Die Spekulationen der Ahnungslosen – Warum das iPhone 2 keinen Intel-Atom-Chip haben wird

Die Plaudereien von Intel-Deutschland-Chef Hannes Schwaderer auf der Feier zum 40jährigen Bestehen des Chipgiganten haben den Kollegen Kai Schmerer von ZDNet zu einer Scoop-Meldung veranlasst: „iPhone kommt mit größerem Display und Intel Atom“ schrieb Schwaderer bei ZDNet.de – nur um einige Stunden später ein Dementi von Intel zu veröffentlichen. Der Sturm im bayerischen Wasserglas reichte aber aus, um die Wogen bei den US-Gerüchte-Sites hoch schlagen zu lassen.

Hat Schwaderer sich nur verplappert und aus Versehen das Geheimnis von einem iPhone-PDA verraten? Nun, ich glaube ZDnet.de (und auch PCGH) verwechseln die Hoffnung von Intel, irgendwann mal eine künftige iPhone-Generation ausrüsten zu können, mit der tatsächlichen Bestückungsliste des iPhones 2, das vermutlich am 9. Juni zum Auftakt der WWDC in San Francisco präsentiert wird.

Folie aus dem Vortrag von Anand Chandrasekher auf dem IDF Schanghai 2008
Folie aus dem Vortrag von Anand Chandrasekher auf dem IDF Schanghai 2008
Was spricht für meine These? Wenn man sich vor Augen führt, welche Geheimniskrämerei Apple-Chef Steve Jobs um die erste iPhone-Generation veranstaltet hat, dann ist es völlig unwahrscheinlich, dass ein Geschäftsführer der der deutschen Intel-Niederlassung im Detail in die Absprachen zwischen Intel-Chef Paul Otellini und Steve Jobs eingeweiht ist.

Zum anderen spricht die bloße Mathematik für meine Aussage: Schwaderer gibt nämlich nur den Stand der Dinge wieder, den Intel auf dem Entwicklerforum IDF vor einigen Wochen in Schanghai vor einer großen Öffentlichkeit verkündet hat. Danach steht im Jahr 2008 die Centrino-Atom-Plattform („Menlow“) für „Mobile Internet Devices“ zur Verfügung. Geräte wie das iPhone, die um einen Faktor 10 weniger Strom verbrauchen als der aktuelle Silverthorne-Prozessor aus der Atom-Reihe, können derzeit nicht mit Intel-Chips betrieben werden. Dazu muss Apple auf den Silverthorne-Nachfolger „Moorestown“ warten, der beim Energiebedarf in etwa auf den Level herunterkommt, den ein Smartphone maximal vertragen kann.

Im Klartext heißt das, eine dritte oder vierte iPhone-Generation könnte eventuell mit Intel-Chips laufen. Das gilt auch für einen Newton-Nachfolger, der immer wieder von den Apple-Fans erwartet wurde aber von Steve Jobs bislang ganz bewusst nicht angekündigt wurde. Das iPhone 2.0 wird dagegen aller Voraussicht nach keine Intel-CPU haben. Und ob Apple nach dem Kauf von P.A. Semi im Jahr 2009 oder 2010 noch auf Intel angewiesen sein wird, steht ohnehin in den Sternen.

[Netzgerüchte: Atom-Kraft im neuen iPhone? – Netzwelt – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten] [iPhone mit Atom-Chip? Missverständnis sorgt für Aufregung – Golem.de]

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