Kategorie-Archiv: Gerüchte

Alle Jahre wieder – Die endlose Geschichte der Gerüchte um ein Tablet-PC von Apple

In drei Tagen beginnt die Consumer Electronics Show in Las Vegas, die wichtigste Messe für Unterhaltsungselektronik und Personal Technology in den USA. Doch wie fast jedes Jahr stiehlt Apple den Veranstaltern der CES die Schau. Apple-Chef Steve Jobs tritt zwar nicht parallel zu der High-Tech-Show auf der MacWorld Expo in San Francisco auf. Von dieser Mac-Messe hat sich Apple im vergangenen Jahr verabschiedet. Doch die Gerüchte um ein Tablet-PC sind inzwischen omnipräsent. Nicht nur einschlägige Gerüchte-Sites wollen wissen, dass diesmal die Vorstellung eines Tablet von Apple unmittelbar bevorsteht. Auch seriöse Zeitungen wie die New York Times beteiligen sich an den Spekulationen, die John Gruber in Daring Fireball schön zusammengefasst hat. Danach gibt es wirklich ein Tablet-Projekt und alle möglichen Beteiligten bei Apple sind von der Oberfläche verschwunden. Diese Umstände erinnern an die Entwicklung des iPhone, die damals in einem Supergeheimprojekt organisiert wurde, so dass auch innerhalb von Apple die meisten Mitarbeiter vor der Präsentation des iPhone keinen blassen Schimmer hatten, wie das Apple-Smartphone aussehen wird (siehe auch Projekt Purple 2 – Wie Apple das iPhone als Geheimprojekt entwickelte).

Am 26. Januar 2010 will angeblich Apple den Schleier lüften. Was an diesem Tag aber präsentiert wird, weiß außerhalb des engsten Führungskreises in Cupertino niemand. Wenn in den kommenden Tagen irgendwelche Schlaumeier uns erzählen wollen, wie das Apple-Tablet genau aussehen wird, lohnt zu Einschätzung der “Scoops” ein Blick zurück. Denn seit über acht jahren tauchen immer wieder Meldungen auf, dass die Präsentation eines Mac-Tablets unmittelbar bevorsteht:

“And just to keep true to those old ‘Apple-developing-a-PDA’ and ‘Apple developing a Mac tablet’ rumours, the iWalk contains full PDA functionality.”

Apple’s ‘breakthrough’ – iPod or iWalk?
The Register, 23. Oktober 2001

Der inzwischen ausführlich diskutierte Markenname iSlate tauchte bereits 2002 auf:

“May we speculate that the big item due to set the Macintosh welkin ringing … next month just might be an Apple tablet computer. Think of a name: iSlate, iNote, iPad (maybe too close to iPod).”

Garry Barker, Livewire, 4. Dezember 2002

Nachdem die MacWorld-Expo 2003 in San Francisco ohne eine Tablet-Premiere verstrich, rissen die Gerüchte aber nicht ab. MacWhispers kannte sogar die Fabriken, in denen die Gehäuse für ein Mac-Tablet gebaut werden:

Mobile Mac slate device to launch?

“All we know about this piece of plastic is that:
1) it is vouched for by a “previously good source” who has contacts in the factory where it’s being made
2) it is almost an inch thick, at 24.6mm; and its other dimensions are 188mm by 132mm
3) the factory where it is being assembled is supposedly under contract to Apple.”

MacWhispers, 29. März 2003

Ende 2003 sagte Robert Cringely, damals noch bei NPR, voraus, dass Apple im kommenden Jahr ein Tablet-PC mit Intel-Chips auf den Markt bringen wird. Apple stellte zwar seine Macs von PowerPC-Chips auf Intel-Prozessoren um, ein Tablet wurde aber nicht gesehen.

“A year from now, I am sure these technical problems will be solved, but by then Motorola will have been shipping DS-CDMA products for 12 months. And some of those products will be going in that Apple tablet computer. Watch TV in your bathroom, access your audio and video collection from anywhere in the house, control your big screen TV and route video to it from your desktop or the Internet. ”

Apple’s Tablet Computer Might Finally Be That Link Between Your PC and TV
– Robert Cringely, 27. November 2003

Also kein Tablet-Debüt im Jahr 2004. Aber im Jahr 2005 sollte es doch endlich so weit sein. Und MacDaily wusste auch, welches Betriebssystem das Tablet haben wird:

“Speculation over what Jobs might reveal this year are all over the map … (including) an Intel-powered Mac Tablet running Mac OS X or a “Mac OS X Lite.””

