Apple

12 Stunden vor dem Launch von Windows Phone 7 – die Top-Stories von Engadget.com

So sieht derzeit die Homepage von Engadget.com aus. Apple verdirbt irgendwie Microsoft die Party…

Screenshot engadget.com

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Der Schlagabtausch um Android

Steve Jobs

Steve Jobs auf der WWDC 2010

Die Attacke kam unerwartet. Seit über zwei Jahren hatte Apple-Chef Steve Jobs sich nicht mehr bei einer Telefon-Konferenz zu den Quartalsergebnissen des Unternehmens, dem Earnings-Call, zu Wort gemeldet. Und um die Geschäftszahlen des vierten Quartals der Apple Inc. ging es dem CEO auch nur am Rande. Jobs nutzte die Gelegenheit, um fünf Minuten lang über das Smartphone-Betriebssystem Android abzulästern.

Apple habe mit dem iPhone den Konkurrenten RIM (Blackberry) überholt, sagte Jobs selbstbewusst und stellte dann die Zahlenangaben von Google-Chef Eric Schmidt zum Absatz der Android-Smartphones in Frage.

Well, what about Google? Last week, Eric Schmidt reiterated that they are activating 200,000 Android devices per day. And have around 90,000 apps in their App Store. For comparison, Apple has activated around 275,000 iOS devices per day on average for the past 30 days with a peak of almost 300,000 iOS devices per day on a few of those days. And Apple has 300,000 apps on its App Store.

Unfortunately, there is no solid data on how many Android phones are shipped each quarter. We hope that manufacturers will soon start reporting the number of Android handsets they ship each quarter. But today that just isn’t the case. Gartner reported that around 10 million Android phones were shipped in the June quarter and we await to see if iPhone or Android was the winner in this most recent quarter.

Die durch Google vorgenommene Charakterisierung von Android als “open” und iOS als “closed” sei “unaufrichtig”. Android werde von den Geräteherstellern wie HTC oder Motorola mit “proprietären Oberflächen” versehen. Das widerspreche dem Ansatz von “open”, wie ihn beispielsweise Microsoft bei den PCs gewählt habe. Die Entwickler von Windows-Programmen könnten sich schließlich darauf verlassen, dass Windows überall gleich aussehe.

Die Antwort von Google ließ nicht lange auf sich warten. Android-Manager Andy Rubin entgegnete auf Twitter:

Tweet von Andy Rubin

Die für Non-Geeks und Nicht-Programmierer unverständliche Entgegnung zeigt im Kern worum es in der Auseinandersetzung zwischen Apple und Google geht. Google-Mann Rubin will mit seinem Tweet beweisen, wie offen Android wirklich ist, weil sich jeder den Quellcode des Betriebssystem von einer offen zugänglichen Quelle ganz legal herunterladen kann, um sich seine eigene Android-Version zu kompilieren.

Ungewollt bestätigt aber Rubin mit seiner Einlassung eine These von Jobs, nämlich dass Android zumindest für die Anwender viel zu kompliziert sei. In seinem “Rant” gegen Android hatte Jobs in diesem Kontext kritisiert, wie sehr die Android-Szene fragmentiert ist. Dabei verwies Jobs auf Zahlen von TweetDeck, die beim Beta-Test der aktuellen Version von TweetDeck for Android erhoben wurden. Man habe es mit mehr als 100 verschiedenen Versionen der Android-Software auf 244 unterschiedlichen Handsets zu tun gehabt. (Die Zahlen kann man in diesem Blog-Post von TweetDeck nachlesen).

Android Ecosystem - Geräte

Android Ecosystem - Geräte

Android Ecosystem - OS-Versionen

Android Ecosystem - OS-Versionen

Die Macher von TweetDeck wollen sich wiederum nicht als Kronzeugen von Jobs in den Zeugenstand rufen lassen. Per Twitter meldete sich TweetDeck CEO Iain Dodsworth zu Wort:

Die Kritik von Jobs bezieht sich aber nicht nur auf die Vielfalt der Android-Versionen und -Geräte. Auch die unübersichtliche Vielfalt der Software-Läden für Android-Programme stelle sowohl für die Entwickler als auch für die Anwender ein Problem dar. Es gebe Beispiele dafür, dass offene Systeme “nicht immer gewinnen”, sagte Jobs und erinnerte an die das gescheiterte PlaysForSure-Konzept von Microsoft. Die offene Vielfalt von PlaysForSure sei letztlich durch eine Kopie des iPhone-Konzeptes in Form des Zune-Players abgelöst worden.

Die Debatte um Open vs. Closed sei eine “Nebelkerze”, so Jobs und umschrieb die Unterschiede zwischen Android und iOS als fragmentiert gegen ganzheitlich (“integrated”).

Der komplette Wortlauf des Earning-Calls kann hier nachgelesen werden.

Apple: Wenn Du eine Religion kritisieren möchtest, schreibe ein Buch

Wenn man in der Vergangenheit von Apple wissen wollte, warum eine iOS-App nicht in den iTunes App Store aufgenommen wurde, zeigten sich die Verantwortlichen in der Vergangenheit einsilbig.

