Personal Tech

Mein Tag mit Siri im iPhone 4S

Siri-LogoIch habe die vergangenen Tage das iPhone 4S ausprobieren können. Besonders beeindruckt hat mich die Spracherkennungs- und Sprachsteuerungs-Funktion Siri. Hier ein paar Beispiele von Siri-Antworten auf Fragen, die nicht alle wirklich ernst gemeint sind:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Download MP3-Datei (wenn Adobe Flash für den Audio-Player nicht unterstützt wird)

Mein vollständiger Testbericht zum iPhone 4S steht hier bei iPhoneWorld.

Die in dem Audio-Stück erwähnten Antworten von Siri im Screenshot (plus einige zusätzliche Siri-Beispiele). Zum Durchblättern der Screenshot-Gallerie einfach auf das Bild oder die Navigationspfeile klicken.

Guten Morgen

Guten Morgen

Siri bemerkt, dass es Abend ist und der Gruß "Guten Morgen" eigentlich nicht passt.

Auswahl möglicher Fragen und Befehle

Auswahl möglicher Fragen und Befehle

Wie heißt Du?

Wie heißt Du?

Wo kommst Du her?

Wo kommst Du her?

Wo kommst Du her?

Wo kommst Du her?

Was hast Du an?

Was hast Du an?

Was trägst Du?

Was trägst Du?

Was ist Deine Lieblingsfarbe?

Was ist Deine Lieblingsfarbe?

Erzähle mich einen Witz!

Erzähle mich einen Witz!

Was ist der Sinn des Lebens?

Was ist der Sinn des Lebens?

Was ist der Sinn des Lebens?

Was ist der Sinn des Lebens?

Was ist der Sinn des Lebens?

Was ist der Sinn des Lebens?

Was ist der Sinn des Lebens?

Was ist der Sinn des Lebens?

Was ist der Sinn des Lebens?

Was ist der Sinn des Lebens?

Warum bin ich hier?

Warum bin ich hier?

Ich kann Dich nicht sehen

Ich kann Dich nicht sehen

Du bist wunderbar

Du bist wunderbar

Du bist schön

Du bist schön

Du bist sexy

Du bist sexy

Du bist eine Schlampe

Du bist eine Schlampe

Du nervst

Du nervst

Ich bin Dein Vater

Ich bin Dein Vater

Wer ist Dein Vater?

Wer ist Dein Vater?

Heirate mich!

Heirate mich!

Öffne die Luftschleuse! (Anspielung an HAL 2000)

Öffne die Luftschleuse! (Anspielung an HAL 2000)

Wie steckt die Aktie von Apple?

Wie steckt die Aktie von Apple?

Erinnerungsfunktion

Erinnerungsfunktion

Rufe meine Frau auf dem Handy an!

Rufe meine Frau auf dem Handy an!

Ich möchte ein anderes Telefon haben

Ich möchte ein anderes Telefon haben

Brauche ich morgen in München einen Regenschirm?

Brauche ich morgen in München einen Regenschirm?

Guten Abend

Guten Abend

Klopf, klopf

Klopf, klopf

Wie sieht der Rest des Tages aus?

Wie sieht der Rest des Tages aus?

Spiele Musik von Reinhard Mey

Spiele Musik von Reinhard Mey

Gute Nacht

Gute Nacht

Erstelle eine Notiz für meine Einkaufsliste

Erstelle eine Notiz für meine Einkaufsliste

Füge Karotten hinzu

Füge Karotten hinzu

Füge Schokolade hinzu

Füge Schokolade hinzu

An welchem Tag ist Ostern?

An welchem Tag ist Ostern?

Die alte App von Siri für das iPhone

Die alte App von Siri für das iPhone

Apple hat die alten Siri-Server inzwischen abgeschaltet

Apple hat die alten Siri-Server inzwischen abgeschaltet

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Im Werbespot von Apple, der in den USA im Fernsehen läuft, sind einige Funktionen zu sehen, die es in der deutschsprachigen Version nicht gibt, beispielsweise die Abfrage der Verkehrslage in der Umgebung oder die Umrechnung von verschiedenen Maßeinheiten via wolframalpha.com:

Anleitung: Twitter für Einsteiger – Tipps und Tricks für den Microblogging-Dienst (1)

Für alle, die Twitter bislang noch nicht ausprobiert haben oder noch ganz frisch dabei sind, will ich hier möglichst verständlich erklären, was Twitter eigentlich ist und welche Regeln man bei Twitter beachten sollte. Twitter ist ein kostenloser Kurznachrichtendienst oder auch Mikroblogging-Service. Angemeldete Benutzer können eigene Textnachrichten (“Tweets”) mit maximal 140 Zeichen veröffentlichen.

(Aktualisiert im September 2011)

Der erste Twitter-Entwurf von Jack Dorsey

Der erste Twitter-Entwurf von Jack Dorsey (2006)

Zunächst ein paar Sätze zur Geschichte von Twitter. Der erste Tweet wurde am 21. März 2006 verschickt. Richtig los ging es aber erst am 15. Juli. Der einflussreiche US-Blogger und Investor Michael Arrington schrieb damals für das US-Blog “TechCrunch”: “Odeo hat heute einen neuen Dienst gestartet, der Twttr heißt und eine Art von SMS-Anwendung für den “Gruppenversand” ist.”

Die kleine Firma Odeo wollte in San Francisco einen Podcasting-Dienst entwickeln. Bei einem Brainstorming schlug der Entwickler Jack Dorsey vor, kurze Statusmeldungen an alle Teammitglieder per SMS zu senden, damit jeder weiß, woran die anderen arbeiten. In zwei Wochen entstand ein Prototyp, und Dorsey verschickte die erste Nachricht: “inviting coworkers”. Neben Dorsey waren auch Biz Stone, Evan Williams und Noah Glass beteiligt. Wichtige Impulse bei der Entwicklung des Dienstes lieferte der deutsche Auftragsentwickler Florian Weber.


In diesem historischen Video aus dem Jahr 2006 erklärt Twitter-Mitbegründer Biz Stone den Kurznachrichtendienst, der damals noch twttr hieß und auf der Basis von SMS funktionierte

Vier Monate später gab die Firma ihr kleines Nebenprojekt für alle interessierten Nutzer frei – und war überrascht vom Erfolg. Ein gutes Jahr nach dem ersten Tweet gründete Dorsey daher gemeinsam mit Stone und Williams eine eigene Firma unter dem heutigen Namen Twitter Inc.

twitter-birdDas Prinzip von Twitter ist recht simpel. Angemeldete Nutzer tippen Antworten in SMS-Länge – 140 Zeichen – auf die Frage “Was gibt’s Neues?” (früher lautete die Frage “Was machst Du gerade?”). Das soziale Netzwerk beruht darauf, dass man die Mitteilungen anderer Benutzer regelmäßig liest und sie abonniert. Die Abonnenten werden als „Follower“ (engl. to follow = folgen) bezeichnet. Auf der Homepage von Twitter kann man Nachrichten eingeben und die Nachrichten der Personen, denen man folgt, chronologisch sortiert ansehen. Ein Twitter-Anwender kann selbst entscheiden, ob er seine Mitteilungen allen zur Verfügung stellen oder den Zugang auf eine Gruppe beschränken will. Man muss übrigens keinen Twitter-Account haben, um die öffentlichen Tweets von Twitter-Usern mitzulesen.

Twitter-Logo (seit 2010)

Twitter-Logo (seit 2010)

Wenn man sich bei Twitter neu anmeldet, schlägt das System einige User vor, den man “followen” kann. Ich würde allerdings davon abraten, die Feeds von wildfremden Twitter-Anwendern zu abonnieren, sondern würde bei Freunden, Familie oder Kollegen anfangen. Eine (unvollständige) Liste twitternder Journalisten hat PR-Kloster zusammengestellt. Orientierung bietet auch der Dienst Tweetranking von “Netzökonom” Holger Schmidt, der Empfehlungslisten für Twitter pflegt. Das Mottto von Tweetranking lautet:

„Twitterer empfehlen Twitterer“ – nach dieser Methode entsteht aus deinen Empfehlungen ein Verzeichnis der interessantesten Menschen auf Twitter.

