Kategorie-Archiv: Mobile

Adobe-Chef Shantanu Narayen zum Flash-Streit mit Apple

Adobe-Chef Shantanu Narayen wurde auf der D9-Konferenz von Walt Mossberg zum Streit mit Apple um den (Nicht-)Einsatz von Flash auf den iOS-Geräten von Apple befragt. Narayen betonte, es gehe dabei nicht um die Technologie, sondern um die Kontrolle des Geschäftsmodells. Apple lasse Flash lediglich nicht im Browser zu. Man könne aber mit Flash Anwendungen schreiben, die in einem AIR-Mantel eingepackt über den iTunes-App-Store verbreitet werden können.

Narayen sagte, Flash werde in diesem Jahr bereits auf 130 Millionen Phones ausgeliefert – fand aber keine Antwort auf die Bemerkung von Walt Mossberg, auf keinem einzigen Android-Smartphone sei Flash überzeugend. Als Narayen dann auf die Fortschritte verwies, die man auf dem PlayBook von RIM mit Flash erzielt habe, sagte Mossberg, das PlayBook laufe aber nicht mit Android und habe dafür andere Schwächen. Hier ein Ausschnitt des Interviews im Video:

Mobile World Congress 2011 – The Future of MeeGo

MeeGo-Booth auf dem Mobile Wolrd Congress 2011 in Barcelona
MeeGo-Booth auf dem Mobile Wolrd Congress 2011 in Barcelona

Analyse der Kooperation Nokia – Microsoft – “Der Sprung ins kalte Wasser”

Stephen Elop und Steve Ballmer
Stephen Elop und Steve Ballmer
Unter Olli-Pekka Kallasvuo gab sich Nokia als der Weltstar unter den Mobiltelefon-Herstellern. Die Zeiten haben sich geändert. Seit dem 21. September 2010 regiert nun der Kanadier Stephen Elop den finnischen Konzern – und er baut Nokia schneller um, als viele gedacht hatten. Nachdem er Anfang der Woche den Zustand seines Unternehmens mit einem Mann auf einer brennenden Ölplattform verglich, schubste er heute seine Leute – aber auch die Millionen Nokia-Kunden – ins kalte Wasser. Als Rettungsboot stand Microsoft mit Steve Ballmer am Steuer bereit. Windows Phone wird die künftig bestimmende Plattform für die Smartphones von Nokia. Damit ist Symbian tot, auch wenn sich die Bestattung in Finnland noch etliche Monate hinziehen wird. Schließlich müssen die Nokia-Ingenieure die kommende Generation ihrer Smartphones noch auf das Microsoft-Betriebssystem anpassen.

Hier noch mal ein Blick zurück. OPK bei Walt Mossberg auf der D7 (2009):

Wenn man gemein wäre, könnte man sagen, nun tun sich zwei Verlierer zusammen. Nokia verliert in einem rasenden Tempo Marktanteile an Apple und vor allem Google. Auch nach dem Rauswurf von Olli-Pekka Kallasvuo setzte sich der Niedergang fort. Und Microsoft ist mit Windows Phone 7 noch meilenweit von seinem Ziel entfernt, im Smartphone-Markt wieder eine wichtige Rolle zu spielen. Selbst vom veralteten Windows Mobile werden mehr Smartphones verkauft. Und aus der Biologie wissen wir, dass man mit der Kreuzung von zwei Mulis kein Rennpferd züchten kann.

Aber ist die Ausganglage für Microsoft und Nokia wirklich so schwierig? Was können die Nokia-Kunden künftig konkret erwarten? Auf den Smartphones wird künftig die Nachfolgeversion von Windows Phone 7 zu finden sein. Außerdem preist Steve Ballmer weitere Features an:

Okay, haben die Nokia-Kunden tatsächlich auf Bing, Office und XBox Live gewartet? Ich glaube nicht. Aber immerhin ist die Oberfläche des Windows-Systems viel stimmiger als Symbian. In Kombination mit weiteren guten Apps für Windows Phone kann ein Nokia-Smartphone wieder Spaß machen.

Aber auch Microsoft kann von dem Deal profitieren: Nokia könnte bei Aufbau einer Entwickler-Community helfen. Die Truppe von Steve Ballmer hat bislang nämlich bislang erst zwei Millionen Geräte mit WP7 in den Handel gebracht. Da ist noch viel Luft nach oben. Mit Millionen von Nokia-Kunden könnte das Busniess auch für die Developer von WP-Apps mehr Spaß machen.

Der Deal zwischen Microsoft und Nokia ist nicht exklusiv aber “unique”, also einzigartig, was immer Steve Ballmer damit meint. Tatsächlich hat Nokia einige Assets, die nicht vernachlässigt werden dürfen. Eine exzellente Hardware, viel Know-how mit den Besonderheiten der Provider rund um den Globus und die NAVTEQ-Karten. Ob von dem ganzen Ovi-Programm außer den Maps überhaupt was überleben wird, wage ich zu bezweifeln.

