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RIM-Chef Mike Lazaridis übt sich in Selbstsuggestion

Walt Mossberg hat nicht gerade das Image eines hartnäckig nachfragenden Journalisten. Eine Art Reinhold Beckmann des IT-Journalismus, nur älter und mit grauem Bart. Und auch seine Kollegin Kara Swisher geht die Gäste des WSJ-Events “All Things D” sonst nicht gearde frontal an. Doch in diesem Interview gelingt es den beiden Tech-Veteranen des Wall Street Journal, RIM-Chef Mike Lazaridis festzunageln. Dabei überrascht Lazaridis mit der Aussage, RIM habe mit dem Blackberry das Smartphone erfunden und der Browser des Torch biete ein tolles Surferlebnis.

Besonders gut arbeiten Mossberg und Swisher heraus, dass RIM offenbar gar nicht vorhat, das Blackberry-Phone auf das Niveau eines Android-Smartphones oder eines iPhones zu heben. Surfen, Apps, Multimedia verortet Lazaridis beim Blackberry-Tablet Playbook, während der traditionelle Blackberry vor allem ein Kommunikationsgerät bleiben werde. Und als Mossberg ihm vorhält, dass man damit in den USA oder Europa keinen Blumentopf mehr gewinnen könne, verweist Lazaridis auf die riesigen Märkte in Ländern wie Indien, die nicht flächendeckend mit 3G ausgestattet seien. Erinnert mich irgendwie fatal an die Strategie von Nokia, in den Schwellenländern präsent zu sein, während in den Kernmärkten USA und Europa andere Hersteller punkten.

Testbericht BlackBerry Torch: RIM kriegt gerade nochmal die Kurve

Die aktuellen Smartphone-Marktanteile (Canalys)
Die aktuellen Smartphone-Marktanteile (Canalys)

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen des Smartphone-Marktes dürfte den Verantwortlichen beim Blackberry-Hersteller RIM Kopfschmerzen bereiten: Nach einer Untersuchung des Marktforschungs- unternehmens Canalysis sank der Marktanteil der RIM-Smartphones im 2. Quartal 2010 auf 18 Prozent, nachdem er in den ersten beiden Quartalen des Vorjahres noch stabil bei 21 Prozent gelegen hatte.

Eine Trendwende verspricht sich RIM-Präsident Mike Lazaridis von dem neuen BlackBerry Torch und dem runderneuerten Betriebssystem BlackBerry 6. “Das ist eine der wichtigsten Produktvorstellungen in der Geschichte von RIM”, sagte Lazaridis auf dem Launch-Event von RIM und AT&T. Der US-Telekomriese ist weltweit der erste Mobilfunkprovider, der den BlackBerry Torch im Programm haben wird. Bei AT&T kostet das Gerät zusammen mit einem Zwei-Jahres-Vertrag 200 Dollar. Die UMTS-Tarife für den Torch in Deutschland stehen derzeit noch nicht fest, können später aber auf Websites wie Onlinekosten.de verglichen werden.

Hierzulande hat offenbar noch kein Journalist den BlackBerry Torch testen dürfen. Daher greife ich hier auf Erfahrungen der US-Kollegen zurück, die das neue RIM-Smartphone schon einige Wochen lang ausprobieren durften.

Zunächst das wenig überraschende Ergebnis: RIM versucht mit dem Torch offenbar erfolgreich, die traditionellen Stärken des BlackBerry zu bewahren. Dazu gehört ein robustes E-Mail-Programm, eine erstklassige Sicherheits-Ausstattung (die manchen arabischen Staaten in diesen Zeiten offenbar zu sicher erscheint), eine gute Hardware-Tastatur und eine ausreichend gute Batterielaufzeit. Die RIM-Verantwortlichen haben aber angesichts der Erfolge der Android-Smartphones und des iPhones erkannt, dass diese taditionellen Stärken nicht ausreichen, um die bestehenden Kunden bei der Stange zu halten oder gar neue Kunden zu gewinnen.

