Weshalb Microsoft HD-DVD nicht unter die Arme greift

„Das ist der traurigste Anblick auf der Hightech-Show CES in Las Vegas.“ Wenn Reporter von Spiegel Online in Mitleid schwelgen, muss wirklich was Schlimmes passiert sein. Und tatsächlich ist im Vorfeld der Consumer Electronics Show (CES) in der Wüstenstadt in Nevada für Toshiba und die anderen Unterstützer des DVD-Nachfolgeformats HD-DVD eine Welt zusammengebrochen. Das Hollywood-Studio Warner wird seine Spielfilme künftig nicht mehr im HD-DVD-Format veröffentlichen, sondern nur noch als Blu-ray-Scheibe. Viele Beobachter werten das zumindest als wichtigen Etappensieg, vielleicht sogar als Vorentscheidung im nun schon seit Jahren währenden Formatkrieg.

Den Ausschlag dürfte die Playstation 3 gegeben haben, die zwar als Spielekonsole längst nicht die Erwartungen von Sony erfüllte, als Film-Player dem Blu-ray-Lager einen Riesenvorsprung gegenüber HD-DVD verschaffte. Daran änderte auch das externe HD-DVD-Laufwerk für die Xbox 360 von Microsoft nichts. Wer sich gewundert hat, warum der Softwaregigant in den vergangenen Monaten nicht mehr Engagement für das HD-DVD-Format gezeigt hat, sollte den Beitrag des Sprechers von Microsoft Deutschland, Thomas Mickeleit, im Media Coffee Blog lesen, in dem dieser eine interessante These formuliert.

Das Moorsche Gesetz bezieht sich nicht nur auf Prozessorgeschwindigkeiten, sondern in einem noch höheren Faktor auf Speicherkapazitäten (100) und Übertragungsbandbreiten (1000). Digitale Inhalte (also vor allem Bewegtbild) liegen im Internet und kommen über VDSL Leitungen nach Hause. Die Set-Top Box, die auch eine X-Box sein kann bzw. der PC ist selbst oder in Verbindung mit einem Fernsehgerät die Ausgabeeinheit. Für kleine Silberlinge – und haben sie noch so hohe Speicherkapazitäten – gibt es allenfalls noch in einer Übergangszeit Bedarf. Ein Medium, auf das digitale Inhalte von der Festplatte des Rechners oder Home Servers ausgelagert werden müssen, braucht es mit anderen Worten nicht mehr.

HD-DVD in Not: Warner setzt voll auf Blu-ray – Golem.de

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