Kategorie-Archiv: Gadgets

Mein Tag mit Siri im iPhone 4S

Siri-LogoIch habe die vergangenen Tage das iPhone 4S ausprobieren können. Besonders beeindruckt hat mich die Spracherkennungs- und Sprachsteuerungs-Funktion Siri. Hier ein paar Beispiele von Siri-Antworten auf Fragen, die nicht alle wirklich ernst gemeint sind:

:http://homepage.mac.com/cdernbach/filechute/unterhaltung_mit_siri.mp3|titles=Praxistest

Download MP3-Datei (wenn Adobe Flash für den Audio-Player nicht unterstützt wird)

Mein vollständiger Testbericht zum iPhone 4S steht hier bei iPhoneWorld.

Die in dem Audio-Stück erwähnten Antworten von Siri im Screenshot (plus einige zusätzliche Siri-Beispiele). Zum Durchblättern der Screenshot-Gallerie einfach auf das Bild oder die Navigationspfeile klicken.

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Im Werbespot von Apple, der in den USA im Fernsehen läuft, sind einige Funktionen zu sehen, die es in der deutschsprachigen Version nicht gibt, beispielsweise die Abfrage der Verkehrslage in der Umgebung oder die Umrechnung von verschiedenen Maßeinheiten via wolframalpha.com:

Jambox von Jawbone

Wer für sein Smartphone oder MP3-Player einen möglichst kompakten Lauftsprecher sucht, dem kann ich die Jambox von Jawbone empfehlen. Mit einer Kantenlänge von 151mm x 57 x 40 mm passt die kleine Box in jedes Handgepäck, um auf einer Reise mit der eigenen Musiksammlung das Hotel-Zimmer ein wenig heimisch zu machen. Und der Klang ist wirklich nicht schlecht. Die Box ist für neue Handys, wie HTC Smartphones bestens geeignet. Sie kann über Bluetooth oder ein Kabel mit Klinkenstecker angesteuert werden. Mit einem eingebauten Mikrophone kann sie auch als Mini-Telefonkonferenzanlage eingesetzt werden. In dem Video werden noch ein paar weitere Einsatz-Szenarien gezeigt.

Leitet das iPad ein neues Computer-Zeitalter ein?

Die Spekulationen um den Tablet-Computer von Apple, die viele Wochen lang die Blogs und Technologie-Sites in aller Welt beschäftigt haben, sind nun Geschichte. Steve Jobs hat das “iPad” vorgestellt, mit dem Apple eine Lücke zwischen Handy und Laptop schließen will. Im Vergleich zu der lahmen Einführung der Slate-PCs durch Microsoft-Chef Steve Ballmer auf der CES kam Jobs enthusiatischer und überzeugter daher: “Mit Apples fortschrittlichster Technologie haben wir ein magisches und revolutionäres Gerät entwickelt, das wir zu einem unglaublichen Preis anbieten können.”, sagte Jobs den Zuschauern im Yerba Buena Center for the Arts in San Francisco.

Das Apple iPad

Das Apple iPad

Beim Bestseller-Autor Nicolas Carr, der in seinen Büchern den technologischen Wandel hin zur “Internet-Cloud” beschreibt, fiel Jobs Botschaft auf fruchtbaren Boden. “Hello iPad, Goodbye PC”, heiß der Titel seines Aufsatzes, der in The New Republic und auch der FAZ erschien.

Die Ära des Personalcomputers ist zu Ende gegangen, als Steve Jobs gestern in San Francisco die Bühne erklomm, um das iPad vorzustellen, Apples Version eines Tablet-Computers. Was den Moment zu einem epochalen machte war nicht so sehr der Apparat an sich – ein überdimensionierter iPod Touch, ausgerüstet mit einer E-Reader-Applikation und ein paar anderen neuen Besonderheiten -, sondern der Wirbelsturm, der seine Ankunft begleitete.

Mit dem neuen Gerät von Apple werde ein fundamentaler Wandel der Computernutzung einsetzen. Weil das Internet die traditionellen Produkte der Medien aufgesogen hat – Musik, Fernsehshows, Filme, Spiele, die gedruckte Welt -, haben wir begonnen, unsere Computer als multifunktionale Mediaplayer zu sehen.

Als radikales Gegenprogramm zu Carr melden sich nun (wie von David Pogue richtig vorhegesagt) unzählige Blogger und Tech-Journalisten zu Wort, die an dem iPad herumkritteln und lange Listen von fehlenden Features veröffentlichen.