Hier kann man mich übrigens auch in der Rubrik Journalismus empfehlen :-)

Ein guter Ausgangspunkt für den Aufbau einer interessanten Timeline sind auch die Twitterlisten von Mirko Lange, dem Inhaber der Agentur talkabout communications. Mich interessieren natürlich vor allem die Listen Journalismus, Medien und Blogger.  Man findet dort aber auch die Twitter-Accounts von Politikern, Unternehmen und Organisationen.

Ein konkretes Beispiel: Der Twitter-Feed von Wolfgang Büchner, dem Chefredakteur der Deutschen Presse-Agentur (dpa), unter http://twitter.com/wbuechner. Rechts oben kann man sehen, welche Feeds “wob” abonniert hat (“following”) und wer dem Feed von Büchner folgt (“followers”).

Twitter-Feed von Wolfgang Büchner

Twitter-Feed von Wolfgang Büchner

Die beiden Listen ( “following” und “followers”) eines Twitter-Anwenders eignen sich hervorragend dazu, seinen eigenen Horizont zu erweitern und neue Leute im Netz kennenzulernen.

Dieser Screenshot  zeigt meine “Timeline”, also die Einträge der Personen, Medien und Organisationen, die mich interessieren und denen ich “folge”:

Twitter-Homepage

Twitter-Homepage

Nun zu den Inhalten: Ein Tweet kann beispielsweise so aussehen:

Neben dem eigentlichen Tweet (“For my editor friends, pls do more than tweet links from your paper. Be personable & fun. Engage.)” kann man eine Reihe weiterer Informationen sehen:

Erläuterung:

Links neben dem eigentlichen Tweet steht ein Foto. Damit dieses Bild dort erscheint, muss der Kontoinhaber es hochladen. Es ist unbedingt empfehlenswert, ein Foto oder Symbolbild einzustellen, denn damit steigt die Chance, mit den eigenen Tweets im Netz weiter verbreitet zu werden (“retweetet zu werden” und Follower zu gewinnen) beträchtlich. Die Datei mit dem eigenen Bild, einem Avatar oder Logo darf maximal 700 Kilobyte groß sein und muss im Format JPG,. GIF oder PNG vorliegen. Beim Anlegen eines Twitter-Accounts sollte man auch die Möglichkeiten nutzen, sich unter Einstellungen/Profil in 160-Zeichen-Länge selbst vorzustellen, damit die Öffentlichkeit weiß, wer hier twittert.

Rechts neben dem Foto wird der Benutzername des Twitterers angezeigt. Häufig ist das ein Phantasiename oder Pseudonym. Im Gegensatz zu Google+ besteht Twitter nicht auf Klarnamen. Twitter akzeptiert Buchstaben, Zahlen und den Unterstrich als Benutzernamen. Ein Bindestrich gehört leider nicht dazu. Der Username ist auch Bestandteil der Web-Adresse des jeweiligen Twitter-Feeds, also der Webseite mit allen Tweets eines bestimmten Accounts. In unserem Beispiel lautet die Web-Adresse https://twitter.com/#!/johnrobinson. Zitiert man einen Twitter-User, wird dem Benutzernamen das AT-Zeichen vorangestellt (@johnrobinson).

Rechts neben dem Username steht dann der ausgeschriebene Namen des Twitter-Accounts (in unserem Beispiel John Robinson). Das muss aber nicht der echte Name des Account-Inhabers sein. Bei einigen Promi-Accounts bestätigt Twitter selbst die Authenzität des Accounts, beispielsweise beim Konto des Sprechers der Bundesregierung, Steffen Seibert. Ruft man dessen Seite auf (https://twitter.com/#!/RegSprecher), erscheint neben Namen Steffen Seibert ein weißes Häkchen auf blauem Grund. Damit können die Twitter-User davon ausgehen, dass hier tatsächlich der Regierungssprecher twittert – und nicht etwa eine Fake-Account oder eine Satire-Aktion gestartet wurde.

Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter

Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter

Wenn man selbst leicht auf Twitter gefunden werden möchte, empfiehlt es sich, mit dem echten Namen zu arbeiten.

Ein Tweet kann wie erwähnt maximal 140 Zeichen lang sein. Wenn man Interesse hat, dass der eigene Text von anderen Twitter-Usern zitier und erneut veröffentlich (also “retweetet”)  wird, sollte man den Text etwas kürzer formulieren, damit die anderen noch etwas Platz für eigene Anmerkungen haben.

Unter dem eigentlichen Tweet steht die Uhrzeit, wann er veröffentlicht wurde. Klickt man auf die Uhrzeit, erscheint der Tweet auf einer eigenen Webseite, die man als Link versenden oder auf einem Blog verlinken kann.

Der Hinweis unter der Uhrzeit zeigt, dass der Tweet von John Robinson nur deshalb in meiner “Timeline” gelandet ist, weil sie von Jeff Jarvis erneut veröffentlicht (“retweetet”) wurde.

Fährt man mit der Maus über den Eintrag, verändert der sich:

Vorher:

Nachher:

Neben der Uhrzeit erscheinen jetzt die Bedienelemente “Favorite”, “Retweet” und “Reply”, um auf einen Tweet zu reagieren. Mit “Favorite” signalisiert man Zustimmung zu dem Tweet. Wenn man einen Tweet als Favorit markiert, hießt das in Twitter-Sprech auch “einen Tweet faven”. Im eigenen Profil wird öffentlich angezeigt, welche Tweets man favorisiert hat.

Mit “Retweet” veröffentlicht man den Tweet erneut und trägt dazu bei, dass die eigenen “Follower” auf den Inhalt aufmerksam werden. Wenn die eigenen Tweet von anderen Retweetet werden, besteht die Chance, die Zahl der eigenen Follower zu erhöhen.

Mit Reply antwortet man auf einen Tweet. Bei der Antwort wird automatisch der Twitterer erwähnt, der den Ausgangstweet geschrieben hat.

Einen Tweet schreiben

Das Eingabe-Fenster von Twitter

Das Eingabe-Fenster von Twitter

Um selbst einen Tweet zu schreiben, trägt man in das Feld “Was gibt’s Neues?” seinen Text ein. Twitter zeigt beim Schreiben an, wie viele Zeichen man noch übrig hat. Wenn man länger als 140 Zeichen schreibt, wird eine negative Zahl angezeigt, damit man weiß, um wie viele Zeichen man seinen Tweet noch kürzen muss. Unter dem Eingabefeld befindet sich ein kleines Kamera-Symbol. Wenn man darauf klickt, kann man zu seinen Text-Tweet ein Foto hochladen. Rechts neben dem Foto-Symbol ist der Schalter für die Ortsangabe. Man kann hier dem Geo-Vorschlag des Browsers folgen oder die Angabe ändern. Man kann die Ortsangabe, die ohnehin nur sehr groß ist, auch ganz auschalten.

Einen Tipp-Fehler in einem bereits veröffentlichten Tweet kann man nicht korrigieren. Man kann aber einen Twitter-Eintrag löschen. Dabei kann man allerdings nicht sicher sein, dass der gelöschte Tweet tatsächlich aus der Welt ist. Wenn andere Twitter-User den Text bereits retweetet oder sich einen Screenshot angefertigt haben, wird der Inhalt wohlmöglich weiter kursieren.

Man sollte daher vor dem eigentlichen Senden kurz innehalten und checken, ob man den Inhalt tatsächlich so veröffentlichen möchte. Hat man einen Fehler gemacht, empfiehlt es sich, ganz offen mit dem Fehler umzugehen und ihn in einem weiteren Tweet zu berichtigen.

