Projekt "Pink" – Warum Microsoft den Zune (noch) nicht nach Deutschland bringt

Auf den PowerPoint-Folien der Microsoft-Manager existiert der „Digital Lifestyle“ schon seit Jahren. Und der Softwarekonzern hat in dieser Zeit auch etliche Anläufe unternommen, wichtige Accessoires für den digitalisierten Lebenswandel zu liefern. Am meisten Erfolg hat Microsoft noch mit der Spielekonsole X-Box, auch wenn dieser Erfolg teuer durch firmeninterne Quersubventionen erkauft wurde.

Während also Microsoft mit Sony und Nintendo noch halbwegs mithalten kann, hechelt Microsoft-CEO Steve Ballmer in der iPod-Klasse seit Jahren hinter Apple hinterher. Zunächst scheiterte der Versuch, in der „PlaysforSure“-Allianz eine Riege von Hardware-Herstellern als echtes Gegengewicht zu Apple in Stellung zu bringen. Aber auch dem im Herbst 2006 gestarteten Versuch, mit einer Kopie des zuvor so kritisierten geschlossenen iPod/iTunes-Modells von Apple endlich große Teile des Marktes zu gewinnen, blieb bislang wenig Erfolg verwährt. Während der Zune von Microsoft in den USA bei niedrigen einstelligen Marktanteilen herumdümpelt, ist in Europa auch in der dritten Weihnachts-Saison kein Zune in Sicht.

Sieht so das ZunePhone aus?
Sieht so das ZunePhone aus?
In München pfeifen nun die Spatzen von den Dächern, dass Microsoft-Deutschland-Chef Achim Berg die ersten beiden Zune-Generationen schon abgeschrieben hat und statt dassen seine Hoffnungen auf das sagenumwobene „Projekt Pink“ setzt. Dahinter verbirgt sich eine Art Zune-Phone, also die direkte Antwort von Microsoft auf das iPhone.

Bislang produzieren nur Microsoft-OEM-Partner Mobiltelefone und PDAs mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Mobile. Mit dem ZunePhone würde Microsoft unter der eigenen Marke Smartphones und Mobile Internet Devices anbieten, um ein weiteres Abstürzen des Marktanteils von Windows Mobile zu verhindern. Das System war zuletzt hinter Nokias Symbian, dem iPhone von Apple sowie der Blackberry-Plattform von RIM nur noch auf einem enttäuschenden vierten Platz gelandet. Es muss Steve Ballmer unheimlich wurmen, dass er mit 56 OEM-Partnern hinter dem iPhone gelandet ist.

Wie beim MP3-Player Zune bestehen beim „Projekt Pink“ etliche Risiken. Zum einen riskiert Microsoft. dass enttäuschte Hardware-Partner allergisch auf die direkte Konkurrenz durch Microsoft reagieren und sich verstärkt Betriebssystemen wie Android von Google zuwenden. Auf der anderen Seite mach Microsoft mit dem Zune-Store langjährigen Partnern wie Musicload/Softwareload Konkurrenz.

Ursprünglich war wohl geplant, dass Microsoft-Boss Ballmer auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas das ZunePhone präsentiert und Apple-Chef Steve Jobs die Show stiehlt, der zwei Tage vor der Ballmer-Keynote in San Francisco die MacWorld Expo eröffnet. Doch nun soll die CES 2009 bei Microsft wohl allein der Promotion von Windows 7 vorbehalten bleiben. Das berichtet jedenfalls Ina Fried, die für CNet in Redmond das Gras wachsen hört. Als neuer Ankündigungstermin für das „Projekt Pink“ ist nun der Kongress „GSMA Mobile World“ Anfang Februar 2009 in Barcelona im Gespräch.

How to fix Windows Mobile – SuperSite Blog

Microsoft working on its own Tegra-powered superphone? Doubtful. – Engadget Mobile

Ballmer to talk Windows 7, not ZunePhone, at CES | Beyond Binary – CNET News

„Zune Mobile“ gets mentioned, plot thickens for Project Pink – Tech News Updates

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