Jahreshoch getrieben hatten.

Beim WWDC wurde übrigens mal wieder deutlich, warum die Auslandskorrespondenten in Silicon Valley die Presseabteilung von Apple in den USA für die schlechteste PR-Arbeit ausgezeichnet haben (sorry, liebe Münchner, ihr könnt nichts dafür). Zum WWDC 2007 hatten sich rund 200 Journalisten angemeldet, ohne dass sich jemand in Cupertino Gedanken gemacht hatte, wo die Presseleute nach der Keynote ihre Geschichten schreiben und absetzen können. Auf den fehlenden Presseraum angesprochen, zuckte ein arroganter PR-Schnösel von Apple nur mit den Schultern und schlug vor, man könne doch ins benachbarte Starbucks Cafe gehen. Da gebe es sogar einen Hotspot.

Liebe Apple-PR-Leute in Kalifornien, kleiner Tipp für die nächste WWDC: Sprecht mal Archibald Horlitz, den Chef des deutschen Apple-Händlers Gravis, an. Der sponsert Euch vermutlich einen Presseraum, falls Eure Cash-Reserve (derzeit schätzungsweise zwölf Milliarden Dollar) nicht ausreichen sollte, vernünftige Arbeitsbedingungen für Journalisten herzustellen. Hat er mir zumindest vor dem Moscone Center versprochen. 

 
 

Update: Safari wird zumindest in der deutschsprachigen Variante den Windows-Usern derzeit wenig Erleichterung bieten. Wegen eines fetten Fehlers bei der Lokalisierung zeigt das deutsche Windows-Safari keine Überschriften an (einen provisorischen Bugfix gibt es hier). Außerdem haben Experten Sicherheitslücken in der Safari-Beta ausgemacht. Details haben die Kollegen von heise.de. Vielleicht hat man bei Apple “early Alpha” mit “Beta” verwechselt.

Update 2:Mit Safari 3.02 hat Apple nun die gröbsten Bugs beseitigt.

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