Zurück zu den Twitter-Inhalten: Viele Twitterer “zwitschern”  nicht nur über eigene Befindlichkeiten, sondern wollen Werbung für ihr Blog oder ihr Medium machen. In diesem Beispiel weist die CNET-Bloggerin Molly Wood auf einen Videoblog-Eintrag hin:

twitter_post4

Das Video findet man im Netz unter http://cnettv.cnet.com/sync-your-ipod-two-computers/9742-1_53-50004835.html. Weil diese lange Webadresse aber schon 65 Zeichen lang ist und zuviel Platz wegnehmen würde, hat Molly Wood einen Kurz-URL-Dienst – in diesem Fall bit.ly – verwendet. Mit einem Kurz-URL-Dienst kann man sehr kurze Weiterleitungs-Webadressen erzeugen, auf andere (vergleichsweise lange) URLs verweisen.

URL-Shortener

Im Browser sieht man leider nicht, auf welche Website diese kurzen URLs verweisen. Twitter-Anwendungen wie Tweetdeck oder Nambu lösten aber die Short-URLs in der Regel auf und zeigen zumindest die Domain des eigentlichen Ziels an.

tr.im zeigt an, wie oft eine Kurz-URL abgerufen wurde

tr.im zeigt an, wie oft eine Kurz-URL abgerufen wurde

Der bekannteste Kurz-URL-Dienst ist TinyURL (http://tinyurl.com/). Neuere Kurz-URL-Dienste wie bit.ly oder is.gd haben auch eine Schnittstelle zu Twitter eingebaut. Ich persönlich bevorzuge tr.im, denn dieser Dienst hat nicht nur eine Schnittstelle zu Twitter, sondern zeigt einem eingeloggten Anwender außerdem an, wie oft und von welchem Ort aus die gekürzten Adressen abgerufen wurden. Außerdem gibt es für den Browser Firefox ein Plugin für tr.im, so dass man sehr bequem vom Browser aus eine lange Web-Adresse kürzen oder direkt twittern kann. Der URL-Shortener von Google verwendet die Adresse goo.gl, bei YouTube  wird die Kurz-Adresse youtu.be eingesetzt. Der “offizielle” URL-Shortener von Twitter ist seit September 2010 t.co. Dieser Dienst kann aber nicht unabhängig von Twitter verwendet werden.

Meta-Daten

In Tweets findet man häufig Worte, denen ein Rautenzeichen (#) vorangestellt wurde. Mit dem “Hash” verschlagworten (“taggen”) Twitter-Anwender ihre Beiträge, so dass die Tweets später besser gefunden werden können:

twitter_post2

In diesem Beispiel wurde das Wort “ux” (kurz für User Experience”) getaggt. Die Kurz-URL is.gd/8xC führt zur Webseite von Google (http://www.google.com/corporate/ux.html).

Zu beachten ist, das Tags, die aus mehreren Worten bestehen, mit einem Unterstrich zusammengesetzt oder zusammengeschrieben werden müssen (Windows_Vista). Sonst erkennt das System nur das erste Wort als Tag.

Die Schlagworte werden innerhalb von Twitter aber auch dazu verwendet, ironische Kommentare in einen Tweet zu packen. Dazu werden die Tags in einen Zusammenhang gestellt, der unerwartet ist und als Einordnung dem Tweet eine neue Konnotation beigibt, z.B. hier:
twitter_post_9

Auf andere Twitterer verweisen

Taucht vor einem Wort das At-Zeichen (@) auf, verweist der Beitrag auf einen anderen Twitter-Anwender:

twitter_post31

In diesem Fall bedankt sich Twitter-Userin ka__os bei Twitter-Anwender cdernbach für einen Hinweis auf die Twitter-Software Nambu (Mac OS).

Durch einen Tweet, der einen Usernamen wie @mustermann enthält, bekommt der erwähnte Benutzer “mustermann” diese Antwort in der Rubrik “Mentions” (Erwähnungen) zugeschickt, auch wenn er den Antwortenden gar nicht abonniert hat. Würde man ohne das At-Zeichen zurückzwitschern wollen, könnte der angedachte Empfänger das unter Umständen gar nicht mitbekommen.

Den Stein ins Wasser werfen

Die Faszination von Twitter besteht auch darin, dass bestimmte besonders wertvolle, brisante, komische oder sonst wie relevante Inhalte sich rasend schnell durch das Netz verbreiten können. Das wird unter anderen durch die Retweet-Funktion ermöglicht, die ähnlich wie das Weiterleiten einer Mail funktioniert. Ein Beispiel: Jimmy Wales, der Mitbegründer der freien Enzyklopädie Wikipedia, fordert in einem Tweet seine “Follower” auf, seinen Eintrag zur Schweinegrippe innerhalb von Twitter möglichst breit zu streuen. Deshalb schreibt er: “Plz RT”, also “Please Retweet”:

twitter_post5

Wenn ein andere User, der Jimmy Wales Einträge abonniert hat, diesen Eintrag für seine “Follower” übernimmt, sieht das so aus:

twitter_post6

Direkte und vertrauliche Kommunikationmit Twitter

Über Twitter kann man anderen Anwendern auch eine private Botschaft (“direct message”) zukommen lassen. Dazu stellt man vor den Usernamen den Buchstaben “d” und ein Leerzeichen.

twitter_post7

In diesem Fall landet der Tweet nur beim adressierten Empfänger. Loggt sich der Empfänger bei Twitter ein, bekommt er die Anzahl der für ihn bestimmten Direct Messages angezeigt. Man kann aber über Twitter nur direkte Botschaften austauschen, wenn beide User sich gegenseitig folgen. Daher sollte man sich gut überlegen, wem man selbst folgt, um nicht mit Spam-Nachrichten via Twitter belästigt zu werden.

Die Twitter-Abkürzungen noch einmal im Überblick:

Um auf Tweets von anderen Twitterern öffentlich zu antworten, stellt man das Klammeraffenzeichen (@) vor den Twitternamen:
@cdernbach Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipisicing elit

Um einen Twitter-User privat anzuschreiben, stellt man den Buchstaben d gefolgt von einem Leerzeichen vor den Twitternamen:
d cdernbach Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipisicing elit

Webadressen in einem Tweet sind direkt anklickbar. Lange URLs können mit Diensten wie t.co, TinyURL, Tr.im, identi.ca, Snurl und anderen abgekürzt werden:

Bug im Android-Browser http://snurl.com/bx56n

Findet man einen interessanten Tweet eines anderen Users, den man seinen eigenen Followern zur Kenntnis geben möchte, kann man die Kurzmitteilung mit einem “Retweet” verteilen. Dazu wird ein RT und der Username vorangestellt:

RT @heiseonline Bug im Android-Browser http://snurl.com/bx56n

Hashtags werden mit dem Rautezeichen gekennzeichnet
#Bayern entlässt #Klinsmann

Ein Ort kann mit “L:” gekennzeichnet werden (der Buchstabe L steht für Location):

Wieder einmal Superwetter in L:Hamburg

Wer Spaß an Twitter gefunden hat, wird den hellblauen Standard-Hintergrund seiner persönlichen Twitter-Seite (http://twitter.com/maxmustermann) und das Logo seiner Tweets verändern wollen. Dazu kann man eigene Bilder auf Twitter hochladen (unter “Settings” / “Picture” und “Settings” / “Design”). Um einen coolen Hintergrund zu gestalten, gibt es etliche Hilfsmittel im Netz, beispielsweise unter www.twitbacks.com.

Damit schließe ich Teil 1 meiner Twitter-Einführung ab. Im zweiten Teil erörtere ich die Frage, welchen Vorteil spezielle Twitter-Anwendungen im Vergleich zur Twitter.com-Homepage bringen und stelle einige populäre Twitter-Programme für Windows, Mac OS und verschiedene Smartphones vor.

Update: Lesenswert zum Thema “Was sollte man Twittern?”:
rams really love ewes: Kopf-Twittern gegen Bauch-Twittern?