  • kein Mulitasking
  • keine Unterstützung für Adobe Flash
  • Batterie nicht durch den Anwender austauschbar
  • keine Video-Kameras
  • kein OLED-Bildschirm
  • kein HDMI-Ausgang
  • kein USB-Port
  • kein Slot für Speicherkarten
  • Anschluss an Monitor nur über Adapter
  • verwendet keine normalen SIM-Karten, sondern nur Micro-SIM

Irgendwie klingen diese Artikel alle wie der Beitrag von Ian Fried von CNet nach der Präsentation des ersten iPods durch Steve Jobsim Oktober 2001. Fried zitierte damals Analysten wie Stephen Baker von NPD Intelect, der bezweifelte, dass Apple mit dem iPod eine Nische in dem Markt erobern könne.

Stephen Baker, an analyst at NPD Intelect, said that the iPod will likely stand out for its large storage capacity but predicted that the device may have trouble digging out a niche in the market.

Die Kritik am ersten iPod machte sich damals vor allem an dem hohen Preis von 399 Dollar fest sowie der Tatsache, dass der iPod damals nur mit dem Mac bestückt werden konnte. Nach einem langsamen Start hob der iPod aber ab. Inzwischen hat Apple 250 Millionen iPods verkauft und den gesamten gigantischen Markt der portablen Musikplayer fest im Griff.

An eine ähnliche Situation bei der Premiere des iPhone erinnert Stephen Fry, der nicht im Verdacht steht, ein Apple-Fanboy zu sein.

In June 2007 when the iPhone was launched I collected a long list of “not impressed”, “meh”, “big deal”, “style over substance”, “it’s all hype”, “my HTC TyTN can do more”, “what a disappointment”, “majorly underwhelmed” and similar reactions. They can hug to themselves the excuse that the first release of iPhone was 2G, closed to developers and without GPS, and that cut-and-paste and many other features that have since been incorporated. Neither they, nor I, nor anyone, predicted the game-changing effect the phone would so rapidly have as it evolved into a 3G, third-party app rich, compass- and GPS-enabled market leader.

Auch die bekannte Cruftbox argumentiert in diese Richtung und erinnert daran, dass Apple trotz der Kritik an den Mängeln der ersten iPhone-Generation einen glänzenden Absatzerfolg landen konnte:

No 3G network? No MMS? No apps on the iPhone? No replaceable battery? Oh, your complaints were endless. You were sure that the iPhone was doomed because it didn’t meet all your requirements.
And what happened? Well, Apple has sold 40 million iPhones. FORTY MILLION. They have become the largest mobile device company in the world.

Oh Internets, I know you won’t believe till you hold one in your hands. You’ll bang on about features, data plans, DRM, open source, and a multitude of issues. You’ll storm the message boards, wring your hands, and promise you won’t buy one till ‘Gen 2’. The din will grow and grow as time passes.
And then one day, in a few months, you will actually hold one and use it. And you will say, “I want one. Iwant one right now.”

Für einen Erfolg des iPad sprechen meiner Ansicht nach vor allem zwei Dinge: Die Vielzahl der bereits vorhandenen Anwendungen und der Preis. So werden zum Verkaufsstart des Tablet-Computers im März rund 140 000 Programme aus dem iTunes App Store zur Verfügung stehen, die ursprünglich für das iPhone und den iPod Touch geschrieben wurden. Für die Entwickler dieser «Apps» ist es außerdem eine Kleinigkeit, ihre Software auf den größeren Zehn-Zoll-Bildschirm des iPad zu optimieren. Jeder iPhone-Entwickler wird in diesen Tagen fieberhaft daran arbeiten, seine Anwendung für das iPad anzupassen. Und der frühe Vogel fängt den Wurm. Wer sich mit seiner iPad-App beeilt, hat auch gute Chancen, von den iPad-Besitzern wahrgenommen zu werden.

Martin Nisenholtz und seine Kollegen von der The New York Times zeigen ihr iPad-Anwendung beim Launch des Tablet-Computers von Apple

Ich bin mir auch sehr sicher, dass das iPad ein Statussymbol bei all denjenigen werden wird, die beruflich Präsenationen vorführen müssen. Durch die geniale Erweiterung der iWorks-Suite auf das iPad (für nur 9,95 Dollar pro Anwendung) sind alle Voraussetzungen dafür gegeben. Steve Ballmer sollte sich übrigens die Minuten der Video-Aufzeichnung der Keynote mit der Präsentation der iPad-Version von iWorks durch Phil Schiller genau anschauen, denn Apple zeigt hier sehr genau, wie wichtig eine komplette Überarbeitung der grafischen Benutzeroberfläche für einen Tafel-Computer ist. Die Präsentation der Slate-PC durch Ballmer auf der CES war unter anderem deswegen ein Deseaster, weil Ballmer auf dem Display mit seinen Fingern die winizigen  Bedienelemente der Windows-7-Version nur schlecht treffen konnte. Wenn die Slate-PCs ein Erfolg werden sollen, muss Microsoft von der GUI des Windows-Desktops deutlicher als bislang vorgesehen Abstand nehmen.

