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Wie das Software-Upgrade beim iPod touch abläuft

Update: Dieser Beitrag behandelt das Upgrade auf Version 1.3 (Stand: Januar 2008). Ein aktueller Artikel zum Upgrade auf die Softwareversion 2.0 steht hier. (Stand 12. Juli 2008)

iPod touch Software-UpgradeApple-Chef Steve Jobs hatte auf seiner Keynote zur MacWord Epo 2008 kurz angekündigt, dass für den iPod touch künftig auch die fünf Anwendungen (Mail, Karten, Aktien, Wetter und Notizen) zur Verfügung stehen, die (offiziell) bislang nur auf dem iPhone verfügbar waren.

Enttäuschung bei den Besitzern eines iPod touch machte sich breit, als Jobs sagte, dass nur die neuen Geräte kostenlos mit dem Upgrade ausgestattet werden, sie aber 17,99 Euro (19,99 Dollar in den USA) für das Download in iTunes zahlen müssen.

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Nochmal zu Erinnerung. Das hat Steve Jobs in San Francisco zum Upgrade des iPod touch gesagt:

Immerhin: Das Update der Firmware auf die Version 1.1.3 ist nicht an den Kauf des “Januar-Pakets” gekoppelt. Schließt man einen älteren iPod touch an iTunes an, wird man darauf hingewiesen, dass eine aktualisierte Software vorliegt:

iPod touch Software Upgrade 2

iTunes lädt dann das 165 Megabyte große Update herunter.

iPod touch Software Upgrade 3
iPod touch Software Upgrade 4
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Apples Geheimnisse schwirren durch die Luft

Steve Jobs auf der MacWorld Expo 2008 - Foto: Christoph Dernbach
Steve Jobs auf der MacWorld Expo 2008 - Foto: Christoph Dernbach
“Think secret” – Geheimniskrämereien bestimmen bei Apple schon seit ewigen Zeiten das Geschäftsmodell. Doch in den Zeiten von Weblogs und Gerüchtewebsites fällt es selbst Apple-Chef Steve Jobs immer schwerer, Innovationen und neue Geschäftsinitiativen vor der neugierigen Öffentlichkeit abzuschirmen.
So sahen wir heute auf Jobs’ Keynote zur Eröffnung der MacWorld Expo ziemlich genau das, was die Spatzen schon seit Wochen von den Dächern gepfiffen haben: Apple steigt in den Online-Videoverleih ein und setzt mit dem coolen «MacBook Air» nicht nur modische, sondern auch technische Akzente.

Bemerkenswert sind deshalb die kleineren Details, die auf der Keynote so nebenbei verkündet wurden:

  • Die neuen Funktionen von Apple TV erhalten nicht nur die Neukunden, sondern auch die Besitzer der Settop-Box. Ein Software-Update wird den Online-Kauf von HD-Movies ermöglichen.
  • Apple rückt angesichts eines Umtauschkursen von 1,48 Dollar für einen Euro endlich von der ungerechten 1:1-Übertragung der US-Preise in den Euro-Raum ab. Okay, ich weiß, in Europa muss man die Mehrwertsteuer hinzurechnen. Aber selbst wenn man 19 Prozent abzieht, war die Differenz doch unerträglich groß geworden.
  • Die Besitzer eines iPod touch sind nicht mehr auf einen Jailbreak angewiesen, um sich die iPhone-Programme Mail, Karten, Aktien, Wetter und Notizen auf den Player zu holen. Apple will allerdings 18 Euro dafür im iTunes-Store haben. Da die fünf iPhone-Applikationen nun legal für den iPod touch zu haben sind, rutschen die entsprechenden Angebote aus der Jailbreak-Szene endgültig in den Raubkopie-Sumpf ab.
  • Google Maps für das iPhone kann nun auch anhand der Sendemasten den ungefähren Standort des Handys ermitteln. Für andere Smartphones gab es das schon seit ein paar Wochen. Damit wird das iPhone zu einer Art Ersatz-Navi, den Routingangaben kann die Google-Anwendung ohnehin schon.
  • Die nicht ganz unumstrittene Technologie der Webclips, mit deren Hilfe Webinhalte aus ihrem ursprünglichen (Werbe-)Umfeld herausgelöst werden können, kann nun auch auf dem iPhone eingesetzt werden. Bookmarks können auf den (bis zu neun) Startseiten des Apple-Smartphones gespeichert werden.