David Letterman lässt sich von Kevin Spacey Twitter erklären:

siehe auch:
Microblogging mit Twitter – so geht es

Und zum Schluss noch eine kleine Literatur-Auswahl zum Thema Twitter und Social Media:

Firefox-Plugin der EFF schützt vor ‘Firesheep’

Die Electronic Frontier Foundation (EFF) hat ein Plugin für den Webbrowser Firefox veröffentlicht, mit dem man sich vor dem Cookie-Klau-Tool Firesheep schützen kann. Mit Firesheep kann sich ein Angreifer in öffentlichen Netzen Zugriff auf die Accounts anderer Netzwerknutzer bei Facebook und anderen Diensten verschaffen. Das Plugin “HTTPS Everywhere” sichert Web-Verbindungen über das HyperText Transfer Protocol Secure (dt. sicheres Hypertext-Übertragungsprotokoll) ab. HTTPS ist ein Verfahren, um Daten im World Wide Web abhörsicher zu übertragen.

“Mit der neuen Version des Plugins HTTPS Everywhere kann man viel effektiver einen Angriffs mit Firesheep oder einem ähnlichen Werkzeug vereiteln”, sagte EFF Senior Staff Technologist Peter Eckersley. “Es unternimmt einen wichtigen Schritt zum Schutz Ihrer Konten bei Facebook, Twitter oder Hotmail. Außerdem schirmt es wie frühere Versionen Ihre Google-Suchanfragen von Lauschern ab und sichert Ihre Zahlungen, die Sie über über PayPal vorgenommen haben.”

Das Plugin HTTPS Everywhere für Firefox kann hier heruntergeladen werden:
https://www.eff.org/https-everywhere

Firesheep stellt insbesondere bei der Verwendung von ungeschützten WLANs eine echte Gefahr da, denn es ist sehr einfach zu bedienen und dürfte inzwischen rund eine Millionen Mal heruntergeladen worden sein.

EFF Tool Offers New Protection Against ‘Firesheep’ | Electronic Frontier Foundation.

Microsoft hilft

Als Computer-Anwender wandle ich zwischen zwei Welten: Im Büro arbeite ich mit Windows-PCs, zu Hause habe ich mich vor Jahren für Apple und das Mac OS entschieden. Als Klammer zwischen diesen beiden Welten spielt Microsoft Office eine tragende Rolle, da diese Büro-Software auf beiden Plattformen verfügbar und auch mehr oder weniger kompatibel ist. Vor diesem Hintergrund schenke ich neuen Versionen von Microsoft Office für Mac eine besondere Aufmerksamkeit.

Beim Test des neuen Microsoft Office 2011 für den Mac fiel mir beim Test auf, dass es nicht ohne weiteres möglich ist, eine Verbindung zu einem Microsoft Exchange Server außerhalb des Firmennetzwerks (oder VPN-Tunnels) aufzubauen. In der Windows-Version von Outlook 2010 findet man unter Kontoeinstellungen/E-Mail/Verbindungen die Option „Von beliebiger Stelle aus auf Outlook zugreifen“. Man kann bei „Verbindung mit Microsoft Exchange über HHTP herstellen“ ein Häkchen setzen und dann die Exchange-Proxyeinstellungen aufrufen und konfigurieren. Damit kann man von einer beliebigen Internet-Verbindung aus auf den Exchange-Server in der Firma zugreifen.

Beim neuen Office-Paket 2011 für den Mac scheint es in Outlook diese Option nicht zu geben, obwohl der Outlook-Vorgänger Entourage den Zugriff via https beherrschte. Oder habe ich diese Option einfach nur übersehen?
Diese Frage wollte ich klären, nachdem ich einen Tweet des Microsoft-Managers Boris Schneider-Johne sah:

Die Antwort von Boris Schneider-Johne ließ nicht lange warten.

Damit war ich der Antwort auf meine Frage zwar nicht näher gekommen. Ich hatte aber großes Verständnis dafür, dass der Xbox-Manager keine Detail-Fragen zu Outlook 2011 für den Mac beantworten kann. Damit hatte ich den Twitter-Vorstoß in Sachen Outlook 2011 schon abgehakt, zumal auch aus der mitlesenden Follower-Gemeinde keine weiteren Hinweise kamen. Doch nun meldete sich ein mir bislang nicht bekannter Twitter-Account “Microsoft hilft”

Der Aufforderung von “Microsoft hilft”, dem Account für eine direkte Kommunikation zu folgen, bin ich dann gerne nachgekommen. Per Direct Message wurde ich dann kontaktiert:

Ich habe dann mein Anliegen an die genannte Adresse geschickt:

Von: Dernbach, Christoph
Gesendet: Mittwoch, 3. November 2010 13:38
An: ‘kunden@microsoft.com’
Betreff: WG: Direct message from Microsoft Hilft

Hallo,
es geht um das neue Microsoft Office 2011 für den Apple Macintosh (insb. die Anwendung Outlook) und die Verbindung zu einem Exchange-Server 2007. Bei der Windows-Version von Outlook 2010 besteht die Möglichkeit, eine Verbindung auch außerhalb einer direkten Domain-Einbindung über https herzustellen. In der Windows-Version von Outlook findet man unter Kontoeinstellungen/E-Mail/Verbindungen die Option „Von beliebiger Stelle aus auf Outlook zugreifen“. Man kann bei „Verbindung mit Microsoft Exchange über HHTP herstellen“ ein Häkchen setzen und dann die Exchange-Proxyeinstellungen aufrufen und konfigurieren. Ich bin nun auf der Suche nach genau dieser Konfigurationsmöglichkeit in der Mac-Version von Outlook, die Bestandteil des Office-Pakets 2011 ist.

Beste Grüße

Christoph Dernbach

Am Ende dieser Anfrage habe ich dann noch die Direct Message von “Microsoft hilft” angefügt, damit klar war, worauf ich mich beziehe. Sechs Tage später habe ich dann diese Anwort erhalten:

Von: Microsoft Kundenbetreuung [mailto:CNTUS.PRSL.EU.DE.DE.SIT.SOF.CS.T01.CUS.00.EM@css.one.microsoft.com] Gesendet: Dienstag, 9. November 2010 09:55
An: Dernbach, Christoph
Betreff: RE: SRX1141983348ID – WG: Direct message from Microsoft Hilft

Sehr geehrter Herr Dernbach,

bei Ihrer Anfrage vom 03.11.2010 zum Thema Microsoft Office handelt es sich um technischen Support.

Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass wir per E-Mail keine technischen Fragen beantworten oder weiterleiten können. Mit unserem umfangreichen Support-Angebot bieten wir eine einfache und schnelle Unterstützung bei der Lösung von Installations- und Anwendungsfragen. Sie erhalten hier direkte und klar verständliche Unterstützung, dank persönlicher Beratung durch unsere Support-Spezialisten.

Für die meisten Vollprodukte, die Sie im Fachhandel erwerben können, bietet Microsoft die Möglichkeit, kostenlose technische Anfragen an Supportspezialisten zu stellen. Neben Anfragen zur Installation und Einrichtung können Sie auch Anfragen zur Bedienung (ohne Programmierung und Serveranfragen) stellen.

Um schneller zu dem Produkt zu gelangen für welches Sie Support benötigen, nutzen Sie bitte den folgenden Link:

http://support.microsoft.com/selectindex/default.aspx?target=assistance

Auch telefonisch erreichen Sie unsere Kollegen vom Standard-Support unter der Nummer: 01805 67 22 55 (0,14 pro Euro/Minute aus dem Festnetz der Deutschen Telekom). Sie erreichen uns von Montag bis Freitag von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr und Samstag von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr.

Wenn Sie weitere Fragen oder Wünsche haben, stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihre Microsoft Privatkundenbetreuung

Online: http://support.microsoft.com/contactus/
Telefon : 01805 / 67 22 55 (0,14 Eur pro Min. aus dem deutschen Festnetz; maximal 0,42 Euro pro Minute aus den Mobilfunknetzen)
Telefax: 01805 / 25 11 91 (0,14 Eur pro Min. aus dem deutschen Festnetz; maximal 0,42 Euro pro Minute aus den Mobilfunknetzen)
Microsoft Deutschland GmbH

Konrad-Zuse-Straße 1, D – 85716 Unterschleißheim

http://www.microsoft.com/germany

Geschäftsführer: Ralph Haupter (Vorsitzender), Achim Berg, Marcel Schneider, Benjamin O. Orndorff, Keith Dolliver

Damit bleibt meine Frage nach der Unterstützung von https-Verbindungen zwischen Outlook 2011 und einem Exchange-Server unbeantwortet. Vielleicht erreiche ich ja auf diesem Weg einen Experten, der die Frage beantworten kann. Es geht um die Funktion, die in diesem Screenshot von Outlook 2010 für Windows zu sehen ist.

