Microsofts “Smart Guy” Martin Taylor

Von | Microsoft

Martin Taylor kann reden wie ein Wasserfall. Darin steht er seinem Boss Steve Ballmer in Nichts nach. Doch im Gegensatz zum bulligen Microsoft-Chef kommt Martin Taylor viel diplomatischer rüber, wenn er die Strategie seines Unternehmens gegen Linux und andere Open-Source-Produkte erläutert.

Martin Taylor
Foto: Microsoft
Martin Taylor

Vor einigen Jahren hätte sich Taylor wahrscheinlich noch “Evangelist” nennen dürfen, doch nach dem New-Economy-Crash sind solche Titel nicht mehr modern. So steht “General Manager Plattform Strategy“ auf seiner Visitenkarte. Taylor, der von seinen Eltern nach Martin Luther King benannt wurde, ist damit in der Microsoftführung für die Auseinandersetzung mit dem größten Wettbewerber zuständig – sieht man mal von Google ab.

Während Ballmer noch im Jahr 2001 Open Source Software (OSS) – und insbesondere die GPL (GNU Public Licence) als “Krebsgeschwür” bezeichnete, schlägt Taylor nun moderatere Töne an. Open Source sei kein Wettbewerber, genau so wenig wie das Wetter ein Wettbewerber sei.

Taylor hat in seinem Team einige linux-Experten um sich gesammelt, darunter den Gründer und Chef-Architekten der Linux-Distribution Gentoo, Daniel Robbins. Seit gut einem Jahr schauen sich Taylor, Robbins und das Platform-Team in Redmond systematisch nicht nur Linux-Varianten, sondern auch andere OSS-Projekte wie Apache oder Cluster-Lösungen im High-End-Bereich an.

“Um keinen Zweifel aufkommen zu lassen: Ich tief davon überzeugt, dass Microsoft die besseren Produkte anbietet. Aber klar ist auch, dass Linux nicht einfach verschwinden wird”, sagte Taylor in der kleinen Runde am Münchner Flughafen. Wettbewerb belebe das Geschäft, räumte er ein, auch wenn sein Unternehmen in den meisten Bereichen ohnehin schon die besseren Produkte anbiete. Und dort, wo OSS in den Augen mancher führe, werde Microsoft nachlegen, beispielsweise bei den Webservern mit dem neuen Internet Information Server (IIS) 7.0.

All zu große Sorgen um die Zukunft macht sich Taylor also nicht: “Microsoft bringt mich nicht um den Schlaf. Das machen dann schon eher meine Kinder”. Taylor ist Vater der fünf Jahre alten Zwillinge Zoe and Zachary und der 18 Monate alten Ella. 

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