Gema legt im Streit mit YouTube nach: "Kann nicht entdecken, dass bislang in größerem Umfang Videos gesperrt worden sind"

Google hat in der Kontroverse YouTube vs. Gema den Mund gespitzt – und wird demnächst auf pfeifen müssen. Google-Sprecher hatten am Dienstagabend angekündigt, die Musikvideos seiner Vertragspartner EMI, Sony Music, Universal und etlicher konzernunabhängiger Labels zu sperren, da es wegen überzogener Forderungen der Gema nicht gelungen sei, einen Anschlussvertrag mit dem Rechteverwerter zu schließen. Es war klar, dass die flächendeckende Blockade der Videos einige Tage dauern würde. Doch auch zwei Tage später waren fast alle Musik-Videos weiterhin online, darunter die deutschen Charts komplett.

James Morrison Feat. Nelly Furtado 'Broken Strings' - Dieses Video von Universal Music war am 4. April 2009 um 16 Uhr noch abrufbar
James Morrison Feat. Nelly Furtado 'Broken Strings' - Dieses Video von Universal Music war am 4. April 2009 um 16 Uhr noch abrufbar
Video-Link YouTube: http://www.youtube.com/watch?v=guH3Q-vRY_E

Heute legte die Gema im Spiegel nach: „Wenn ich mich bei YouTube umschaue, kann ich bisher nicht entdecken, dass bislang in größerem Umfang Videos gesperrt worden sind“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Gema, Harald Heker, dem Nachrichtenmagazin. Der Gema-Chef warf YouTube vor, nur Druck auf die Urheber ausüben zu wollen. «Das hat nichts mehr mit fairen Verhandlungen zu tun.» Heker bestritt, zwölf Cent pro Musikvideoabruf gefordert zu haben. «Die Ausgangsbasis war ein Cent. YouTube spricht von zwölf Cent nur im Rahmen seiner Kampagne gegen uns», meinte der Gema-Chef.

Der Betrag von zwölf Cent, der auf einer allgemeinen Preisliste der Gema stehen soll, war Grundlage für das polemische Rechenexempel von Google, dass diese Forderung der Gema einem Preis von 500 Euro pro Musik-CD entspreche. Ein Google-Sprecher hatte am Mittwoch aber auch einen Cent pro Videoabruf als „völlig unrealistisch“ bezeichnet, da YouTube in diesem Fall bei jedem Videoabruf ein Minus mache. Die Gema-Forderung liege fünf Mal höher als das Angebot des britischen Rechteverwerters „PRS for Music“, mit dem YouTube derzeit einen ähnlich gelagerten Konflikt austrägt.

Vielleicht tauschen die Herren von Google und der Gema mal ihre Telefonnummern aus und sprechen direkt miteinander, anstatt den Konflikt publikumswirksam in Pressemitteilungen auszutragen.

About Christoph

Check Also

Jambox von Jawbone

Wer für sein Smartphone oder MP3-Player einen möglichst kompakten Lauftsprecher sucht, dem kann ich die …

Kommentar verfassen