Kategorie-Archiv: Anti-Spam

Der brandneue Vista-PC als virtuelle Littfassäule

The problem is a lack of respect for the consumer. The manufacturers don’t act as if the computer belongs to you. They act as if it is a billboard for restricted trial versions of software and ads for Web sites and services that they can sell to third-party companies who want you to buy these products.

Walt Massberg in seiner Kolumne “Personal Technology”

Das Orakel von Davos

“Two years from now, spam will be solved”, versprach Microsoft-Mitbegründer Bill Gates auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Klingt doch gut. Kein Spam mehr in zwei Jahren. Schade nur, dass der Chef-Software-Architekt von Microsoft diese Prognose auf dem Weltwirtschaftsforum im Januar 2004 gemacht hat…

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Apple-Bashing

Es gibt ja Kollegen, die meinen, dass Apple in der Presse viel zu gut weg kommt. Ich glaube dagegen, dass Apple mit dem anhaltenden Erfolg von der Presse immer kritischer beobachtet wird. Die fast hysterische Berichterstattung über die vermeintliche Spionage-Funktion in iTunes beweist das.

Steve Jobs
Foto: Christoph Dernbach
Apple-Chef Steve Jobs auf der MacWorld Expo 2006 in San Francisco

In den USA maulten im vergangenen Herbst etliche Kolumnisten über die angeblich unkritische Haltung der Journaille gegenüber Apple: Jack Shafer knüpfte sich für Slate in einem langen Stück die “Apple Polisher” vor: “Ich hasse nicht Apple. Ich hasse noch nicht einmal Apple-Liebhaber. Ich verachte aber die Legionen der Apple-Polierer in der Journalistenschaft. Sie bejubeln jedes kleine Gadget, das Apple in einer Parade durch die Straßen von Cupertino trägt, als wären sie Mitglieder des Obersten Sowjet, die sich die neusten Interkontinentalraketen auf der Mai-Parade anschauen.”

Und auch der bekannte Kolumnist John C. Dvorak maulte in seiner Kolumne Media Bias and Technology Reporting über das (positive) Vorurteil, das Apple in den Medien zuteil werde. Die schlechte Presse für Microsoft und die gute Presse für Apple habe einen einfachen Grund: “Die Technologie-Journalisten in den Tageszeitungen und Magazinen haben wenig Ahnung von Computern und benutzen alle einen Mac. (…) Ich könnte 50 von ihnen auflisten. Die Leser sollten sich deshalb nicht über die übermäßige Erwähnung von Apple Computer wundern. Jedes Mal wenn Steve Jobs niest, ertönt ein kollektiver Chor mit ‘Gesundheit’ der Technologie-Autoren, die an ihren Macs sitzen.”

Dvorak muss allerdings echte Wahrnehmungsstörungen haben. Selbst in den USA ist die Zeit längst vorbei, in der die Mehrheit der Journalisten an einem Mac gearbeitet hat. Schaut man sich auf großen Events für Technologie-Journalisten wie der Consumer Electronics Show in Las Vegas im Pressezentrum um, registriert man für die PowerBooks und iBooks von Apple zwar einen höheren Anteil als im Gesamtmarkt. Doch über Dreiviertel der Journalisten sitzen brav vor Ihren Dell-Laptops, ThinkPads, Toshiba-Notebooks oder anderen Windows-Maschinen.

Wenig zimperlich gingen die Kollegen auch im jüngsten Fall mit Apple um:

[heise.de] – iTunes will nach Hause telefonieren

[cnet] – Apple’s iTunes raises privacy concerns

[pcmag.com] – Is Apple Invading Your Privacy?

[Consumeraffairs] – iTunes Includes “iSpy” Feature

[Macworld] – MWSF: Apple ships ‘SpyTunes’ MiniStore

Und, und, und, und …

Was war passiert? Auf der MacWorld Expo präsentierte Steve Jobs eine neue Version der iLife-Suite, zu der auch ein gering modifizierter Musikplayer iTunes 6.02 (Build 23) gehört. Mit dieser iTunes-Version, die auch über die Software-Aktualisieren-Funktion von Mac OS X installiert werden kann, führt Apple einen so genannte Mini-Store ein, der die ID-Tags der aktuell gespielten Musikstücke auswertet. Im Stil einer Amazon-Empfehlung (“Kunden, die dieses Buch gekauft haben, haben auch diesen Titel gekauft.”) bietet iTunes dann ähnliche Musiktitel an. Nachdem man die neue iTunes-Version installiert hat, kann man folgenden Hinweis auf dem Bildschirm sehen:

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Ein Stück weiter rechts steht dann dieser, eigentlich nicht zu übersehende Hinweis:

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Schaltet man den MiniStore ein, erscheint beispielsweise beim Anhören von “Wish You Were Here” von Pink Floyd folgender Frame unter dem Hauptfenster von iTunes, egal ob das Stück nun im iTunes-Store gekauft, von einer CD gerippt oder auf anderen Wege besorgt wurde (es muss aber mit den MP3-ID-Tags versehen sein).

iTunes MiniStore

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Nun sind permanente Kaufempfehlungen sicherlich nicht jedermanns Sache. Die bösen Schlagzeilen über die angebliche Verletzung des Datenschutzes hat Apple aber meiner Ansicht nach nicht verdient. Zum einen speichert Apple diese Daten nicht. Außerdem kann man den MiniStore samt Übertragung der ID-Tags mit einem Klick abschalten. Die PR-Abteilung in Cupertino wird in den kommenden Monaten alle Hände voll zu tun haben. Und das nicht nur, weil Apple uns in diesem Jahr nach einem geglückten Start mit weiteren coolen Produkten beglücken wird.

Update: Ich bin inzwischen von mehreren Seiten darauf hingewiesen worden, dass Apple in den ersten Tagen nicht so deutlich darauf hingewiesen hat, dass Daten übertragen werden und wie man den MiniStore wieder abschalten kann. Vor diesem Hintergrund sind sicherlich viele der von mir kritisierten Headlines besser nachvollziehbar. Bemerkenswert ist dann aber, wie schnell Apple auf die (in meinen Augen immer noch überzogene) Kritik reagiert hat. 

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“A1″ von Microsoft: Steaksoße für Windows

Softwaregigant Microsoft steigt in den Markt der Sicherheitssoftware ein und wird noch in dieser Woche einen so genannten Spyware-Killer für einen größeren Testlauf freigeben, der unerwünschte Spionage-Programme auf dem Personal Computer (“Spyware”) entdecken und entfernen kann. 

Nach Informationen von Mary Jo Foley, der üblicherweise gut unterrichteten Macherin von Microsoft-Watch.com, wird Microsoft das unter dem Codenamen “A1” entwicklete Anti-Spyware-Tool seinen Kunden als Abo-Service anbieten. Dieses Abo soll dann auch die neue Anti-Virus-Software samt Aktualisierungsservice umfassen, das Microsoft noch in diesem Jahr auf den Markt bringen will.

Ein (nicht näher benannter) Partner von Microsoft verweist in dem Artikel auf die Parallelen zwischen der Steaksoße “A1” von Kraft und Microsofts “A1”: “A1 ist eine Steaksoße, die aus einer Mischung unterschiedlicher Gewürze und Würzmitteln wie Malzessig, Datteln, Mango-Chutney und Orangenmarmelade besteht.  Dieser Suite von Gewürzen wird entworfen, um Fehler im Primärprodukt Fleisch zu verstecken und wird normalerweise getrennt von dem Steak angeboten.”

Update: Die Beta-Version kann inzwischen

hier heruntergeladen werden.

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