Was zum [bleep] hat sich Apple bei iDVD ‘08 gedacht?

Von | Apple, DRM

Auf den ersten Blick hatte mich iMovie ‘08 überzeugt. Nachdem ich die Software ausprobiert habe, fällt mein Urteil nun doch anders aus. Es gibt coole Features wie das Skimming oder der bequeme YouTube-Upload. Für blutige Anfänger ist das sicherlich klasse, aber erfahrene User von iMovie ‘06 müssen das Programm als Rückschritt empfinden. David Pogue hat dazu eigentlich alles geschrieben.
In den Kritiken von iLife ‘08 wird bislang kaum etwas zu iDVD ‘08 gesagt. Ich habe gestern Abend mein (noch mit iMovie ‘06 geschnittenes) Urlaubsmovie mit dem neuen iDVD bearbeitet – und dabei beinahe einen Schreikrampf bekommen. Denn iDVD nervt nun mit DRM-Gezicke. In dem Film habe ich zwei im iTunes-Store gekaufte Songs als Hintergrundmusik verwendet. Ich hatte die Stücke auf dem Rechner gekauft, auf dem ich auch den Film geschnitten hatte und nun die DVD erstellen wollte. Vor dem Abspeichern des DVD-Images erschien nun die Fehlermeldung, der Film enthalte einen Song, der nicht für diesen Rechner freigeschaltet sei. Dann folgte die Aufforderung, den Song in iTunes mit dem Passwort zu autorisieren. Das habe ich dann ungefähr zehn Mal getan, ohne dass die Fehlermeldung in dem iDVD-Projekt verschwand. Erst mit dem Löschen und Wiedereinfügen des Hauptfilms in das iDVD-Projekt konnte ich die Fehlermeldungen vertreiben.
Ich war noch innerlich am Fluchen, da erinnerte ich mich an den Anruf eines dubiosen Schlaumeiers bei uns in der dpa-Redaktion, der sicherlich schon drei Jahre her ist. Der Anrufer bot damals eine “super heiße Story” an, wie nämlich mit Apple-Bordmitteln der Kopierschutz des iTunes Stores ausgehebelt werden könne. Gegen Bezahlung natürlich. Da wir bei dpa grundsätzlich unsere Informanten nicht bezahlen, wurde aus der Geschichte nichts. Es stellte sich dann heraus, dass der Anrufer herausgefunden hatte, dass ein iTunes-Song seinen Kopierschutz verliert, wenn das Stück in iMovie importiert und der Film dann als QuickTime-Movie gesichert wird. Später wurde dann ein Script veröffentlicht, das aber nie richtig funktioniert hat.
Nun hat Apple seine iLife-Suite gegen Anti-DRM-Tools wie FairGame dicht gemacht. Dafür haben die User nun mit kryptischen Fehlermeldungen zu kämpfen. Ich kann nur hoffen, dass sich Steve Jobs mit seiner Initiative für DRM-freie Musik auch bei den Labels durchsetzt, die bislang auf den Kopierschutz bestehen und ihre Kunden unter Generalverdacht setzen.

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