MacDailyNews, 27. Mai 2005

Uups. Schon wieder kein Mac-Tablet. Wie gut, dass ein Jahr später zwei Firmen in Taiwan entdeckt wurden, die schon die Kosten für die Massenproduktion des “vollständig funktionierenden Prototypen” kalkulieren. Angepeilter Marktstart: 2007.

“Apple researchers have built a full working prototype of a Mac tablet PC and three Companies in Taiwan are now costing a product for a potential launch in mid 2007…”

Smarthouse, via MacDailyNews, 26. November 2006

Das Jahr 2007 ist inzwischen längst Geschichte. Und in den Annalen steht immer noch kein Mac-Tablett. Schade. Aber nur nicht ungeduldig werden. Der 26. Januar 2010 kommt bestimmt. Und das Web weiß auch schon, wie das neue Superteil aussieht:

louisgray.com: We Apple Fans Are In Mac Tablet Rumors Reruns

Kündigt Apple am Dienstag ein Tablet-Mac an?

Seth Weintraub von der Computerworld ist sind ziemlich sicher. Morgen werde Apple einen vermutlich einen Tablet-Rechner ankündigen. Weintraub bezieht sich dabei auf eine Stellenanzeige von Apple aus dem Jahr 2008:

The software developed by the networking team runs on a broad spectrum of platforms, including Macs and Windows, and from servers down to a growing number of embedded devices including iPhone.

Ein Gerät mit einem Zehn-Zoll-Bildschirm werde die nun die iPhone/iPod touch-Familie erweitern, meint Weintraub. Dies legten verschiedene Berichte aus Asien über angebliche Großbestellungen von Apple nahe.

Der von mir geschätzte Analyst Michael Gartenberg glaubt dagegen nicht an den baldigen Einstieg von Apple in den Markt der Mobile Internet Devices in Netbook- oder Tablet-Größe.

10” Apple tablet as soon as tomorrow
I think not. In fact, it’s a pretty safe bet this isn’t going to be announced tomorrow. Or perhaps ever.

Michael Gartenberg hat in der Vergangenheit selten komplett daneben gelegen. Daher gehe ich davon aus, dass Apple morgen zwar eine hoch-interessante Vorschau der neuen iPhone-Software auf die Bühne bringen wird, aber kein Apple Tablet oder Mac Netbook.

Apple iPhone 3.0 event tomorrow might reveal a tablet – Computerworld Blogs

jkOnTheRun » Blog Archive Computerworld- Apple Tablet to be announced tomorrow «

10” Apple tablet as soon as tomorrow « GartenBlog

So sieht der neue Amazon Kindle 2 aus

Am kommenden Montag wird Amazon in New York die zweite Generation seines E-Books Kindle vorstellen. Bei Engadget sind nun Bilder aufgetaucht, die wohl tatsächlich den Kindle 2 zeigen. Das im Vergleich zum ersten Kindle deutlich elegantere Design war ja bereits im vergangenen Oktober durch Erlkönig-Fotos bekannt geworden. Die aktuellen Fotos zeigen nun, wie dünn der neue Kindle ist. Außerdem hat Amazon dem Gerät nun zwei Stereo-Lautsprecher verpasst. Die zweite Generation des Kindle soll 359 US-Dollar kosten und am 24. Februar auf den Markt kommen.

Mit dem Leak bei Engadget sind aber nicht alle Fragen beantwortet. Wird der neue Kindle auch nur im EVDO-Netz von Sprint funken können? Oder gibt es nun auch WiFi? Und was ist mit dem Marktstart in Europa? Auf der vergangenen Buchmesse in Frankfurt waren die Amazon-Leute ja bereits unterwegs, um Inhalte für den Kindle einzusammeln.

Es schöne Kindle-Geschichte hat heute CNET. David Carnoy berichtet, ihm seien Informationen über ein Treffen von Amazon-Boss Jeff Bezos und Apple-Chef Steve Jobs im November 2007 auf dem Flughafen in San Francisco zugetragen worden, bei dem Bezos den Kindle 1 vorgeführt hat. Daraus konstruiert Carnoy ein “komplett fiktives” Gesprächsprotokoll, das der Wirklichkeit aber ziemlich nahe kommen könnte.