Die mit Abstand meisten Apps, die wir zurückweisen

  • tun nicht das, was sie vorgeben zu tun
  • nutzen private Programmier-Schnittstellen (APIs)
  • oder stürzen ab

sagte Apple-Chef Steve Jobs auf der Entwickler-Konferenz WWDC im Juni 2010. Und sein Team wiederholte diese Aussage wie ein Mantra.

3 Gründe, warum eine App zurückgewiesen wird

3 Gründe, warum eine App zurückgewiesen wird

Vielleicht hat man auch in Cupertino inzwischen mitbekommen, dass sich unter den iOS-Entwicklern zunehmend Unmut aufgestaut hat. Zum einen mussten sie seit der letzten umfassenden Änderung der AGBs im vergangenen April auf Cross-Plattform-Entwicklungsumgebungen wie das Adobe Flash SDK oder .NET von Microsoft verzichten. Und selbst wenn sie sich bei der App-Entwicklung an die (technischen) Spielregeln gehalten hatte, konnten sie nicht immer sicher sein, dass ihre Anwendung dann auch letztlich im iTunes Store auftauchen wird.

Vor diesem Hintergrund kann man die Veröffentlichung der neuen App Review Guidelines bahnbrechend nennen. Apple zwingt die Entwickler nun nicht mehr dazu, allein das iOS-SDK von Apple zu verwenden, das nur auf einem Mac läuft. “Dies sollte den Entwicklern die gewünschte Flexibilität, die Sie wünschen”, erklärte Apple. Und es hält dem iPhone-Hersteller mit Sicherheit die Kartellbehörden vom Hals, die schon damit begonnen hatten, sich das Kleingedruckte der Apple-Guidelines anzuschauen. Die Aktie von Adobe machte am Donnerstag einen Sprung von acht Prozent, weil nun manche Investoren eine goldene Zukunft für das Flash-SDK sehen.

Mit den neuen Guidelines von Apple erhalten die Entwickler nun auch endlich einen umfassenden Einblick in das Zulassungssystem von iTunes. Hier kann man nun u.a. lesen:

  • Wir sehen einen Unterschied zwischen Apps und Büchern oder Songs, die wir nicht bewerten. Wenn Du eine Religion kritisieren möchtest, schreibe ein Buch
  • Wir haben über 25.000 Anwendungen im Apps Store. Wir brauen keine weiteren Furz-Apps. Wenn Deine App nicht etwas Nützliches macht oder irgendeine Form nachhaltiger Unterhaltung (“lasting entertainment”) bietet, wird sie vielleicht nicht akzeptiert.
  • Wenn Deine App so aussiehts, als hättest Du sie in ein paar Stunden zusammengeschustert (“cobbled together”) oder wenn Du Deine erste Übungs-App im Store unterbringen möchtest, um Deine Freunde zu beeindrucken, bereite Dich bitte auf eine Absage vor. Wir haben jede Menge ernsthafte Entwickler, die ihre Qualitäts-Apps nicht von Amateur-Stücken umgeben wissen wollen.
  • Wir werden Apps zurückweisen, wenn der Inhalt oder das Verhalten der App eine Linie überschreitet. “Welche Linie”, fragst Du? Nun, wie ein Richter am Supreme Court einmal gesagt hat: “Ich werde das wissen, wenn ich sie sehe.” Und wir glauben, Du weißt auch, wenn Du diese Linie überschreitest.
  • Wenn Deine App zurückgewiesen wird, dann kannst Du Dich an ein Review Board wenden. Wenn Du zur Presse läufst und uns beschimpfst (“trash us”), wird Dir das nicht helfen.

Danach folgt eine detaillierte Auflistung der möglichen Fallstricke aus den Bereichen Funktionalität, Metadaten (Beschreibung der App im Store), Ortsinformationen, Push-Mitteilungen, Game-Center, iAds, Warenzeichen, Multimedia-Inhalte, User-Interface, Kaufvorgang sowie Inhalte-Scraping und Aggregation. Außerdem darf die App natürlich nicht das Gerät beschädigen.

Beim Umgang mit Satire und “persönlichen Attacken” ist Apple weiterhin ziemlich restriktiv, lockert aber für “professionelle politische Satiriker und Komiker” die Bestimmungen, nachdem zuvor die Ablehnung einer App des Pulitzer Preis-Gewinners Mark Fiore für große Negativ-Schlagzeilen gesorgt hatte. Apple möchte auch keine Gewalt-Apps oder Anwendungen mit “zweifelhaftem Inhalt”, genauer gesagt “übermäßig anstößige oder rohe Inhalte” bzw. “Apps, die hauptsächlich dazu bestimmt sind, zu stören oder bei den Usern Nutzer hervorzurufen”. Porno-Apps werden ebenfalls verbannt. Apple bezieht sich dabei auf die Definition des Begriffs “Pornografie” im Webster’s Dictionary. Weiterhin möchten die Verantwortlichen in Cupertino keine Hass-Anwendungen, die gegen Religionen, Kulturen oder Rassen hetzen.

