Schaun Sie mal, Herr Horlitz, die Kosten im Gravis-Store Hamburg explodieren schon wieder!

Von | Personal Tech

Wenn Archibald Horlitz, Chef des Computerhändlers Gravis, sich demnächst mal wieder die Kosten seiner Gravis Stores anschaut, sollte er mal besonders auf einen Punkt achten: Wie viel haben die Gravis-Läden für herkömmliche Quittungsblöcke ausgegeben? Die Mitarbeiter des Gravis-Stores in der Hamburger Grindelallee haben heute zumindest etliche Quittungen per Hand ausgestellt, weil das Warenwirtschaftssystem der Gravis Computervertriebsgesellschaft mal wieder gestreikt hatte.

Quittung
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Christoph Dernbach
Handarbeit bei Gravis

Ich bin quasi Stammkunde beim Hamburger Gravis Store. Der Laden liegt auf dem Weg zum Büro, bietet einen kleinen Parkplatz hinterm Haus und ist seit dem Umbau nach dem Vorbild der Apple Stores in den USA auch optisch ganz nett. Außerdem arbeiten hier einige Leute, die wirklich Ahnung von den Apple-Produkten haben und die Kunden gut beraten können. Wenn man sich dann aber tatsächlich zum Kauf entschieden hat, beginnen in der Regel die Probleme. Fast immer, wenn ich bei Gravis in den letzen Jahren etwas gekauft habe, zickte die Warenwirtschaftssoftware rum.

Schon die Suche nach einem Bestandskunden scheint das System zu überfordern. Die Gravis-Mitarbeiter schaffen dies jedenfalls meistens erst im dritten Anlauf oder müssen meine Adresse neu erfassen. Die nächste Klippe, die die armen Mitarbeiter umschiffen müssen, ist der Ausdruck der Rechnung. Das ist in dem Gravis-System wohl kein banaler Vorgang, sondern hat manchmal schon drei Verkäufer gleichzeitig beschäftigt. Es gibt auch Tage, an denen geht gar nichts mehr, so wie heute. Oder das System läuft so langsam, dass die Belegschaft die Formularblöcke von Zweckform herausholt und die Kunden provisorisch mit einer handschriftlichen Quittung versorgt. Die richtigen Rechnungen werden dann später aus dem Warenwirtschaftssystem ausgedruckt und an die Käufer per Post verschickt. Wahrscheinlich während des Eröffnungsspiels der Fußball-WM, wenn ohnehin niemand im Laden ist und die Server mal nicht überlastet sind.


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