Jobs: Where is it?
Bezos: No, “Hi, Jeff, how’s it going?”
Jobs: Hi, Jeff. How’s it going? Now, where is it?
[Bezos pulled the Kindle out of a padded briefcase. He held down the Alt and home buttons to take it out of its screen-saver mode and handed it to Jobs. The Apple CEO held it in his hand, staring at it.]
Jobs: Three years, huh?
Bezos: Yeah. What do you think?
Jobs: I think it sucks.
Bezos (smiling): Why?
Jobs: It just does.
(…)

Official-looking Kindle 2 pictures and pricing leak out – Engadget

Steve Jobs meets the Kindle | Fully Equipped – CNET Reviews

Exclusive: Amazon Kindle 2 official images + price + release date – MobileRead Forums

Der 10-Dollar-Laptop aus Indien ist gar kein Laptop

Ist gar kein Laptop - So sieht der indische Billigstcomputer aus - Foto: K.V. Poornachandra Kumar
Ist gar kein Laptop - So sieht der indische Billigstcomputer aus - Foto: K.V. Poornachandra Kumar - The Hindu

Wer für 1700 Euro ein Auto bauen kann, der wird doch wohl auch einen Laptop für 10 Dollar produzieren können. So oder so ähnlich hat wohl auch der verantwortliche Redakteur bei der französischen Nachrichtenagentur AFP gedacht, als er die Meldung “India plans ’10 dollar’ laptop to promote computer skills” in die Welt gesetzt hat.

Wer eins und eins zusammenzählen kann, dem musste auffallen, dass an dieser Meldung etwas nicht stimmen kann. “The laptop will reportedly have a two gigabyte memory and wireless Internet capability”, schreibt AFP. Ich bin kein Analyst von isuppli.com, die immer so schön ausrechnen, wie viel die Bauteile eines iPhone oder eines Blackberry Storm kosten. Dass zwei Gigabyte Speicher, ein WiFi-Radio sowie die Minimal-Bestandteile eines Laptops (Bildschirm, Gehäuse, Tastatur) aber deutlich mehr als zehn US-Dollar in der Produktion kosten, hätte man ahnen können. Nicholas Negroponte, Gründer des “One Laptop Per Child” stellte klar, dass man ein LC-Display nicht einmal für unter 20 Dollar bekommen könne. Negroponte weiß wovon er spricht. Schließlich musste er zähneknirschend hinnehmen, dass sein 100-Dollar-Laptop letztlich doppelt so teuer wurde.

Einen “Zehn-Dollar-Laptop” kann es also nur mit Hilfe einer massiven Subvention geben, so wie man bei T-Mobile für 9,95 Euro einen einfachen Laptop (Acer Aspire one A150X-3G) bekommt, wenn man gleichzeitig einen UMTS-Zweijahresvertrag abschließt. Wir haben uns deshalb am Dienstag bei dpa entschieden, am Hype um den “Acht-Euro-Laptop” nicht mitzuwirken, sondern unsere Kollegen in Indien mit einer Recherche zu beauftragen. Und das ist das Ergebnis, das heute im dpa-Basisdienst zu lesen war:

Computer/Indien/
Indien stellt günstige Internet-Box vor – Doch kein Billig-Laptop =

Neu Delhi (dpa) – Nach Spekulationen über die Vorstellung eines neuen Billig-Laptops in Indien hat die Regierung im Rahmen einer Bildungsoffensive nun ein preiswertes Gerät für den Internet-Zugang präsentiert. Wie die Zeitung «The Hindu» am Mittwoch berichtete, enthüllte Bildungsminister Arjun Singh am Vortag den Prototypen eines «radikal-billigen Computer-und Zugangsgerätes», mit dem künftig Schüler und Studenten landesweit auf das Internet zugreifen sollen. Ziel sei es, virtuelle Bildungsangebote über das Internet zu vermitteln sowie Schulen und Universitäten zu vernetzen.

Das Gerät sieht aus wie ein herkömmliches Telefonmodem. Es ist etwa 25 Zentimeter lang und 15 Zentimeter breit. Ein Monitor sowie Maus und Tastatur müssen noch angeschlossen werden. Ohne Zubehör soll das Gerät zwischen «20 und 30 Dollar» (15 und 23 Euro) kosten. Der ursprünglich angestrebte Preis von 10 Dollar sei nicht zu realisieren gewesen, zitierte «The Hindu» einen Sprecher des Bildungsministeriums.

