Amazon auf dem Weg in die Sony-Falle (Update)

Von | Entertainment Tech

Amazon ist es gelungen, Apple beim Start eines groß angelegten Video-Download-Services einige Tage zuvorzukommen. Der Dienst Amazon Unbox offeriert nicht nur TV-Serien wie die Fox-Hits “24” oder “Prison Break”, sondern auch eine breite Palette von Hollywood-Filmen in voller Länge. Amazon scheint aber seinen Kunden abgrundtief zu misstrauen und greift dabei zu ähnlich umstrittenen Methoden, wie damals Sony BMG mit dem berüchtigten Rootkit.

Glaubt man Tom Merritt, Redakteur des US-Technologienewsdienstes CNET und einer der Gastgeber des populären Podcasts BUZZ OUT LOUD, dann gibt es gute Gründe, den Amazon-Videoplayer schnell wieder zu deinstallieren – oder besser – ihn gar nicht auf die Festplatte zu lassen. Amazon arbeitet mit einem Microsoft-DRM, so dass nur Windows-XP-User den Dienst nutzen können. Die Videos können nur mit dem proprietären Amazon-Player abgespielt werden. Merritt störte sich zunächst daran, dass die Amazon-Software sich ungefragt in den System-Tray von Windows einnistet und einen automatischen Start des Players bei jedem Systemstart aulöste. Aus dem Tray konnte Merritt die Amazon-Software nur kompliziert über MSCONFIG wieder entfernen. Doch auch nach dem Säubern des Systems versuchte die Amazon-Software, eine Internetverbindung zu Amazon aufzubauen. Die Firewall von Merritt meldete, dass das Programm “ADVWindowsClientService.exe” versuchte, ungefragt “nach Hause” zu telefonieren.

Einen richtig dicken Hals bekam Merritt, als er frustriert die Software deinstallieren wollte. Nach dem Start von Install Shield verlangte die Software ein Login in den Amazon-Account. Nachdem Merritt das Login ablehnte, brach auch der Deinstallationsprozess ab. Erst als sich der CNET-Mann entnervt bei Amazon einloggte, klappte auch die Deinstallion des Amazon-Players. Merritts Fazit:

“So, in summary, to be allowed the privilege of purchasing a video that I can’t burn to DVD and can’t watch on my iPod, I have to allow a program to hijack my start-up and force me to login to uninstall it? No way. Sorry, Amazon. I love a lot of what you do, but I will absolutely not recommend this service.”

Update: Auch Michael Gartenberg von Jupiter Research ist um eine 1,99-Dollar-Erfahrung reicher.

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