Wie sieht es mit dem Preis aus? 499 Dollar für die einfachste iPad-Variante klingt erstmal nicht schlecht. Vermutlich wird hierzulande die Ziffer für den Nettopreis in Dollar (ohne Mehrwertsteuer) mehr oder weniger 1:1 in den Bruttopreis in Euro umgesetzt werden, vielleicht werden es auch nur 449 Euro. Wer das iPad unterwegs intensiv nutzen möchte, wird um eine UMTS-Variante nicht herumkommen, für die Apple in den USA jeweils einen Aufschlag von 130 Dollar verlangt. Daher wird der Durchschnittspreis eines iPad vermutlich dichter am Niveau des Spitzenmodells (64 Gigabyte Hauptspeicher und UMTS-Modem) von 829 Dollar liegen als bei 499. In Zeiten wie diesen, haben viele Technophile diese Summe nicht unbedingt in der Schublade liegen. Die jüngsten Quartalszahlen von Apple haben aber auch gezeigt, dass auch in der Finanzkrise die Anziehungskraft einer guten Marke nicht nachlässt.

Für die Apple-Konkurrenten dürfte der vergleichsweise niedrige Einstiegspreis des iPad ein Problem bedeuten. Kaufen sich jetzt noch Studenten einen Kindle DX für 489 Dollar von Amazon? Ich glaube nicht. Und Mädels von Sony am Terminal 5 in London, die den Fluggästen den Kauf eines Sony Readers im benachbarten Store schmackhaft machen wollen, dürften künftig auch keinen leichten Job mehr haben.

Steve Jobs macht das Netbook madig und präsentiert das iPad

Dennoch wird der Erfolg des iPad für Apple kein Selbstgänger – und es ist auch noch viel zu früh, das Ende der PC-Ära auszurufen. Einige Punkte der Mängelliste der iPad-Kritiker sind tatsächlich relevant. Ich vermisse die fehlende Videokamera mehr als die nicht vorhandene Unterstützung für die Flash-Technologie von Adobe. Ein genaues Urteil über die Relevanz der Kritikpunkte werde ich aber erst fällen, wenn ich die Gelegenheit hatte, das iPad einem echten Praxistest zu unterziehen.

Steve Jobs fasst seine Präsentation des iPad zusammen

Mein Gadget-Highlight von der CES 2010 – Parrot.AR Drone

Die französische Firma Parrot, ein Spezialist für kabellose Geräte rund um die Mobiltelefonie, hat auf der CES 2010 ein neuartiges Spielekonzept vorgestellt, das ein Hubschraubermodell mit der virtuellen Realität von Computerspielen kombiniert. Das Fluggerät verfügt über vier Rotoren und wird von Parrot “AR.Drone” genannt. Da ich auf der CES in diesem Jahr erstmals für dpa auch Videos produziert habe, kann ich hier auch ein paar bewegte Bilder von der “AR.Drone” zeigen:

Gesteuert wird der Quadcopter mit dem iPhone oder iPod touch von Apple über WiFi. An Bord befinden sich außerdem zwei Kameras, deren Signal live auf das iPhone oder den iPod touch übertragen werden.

Die Steuerung des Quadcopters funktioniert ähnlich wie bei Autorennspielen auf dem iPhone oder dem iPod touch. Kippt man das Device nach vorne, bewegt sich der Helikopter nach vorne. Kippt man das iPhone zurück, kommt das Fluggerät auf einen zu. Neigungen nach links und rechts lösen entsprechende Kurvenbewegungen aus. Mit einem Knopf auf dem iPhone-Bildschirm kann man außerdem die Flughöhe der “Parrtot AR.Drone” bestimmen. Die Abkürzung AR in dem Produktnamen steht für “Augmented Reality” (Erweiterter Realität), bei der ein Computer die Wahrnehmung der Umgebung unterstützt und ergänzt.

Die Franzosen werden das Gerät vermutlich erst in einem Jahr auf den Markt bringen, da man zunächst die Entwickler von Computerspielen animieren möchte, die “Parrtot AR.Drone” in Games einzubinden. Daher stehen auch noch keine Preise für den Quadcopter fest.

P.S.

Andrej weist mich gerade auf die Parkhaus-Szene im James-Bond-Film “Tomorrow Never Dies” hin. Ist wirklich dich dran :-)