Bei Gawker werden die neuen Richtlinien polemisch als die neuen “Zehn Gebote des Steve Jobs” zusammengefasst. Wired freut sich darüber, dass der Text etliche Fragen beantworte, ist aber auch der Meinung, dass die Guidelines noch einige Fragen offen lassen. macht Euch Eurer eigenes Bild. Hier kann man die kompletten Guidelines herunterladen:

Apple App Store Review Guidelines

Focus beim Thema Apple wieder auf dem Holzweg?

Das Nachrichtenmagazin Focus widmet Apple und seinem Chef Steve Jobs die aktuelle Titelgeschichte (“Der Imperator – Wie Steve Jobs mit Apple die Welt revolutioniert und bevormundet”). Auf zehn Seiten werden dort Archivstücke aus den letzten drei Jahrzehnten mit aktuellen Geschehnissen wie dem “Antennagate” und dem “SpyPhone”-Patent zusammengerührt. Ich habe kaum etwas gefunden, was man nicht zuvor woanders gelesen hätte (z.B. hier). Nur eine kleine Passage war mir neu:

Ausriss Focus

Ausriss Focus

Nach FOCUS-Informationen ist Apple im Begriff, ins Auto vorzudringen. In Kooperation auch mit deutschen Herstellern wie BMW entwickeln die Amerikaner ein Gerät auf iPhone-Basis für Pkws. Es soll Navigationssysteme ersetzen und zugleich “Kommandozentrale” und Unterhaltungseinheit im Fahrzeug werden.

So etwas Ähnliches hatte Focus allerdings schon einmal geschrieben – und zwar im Juni 2007. Damals hieß es:

Tatsächlich steuert das Unternehmen seit der Erfolgsstory seines Musikplayers iPod zunehmend weg vom Image des Computerherstellers – hin zum Vollsortimentler für den digitalen Alltag. Nun drängt Apple in die nächste Bastion der modernen Lebenswelt: Mercedes wird seine Fahrzeuge nach FOCUS-Informationen voraussichtlich ab 2009 exklusiv mit Hightech aus den Entwicklungslaboren des einstigen Computerkonzerns ausrüsten. Nach sechs Monaten sollen auch andere Autohersteller folgen.

Focus zitierte auch damals keine Quelle, es gab nicht einmal einen vagen Hinweis. An anderer Stelle führte das Magazin aus:

Nach FOCUS-Informationen soll das Gerät, das der US-Computerhersteller derzeit entwickelt, Unterhaltung, Kommunikation und Navigation in einer Einheit kombinieren. Mercedes wird die neue Apple-Garnitur für sechs Monate exklusiv anbieten. Mit einer Markteinführung ist voraussichtlich 2009 zu rechnen. Unklar ist noch, ob Apple – ähnlich wie beim iPhone – auf Google Maps als Navigationshilfe vertrauen wird.

Ich hatte damals schon vermutet, dass Focus sich mit seiner Story mächtig verfahren hat. Und tatsächlich: Das Jahr 2009 ging ins Land, ohne dass Mercedes-Kunden eine Unterhaltungs- und Navigations-Kombi von Apple buchen konnten. Und vermutlich werden auch die BMW-Fahrer lange Zeit warten müssen, bis die Münchner Autobauer ein Herzstück ihrer Entwicklung, die Gestaltung der grafischen Benutzeroberfläche der digitalen Anwendungen im Fahrzeug, an Apple outsourcen werden. Wetten?

Cupertino untersagt Verkauf von Eierbechern: Manchmal hat Apple einen Sprung in der Schüssel


eiPott-Eierbecher - Kann man den wirklich mit einem iPod verwechseln?

eiPott-Eierbecher - Kann man den wirklich mit einem iPod verwechseln?

Diesen Eierbecher haben wir auch zu Hause. Freunde habe meinen Töchtern zwei “eiPotts” geschenkt, weil sie das Wortspiel mit dem Namen des Apple-Musikplayers witzig fanden (meine Töchter und ich übrigens auch).

In der Apple-Zentrale in Cupterino scheinen die Verantwortlichen offenbar zum Lachen in den Keller zu gehen und verstehen beim eiPott der Firma koziol aus Erbach (im Odenwald) keinen Spaß. Und deshalb haben Apple-Anwälte nach einem Bericht der B.Z. dem Anbieter vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg untersagen lassen, die Eierbecher unter dem Namen “eiPott” zu vermarkten.

Wenn der “eiPott” weiter unter diesem Namen vertrieben wird, soll eine Ordnungsstrafe in Höhe von 250 000 Euro fällig werden. Das Gericht habe die Entscheidung damit begründet, dass “eiPott” eine künstliche Wortschöpfung sei und “zudem als Bezeichnung für einen Eierbecher unüblich”.

Die Firma koziol muss ihre eiPotts umbenennen

Die Firma koziol muss ihre eiPotts umbenennen

Die spinnen, die Kalifornier. Und die Richter in Hamburg übrigens auch.

BZiPhone – Apple gewinnt Rechtsstreit. Eierbecher “eiPott” verboten!.

(Danke, Andrej)