Ist denn immer noch 1. April, Eugene Kaspersky?

Der russische Antivirus-Hersteller Kaspersky, der mit dem Gedanken eines Börsengangs spielt, versucht mit immer schrilleren Schlagzeilen auf sich aufmerksam zu machen. Kaspersky Lab discovers the first virus for iPod lautet die Überschrift der jüngsten Pressemitteilung, die prompt von zahlreichen Medien aufgegriffen wurde. Mit einem Virus für den iPod von Apple hat das alles wenig zu tun. Es gibt ein “Proof of Concept” eines Schadensprogramms für ein Frickel-Linux, das einige Bastler auf den iPod gespielt haben. Und der “Virus” muss auch noch per Hand auf dem Player installiert werden.


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Beachtlich ist, dass sich die Münchner Agentur Essential Media, die in Deutschland die Pressearbeit für Kaspersky macht, sich im Detail von der Panikmache aus Moskau absetzt. Die englischsprachige Meldung beginnt so: Kaspersky Lab, a leading developer of secure content management solutions, has discovered the first virus designed to infect iPod portable media players. In der Übersetzung aus München wird dagegen schon im Leadsatz klar gemacht, dass es sich nur um ein Programm für die seltene Linux-Variante handelt: Kaspersky Lab hat heute den ersten Proof-of-Concept-Virus für iPodLinux entdeckt.

Chefentwickler Eugene Kaspersky und Natalja Kaspersky, die Chefin des russischen Antiviren-Herstellers, hatten bereits vor einigen Wochen auf der CeBIT 2007 einen merkwürdigen Auftritt hingelegt. In Hannover warfen sie überraschend Microsoft vor, den Herstellern von Sicherheitsprogrammen in vielen Fällen keinen direkten Zugang mehr zum Betriebssystem zu gewähren. Zuvor hatten die beiden sich noch in mehreren Stellungnahmen von der Kritik der anderen Antiviren-Hersteller wie Symantec an der Schnittstellenpolitik beim Betriebssystem Vista abgesetzt. Mir blieben auf der CeBIT die Gründe für die 180-Grad-Wende von Kaspersky unklar.

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