Mit dem neuen Betriebssystem BlackBerry 6 steigt RIM nun auf die Browser-Plattform WebKit um, die auch bei Android und dem iOS von Apple verwendet wird. Das ist ein großer Fortschritt gegenüber dem java-basierten Browser der bisherigen BlackBerry-Modelle. Mit dem neuen Browser kann man nun auch mehrere Fenster gleichzeitig öffnen und mit einer Fingerspreitzbewegung Details heranzoomen. Der neue BB-Browser reagiert auch auf einen Doppel-Tab mit dem Finger und formatiert die Spalten einer Website auf ein lesbares Format. Edward C. Baig von der USA Today hat aber zwei Dinge zu bemängeln. Zum einen erschien ihm der Browser im Vergleich zu anderen WebKit-Umsetzungen ziemlich langsam. Zum anderen seien die normalen Websites zunächst kaum zu erkennen gewesen, da die Auflösung des Bildschirms beim BlackBerry Torch mit seiner halben VGA-Resolution (480×340 Pixel) weit von der Auflösung des neuen iPhone 4 von Apple (960×640 Pixel) entfernt sei, Erst nach dem Heranzoomen habe man die Texte erkennen können.

Mit dem neuen Betriebssystem erhält der Blackberry auch die “universelle Suche”, mit der man auf einen Rutsch alle Inhalte des Smartphones (egal ob Kontakt, E-Mail, Bilder, Web-Seite , Songs oder Programme) dursuchen kann. Dieses Feature hatte ursprünglich Palm mit seinem WebOS eingeführt.

Social-Media-Programme auf dem BlackBerry Torch
Social-Media-Programme auf dem BlackBerry Torch

Auch in Sachen Multimedia hat der Blackberry zugelegt. Die Musikauswahl auf dem Torch wurde stark der entsprechenden Apple-Funktion auf dem iPhone nachempfunden. Über “Music WiFi” können Lieder drahtlos mit einem PC abgeglichen werden. Mit einem Mac funktioniert das (noch) nicht.

Zugelegt hat RIM auch bei der Kamera, die nun mit einem Bildstabilisator ausgestattet ist. Allerdings zeichnet die 5-Megapixel-Kamera Videos nur in VGA-Auflösung auf, während das iPhone 4 hier bereits HD-Qualität (bis zu 720p) anbietet.

Einfacher ist künftig auch der Zugang der BlackBerry-besitzer zu (externen) Programmen, da RIM den zugang zur “BlackBerry App World” gleich vorinstalliert. Darüber können nun Programme gekauft oder kostenlos heruntergeladen werden. In der Blackberry App World stehen derzeit rund 9000 Programme bereit, viel weniger als im Android Marketplace (70.000) oder im iTunes Stor von Apple (225.000). An dieser Stelle muss aber auch erwähnt werden, dass die Qualität der Software-Angebote für die unterschiedlichen Apps-Plattformen nicht allein von der Anzahl der verfügbaren Programme abhängt, sondern auch die jeweilige Qualität der Apps und ihr Preis berücksichtigt werden muss.

Das Betriebssystem BlackBerry 6 wird künftig auf allen neuen BlackBerry-Modellen ausgeliefert. Besitzer der älteren Modelle Bold 9700, 9650 und Pearl 3G werden laut Hersteller ein Urgrade vornehmen können.

Hier die zusammenfassenden Urteile der Tester in den USA:

Walt Mossberg (Wall Street Journal):

Overall, the Torch and the BlackBerry 6 operating system are good products that improve the BlackBerry experience considerably and bring the device closer to its newer rivals.

Bonnie Cha, CNet:

Though performance could be better and it could stand for some hardware upgrades, the RIM BlackBerry Torch 9800 and BlackBerry OS 6 offer much-needed improvements to stay in step with the competition, and keep BlackBerry enthusiasts happy.

Edward C. Baig, USA TODAY:

Pro: Combines physical keyboard with multitouch screen and track-pad. BlackBerry 6 OS. Universal search. Wireless music sync. Feels solid. Brings BlackBerry strengths like strong e-mail and messaging, security and battery life. Social feeds.
Con: Screen is smaller and at lower resolution than rivals. Fewer apps than Apple and Android. Doesn’t shoot high-def video.

