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Apple – die Telefon-Company

John Markoff hat den NetMac 1.0 gesehen oder war es das iPhone 3.0? Egal. Der Silicon-Valley-Reporter der New York Times nährte nach dem gestrigen Conference-Call von Apple zu den Quartalsergebnissen auf jeden Fall die Gerüchte, dass Apple trotz aller Dementis von Steve Jobs an einem Gerät irgendwo zwischen dem iPhone und dem MacBook arbeitet. Seine Quelle: eine ungenannte Suchmaschinenfirma, bei der (in den Server-Protokollen) ein bislang unangekündigtes Apple-Produkt aufgefallen sei. Hoffentlich sind die Jungs nicht auf Dell Minis oder andere Netbooks reingefallen, die mit MacOS X aufgemotzt wurden.

Bemerkenswert ist, dass Steve Jobs persönlich in dem Conference-Call für die Analysten aufgetreten ist, denn seit dem Jahr 2000 hat der Apple-CEO diese Bühne seinen Finanzchefs überlassen. In Zeiten wie diesen (und angesichts möglicher Hedgefonds-Aktivitäten gegen Apple) war es diesmal wohl notwendig, dass “His Steveness” selbst das Zahlenwerk interpretiert und die (wie immer ziemlich vagen) Aussichten formuliert.

Laut Jobs hat Apple im abgelaufenen Quartal nicht nur den Blackberry-Hersteller RIM überrundet, sondern sich an Platz drei der Liste der weltgrößten Handy-Hersteller gesetzt (nach Umsatz gerechnet).

Let’s look at the ranking — Nokia is clearly number one at 12.7 billion; Samsung number two at 5.9 billion; Apple is number three at 4.6 billion; Sony Ericsson, number four at 4.2; LG, number five at 3.4 billion; Motorola, number six at 3.2; and RIM number seven at 2.1. Pretty amazing.

Now, both of these things, beating RIM in units and becoming the third largest mobile supplier in revenues are amazing feats but part of this was the result of expanding into over 50 countries and there’s no guarantee that sustained sales will equal initial sales. And who knows what the future results will be, given the worldwide economic slowdown but we actually outsold RIM last quarter and ranked as the third largest mobile phone supplier in revenues. Not bad for being in the market for only 15 months.

(Den gesamten Conference-Call kann man hier anhören. Silicon Alley Insider hat in einem wahnsinnigen Tempo live den Call mitgebloggt und die wichtigsten Zitate im Wortlaut aufgeschrieben.)

Bei diesem Wachstumstempo könnte Apple bald nicht nur RIM hinter sich lassen, sondern auch Microsoft mit seinem Smartphone-System Windows Mobile. Die Ballmer-Company musste zum Ende des Geschäftsjahres 2007/2008 Ende Juli eingestehen, dass die Absatzprognosen von “über 20 Millionen Stück” nicht erreicht wurden und nur 18 Millionen Geräte einen Käufer fanden.

Mal sehen, wann Steve Ballmer das Lachen über das iPhone im Hals stecken bleibt.

httpv://www.youtube.com/watch?v=C5oGaZIKYvo

Read My Lips: Apple Is a Netbook Maker – Bits Blog – NYTimes.com.

Daring Fireball: The Phone Company

Opinion: The iPhone Is Apple’s Netbook

Die Zukunft von OS X ist parallel

Steve Jobs auf dem WWDC 2008 - Foto: Christoph DernbachFür Journalisten ist die WWDC, die Entwicklerkonferenz von Apple, stets eine merkwürdige Veranstaltung – zumindest im Vergleich zur MacWorld Expo. Zur Keynote von Apple-Chef Steve Jobs haben die Reporter einen privilegierten Zugang. Noch vor dem zahlenden Publikum, das in einer langen Schlange am Moscone Center anstehen muss, werden die Medienleute zu einem reservierten Bereich geführt, links vorne an der Bühne. Ganz nah am Geschehen.

Doch kaum ist die Keynote vorbei, müssen die Journalisten schnell das Moscone Center räumen. Die nachfolgenden Veranstaltung stehen unter einer Verschwiegenheitsvereinbarung (“Non Discloser Agreement Non Disclosure Agreement”) und sind ausschließlich den Developern vorbehalten. Für Briefings mit Apple-Managern wird man dann wieder von PR-Leuten durch das Center eskortiert, damit man sich als Journalist nicht in ein bezahlpflichtiges Forum verirrt.

Jobs und seine Kollegen haben sich in der Keynote in diesem Jahr fast ausschließlich mit der neuen iPhone-Software 2.0 und der neuen Hardware, dem iPhone 3G, beschäftigt. Vor diesem Hintergrund sind die News zum neuen Betriebssystem OS X 10.6 ein wenig untergegangen. Apple will sich fast vollständig auf neue Features verzichten. Lediglich eine bessere Anbindung von Mail, iCal und Co. an die Exchange-Architektur von Microsoft ist vorgesehen. “Snow Leopard” werde “die Leistungsfähigkeit von OS X verbessern, einen neuen Standard für Qualität setzen und die Basis für zukünftige OS X Innovationen bilden”.

Das ist für Apple-Verhältnisse ein ungewohntes Under-Statement, insbesondere wenn man den Bericht von John Markoff liest. Apple will sich mit “Snow Leopard” Antworten auf die Herausforderung der neuen Prozessor-Architekturen bieten. “The way the processor industry is going is to add more and more cores, but nobody knows how to program those things”, sagte Jobs. “I mean, two, yeah; four, not really; eight, forget it.”

In der Pressemitteilung von Apple heißt es dazu:

Snow Leopard bietet eine unvergleichbare Unterstützung für Mehrkern-Prozessoren mit einer neuen Technologie die den Codenamen “Grand Central” trägt. Diese Technologie macht es Entwicklern einfacher Programme zu entwickeln, die das Leistungspotential der Multi-Core Macs voll ausschöpfen. Snow Leopard erweitert die Unterstützung moderner Hardware mit Open Computing Language (OpenCL), die es jeder Applikation ermöglicht die große Leistung der Gigaflops anzuzapfen, die bisher nur Grafikapplikationen zur Verfügung stand. OpenCL basiert auf der Programmiersprache C und ist als offener Standard beabsichtigt. Den Vorsprung von OS X im Bereich der 64-Bit Technologie ausbauend, hebt Snow Leopard das theoretische Systemspeicher-Limit für Software auf 16 TB RAM.

Markoff verweist in seinem Bericht auf den Supercomputer-Geschwindigkeitsrekord, den in dieser Woche das Los Alamos National Laboratory aufgestellt hat. Die Supermaschine wurde aus 12.000 IBM-Cell-Prozessoren zusammengebaut, die ursprünglich für die Playstation 3 von Sony entworfen wurde. “Wenn Apple seine Computer künftig mit ähnlichen Chips bestückt, dann wird das die Computer-Industrie ändern.

Im Gespräch von John Markoff mit Steve Jobs gab es übrigens ganz nebenbei den ersten halbwegs konkreten Hinweis auf den strategischen Hintergrund der Übernahme von PA Semi: “PA Semi is going to do system-on-chips for iPhones and iPods.”

Apple in Parallel: Turning the PC World Upside Down? – Bits – Technology – New York Times Blog