Kategorie-Archiv: Mobile

BlackBerry OS 6.0 – RIM spendiert seinen Smartphone runderneuerte Software

Auf diese Meldung haben die BlackBerry-Anwender lange warten müssen. Research in Motion (RIM) spendiert seinen Smartphones endlich eine runderneuerte Software und verspricht, das App-Angebot für BlackBerrys zu pushen. Das neue BlackBerry OS 6.0 enthält künftig einen Browser auf der Basis von WebKit, das auch beim Safari-Browser auf dem iPhone eingesetzt wird. Außerdem will RIM die Steuerung der Touchdisplays komplett neu gestalten. Und auch die Media-Software auf dem BlackBerry soll überarbeitet werden.

BlackBerry OS 6.0 screenshots, details! « Boy Genius Report:

BlackBerry OS 6.0 - Neuer Browser mit Tabs

BlackBerry OS 6.0 - Neuer Browser mit Tabs

Blackberry OS 6 - Startscreen und Mediaplayer

Blackberry OS 6 - Startscreen und Mediaplayer

Windows Phone 7 in einer ungeschönten Demo

Auf der Microsoft-Pressekonferenz auf dem MWC in Barcelona wurde das neue Smartphone-Betriebssystem in einem Video vorgeführt, das sicherlich ein wenig geschönt wurde. Ich habe am Abend noch eine ungeschönte Demo des Systems bekommen. Man kan deutlich sehen, dass insbesondere das Touch-Display nicht immer zuverlässig reagiert. Man muss dabei aber auch berücksichtigen, dass es sich bei dem Gerät noch um einen Prototypen handelt. Mein generell sehr positiver Eindruck von Windows Phone 7 wurde dadurch jedenfalls nicht getrübt:

Microsoft ist mit Windows Phone 7 wieder im Spiel

Wieviele Anläufte hat Microsoft eigentlich unternommen, um ein vernüftiges Konzept für ein Smartphone vorzustellen? Ich habe sie nicht gezählt. Aber gefühlt waren das unglaublich viele Versuche. Und sie alle krankten daran, dass Microsoft-Mitbegründer Bill Gates sich irgendwann in den neunziger Jahren ausgedacht hatte, dass es für PC-Anwender doch furchtbar bequem sein müsse, wenn ihr Handy so ähnlich zu bedienen ist wie Windows auf dem PC. So erhielt Windows Mobile wie Windows 95 einen “Start”-Knopf. Und wenn man darauf (am besten mit einem Stift als Maus-Ersatz) tippte, dann klappte ein Menü herunter, ganz ähnlich wie beim PC. Doch ein Smartphone ist kein geschrumpfter PC. Das hat nicht nur Apple mit dem iPhone erkannt, sondern auch etliche Microsoft-Partner wie HTC, die über die fast unbedienbare Oberfläche von Windows Mobile ihre eigene Oberfläche stülpten.

Startscreen Windows Phone 7

Startscreen Windows Phone 7

Mit dem heutigen Tag hat Microsoft sich um 180 Grad gedreht und seinem nun “Windows Phone 7″ genannten Betriebssystem ein komplett neues Look&Feel verpasst. Die Optik orientiert sich stark am Musikplayer Zune, der sicherlich nicht wegen einer schlecht gestalteten Oberfläche bislang nur mäßig kommerziell erfolgreich ist. Ich muss gestehen, ich hätte Microsoft nicht zugetraut, so radikal vom Bill-Gates-Dogma der PC-Oberfläche für das Handy Abschied zu nehmen. Chapeau!

Im Gegensatz zu anderen, hier auf dem Mobile Wolrd Congress in Barcelona präsentierten Oberflächen wie Bada von Samsung, hat Microsoft auch der Versuchung widerstanden, die iPhone-Oberfläche einfach zu klonen. Der Startscreen führt zu sechs verschiedenen Bereichen, die Microsoft “Hub” nennt: People, Pictures, Games, Music + Video, Marketplace und schließlich Office. In diesen Hubs fasst Microsoft Anwendungsszenarien zusammen, die breiter als eine einzelne App definiert sind. Ich bin gespannt, wie sich das neue Konzept in der Praxis bewähren wird.

Eine Informationen blieb Microsoft noch schuldig. So ist beispielsweise noch unklar, ob der Browser von Windows Phone 7 Flash unterstützen wird (oder nur die Microsoft-Konkurrenztechnologie Silverlight). (Update 16.2.: Windows Phone 7 selbst unterstützt Flash nicht. Das heißt aber nicht, dass es kein Flash-Plugin von Adobe geben wird.)

