Apples Abschied von der Macworld Expo

Die Macworld Expo in San Francisco und die Consumer Electronics Show in Las Vegas buhlen seit Jahren stets im Januar um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Im Januar 2007 kam es zu einem richtigen Showdown zwischen Steve Jobs und Bill Gates: Damals startete die CES kurz vor der Macworld – und fast alle Journalisten, die nicht direkt nach der Keynote von Bill Gates auf der CES in den Flieger gestiegen waren, um auf der Macworld die Ankündigung des iPhone zu erleben, schauten neidisch rüber nach San Francisco, weil sie schlicht und einfach das Gefühl hatten, auf der falschen Veranstaltung zu sein.

Phil Schiller (r.) spricht nach der Keynote entspannt mit Apple-COO Tim Cook
Phil Schiller (r.) spricht nach der Keynote entspannt mit Apple-COO Tim Cook

In diesem Jahr begann die Macworld Expo ein paar Tage vor der CES. Ich gehe davon aus, dass in nun manche Kollegen, die in San Francisco geblieben sind, in die andere Richtung schauen. Die Ankündigungen von Phil Schiller (iLife ’09, iWork ’09, das 17-Zoll-Macbook und iTunes ohne Kopierschutz) waren einfach zu unspektakulär, um von der Macworld große Geschichten mit nach Hause zu bringen. Damit kein falscher Zungenschlag reinkommt: Phil Schiller hat eine gute Keynote geliefert. Und es ist sicherlich auch eine gute Idee, Leute wie den Programmierer von iMovie aus der Anonymität auf die Bühne des Moscone Centers zu holen. Aber im Vergleich zu den Vorjahren hatte Apple wenig an Produktneuheiten zu bieten. Und auch andere große Aussteller auf der Macworld wie Microsoft präsentierten nur kleinere Produktverbesserungen (in diesem Fall eine verbesserte Anbindung an Exchange- und Sharepoint-Server).

Ich werde die Macworld gleichwohl vermissen. Ich traf man Kollegen aus aller Welt, mit denen man fundiert und entspannt über die Strategie von Apple diskutieren konnte. Und mit etwas Glück, kam man mit Leuten wie Andy Hertzfeld, David Pogue oder Guy Kawasaki ins Gespräch.

Nun schauen wir mal, was Steve Ballmer heute Abend im Venetian in Las Vegas zu bieten hat. Er tritt das schwierige Erbe von Bill Gates an, der elf Mal als Keynote-Speaker auf der CES aufgetreten war und sich im vergangenen Jahr (mit einer eher lauen Präsentation) in sein neues Leben als Gutmensch verabschiedet hatte. Robert Scoble twittert: „Microsoft has something cool coming out tomorrow night. Will it make me cry? No, but it might get me to sing its praises.“ Das klingt ja ganz viel versprechend.

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