Anleitung: Twitter für Einsteiger – Tipps und Tricks für den Microblogging-Dienst (2)

Im ersten Teil meiner Twitter-Anleitung habe ich beschrieben, wie der Nutzmitteilungsdienst entwickelt wurde und wie man bei Twitter einsteigen kann. Nun soll es darum gehen, wie man sich bei Twitter aktiv beteiligen kann:

Einen Tweet schreiben

Das Eingabe-Fenster von Twitter
Das Eingabe-Fenster von Twitter

Um selbst einen Tweet zu schreiben, trägt man in das Feld “Was gibt’s Neues?” seinen Text ein. Twitter zeigt beim Schreiben an, wie viele Zeichen man noch übrig hat. Wenn man länger als 140 Zeichen schreibt, wird eine negative Zahl angezeigt, damit man weiß, um wie viele Zeichen man seinen Tweet noch kürzen muss. Unter dem Eingabefeld befindet sich ein kleines Kamera-Symbol. Wenn man darauf klickt, kann man zu seinen Text-Tweet ein Foto hochladen. Rechts neben dem Foto-Symbol ist der Schalter für die Ortsangabe. Man kann hier dem Geo-Vorschlag des Browsers folgen oder die Angabe ändern. Man kann die Ortsangabe, die ohnehin nur sehr groß ist, auch ganz auschalten.

Einen Tipp-Fehler in einem bereits veröffentlichten Tweet kann man nicht korrigieren. Man kann aber einen Twitter-Eintrag löschen. Dabei kann man allerdings nicht sicher sein, dass der gelöschte Tweet tatsächlich aus der Welt ist. Wenn andere Twitter-User den Text bereits retweetet oder sich einen Screenshot angefertigt haben, wird der Inhalt wohlmöglich weiter kursieren.

Man sollte daher vor dem eigentlichen Senden kurz innehalten und checken, ob man den Inhalt tatsächlich so veröffentlichen möchte. Hat man einen Fehler gemacht, empfiehlt es sich, ganz offen mit dem Fehler umzugehen und ihn in einem weiteren Tweet zu berichtigen.

Zurück zu den Twitter-Inhalten: Viele Twitterer “zwitschern”  nicht nur über eigene Befindlichkeiten, sondern wollen Werbung für ihr Blog oder ihr Medium machen. In diesem Beispiel weist die CNET-Bloggerin Molly Wood auf einen Videoblog-Eintrag hin:

twitter_post4

Das Video findet man im Netz unter http://cnettv.cnet.com/sync-your-ipod-two-computers/9742-1_53-50004835.html. Weil diese lange Webadresse aber schon 65 Zeichen lang ist und zuviel Platz wegnehmen würde, hat Molly Wood einen Kurz-URL-Dienst – in diesem Fall bit.ly – verwendet. Mit einem Kurz-URL-Dienst kann man sehr kurze Weiterleitungs-Webadressen erzeugen, auf andere (vergleichsweise lange) URLs verweisen.

URL-Shortener

Im Browser sieht man leider nicht, auf welche Website diese kurzen URLs verweisen. Twitter-Anwendungen wie Tweetdeck oder Nambu lösten aber die Short-URLs in der Regel auf und zeigen zumindest die Domain des eigentlichen Ziels an.

Der “offizielle” URL-Shortener von Twitter ist seit September 2010 t.co. Dieser Dienst kann aber nicht unabhängig von Twitter verwendet werden. Twitter beschreibt t.co so:

Twitter hat einen Link-Service entwickelt (http://t.co), um Benutzer vor möglicherweise schädlichen Webseiten, Malware und Phishingangriffe zu schützen. Alle Links, die durch unseren Link-Service umgewandelt sind, wurden gegen eine Liste von potentiell gefährlichen Webseiten geprüft. Falls ein Link mit einem auf der Liste übereinstimmt, erhält der Benutzer eine Warnanzeige, bevor er weitermachen kann. Unser Link-Service kann auch Daten messen, beispielsweise, wie oft der Link angeklickt wurde. In der nahen Zukunft wird Twitter diese Daten mit unserem Resonanzalgorithmus benutzen: So können wir herausfinden, ob ein Tweet interessant und von Bedeutung ist.

Ein bekannter Kurz-URL-Dienst ist TinyURL (http://tinyurl.com/). Neuere Kurz-URL-Dienste wie bit.ly, v.gd oder is.gd haben auch eine Schnittstelle zu Twitter eingebaut. Ich persönlich bevorzuge tr.im, denn dieser Dienst hat nicht nur eine Schnittstelle zu Twitter, sondern zeigt einem eingeloggten Anwender außerdem an, wie oft und von welchem Ort aus die gekürzten Adressen abgerufen wurden. Außerdem gibt es für den Browser Firefox ein Plugin für tr.im, so dass man sehr bequem vom Browser aus eine lange Web-Adresse kürzen oder direkt twittern kann. (tr.im wurde inzwischen leider geschlossen.) Der URL-Shortener von Google verwendet die Adresse goo.gl, bei YouTube  wird die Kurz-Adresse youtu.be eingesetzt. Blog, der wie mr-gadget.de mit dem CMS WordPress laufen, können den URL-Verkürzer wp.me ansprechen. Dieser Artikel hier ist beispielsweise unter http://wp.me/p80u8-1bu zu erreichen.

URL-Shortener sind übrigens auch praktisch, wenn man längere Mails per E-Mail versenden möchte, weil damit die Chance deutlich steigt, dass der Link heil ankommt und nicht durch einen Zeilenumbruch kaputt geht.

Meta-Daten

In Tweets findet man häufig Worte, denen ein Rautenzeichen (#) vorangestellt wurde. Mit dem “Hash” verschlagworten (“taggen”) Twitter-Anwender ihre Beiträge, so dass die Tweets später besser gefunden werden können:

twitter_post2

In diesem Beispiel wurde das Wort “ux” (kurz für User Experience”) getaggt. Die Kurz-URL is.gd/8xC führt zur Webseite von Google (http://www.google.com/corporate/ux.html).

Zu beachten ist, das Tags, die aus mehreren Worten bestehen, mit einem Unterstrich zusammengesetzt oder zusammengeschrieben werden müssen (Windows_Vista). Sonst erkennt das System nur das erste Wort als Tag.

Die Schlagworte werden innerhalb von Twitter aber auch dazu verwendet, ironische Kommentare in einen Tweet zu packen. Dazu werden die Tags in einen Zusammenhang gestellt, der unerwartet ist und als Einordnung dem Tweet eine neue Konnotation beigibt, z.B. hier:
twitter_post_9

Auf andere Twitterer verweisen

Taucht vor einem Wort das At-Zeichen (@) auf, verweist der Beitrag auf einen anderen Twitter-Anwender:

twitter_post31

In diesem Fall bedankt sich Twitter-Userin ka__os bei Twitter-Anwender cdernbach für einen Hinweis auf die Twitter-Software Nambu (Mac OS).

Wenn der Username mit dem @-Zeichen am Anfang des Tweets steht, stuft Twitter die Mitteilung als Antwort ein: “Eine @Antwort ist eine öffentliche Nachricht, die von einer Person zu einer anderen geschickt wurde. Anders als normale Tweets, enthalten Antworten das @Nutzernamen-Präfix (den Benutzernamen der Person, an die die Nachricht gerichtet ist). Im Gegensatz zu einer privaten Direktnachricht ist für eine öffentliche Antwort nicht notwendig, dass sich beide Twitterer sich gegenseitig folgen. Antworten sind im @Nutzernamen Tab auf der Seitenleiste der eigenen Twitter-Startseite zu sehen. Tweets mit @Nutzername an anderen Stellen im Tweet sind ebenfalls in diesem Register angezeigt; der Unterschied ist, dass Tweets die mit @Nutzernamen beginnen, als Antworten gelten, wohingegen Tweets mit @Nutzernamen anderswo im Tweet lediglich als Erwähnungen gelten.

Durch einen Tweet, der einen Usernamen wie @mustermann enthält, bekommt der erwähnte Benutzer “mustermann” also diese Antwort in der Rubrik Erwähnungen zugeschickt, auch wenn er den Antwortenden gar nicht abonniert hat. Würde man ohne das At-Zeichen zurückzwitschern wollen, könnte der angedachte Empfänger das unter Umständen gar nicht mitbekommen. Die Rubrik “Erwähnungen” sieht man, wenn man sich auf twitter.com einloggt und am oberen Bildschirmrand auf “@ Verbinde” klickt.

Twitter-Erwähnungen
Twitter-Erwähnungen

Den Stein ins Wasser werfen

Die Faszination von Twitter besteht auch darin, dass bestimmte besonders wertvolle, brisante, komische oder sonst wie relevante Inhalte sich rasend schnell durch das Netz verbreiten können. Das wird unter anderen durch die Retweet-Funktion ermöglicht, die ähnlich wie das Weiterleiten einer Mail funktioniert. Ein Beispiel: Jimmy Wales, der Mitbegründer der freien Enzyklopädie Wikipedia, fordert in einem Tweet seine “Follower” auf, seinen Eintrag zur Schweinegrippe innerhalb von Twitter möglichst breit zu streuen. Deshalb schreibt er: “Plz RT”, also “Please Retweet”:

twitter_post5

Wenn ein andere User, der Jimmy Wales Einträge abonniert hat, diesen Eintrag für seine “Follower” übernimmt, sieht das so aus:

twitter_post6

Der erste “ReTWeet” wurde übrigens am 18. April 2007 gesendet.