Noch nicht beantwortet ist für mich auch die Frage, ob OEM-Partner wie HTC auch in Zukunft die Oberfläche des Betriebssystems modifizieren können/dürfen oder nicht. HTC-Chef Peter Chou hatte in der Vergangenheit bei verschiedenen Anlässen betont, wie wichtig für HTC selbst kreiierte Oberflächen wie HTC Touch waren.

(Update 16.2.: Microsoft wird bei Windows Phone 7 keine größeren Änderungen an der GUI erlauben. Es gibt ein wenig Spielraum das System an einen Provider anzupassen, um beispielsweise ein Vodafone-Rot unterzubringen. Eine eigene Benutzeroberfläche wird aber nicht mehr möglich sein. Fest gesetzt sind auch die drei hardware-Knöpfe.)

People-Hub in WP7

People-Hub in WP7

Picture-Hub in WP7

Picture-Hub in WP7

Music&Pictures-Hub in WP7

Music&Pictures-Hub in WP7

Games-Hub in WP7

Games-Hub in WP7

Office-Hub in WP7

Office-Hub in WP7

Ein Smartphone mit Windows Phone 7 wird immer mit einem Hardware-Knopf (von insgesamt drei Buttons) ausgestattet sein, der die Suchmaschine Bing aufruft. Da die Marktanteile von Microsoft im Mobilfunksektor nicht besonders hoch sind, wird man das auch nicht als Monopolisten-Trick auslegen können. Weitere Details will Microsoft zu Entwicklerkonferenz Mix 2010 nennen, die vom 15. bis 17. März in Las Vegas stattfinden wird. Auf der Mix wird Microsoft dann auch die Details seiner App-Strategie bekanntgeben.

Blöd dran sind Microsoft-Kunden, die sich gerade erst ein Smartphone mit Windows Mobile 6.5 gekauft haben. Ihre Geräte werden wohl auch nicht auf das neue Windows Phone 7 upgegradet werden können. (Update: Microsoft wird auch nach dem Start von Windows Phone 7 das System Windows Mobile 6.5 vermarkten, da bestimmte Firmenkunden auf die Unterstützung der alten Umgebung angewiesen sind.)

Die ersten Geräte mit dem neuen Betriebssystem wird es nach den Worten von Microsoft-Chef Steve Ballmer rechzeitig zum Weihnachtsgeschäft 2010 geben. Zu den Microsoft-Partnern, die auf dem MWC genannt wurden, gehören neben der Deutsche Telekom AG und Vodafone auch die internationalen Teleko-Konzerne AT&T, Orange, SFR, Sprint, Telecom Italia, Telefónica, Telstra, T-Mobile USA und Verizon Wireless sowie die Hersteller Dell, Garmin-Asus, HTC Corp., HP, LG, Samsung, Sony Ericsson, Toshiba und Qualcomm Inc.

HTC punktet mit Windows-Mobile-Smartphone HD2

Mit dem HD2 will sich HTC an die Spitze der WiMo-Handys setzen

Mit dem HD2 will sich HTC an die Spitze der WiMo-Handys setzen

Mit dem neuen HTC HD2 spielt der taiwanesische Hersteller jetzt in der iPhone-Liga – und ist in manchen Punkten dem “Jesus”-Phone von Apple sogar einen Schritt voraus.

Die Smartphones von HTC hatten bislang bei mir eher einen durchwachsenen Eindruck hinterlassen. Zu dünn erschien mir die Zuckerschicht, die HTC-Chef Peter Chou und sein Team über das veraltete Windows Mobile gegossen hatten. Doch mit dem aktuellen Modell HD2 hat HTC tatsächlich ein bemerkenswertes Multimedia-Handy auf den Markt gebracht.

Der Bildschirm des HTC HD2 ist für Smartphone-Verhältnisse mit einer Bildschirm-Diagonalen von 4,3 Zoll riesig und bietet eine WVGA-Auflösung (800 x 480 Pixel). Das macht sich insbesondere bei der Wiedergabe von Videos bemerkbar, die sensationell ist. Als einziges Windows-Phone verfügt das HTC HD2 über ein kapazitives Display mit Multitouch. Damit unterstützt es auch das Hinein- und Herauszoomen mit zwei Fingern bei Webseiten, Office-Dokumenten oder PDF. Eigentlich hat Apple diese “Multitouch”-Technologie für das iPhone mit einem Patent geschützt, aber HTC-Europachef Florian Seiche zeigt sich im Interview überzeugt davon, dass HTC sich auf der sicheren Seite bewegt. “Viele Patente sind ungültig, weil sie etwas beschreiben, was es längst vorher schon gegeben hat.”

