txtr LogoIn den USA bietet Amazon demnächst bereits die zweite Generation seines E-Books Kindle an. Doch Europa lassen Jeff Bezos und sein Team bislang links liegen. Von der zögerlichen Amazon-Strategie könnte nun nicht nur Sony mit seinem Reader profitieren, sonern auch das Start-Up-Unternehmen txtr aus Berlin.

Txtr kündigte “für das dritte Quartal 2009″ mit dem “txtr reader” ein eigenes Lesegerät für den deutschen Markt an. Das Gerät soll via UMTS/GPRS und WLAN eine Verbindung ins Internet aufnehmen können, während die Sony-Reader nur üb er eine USB-Kabelverbindung mit Inhalten von einem Windows-PC aus bestückt werden können.

Noch etwas kryptisch klingen die Hinweise auf die Zusammenarbeit mit dem Buchhandel und den Verlagen. Txtr verweist auf die “bereits bestehende Onlineplattform und Textcommunity txtr.com”, mit der “im Gegensatz zu Amazon und Sony die erste offene Gesamtlösung für das Speichern, Veröffentlichen und Austauschen digitaler Texte sowie den Erwerb von Büchern und kommerziellen Dokumenten, Newsletter und anderen Publikationen” angeboten werde. Txtr.com verwaltet nach Angaben des Anbieters “alle Arten von digitalen Texten – von eBooks über Word- und Office 2007-Dateien bis zu PDFs, ePub- Formaten und Powerpoint-Präsentationen”. Interessant klingt die Webclip-Funktion, mit der man Ausschnitte von Webseiten bei txtr.com permanent speichern kann.

Kritisch sehe ich den Versuch, via txtr.com ein eigenes Digital Rights Management (DRM) etablieren zu wollen. “Eigene Texte lassen sich veröffentlichen und mit anderen Nutzern austauschen. Dafür bietet txtr.com ein einfach funktionierendes, flexibles Rechtesystem. So ist eine gemeinsam erstellte Sammlung von Texten einfach und schnell angelegt und von jedem Standort aus abrufbar.” So heißt es in der Pressemitteilung. Rechtzeitig zum Launch des txtr readers werde ein Shopsystem auf txtr.com ein umfangreiches digitales Buch-Programm mit Titeln großer deutscher Verlage anbieten. Nun, schaun wir mal, wenn es so weit ist.

Hier die Daten im Überblick:

  • ARM11 CPU
  • E-Ink Bildschirm-Technologie
  • Drahtlose UMTS/GPRS-Verbindung zur Onlineplattform txtr.com
  • 1GB built-in Flash Memory und 8 GB SD-Karte mit vorinstallierten Inhalten
  • “Hohe Batterielaufzeiten für lange Lesezeiten dank intelligentem Energie-Management für wochenlanges kontinuierliches Lesen mit nur einer Akkuladung”
  • Audio über Bluetooth-Headset
  • Direkte Verbindung zum Computer oder Notebook über USB und WLAN
  • Direktes Austauschen von Dokumenten von Gerät zu Gerät über txtr air share
  • “Weitgehend gegen Schmutz und Spritzwasser geschützt”
  • bookstore in a pocket: Bücher und Publikationen können direkt vom Gerät aus online erworben werden

Etwas merkwürdig ist das Theater, das die Technology Review in dieser Angelegenheit derzeit veranstaltet. In der Online-Preview bei heise.de heißt es:

Der Prototyp des txtr reader, den Technology Review nur in der Print-Ausagabe zeigen darf, besitzt derzeit noch kein fertiges Gehäuse, soll aber bereits auf der kommenden Computermesse CeBIT in der vollständigen Verkleidung präsentiert werden. Nach der Herstellung in China oder Taiwan soll das Gerät dann im Herbst auf dem deutschen Markt erhältlich sein.

Nur in der Print-Ausgabe??? Nun, hier sind die Bilder des txtr reader, ganz offiziell vom Presseservice des jungen Berliner Unternehmens:

Update: Hier noch ein “echtes Foto”, wie in den Kommentaren eingefordert:

Foto txtr E-Book

Foto txtr E-Book

heise online – 20.02.09 – Elektronisches Lesegerät aus Berlin. Konkurrenz für Amazon und Co.?