Direkte und vertrauliche Kommunikationmit Twitter

Über Twitter kann man anderen Anwendern auch eine private Botschaft (“direct message”) zukommen lassen. Dazu stellt man vor den Usernamen den Buchstaben “d” und ein Leerzeichen.

twitter_post7

In diesem Fall landet der Tweet nur beim adressierten Empfänger. Loggt sich der Empfänger bei Twitter ein, bekommt er die Anzahl der für ihn bestimmten Direct Messages angezeigt. Man kann aber über Twitter nur direkte Botschaften austauschen, wenn beide User sich gegenseitig folgen. Daher sollte man sich gut überlegen, wem man selbst folgt, um nicht mit Spam-Nachrichten via Twitter belästigt zu werden.

Die Twitter-Abkürzungen noch einmal im Überblick:

Um auf Tweets von anderen Twitterern öffentlich zu antworten, stellt man das Klammeraffenzeichen (@) vor den Twitternamen:
@cdernbach Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipisicing elit

Um einen Twitter-User privat anzuschreiben, stellt man den Buchstaben d gefolgt von einem Leerzeichen vor den Twitternamen:
d cdernbach Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipisicing elit

Webadressen in einem Tweet sind direkt anklickbar. Lange URLs können mit Diensten wie t.co, TinyURL, identi.ca, Snurl und anderen abgekürzt werden:

Bug im Android-Browser http://snurl.com/bx56n

Findet man einen interessanten Tweet eines anderen Users, den man seinen eigenen Followern zur Kenntnis geben möchte, kann man die Kurzmitteilung mit einem “Retweet” verteilen. Dazu wird ein RT und der Username vorangestellt:

RT @heiseonline Bug im Android-Browser http://snurl.com/bx56n

Hashtags werden mit dem Rautezeichen gekennzeichnet
#Bayern entlässt #Klinsmann

Ein Ort kann mit “L:” gekennzeichnet werden (der Buchstabe L steht für Location):

Wieder einmal Superwetter in L:Hamburg

Wer Spaß an Twitter gefunden hat, wird den hellblauen Standard-Hintergrund seiner persönlichen Twitter-Seite (http://twitter.com/maxmustermann) und das Logo seiner Tweets verändern wollen. Dazu kann man eigene Bilder auf Twitter hochladen (unter “Settings” / “Picture” und “Settings” / “Design”). Um einen coolen Hintergrund zu gestalten, gibt es etliche Hilfsmittel im Netz, beispielsweise unter www.twitbacks.com.

Damit schließe ich Teil 2 meiner Twitter-Einführung ab. Im dritten Teil erörtere ich die Frage, welchen Vorteil spezielle Twitter-Anwendungen im Vergleich zur Twitter.com-Homepage bringen und stelle einige populäre Twitter-Programme für Windows, Mac OS und verschiedene Smartphones vor. (Diesen Teil muss ich noch aktualisieren, da sich in den vergangenen zwei Jahren auch eine Menge getan hat)

Update: Lesenswert zum Thema “Was sollte man Twittern?”:
rams really love ewes: Kopf-Twittern gegen Bauch-Twittern?

David Letterman lässt sich von Kevin Spacey Twitter erklären:

siehe auch:
Microblogging mit Twitter – so geht es

8 Gedanken zu „Anleitung: Twitter für Einsteiger – Tipps und Tricks für den Microblogging-Dienst (2)

  1. Hilfe!!!!!!!!!! Hallo, mein Tweet läßt sich nicht twittern, ausserdem ist der Text teilweise rosa hinterlegt. Es sollte mein erstes Mal sein. Ich bin über 60 Jahre. Hilfe!!!!!!

  2. Hallo ich habe folg. Problem: ich bin erst seit ein paar Tagen bei twitter und kenne da niemanden, daher auch keine follower. ich twittere dort nur bezügl. der gez und wie man sich wehrt, ich nutze auch hashtags genug. dennoch, wenn ich zb durch hashtag gez suche, sehe ich nie meine eigenen tweets, wie kann ich das ändern und trotz fehlender follower meine infos interessierten teilen? warum sind meine tweets nur auf meiner seite zu sehen?

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