Fotogalerie (für großes Bild auf die Vorschaubilder klicken):

Im Innern des HD2 hat HTC einen mit 1 Gigahertz getakteten Snapdragon-Prozessor von Qualcomm verbaut, der dafür sorgt, dass man die grafische Benutzeroberfläche “HTC Sense” flüssig bedienen kann. Der Chip mache den HTC HD2 zur “ultimativen Surf-, Multimedia- und Gaming-Maschine”, verspricht der Hersteller. Für das Surfen und Abspielen von Videos kann ich das nach einem kurzen Test so auch bestätigen. Für Ausprobieren von Games hat die Zeit bei der Prduktpräsentation in einem Hamburger Hotel leider nicht gereicht (so groß wie beim iPhone scheint das Angebot von attraktiven Games für Windows Mobile 6.5 auch nicht zu sein). Ich werde aber demnächst ein Testgerät für einen ausführlicheren Praxistest erhalten und dann auch hier von meinen Erfahrungen berichten.

Unter der Haube des HTC HD2 verrichtet Windows Mobile 6.5 als Betriebssystem seinen Dienst. Doch das Microsoft-System bekommt man im täglichen Betrieb quasi nicht mehr zu Gesicht, obwohl sich der Softwaregigant aus Redmond so viel Mühe mit der neuen Oberfläche gemacht hat. Nur wenn man links oben auf das Start-Symbol tippt, landet man in der Umgebung, die Microsoft als Standard für die Smartphones mit WiMo 6.5 vorgesehen hat. Dann findet man auch die Mobileversion des Internet Explorers, den Microsoft als Standard-Browser auf dem Handy empfiehlt. HTC hat sich allerdings für Opera als Software für den Zugriff auf Webseiten entschieden, so das die meisten Besitzer eines HTC HD2 den IE kaum wahrnehmen oder gar benutzen werden.

Die große Unbekannte in der Rechnung mit dem HTC HD2 und Windows Mobile ist der Windows Marketplace for Mobile, über den künftig Microsoft die Anwendungen für seine Smartphone-Plattform vermarkten wird. Das Gegenstück zum iTunes App Store für das iPhone von Apple wird von Microsoft erst in den kommenden Tagen geöffnet.Unabhängig vom Windows Marketplace stattet HTC seine Kunden bereits mit einem Grundgerüst an Programmen aus: So ist etwa auf dem HD2 das Programm mit dem etwas komisch klingenden Namen “HTC Peep” vorinstalliert, das die Taiwanesen als die “zurzeit wohl beste Twitter-Applikation für Windows Phones” beschreiben. Mit dieser Software lassen sich auch Bilder der eingebauten 5-Megapixelkamera in Twitter oder Facebook hochladen. (Für das iPhone gibt es natürlich auch coole Twitter-Anwendungen wie Tweetie, die man sich aber erst in iTunes App Store besorgen muss.)

Ein paar Features des HTC HD2 könnte sich Apple für künftige Versionen des iPhone abschauen: So lässt dich das HD2 über einen integrierten WiFi-Access-Point als WLAN-Router nutzen, um mit dem Laptop oder andere Mobilgeräte via WiFi an die 3G-Mobilfunkverbindung des HD2 drahtlos anzukoppeln. Für das iPhone kenne ich nur das Programm PDAnet, das aber einen “Jailbreak” (Knacken der Programmsperre) am iPhone voraussetzt.

Attraktiv ist auch die Option, über die Micro-USB-Schnittstelle des HTC HD2 eine externe Tastatur anzuschließen und das Smartphone als Notebook-Ersatz nutzen zu können.

Der HTC HD2 kostet nach Angaben des Herstellers 619 Euro und wird in Deutschland laut HTC bei allen vier großen Providern angeboten werden. Weiterhin stattet HTC seine Modelle Touch Diamond 2 und Touch Pro2 mit dem neuen System aus. Bereits ausgelieferte Geräte dieser Modellreihen können über ein Update auf Windows 6.5 und HTC Sense gebracht werden.

Der ungewöhnliche iPhone-Test von David Pogue (New York Times)

Wenn es um das iPhone geht, läuft David Pogue (Technologie-Korrespondent der New York Times) stets zu kreativer Höchstform auf. Auf YouTube ist der gesungene Beitrag “iPhone: The Music Video” längst ein Klassiker.

Für die gefilmte Besprechung des neuen iPhone 3G S schlüpft Pogue in die Rolle von Justin Long, der in der Apple-Werbekampagne “Get A Mac” den coolen Vertreter des Macs spielt.