Während der Präsentation in London spulten Elop und Ballmer zunächst ihr Programm herunter und nahmen den Mund ganz schön voll. Der Kampf um den Smartphone-Markt werde ein “Three-Horse-Race”, also Apple, Google und Microkia. RIM und HP/WebOS erwähnten die Herren schon gar nicht mehr, als spielten die Blackberrys und HP keine Rolle mehr.

Nach der offiziellen Vorstellung gingen Elop und Ballmer immerhin in einer Frage-Antwort Session auf einige Details der neuen Kooperation ein.

  • Es gibt noch keinen Zeitpunkt für den launch des ersten Windows Phones von Nokia. Aber die Ingenieure beider Firmen haben laut Ballmer schon eine gewisse Zeit miteinander verbracht.
  • Elop beschwichtigt eine Reporterin aus Finnland: Nokia wird nicht nach Sillicon Valley oder Hawai hinziehen, sondern eine finnische Firma bleiben. Es wird aber Entlassungen geben – und das auch in Finnland.
  • Ballmer bekräftigt, dass die Zusammenarbeit von Nokia und Microsoft nicht exklusiv ist. Die Dinge, die sie zusammen unternehnen, seinen aber zumindest “einzigartig” sind. Nokia bekommt auch Zugriff auf Modifikationen der Oberfläche von Windows Phone.
  • Elop betont, Nokia sei nicht in der Lage gewesen, ein eigenes Ökosystem mit MeeGo schnell genug zu entwickeln.
  • Nokia hat mit Google gesprochen und erwogen, Symbian durch Android zu ersetzen. Mit Android hätte es aber zu wenige Merkmale gegeben, um sich von den Wettbewerbern abzusetzen. Außerdem sei bei im Android-Markt der Preisdruck deutlich höher.
  • Das Nokia N9 mit MeeGo wird dieses Jahr noch ausgeliefert, aber nicht als Smartphone-Strategie, sondern um zu lernen. Diese Aussage von Elop wird die Kunden besonders freuen. Für ihre Rolle als Versuchskanninchen sollen sie auch noch viel Geld bezahlen. Ziemlich absurd.
  • Nokia hält sich für einen Tablet-Computer weiterhin alle Optionen offen. Es kommt eine Eigenentwicklung infrage, aber auch ein Microsoft-System.

Die Q&A im Video:

Interessant sind auch diese Tweets von Google-Manager Vic Gundotra, der für Android verantwortlich ist,

#feb11 "Two turkeys do not make an Eagle".
@vicgundotra
vicgundotra

und Nokia-CEO Stepen Elop

@cheureux Or this: Two bicycle makers, from Dayton Ohio, one day decided to fly. #NokMsft #feb11
@selop
Stephen Elop

Elop hatte auf den User @cheureux geantwortet, der den tweet von Gundotora aufgegriffen hatte.

two turkeys don't make an eagle, but at least the consumer will have more choice for the menu , as #nokia goes windows
@cheureux
cheureux

RIM-Chef Mike Lazaridis übt sich in Selbstsuggestion

Walt Mossberg hat nicht gerade das Image eines hartnäckig nachfragenden Journalisten. Eine Art Reinhold Beckmann des IT-Journalismus, nur älter und mit grauem Bart. Und auch seine Kollegin Kara Swisher geht die Gäste des WSJ-Events “All Things D” sonst nicht gearde frontal an. Doch in diesem Interview gelingt es den beiden Tech-Veteranen des Wall Street Journal, RIM-Chef Mike Lazaridis festzunageln. Dabei überrascht Lazaridis mit der Aussage, RIM habe mit dem Blackberry das Smartphone erfunden und der Browser des Torch biete ein tolles Surferlebnis.

Besonders gut arbeiten Mossberg und Swisher heraus, dass RIM offenbar gar nicht vorhat, das Blackberry-Phone auf das Niveau eines Android-Smartphones oder eines iPhones zu heben. Surfen, Apps, Multimedia verortet Lazaridis beim Blackberry-Tablet Playbook, während der traditionelle Blackberry vor allem ein Kommunikationsgerät bleiben werde. Und als Mossberg ihm vorhält, dass man damit in den USA oder Europa keinen Blumentopf mehr gewinnen könne, verweist Lazaridis auf die riesigen Märkte in Ländern wie Indien, die nicht flächendeckend mit 3G ausgestattet seien. Erinnert mich irgendwie fatal an die Strategie von Nokia, in den Schwellenländern präsent zu sein, während in den Kernmärkten USA und Europa andere Hersteller punkten.

Mobile – das nächste große Ding im Internet

Eine sehenswerte Präsentation vom kompetenten und geschätzten Kollegen Holger Schmidt, Netzökonom der FAZ: