Die iPhone-Kalkulation der FTD: Brutto = netto

AbacusDie Financial Times Deutschland hat in dem Spekulationsgewummel rund um Apples iPhone bislang eine gute Figur abgegeben. Und mit einer hohen Wahrscheinlichkeit dürfte die Botschaft der heutigen Story zum iPhone auch den Kern der Botschaft darstellen, den die Telekom und Apple am Mittwoch verkünden werden („Neben Deutschland wird die Deutsche Telekom das Multimediahandy iPhone von Apple auch in Österreich, den Niederlanden, Ungarn sowie Kroatien exklusiv verkaufen. „). In der FTD-Geschichte steckt jedoch ein dicker Fehler, der immer wieder auftaucht, wenn es um Preise für Apple-Produkte in den USA und in Europa geht.

Die FTD schreibt:

Der Verkauf des Handys soll rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft starten – zum Preis von 399 Euro, etwa 550 $, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Damit verfolgt Apple eine Hochpreisstrategie wie zunächst in den USA. Dort musste der Konzern den Preis vor wenigen Tagen jedoch um ein Drittel von 599 $ auf 399 $ senken, nachdem sich die zunächst starke Nachfrage abschwächte. Der Abschlag hatte zu einer massiven Enttäuschung der Erstkäufer geführt. Um die treuesten Fans zu besänftigen, bietet Apple Erstkäufern nun einen Gutschein für Apples Onlinemusikladen iTunes im Wert von 100 $ an.

Die FTD verschweigt, dass es sich bei den 399 Dollar in den USA um einen Preis ohne Mehrwertsteuer handelt. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass es sich bei den 399 Euro um den Brutto-Preis handelt. Zieht man von 399 Euro die bei uns fälligen 19 Prozent Umsatzsteuer ab, dann landet man bei 335,29 Euro netto. Das entspricht nach dem heutigen Umtauschkurs 464,93 Dollar und nicht „etwa 550“ Dollar, die die FTD ausrechnet. Man kann natürlich darüber streiten, ob Apple das Wechselkursrisiko nicht weniger üppig absichern sollte. Die 1:1-Übertragung des Betrags von Dollar (netto) auf Euro (brutto) wird aber von Apple bereits seit etlichen Monaten praktiziert und hat bislang immer nur zu kleinem Grummeln in der Kundschaft geführt. Wenn man die Preise in den USA und Europa fair vergleichen möchte, müssen allerdings auch Faktoren wie Garantiefristen (in Deutschland gesetzlich länger als in den USA) und andere (vom Standort abhängige Overhead-Kosten) berücksichtigt werden.

Daher gönne ich den FTD-Autoren Volker Müller, Arndt Ohler und Christian Höller jeweils ein iPhone. Da ist nämlich auch ein Taschenrechner eingebaut.

FTD.de – IT+Telekommunikation – Nachrichten – T-Mobile-Töchter erhalten iPhone-Lizenz

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