Qualitäts-Journalismus mit den Textschnorrern von pressetext

Redakteurin Kristina Sam vom pressetext.austria scheint sich weder in Österreich gut auszukennen noch in der IT-Branche. Sonst hätte sie beim dreisten Abschreiben meiner dpa-Meldung zur Verzögerung der Deutschland-Premiere des Microsoft-Players Zune nicht diese Fehler eingebaut. Ja, Kitzbühel wird wie Kitzbühl ausgesprochen, aber nicht so geschrieben. Und dass die Markteinführung „auf unbestimmte Zeit verschoben“ wird, hat Redakteurin Sam dem Microsoft-Manager Stephan Brechtmann in den Mund gelegt. Gesagt hat er das so nicht.

Da pressetext.austria bzw. pressetext.europe (pte), die selbst ernannte „Nachrichtenagentur für Meinungsbildner in den Bereichen Hightech, Medien, Business und Leben“ bereits für das unerlaubte Abkupfern von Texten von Nachrichtenagenturen wie APA, sda und dpa belangt wurde, hat Redakteurin Kristina Sam in dem geklauten Text auch nicht dpa als Quelle angegeben, sondern die Financial Times Deutschland. Die FTD ist zahlender dpa-Kunde und hat sowohl online als auch im gedruckten Blatt die Zune-Meldung der dpa veröffentlicht (und die Quelle klar gekennzeichnet).

Die FTD-Überschrift „Microsoft bringt iPod-Konkurrenten nicht nach Deutschland“ geht dabei über den eigentlichen Sachverhalt hinaus, da Microsoft sich ja nicht generell gegen einen Zune-Start in Deutschland ausgesprochen hat, sondern nur kurzfristig nicht den Zune hierzulande anbieten möchte. In der gesamten Meldung der FTD wird das aber auch klar.
Interessant ist nun, wie der Schnorrer-Text von pressetext seinen Weg auf andere Newsseiten findet. So schreibt beispielsweise Björn Greif von ZDNET unter Berufung auf pte: Zweite Zune-Generation kommt nicht nach Deutschland. Bei Silicon.de fabuliert „Anja Schütz mit Material von pte“ über die Zune-Verzögerung.

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One comment

  1. Ich frage mich gerade, was zielführender ist, eine weitere Klage oder dieser Blogeintrag. Ich glaube fast, dieser Eintrag.

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