Zeit für SPOT-Uhren von Microsoft ist abgelaufen

Bill Gates auf der Comdex 2002 (Foto: Microsoft)Bill Gates auf der Comdex 2002 (Foto: Microsoft)

An die Ankündigung der Smart Personal Objects Technology (SPOT) durch Bill Gates auf der Comdex in Las Vegas im November 2002 kann ich noch gut erinnern. Gates war damals noch Chef von Microsoft und beschwor auf der mittlerweile untergegangenen Computermesse die Magie der Software: „Der Zauber der Software springt vom PC auf alle anderen Geräte über“, schwärmte der Microsoft-Gründer damals. „Die gesamte Architektur unserer Alltagsgegenstände – von der Armbanduhr über Fernseher bis zum Auto – wird in den nächsten 10 Jahren durch Software und Vernetzung völlig umgeformt.“

Launch der Swatch Paparazzi in New York mit Bill Gates (Foto: Microsoft)
Launch der Swatch Paparazzi in New York mit Bill Gates (Foto: Microsoft)

Die ersten SPOT-Uhren kamen erst gut ein Jahr später in den USA auf den Markt. Und obwohl die Datenuhren auch in den USA nie der ganz große Renner waren, kündigte Gates am Rande der Unterhaltungselektronikmesse CES im Januar 2004 in einem Gepräch mit mir an, die Smart-Watches samt der Smart Personal Objects Technology auch nach Europa bringen zu wollen. In Deutschland scheiterte die Einführung der SPOT daran, dass es Microsoft nicht gelang, die notwendigen Radio-Frequenzen für die Übertragung der Daten auf die Uhren zu sichern. Die Szene der privaten Hörfunksender, auf deren Signal man den Feed hätte huckpack transportieren können, ist in Deutschland für Microsoft-Verhältnisse zu zersplittert. Und mit den öffentlich-rechtlichen Sendern hat der Softwaregigant auch keine tragfähige Geschäftsbasis finden können. Ohne Radio-Signal aber keine SPOT.

Engadget hat nun einen Blog-Eintrag von Jon Canan, dem Program Manager von MSN Direct, ausgegraben, in dem der Microsoft-Manager das Ende der SPOT-Uhren verkündet:

„As of recently, the Smart Watches with MSN Direct have sold out and are no longer for sale“, schreibt Canan. „While we continue to move forward with MSN Direct and seeking out new opportunities for devices that would benefit from the MSN Direct service, we, along with our watch partners, do not have immediate plans to create a new version of the Smart Watch, as we are focused on other areas of our business. We will maintain support of our watch customers and continue to deliver information to the watches, but we do not plan to increase our investment in the watch business going forward.“

R.I.P. SPOT Uhren (2004-2008)
SPOT-Armbanduhr Suunto N3In meiner Gadget-Sammlung habe ich zwei SPOT-Uhren (eine rote Swatch, wie Gates sie im Foto aus New York trägt, sowie eine Suunto N3).

Außerdem habe ich im Jahr 2004 von der damaligen MSN-Direct-Produktmanagerin einen Prototypen aus der SPOT-Entwicklung bekommen, bei dem die Daten über eine serielle Schnittstelle auf die SPOT-Uhr übertragen wurden.

Time runs out on Microsoft’s SPOT watches | Tech news blog – CNET News.com

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