Wenig Durchblick im Maschinenraum: CCC-Sprecherin beklagt “vollständige Gängelung”, die es so gar nicht gibt

Constanze Kurz, die Sprecherin des Chaos Computer Clubs (CCC) sieht schwarz. “Die vollständige Gängelung rückt nahe“, schreibt sie in der FAZ – und macht vor allem die Strategie von Apple dafür verantwortlich. “Kaufe, was Du willst, aber tue damit nur, was Dir vorgeschrieben wird!” Apple habe eine “Strategie der ummauerten Gärten für Mobiltelefone durchgesetzt”. Jetzt drohe die Bevormundung der Kunden auch auf dem Feld der Personal Computer Einzug zu halten.

Nehmen wir an, ein bekannter Automobilhersteller kündigt ein brandneues Geschäftsmodell an: schicker Kleinwagen, sparsam im Verbrauch, beste Fahreigenschaften, günstiger Preis. Der Haken: Man kann den Wagen ausschließlich mit dem Kraftstoff eines bestimmten Mineralölkonzerns betreiben, muss also dessen Tankstellen ansteuern. Gleich beim Verkauf wird das Umgehen der technischen Vorrichtungen, die sicherstellen, dass nicht heimlich der Konkurrenz-Diesel gezapft wird, vertraglich ausgeschlossen und für illegal erklärt. Wer würde schon so ein Auto kaufen?

Die Antwort auf die Frage von Constanze Kurz im Feuilleton der FAZ fällt natürlich nicht schwer. Niemand würde so ein Auto kaufen. Doch in der Mobiltelefonbranche seien solch absurde Geschäftsmodelle gang und gäbe.

Die modernen Formen des Fernsprechers sind im Kaufpreis gesenkt, dafür muss sich der Kunde vertraglich an einen Mobilfunkanbieter binden. Doch die Telefonverkäufer gehen noch einen Schritt weiter. Apple schreibt den Kunden nicht nur vor, mit welchem Mobilanbieter sie zu telefonieren haben. Selbst die Auswahl der auf dem iPhone installierbaren Software wird kontrolliert.

Werbung im Apple-Store für ein iPhone ohne SIM- oder Net-Lock

Werbung im Apple-Store für ein iPhone ohne SIM- oder Net-Lock

Da scheinen aber die wichtigsten Nachrichten aus der Telekom-Branche der vergangenen Wochen an der CCC-Sprecherin vorbeigegangen zu sein. Das iPhone wurde zwar im Jahr 2007 in den USA und auch in Deutschland zunächst mit einem exklusiven Vermarktungsparner in die Läden gebracht. Aber in den meisten Ländern war das iPhone von Anfang an bei mehreren Providern und auch ohne Netzsperre zu haben. Und seit dieser Woche verkauft Apple das iPhone im eigenen Apple-Store ohne Net-Lock oder SIM-Lock. Und auch bei O2 kann man das iPhone ohne einen Mobilfunkvertrag kaufen und mit einer SIM-Karte eines beliebigen Providers in Betrieb nehmen. In Berlin, wo die CC-Sprecherin lebt und arbeitet, kann man in diesen Tagen keine 200 Meter gehen, ohne auf eine Werbung für ein “freies iPhone 4″ zu stoßen. Und auch das AT&T-Monopol in den USA, das ohnehin am Markt durch Grau-Importe aus Asien und Europa unterlaufen wurde, steht vor dem Ende.

Nachdem die (falsche) These von der Zwangskopplung von Hardware-Kauf und Providerauswahl aufgestellt wurde, regt sich Constanze Kurz über die Ermittlungen gegen 600 Telefonkäufer, die den sogenannten SIM-Lock ihres Mobiltelefons entfernt hatten.

Damit befreien sie sich von dem Zwang, mit einem bestimmten Anbieter zu telefonieren. Strafbare „Geheimnishehlerei“ und „Datenveränderung“ lautet der umstrittene, weil reichlich konstruierte Vorwurf.

Es fehlt allerdings der Hinweis, dass die Besitzer dieser Edel-Handys diese Geräte in der Regel für einen symbolischen Preis von einem Provider bekommen – und sich im Gegenzug dazu verpflichtet hatten, sich auf einen gewissen Zeitraum vertraglich an den Mobilfunkanbieter zu binden. Ich kann mir gut vorstellen, dass der CCC Spaß an der Vorstellung des 1-Euro-iPhones für alle hätte, bei dem der Mobilanbieter frei ausgewählt werden kann. Man muss aber auch Verständnis dafür haben, dass die Telekom keinen Spaß daran hat, iPhones für einen Euro zu verteilen, die dann mit einem Discounter-Tarif betrieben werden. Wer die Freiheit der Tarifauswahl haben möchte, muss sich sein iPhone halt unsubventioniert kaufen.

Beim Vorwurf der “vollständigen Gängelung” geht es Constanze Kurz aber nicht nur um die Frage, ob und wie man ein Smartphone ohne Netzsperre bekommen kann. Für die CCC-Sprecherin ist nur schwer erträglich, wie die Auswahl der auf dem iPhone installierbaren Software kontrolliert wird.

Alles, was nicht vollständig mit der typisch amerikanischen, disneyesken Familienfreundlich-Ideologie harmoniert, wird nach Gutdünken ausgeschlossen. Damit nicht genug: Programme, die Apples Vorstellung davon verletzen, wie für das iPhone zu programmieren ist oder gar in Konkurrenz zu hauseigener Software treten, werden nicht zugelassen. Wer würde schon so ein Mobiltelefon kaufen? Es sind Millionen Menschen weltweit.

Über die Zulassungskriterien zum iTunes-App-Store kann man tatsächlich trefflich streiten. Constanze Kurz macht sich aber nicht die Mühe, die Vor- und Nachteile des regulierten Software-Ladens von Apple zu würdigen. Apple-Chef Steve Jobs geht es bei seinem Modell nicht in erster Linie darum, “der typisch amerikanischen, disneyesken Familienfreundlich-Ideologie” den Weg zu bereiten, auch wenn Jobs inzwischen (wegen des Verkaufs seiner Trickfilm-Firma Pixar an Disney) der größte Aktionär des Disney-Konzerns ist.

3 Gründe, warum eine App zurückgewiesen wird

3 Gründe, warum eine App zurückgewiesen wird

Der Apple-Chef hat zu verschiedenen Anlässen immer wieder betont, dass Apple vorallem verhindern möchte, dass iPhone-Besitzer sich mit unausgereifter oder gar gefährlicher Software auf ihren Smartphones herumschlagen müssen. Die meisten Apps, die nicht in den iTunes-Store aufgenommen wurden, seien entweder ständig abgestürzt oder hätten nicht das gemacht, was in der Beschreibung der Software angegeben worden sei.

Natürlich verfolgt der Apple-Chef auch weniger hehre Ziele. So will Apple verhindern, dass eine Programmier-Umgebung wie Adobe Flash bzw. Air auf dem iPhone eingesetzt wird. Das hat sicherlich auch mit den Sicherheitslücken in der Adobe-Software zu tun, die immer wieder auftauchen. Vor allem will Apple aber vermeiden, dass durch die Hintertür das Bedienkonzept der iOS-Geräte ausgehebelt und durch eine andere Oberfläche ersetzt wird. Dass man dabei sich auch noch eine weitere Umsatzquelle erschließt, spielt sicherlich auch eine Rolle, ist aber aus meiner Sicht nicht maßgeblich. Apple erhält von den Umsätzen aus dem App-Store 30 Prozent – und muss dafür aber das gesamte Inkasso (inkl. Ausfallrisiko) übernehmen und sich um das Hosting der Apps kümmern. Vor diesem Hintergrund ist der App-Store in iTunes nicht die Cash-Cow des Konzerns.

