F-Secure-Virus nun auch in der SZ-Redaktion angekommen

„Getretener Quark wird breit – nicht stark“, sagte Goethe. Und die Süddeutsche Zeitung beweist, dass diese Weisheit auch heute immer noch stimmt. Einige Monate nach der Veröffentlichung der Entdeckung eines Trojanischen Pferdes für das Apple-Betriebssystem Mac OS X und sechs Wochen nach einer ähnlich schwachen Aufbereitung des Themas durch Spiegel Online warnt nun Helmut Martin-Jung vor den „Parasiten im Videoclip„. Jung spannt dabei einen weiten Bogen von den Schwächen in der Beta-Version des  Apple-Browsers Safari für Windows bis hin zum iPhone, in dem auch ein Safari-Browser steckt.

Und schon warnen Sicherheitsexperten davor, das Kultobjekt könnte zum Angriffsziel werden. Als wahrscheinlichste Methode nannte das Arbor securitry engineering and response team (Asert) vor kurzem sogenannte drive-by-downloads, gemeint sind damit Webseiten, die Schwachstellen in Browsern ausnutzen, um ahnungslosen Surfern quasi „im Vorbeifahren“ schädliche Software auf den Rechner zu spielen. Es reicht schon, eine solche Webseite nur aufzurufen, man muss dafür gar nicht mehr klicken.

Trojanisches Pferd für Mac OS XDiese Aussage grenzt schon an groben Unsinn. Der entdeckte Trojaner wird über Porno-Sites verbreitet und verlangt nicht nur einen Klick, sondern die bewusste Installation eines Programms, die mit der Eingabe des Administrator-Passworts bestätigt werden muss.

Bei Jung liest sich das so:

Dazu gehört zum Beispiel der Trick mit dem Internet-Video. Wer darauf klickte, um es zu sehen, erhielt einen Hinweis: Ein Decoder müsse installiert werden, um den Film abspielen zu können. Eine gängige Prozedur, und auch der Rest des Verfahrens wirkte normal. Also schnell das Administrator-Passwort eingegeben, die Frage zu den Lizenzbestimmungen mit Ja bestätigt, kurz gewartet und tatsächlich, jetzt lief das Filmchen.

Ich kenne nicht das Surf-Verhalten in der SZ-Redaktion, aber bei mir ist die Installation eines Video-Codecs von einer Porno-Website keine „gängige Prozedur“.

Apple Parasiten im Videoclip – Computer – sueddeutsche.de

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