Anti-Spam-Tool: Lycos hat Angst vor der eigenen Courage

Von | Personal Tech

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Mit großem Tam-Tam hat Lycos Europe vor einer Woche seine Anti-Spam-Initiative “Make Love not Spam” angekündigt. Lycos-User sollten mit Hilfe eines Bildschirmschoners die Websites von Spammer mit HTTP-Requests bombadieren und bei den Spammern für ordentlich Traffic-Kosten sorgen. Nach einigen kritischen Reaktionen aus der Anti-Spam-Gemeinde, in denen die Lycos-Aktion mit Denial-of-Service-Attacken von Crackern verglichen wurden, hat Lycos nun kalte Füße bekommen. Der MLNS-Bildschirmschoner ist nicht länger verfügbar.

Auch diejenigen, die den Anti-Spam-Bildschirmschoner bereits installiert haben, können nicht mehr zuschauen, wie ihr Rechner die Webangebote von Spammern aus aller Welt aufruft. “Stay tuned” heißt es lapidar. Ein Lycos-Sprecher sagte ZD-Net Uk, der Dienst bleibe bis auf weiteres abgeschaltet, da noch “Management- und Hosting-Fragen” geklärt werden müssten. 100 000 Anwender hätten sich den Bildschirmschoner bereits heruntergeladen. Er könne nicht sagen, wann die Aktion weitergehe.

Zuvor hatte Lycos mit seiner Aktion heftige Reaktionen in der Anti-Spam-Gemeinde ausgelöst. “Man kann nicht in das Haus eines Diebes einbrechen, nur weil er in dein Haus eingebrochen ist”, sagte Steve Linford, Director von Spamhaus, einer Nonprofit-Antispam-Organisation. “Wir unterstützen oder emfehlen solche Aktivitäten nicht. Das Umleitun von Traffic ist Teil der Degeneration des Internets, die wir stoppen möchten.”


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