Nachdem der kalifornische Konzern wegen umstrittener Rückweisungen von Apps immer wieder in der Kritik stand, hat Apple vor einigen Wochen neue App Review Guidelines, die zumindest in Klartext festschreiben, was Apple erlaubt und was nicht. Im Gegensatz zu den Einlassungen von Constanze Kurze zwingt Apple die Anwender nun nicht mehr dazu, allein das iOS-SDK von Apple zu verwenden, das nur auf einem Mac läuft.

Mit den neuen Guidelines von Apple setzt Apple aber den Entwicklern schon feste Grenzen, über die man kontrovers debattieren kann:

  • Wir sehen einen Unterschied zwischen Apps und Büchern oder Songs, die wir nicht bewerten. Wenn Du eine Religion kritisieren möchtest, schreibe ein Buch
  • Wir haben über 25.000 Anwendungen im Apps Store. Wir brauen keine weiteren Furz-Apps. Wenn Deine App nicht etwas Nützliches macht oder irgendeine Form nachhaltiger Unterhaltung (“lasting entertainment”) bietet, wird sie vielleicht nicht akzeptiert.
  • Wenn Deine App so aussiehts, als hättest Du sie in ein paar Stunden zusammengeschustert (“cobbled together”) oder wenn Du Deine erste Übungs-App im Store unterbringen möchtest, um Deine Freunde zu beeindrucken, bereite Dich bitte auf eine Absage vor. Wir haben jede Menge ernsthafte Entwickler, die ihre Qualitäts-Apps nicht von Amateur-Stücken umgeben wissen wollen.
  • Wir werden Apps zurückweisen, wenn der Inhalt oder das Verhalten der App eine Linie überschreitet. “Welche Linie”, fragst Du? Nun, wie ein Richter am Supreme Court einmal gesagt hat: “Ich werde das wissen, wenn ich sie sehe.” Und wir glauben, Du weißt auch, wenn Du diese Linie überschreitest.
  • Wenn Deine App zurückgewiesen wird, dann kannst Du Dich an ein Review Board wenden. Wenn Du zur Presse läufst und uns beschimpfst (“trash us”), wird Dir das nicht helfen.

Danach folgt eine detaillierte Auflistung der möglichen Fallstricke aus den Bereichen Funktionalität, Metadaten (Beschreibung der App im Store), Ortsinformationen, Push-Mitteilungen, Game-Center, iAds, Warenzeichen, Multimedia-Inhalte, User-Interface, Kaufvorgang sowie Inhalte-Scraping und Aggregation. Außerdem darf die App natürlich nicht das Gerät beschädigen.

Constanze Kurz findet das Sicherheitsargument “abwegig” und regt sich auch darüber auf, dass Microsoft mit Windows Phone 7 das Konzept von Apple kopiert.

Wenn nur noch vom großen Meister in Redmond abgesegnete Programme geladen werden können, so die Vermutung, können Bösewichte keine schädliche Software mehr unters Volk bringen. Diese Annahme ist jedoch irrig, da eine genaue Prüfung aller Programme auf schädliche, verborgene Teile technisch kaum möglich ist. Das Argument „Sicherheit“ kann also getrost als Schutzbehauptung abgeheftet werden.

Nun sind Apple und Microsoft auf dem Markt nicht alleine. Vor allem der Suchmaschinen-Gigant Google feiert mit seinem em Betriebssystem beachtliche Erfolge. Da Google – aus welchen Motiven auch immer – keine Lizenzgebühren für sein Mobil-OS verlangt und das System in vielen Belangen dem großen Vorbild iPhone mindestens ebenbürtig ist, hat in den vergangenen Monaten eine ganze Armee von Androiden verschiedenster Hersteller die Regale der Mobilfunk-Shops erobert. Daher kann von einem Monopol Apples ohnehin keine Rede sein.

Smartphones mit Android beziehen ihre Apps auf dem weitgehend unregulierten Android Marketplace und beliebigen anderen Software-Quellen. Und dabei tauchen auch immer wieder Meldungen über Programme auf, die eigentlich Trojanische Pferd sind, etwa die im Juli entdeckte App zum Austausch des Bildschirm-Hintergrunds (Wallpaper), die systematisch die persönlichen Daten auf dem Android-Handy ausspionierte. Daher kann man die Sicherheitsfrage meiner Ansicht nach nicht als Alibi-Thema oder “Schutzbehauptung” abtun.

Max OS X trifft das iPad

Max OS X trifft das iPad: Steve Jobs auf dem Apple-Event

Auch wenn die CCC-Sprecherin die Öffnung des iPhone-Marktes in Deutschland nicht mitbekommen hat – das Apple-Event “Back to the Mac” am 20. Oktober ist von ihr aufmerksam registriert worden. Das Versprechen von Apple-Chef Steve Jobs, Errungenschaften auf der Entwicklung des iPhones und des iPads in das neue Apple-Betriebssystem Mac OS X “Tiger” einfließen zu lassen, löst bei der Berliner Informatikerin eher eine Horrorvision aus:

Den vollwertigen Computer zu Hause kann man nach Belieben nutzen. Ob man ein anderes Betriebssystem oder vielleicht selbstgeschriebene Programme verwenden will, ist der eigenen Entscheidung überlassen. Apples iPad jedoch läutet den Schwenk zu einer neuen Ideologie der „ummauerten Gärten“ ein, in der nicht mehr jeder mit den Maschinen tun und lassen kann, was er will, sondern nur noch zu den Bedingungen des Herstellers agieren darf.

Constanze Kurz hat dabei aber nicht im Blick, dass bei dem von ihr so gepreisenen Personal Computer viele Anwender über quasi unüberwindbare Hürden zu überwinden sind, wei die Kiste einfach nicht so einfach funktioniert, wie von Microsoft versprochen. Von den Linux-PCs, die für die Masse der Computeranwender trotz moderner Systeme wie Ubuntu quasi unbedienbar sind, will ich gar nicht erst reden. Es ist auch kein Zufall, warum ausgerechnet die Kategorie der “freien PCs mit Linux”, die den Idealen des CCC besonders nahe kommt und die Herzen der Frickler hoch schlagen lässt, nie einen wirklichen Durchbruch am Markt erlebt hat.

Aus dem Maschinenraum (19): Die vollständige Gängelung rückt nahe – Digitales Denken – Feuilleton – FAZ.NET.

12 Stunden vor dem Launch von Windows Phone 7 – die Top-Stories von Engadget.com

So sieht derzeit die Homepage von Engadget.com aus. Apple verdirbt irgendwie Microsoft die Party…

Screenshot engadget.com

Screenshot engadget.com

Reboot – Microsoft versucht Smartphone-Comback mit Windows Phone 7

Steve Ballmer präsentiert die Palette der Windows-Phone-7-Geräte

Steve Ballmer präsentiert die Palette der Windows-Phone-7-Geräte

Auf diesen Augenblick hat Steve Ballmer zwei Jahre lang gewartet. Stolz präsentierte der bullige Microsoft-Chef heute in New York die Palette der neuen Smartphones, die mit dem neuen Betriebssystem Windows Phone 7 laufen. WP7, wie das System im Microsoft-Jargon intern genannt wird, soll den Software-Giganten wieder in die Lage versetzen, den Käufern von Smartphones eine attraktive Alternative zum iPhone von Apple und den vielen Android-Geräten anzubieten.