Etwas untergegangen im Trubel um „iTunes Video rentals“ ist auch der Auftritt von Jim Gianopulos, dem Chairman und CEO von Fox Filmed Entertainment auf der Bühne der MacWorld Expo. Er kündigte immerhin an, dass Besitzer bestimmter DVDs künftig die gekauften Filme in ihre iTunes-Bibliothek übertragen können. Ich wünsche “iTunes Digital Copy” viel Erfolg, denn mich nervt schon seit langer Zeit, dass es für die meisten DVDs keinen legalen Weg gibt, gekaufte Inhalte auf einem beliebigen Bildschirm – ob TV-Gerät, Computer-Display oder einem mobilen Player – abspielen zu können.

Der Anfang vom Ende

Abgeschafft wurde der Kopierschutz durch den Vorstoß von EMI und Apple nicht – da hat der pingelige Medienwart vom Handelsblatt schon recht. Es ist aber schon erstaunlich, dass nur wenige Wochen nach der Veröffentlichung des offenen Briefes von Steve Jobs an die Musikindustrie der erste Major sein komplettes digitales Repertoire auch ohne DRM anbietet. Das ist der Anfang vom Ende des Kopierschutzes in der Musikindustrie.


Mit dem heutigen Tag fängt eine neue Ära an – ein Zeitalter, in dem die Unterhaltungsindustrie mit den Kunden arbeitet und nicht gegen sie.

Torgeir Waterhouse, Chefberater der norwegischen Verbraucherschutzorganisation

Jobs ist sich sicher, dass bis zum Jahresende mehr als jeder zweite Song in iTunes auch ohne DRM angeboten wird. Ich bin mir wiederum sicher, dass es sich diesmal nicht um eines der berüchtigten “Reality Distortion Fields” des Apple-Chef handelt, sondern dass tatsächlich auch die anderen großen Plattenkonzerne dem Schritt von EMI folgen werden. Natürlich werden die EMI-Wettbewerber zunächst abwarten, wie im Mai das DRM-freie Geschäft in iTunes ablaufen wird. Ich werde meine EMI-Songs, die ich in iTunes gekauft habe, wohl ohne Ausnahme auf 256 kbps AAC “upgraden”, schon damit ich sie mit dem wunderbaren Sonos-System quer durch meine Wohnung streamen kann.

Apple-Chef Steve Jobs und Eric Nicoli, CEO der EMI-Group
Apple-Chef Steve Jobs und Eric Nicoli, CEO der EMI-Group. Foto: EMI

Bemerkenswert finde ich die auch Tatsache, dass zwar einzelne Songs um 30 Cent teurer werden, ein komplettes Album künftig aber weiterhin 9,99 Euro kosten wird. Das passt zur neuen ‘Alben vervollständigen’-Funktion im iTunes-Store, mit der Apple den Absatz vollständiger Platten ankurbeln möchte.

Digital Rights Management wird damit aber nicht aus unserem Leben verschwinden. Filme etwa werden auch künftig mit einem Kopierschutz auf Silberscheiben ausgeliefert werden. Dieser kann zwar von jedem Zwölfjährigen geknackt werden, in Deutschland zumindest ist das aber illegal. Ob sich aber Klingeltöne DRM-geschützt zu völlig überzogenen Preisen sich am Markt weiterhin behaupten werden, möchte ich an dieser Stelle bezweifeln.

Audio-Aufzeichnung von der Pressekonferenz mit Apple-Chef Steve Jobs und Eric Nicoli, CEO der EMI-Group.

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