Verschiedene Medien hatten zunächst darüber berichtet, dass die indische Regierung im Rahmen des Programms «Bildung durch Informations- und Kommunikationstechnologien» einen nur etwa zehn Dollar teuren Laptop vorstellen wolle. Computerexperten hatten das jedoch als finanziell unrealistisch eingestuft. Bereits 2005 hatte die Stiftung «Ein Laptop Pro Kind» (OLPC) den Protyp eines «100- Dollar-Laptops» vergestellt. Die Produktionskosten für den Computer mussten jedoch auf knapp 200 Dollar korrigiert werden.
dpa stm xx n1 so 041107 Feb 09

Manchmal platzt eine Blase ganz schnell.

The Hindu : Front Page : ‘Ultra-low-cost’ access device introduced

indianexpress.com: Little laptops that couldn’t

Projekt "Pink" – Warum Microsoft den Zune (noch) nicht nach Deutschland bringt

Auf den PowerPoint-Folien der Microsoft-Manager existiert der “Digital Lifestyle” schon seit Jahren. Und der Softwarekonzern hat in dieser Zeit auch etliche Anläufe unternommen, wichtige Accessoires für den digitalisierten Lebenswandel zu liefern. Am meisten Erfolg hat Microsoft noch mit der Spielekonsole X-Box, auch wenn dieser Erfolg teuer durch firmeninterne Quersubventionen erkauft wurde.

Während also Microsoft mit Sony und Nintendo noch halbwegs mithalten kann, hechelt Microsoft-CEO Steve Ballmer in der iPod-Klasse seit Jahren hinter Apple hinterher. Zunächst scheiterte der Versuch, in der “PlaysforSure”-Allianz eine Riege von Hardware-Herstellern als echtes Gegengewicht zu Apple in Stellung zu bringen. Aber auch dem im Herbst 2006 gestarteten Versuch, mit einer Kopie des zuvor so kritisierten geschlossenen iPod/iTunes-Modells von Apple endlich große Teile des Marktes zu gewinnen, blieb bislang wenig Erfolg verwährt. Während der Zune von Microsoft in den USA bei niedrigen einstelligen Marktanteilen herumdümpelt, ist in Europa auch in der dritten Weihnachts-Saison kein Zune in Sicht.

Sieht so das ZunePhone aus?
Sieht so das ZunePhone aus?
In München pfeifen nun die Spatzen von den Dächern, dass Microsoft-Deutschland-Chef Achim Berg die ersten beiden Zune-Generationen schon abgeschrieben hat und statt dassen seine Hoffnungen auf das sagenumwobene “Projekt Pink” setzt. Dahinter verbirgt sich eine Art Zune-Phone, also die direkte Antwort von Microsoft auf das iPhone.

Bislang produzieren nur Microsoft-OEM-Partner Mobiltelefone und PDAs mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Mobile. Mit dem ZunePhone würde Microsoft unter der eigenen Marke Smartphones und Mobile Internet Devices anbieten, um ein weiteres Abstürzen des Marktanteils von Windows Mobile zu verhindern. Das System war zuletzt hinter Nokias Symbian, dem iPhone von Apple sowie der Blackberry-Plattform von RIM nur noch auf einem enttäuschenden vierten Platz gelandet. Es muss Steve Ballmer unheimlich wurmen, dass er mit 56 OEM-Partnern hinter dem iPhone gelandet ist.

Wie beim MP3-Player Zune bestehen beim “Projekt Pink” etliche Risiken. Zum einen riskiert Microsoft. dass enttäuschte Hardware-Partner allergisch auf die direkte Konkurrenz durch Microsoft reagieren und sich verstärkt Betriebssystemen wie Android von Google zuwenden. Auf der anderen Seite mach Microsoft mit dem Zune-Store langjährigen Partnern wie Musicload/Softwareload Konkurrenz.

Ursprünglich war wohl geplant, dass Microsoft-Boss Ballmer auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas das ZunePhone präsentiert und Apple-Chef Steve Jobs die Show stiehlt, der zwei Tage vor der Ballmer-Keynote in San Francisco die MacWorld Expo eröffnet. Doch nun soll die CES 2009 bei Microsft wohl allein der Promotion von Windows 7 vorbehalten bleiben. Das berichtet jedenfalls Ina Fried, die für CNet in Redmond das Gras wachsen hört. Als neuer Ankündigungstermin für das “Projekt Pink” ist nun der Kongress “GSMA Mobile World” Anfang Februar 2009 in Barcelona im Gespräch.

How to fix Windows Mobile – SuperSite Blog

Microsoft working on its own Tegra-powered superphone? Doubtful. – Engadget Mobile

Ballmer to talk Windows 7, not ZunePhone, at CES | Beyond Binary – CNET News

“Zune Mobile” gets mentioned, plot thickens for Project Pink – Tech News Updates