Ein Blick zurück: Über das erste iPhone, das Apple im Juni 2007, hatte Microsoft-Ballmer noch gelacht. Das Apple-Gerät sei das teuerste Telefon der Welt. Außerdem spreche es Business-Kunden nicht an:

Ballmer machte damals gleich drei Fehler auf einmal. Zum einen unterschätze er die Zahlungsbereitschaft der potentiellen Smartphone-Käufer für ein funktionierendes, cooles und vom Design her ansprechendes Gerät. Zweitens verpasste Ballmer den Trend, dass Geräte, die eigentlich für den Markt der privaten Anwender gedacht sind, über die Zeit auch fast zwangsläufig ihren Weg in die Unternehmen finden. Spätestens wenn der IT-Admin das iPhone seines obersten Chefs für die Büro-Mail freigeschaltet hat, ist der Damm gebrochen. Auf diesem Weg wurden selbst auf dem Firmen-Campus in Redmond viele iPhones mit den Exchange-Servern der Microsoft Corp. verbunden. Drittens überschätzte Ballmer damals die Attraktivität von Windows Mobile, dem damaligen Smartphone-System.

Android brachte Microsoft auf Trab (Samsung i7500)

Android brachte Microsoft auf Trab (Samsung i7500)

Der Siegeslauf des iPhones muss Ballmer und seine Crew dann doch relativ schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt haben. Verschärft wurde die Situation für Microsoft durch die Aktivitäten des Erzfeindes Google auf dem Mobilfunk-Markt. Das von Google maßgeblich beeinflusste offene Smartphone-System Android überzeugt beispielsweise auch Peter Chou, den Chef der taiwanesischen High Tech Computer Corporation. HTC war bislang der mit Abstand größte OEM von Windows-Mobile-Phones und stieg mit rasender Geschwindigkeit auch zum größten Hersteller von Android-Smartphones auf. Microsoft konnte von Glück reden, dass HTC mit seinen Oberflächen “Touch” und “Sense” selbst das antiquierte Windows Mobile halbwegs modern aussehen ließ.

Irgendwann hatte es dann auch Steve Ballmer kapiert. Mit der Code-Basis von Windows Mobile war kein Staat mehr zu gewinnen. Ein Neustart musste her. Mit Windows Phone 7 habe man eine ganz andere Art des Telefons entwickeln wollen, sagt inzwischen Achim Berg, der damals noch Microsoft-Chef in Deutschland war und inzwischen die Mobil-Aktivitäten von Microsoft in der Konzern-Zentrale in Redmond entscheidend gestaltet: “Und dafür haben wir uns entschieden, bei der Maschine den Motor auszutauschen.”

Die radikale Entscheidung – die auch eine komplette Abkehr vom Mobile-Konzept des Microsoft-Mitbegründers Bill Gates bedeute- hatte Konsequenzen: Zum einen konnte Microsoft zwei Jahre lang dem Vormarsch von Apple und Google wenig entgegensetzen. Zum anderen mussten die Entwickler von Windows-Mobile-Programmen sich von der alten Code-Basis verabschieden und sich auf die neue Dot-net-Umgebung einlassen. Daher kann Microsoft zum Start von WP7 nur mit hunderten Programmen aufwarten, nicht mit tausenden oder gar hundertausenden “Apps”. Immerhin haben es die Software-Evangelisten aus Redmond geschafft, etliche Autoren von besonders Programmen für das iPhone oder Android zu überzeugen, ihre Apps auch auf WP7 zu portieren. Daran ändert auch die harsche Reaktion der Entwickler von Angry Birds wenig, die von Microsoft schon auf der Konvertiten-Liste geführt wurden, obwohl die Portierung das populären Spiels auf WP7 längst noch nicht beschlossene Sache ist.

Startscreen Windows Phone 7

Startscreen Windows Phone 7

Für die neuen WP7-Geräte hat Microsoft nun eine Reihe von Voraussetzungen definiert, die für die Handy-Hersteller verbindlich sind. Dazu gehören die drei Buttons am unteren Bildschirm-Rand (Home, Zurück und Suche), die Mindestauflösung des Screens entspricht WVGA (480 x 800 Pixel). Es dürfen nur drei Gehäuseformen verwendet werden (Touchscreen Smartphone wie beim iPhone, Touchscreen Smartphone mit Slide-Qwertz-Keyboard sowie die klassische Riegelform). Der integrierte Prozessor muss über eine Taktfrequenz von mindestens einem Gigahertz verfügen, damit die Anwendungen die notwendige Power vorfinden. Außerdem muss ein separater Grafikprozessor mit DirectX 9 Unterstützung vorhanden sein. Die Kamera muss eine Auflösung von fünf Megapixeln haben, darf aber auch höher auflösen.

Mit dieser Liste von Hardware-Eigenschaften will Microsoft das Chaos verhindern, dass früher Entwickler von Windows-Mobile-Programmen vorgefunden hatten. Sie konnten sich nie darauf verlassen, ob die Hardware ihrer Anwender auch über die notwendige Power verfügte.

Start-Screen in Orange

Start-Screen in Orange

Die Vorschriften von Microsoft betreffen aber nicht nur die Hardware-Voraussetzungen. Ballmer und seine Leute wollen auch nicht mehr die Vielfalt an unterschiedlichsten Oberflächen sehen, die es zuletzt bei Windows Mobile 6.5 zu sehen gab. Das hängt auch damit zusammen, dass nicht alle Oberflächen wie HTC Sense das Microsoft besser aussehen ließen, sondern das ohnehin problematische GUI von Microsoft verschlimmbesserten (z.B. die Oberfläche auf den Samsung-Smartphones).

Microsoft hat nun die Oberfläche mit einem minimalistischen Design in die thematischen Schwerpunkte Kontakte, Office, Musik, Video und Spiele aufgeteilt. In diesen “Hubs” befinden sich nun Icons der Apps, die “Tiles” (Kacheln) genannt werden. Zum Teil sind diese “Tiles” mit einem Notification-Dienst verbunden, der beispielsweise beim E-Mail-Icon anzeigt, wie viele ungelesene Mails in der Eingangsbox liegen. Die Kacheln können als „Live Tiles“ weitere Informationen transportieren, etwa die wichtigsten Daten der Wettervorhersage oder Statusmeldungen aus einem Sozialen Netzwerk wie Facbook.

Die Hubs von Windows Phone 7 im Überblick

People-Hub in Windows Phone 7

People-Hub in Windows Phone 7

Office-Hub in Windows Phone 7

Office-Hub in Windows Phone 7

Games-Hub in Windows Phone 7

Games-Hub in Windows Phone 7

Musik- und Video-Hub in Windows Phone 7 (US)

Musik- und Video-Hub in Windows Phone 7 (US)

Marketplace-Hub in Windows Phone 7 (US)

Marketplace-Hub in Windows Phone 7 (US)

Ich habe schon einige Tage vor dem Launch-Termin mit den drei WP7-Modellen von HTC herumspielen können. Die Oberfläche fühlte sich “snappy” an, reagierte also gut auf die Eingaben. Der Browser IE-Mobile kann nun endlich mit den Web-Programmen im iPhone oder den Android-Phones mithalten. Und die Zune-Oberfläche für das Musik- und Video-Hub sieht sehr aufgeräumt aus. Deutlich schmaler ist dagegen die Auswahl an verfügbaren Apps. Es wird unter WP7 auf absehbare Zeit kein Programm wie Skype geben, weil das Betriebssystem nach Auskunft eines Microsoft-Manns derzeit kein VoIP unterstützt. Auch Navigationsanwendungen wie TomTom wird es bis auf weiteres nicht auf den neuen Windows-Smartphones geben, weil es sehr schwierig ist, große Programme auf die Dot-Net-Entwicklungsumgebung zu portieren, die in C+ oder C++ geschrieben wurden. Einen ausführlichen Test werde ich nachreichen, sobald ich mit einem Testgerät mit der endgültigen Software-Version Anspruch und Realität vergleichen kann.

Microsoft vertraut nicht alleine der technischen Qualität seiner neuen Mobil-Plattform. Wie man hört, nimmt der Software-Gigant über 500 Millionen Dollar in die Hand, um die TV-Zuschauer in den USA, Europa und anderen Gegenden mit diesen Werbespots zu bombardieren. Microsoft-Manager Achim Berg findet diese Spots “einfach klasse”, “frisch” und “witzig” – mir erschließt sich der Humor dieser Spots nicht unmittelbar. Aber schaut selbst:

Das Social-Web-Desaster von Neofonie

Helmut Hoffer von Ankershoffen

Helmut Hoffer von Ankershoffen

Eigenlob stinkt. Insbesondere dann, wenn man so tut, als käme das Lob von einem Außenstehenden. Diese Lektion hat Neofonie-Chef Helmut Hoffer von Ankershoffen nun auf die harte Tour gelernt. Doch hinter der von Richard Gutjahr aufgedeckten “WeDepp”-Affäre steht mehr als der peinliche Versuch, einen halb fertigen Tablet-Computer in gefakten Amazon-Kommentaren schönzureden. Der (zeitweise?) Rückzug des so auf Publicity bedachten von Ankershoffen von seiner Zusatz-Position als Geschäftsführer der WeTab GmbH ist letztlich der Höhepunkt einer äußerst fragwürdigen Social-Web-Strategie des Berliner Softwarehauses.

Von Anfang an setzten Neofonie und von Ankershoffen auf Facebook, um hinter der fixen Idee eines Tablet-Computers “Designed in Germany” eine Gemeinde zu versammeln. In dem Online-Netzwerk wurden immer wieder kleine Info-Häppchen gestreut, um die wachsende Schar der Follower bei Laune zu halten. Dabei haben die Neofonie-Leute allerdings übersehen, dass man mit den Social-Web-Usern nur schwer einen Deal machen kann. 

Andere Unternehmen gestehen vor einem kleinen Kreis von Fach-Journalisten schon hin und wieder ein, dass ein angekündigtes Produkt nicht rechtzeitig fertig wird oder in einer Version 1.0 noch die ein oder andere Macke hat, die aber in absehbarer Zeit beseitigt wird. Doch bei Neofonie standen die Experten etablierter Medien nur in der zweiten Reihe. Stattdessen hoffte von Ankershoffen auf die Dynamik von Facebook. Doch die Gemeinde reagierte nicht solidarisch und konstruktiv-kritisch, sondern mit Häme, als bei der ersten Demonstration des damals noch “WePad” genannten Tablet-Computers aufflog, dass auf dem Gerät nur eine Demo-Schleife unter Windows lief (statt des nach außen hin kommunizierten Android-Systems).

WeTab

WeTab

Dann hatte Neofonie massive Probleme, den selbst gesteckten Zeitplan einzuhalten. Immer wieder musste der angekündigte Verkaufsstart des “iPad-Killers” verschoben werden. Spät, viel zu spät fiel die Entscheidung, das “WeTab” mit dem von Nokia und Intel entwickelten Betriebssystem MeeGo auszustatten. Den Verantwortlichen bei Neofonie und der 4tiitoo AG musste klar gewesen sein, dass sie eine sehr grüne Banane an die Kunden ausliefern werden.

Erst mit eilig zusammengestrickten Software-Updates wurden die gravierendsten Mängel beseitigt. Andere Unzulänglichkeiten können die WeTab-Macher nicht mit Programm-Aktualisierungen beheben: die kurze Akku-Laufzeit, den lärmenden Lüfter, das (im Vergleich zum iPad) deutlich schlechtere Display, die scharfen Kanten an der Seite der offenen USB-Anschlüsse…

Mit den gefälschten Käufer-Kommentaren auf der Amazon-Website hat von Ankershoffen nun endgültig seine Glaubwürdigkeit demontiert. Peter Glaser, renommierter Blogger, Journalist und Mitglied des Chaos Computer Clubs, überlegt zur Zeit, ob er den Missbrauch seines Namens durch von Ankershoffen juristisch verfolgen will. Doch es geht nicht nur um die Fälschung des Namens in dem Amazon-Kommentars. Mit seiner Erklärung, nachdem er von Gutjahr erwischt wurde, reitet sich von Ankershoffen immer Tier rein. “Ich wollte damit meiner Freude über den Marktstart und meiner Überzeugung, dass das WeTab ein tolles Gerät ist, Ausdruck verleihen”, erklärte der Neofonie-Chef. Es sei ein Fehler gewesen, dies nicht unter dem eigenen Namen zu tun.

Diese Erklärung zeigt, dass von Ankershoffen immer noch nicht verstanden, worum es wirklich geht. Einen Kommentar unter einem Fake-Namen ist das eine – ein Produkt mit erheblichen Mängeln wider besseres Wissen in den Himmel zu loben, das andere. “Das WeTab ist nicht gut sondern sehr gut.” Aua. “Insgesamt macht das WeTab einen sehr sehr guten Eindruck.” Autsch. “Den Lüfter hör ich überhaupt nicht, springt nur ganz selten an, prima.” Das tut wirklich weh.

Der “WeDepp”-Fake wird hoffentlich dazu führen, dass User den Kommentaren in Shopping-Portalen wie Amazon oder iTunes und Diensten wie Qype künftig etwas misstrauischer gegenüber stehen. Wer hat den lobenden Kommentar geschrieben? Der Anbieter selbst? Von wem stammt der Verriss? Etwas von einem Konkurrenten des Anbieters?

Ich empfehle vor der Entscheidung, 500 Euro für einen Tablet-Computer auszugeben, die Lektüre von ehrlich gemeinten, unabhängigen Testberichten. So wie bei Heise, Golem oder den von meinem Kollegen Peter Zschunke verfassten Test des WeTab.

Update (8.10.2010): Inzwischen hat Helmut Hoffer von Ankershoffen auch sein Amt als Geschäftsführer von Neofonie niedergelegt. Das wird auch damit zu tun haben, dass das große Neofonie-Projekt mit dem Stern gescheitert ist. Gruner + Jahr wollte eigentlich auf der Neofonie-Plattform WeMagazine den Starn auf das WeTab bringen. Angeblich sollen schon eine Million Euro ausgegeben worden sein, bevor man am Hamburger Baumwall die Reißleine zog und das Scheitern des Neofonie-Projektes einräumte.

heise online

Steve Ballmer und Microsoft haben den Tablet-Computer noch nicht verstanden

Microsoft-Chef Steve Ballmer hat offenbar Mühe, die richtige Formel für den (bislang fehlenden) Erfolg eines Tablet-Computers mit Microsoft-Technologie (und für den Erfolg des Apple iPad) zu finden. Vor Finanz-Analysten verwies Ballmer darauf, dass Microsoft eigentlich alle Know-how-Komponenten beisammen habe, die nur richtig zusammengefügt werden müssten.

Okay, we have a lot of IP, we have a lot of good software in this area, we’ve done a lot of work on ink and touch and everything else — we have got to make things happen. Just like we had to make things happen on netbooks, we’ve got to make things happen with Windows 7 on slates. And we are in the process of doing that as we speak. We’re working with our hardware partners, we’re tuning Windows 7 to new slate hardware designs that they’re bringing them to market.

Ballmer setzt dabei auch auf die Hilfe des Microsoft-Partners Intel: Der Chipgigant könne mit seiner neuen Plattform Oak Trail den Markt voranbringen, die voraussichtlich kommendes Jahr erhältlich ist. Dabei handelt es sich um eine Spezialversion der x86-Smartphone-Plattform Moorestown (mit Atom Z600) für Tablets. Ballmer verwies auf den niedrigeren Stromverbrauch von Oak Trail, der zu längeren Akkulaufzeiten und geringerem Gewicht führe, aber auch weniger Lärm verursache und eine Belüftung überflüssig mache.

Apple habe mit dem iPad eine interessante Arbeit abgeliefert und mehr von den Geräten verkauft, als ihm lieb sei, sagte Ballmer.

Eine fundierte Analyse der Ballmer-Rede findet man bei Ars Technica. Peter Bright verweist darauf, dass es wenig bringe, Windows 7 auf das Tablet zu portieren, weil das System durch und durch nach einem pixelgenauen Eingabeinstrument, also einer Maus oder einem Trackpad, verlangt. “Windows is not designed for fingers.”