Joshua Topolsky, Engadget.com:

It’s tough to feel really excited about the BlackBerry Torch and OS 6 after heavy testing. We had high hopes coming into this review that the new operating system would be more than a fresh coat of paint on an aging user experience — that we were going to see substantial changes in the attitude and direction of the company. While there are notable improvements here and much that is laudable, what we’re ultimately left with is, at its core, more of the same. For all the improvements in the browser, the more upscale fit-and-finish of the UI, and the thoughtful changes in basic functionality, we still feel like this device is a generation behind the market. Instead of meeting the rising stars of the smartphone world (Apple and Google) head-on, RIM has taken something more like baby steps toward innovation. The company seems convinced that it’s got a better idea about what its customers want and how a smartphone should act in 2010, but we can’t say we agree. The Torch seems sluggish, underpowered, and dated from a hardware design standpoint, and BlackBerry 6, despite its new features and polish, still feels woefully behind the curve. To call the Torch the “best BlackBerry ever” wouldn’t be an understatement, but unfortunately for RIM and the faithful, their best isn’t nearly good enough.

BlackBerry OS 6.0 – RIM spendiert seinen Smartphone runderneuerte Software

Auf diese Meldung haben die BlackBerry-Anwender lange warten müssen. Research in Motion (RIM) spendiert seinen Smartphones endlich eine runderneuerte Software und verspricht, das App-Angebot für BlackBerrys zu pushen. Das neue BlackBerry OS 6.0 enthält künftig einen Browser auf der Basis von WebKit, das auch beim Safari-Browser auf dem iPhone eingesetzt wird. Außerdem will RIM die Steuerung der Touchdisplays komplett neu gestalten. Und auch die Media-Software auf dem BlackBerry soll überarbeitet werden.

BlackBerry OS 6.0 screenshots, details! « Boy Genius Report:

BlackBerry OS 6.0 - Neuer Browser mit Tabs
BlackBerry OS 6.0 - Neuer Browser mit Tabs
Blackberry OS 6 - Startscreen und Mediaplayer
Blackberry OS 6 - Startscreen und Mediaplayer

Käufer des BlackBerry Storm verdammen ihr neues Smartphone

David Pogue, der Technologie-Experte, hat vor ein paar Tagen einen Testbericht über den neuen Blackberry Storm geschrieben, in dem das das neue Smatphone von RIM ziemlich verrissen wurde. Nun legen Pogues Leser nach, die sich bereits einen BlackBerry Storm gekauft haben.

I rushed out last week to try the new Storm–and was frustrated, confused and bewildered by the device. I couldn’t use the browser, and was even hard pressed to make a phone call.

I want to thank you for validating the experiences I’ve had with my new BlackBerry Storm. It has been an absolute nightmare. As soon as I return to New York, I will take advantage of Verizon’s 30-day return policy and get rid of this monstrosity.

My Storm was like something from a Stephen King novel: possessed of its own mind. Touching or selecting on the screen highlighted something totally unrelated. The lag in switching from horizontal to vertical almost made it seem that the screen was deciding its own when to shift.

One of my co-workers, who is almost militant in his disdain for all things Apple, couldn’t wait to get his hands on a Storm. Lo & behold, 30 minutes later, he was trying to figure out a way to get his money back.

I think there’s an important distinction between quality control (whether or not something works as designed) and quality of design. This device fails miserably in both categories.

Where do I begin? The address book is a joke. Can’t go straight to any given letter, so must scroll all the way through every time. Everything’s slow: Scrolling, screen rotating, selecting apps, search… everything. It has crashed several times just trying to play movies. When you press the screen, it jumps over and “clicks” the key next to what you wanted… this is maddeningly frustrating. The bottom line: BlackBerry has created the Zune of touchscreen phones.

Having tried the Storm on two different days to make sure it was really as bad as it seemed the first time, I too find it unbelievable that these are for sale. Verizon should just box all these Storms up and send them to Toys R Us, who can sell them in the Brainteaser section, right next to the Rubik’s Cubes.

Typing is not easy. My fingertips hurt after a few e-mails, not to mention the frustration with many typos. Also, when you are scrolling and you touch the bottom edge of the screen (landscape mode) by accident, the keyboard pops up. It takes so long to do anything. Not worth it.

Und so weiter …

Circuits: Readers React to David Pogue’s Review of the BlackBerry Storm

Apple – die Telefon-Company

John Markoff hat den NetMac 1.0 gesehen oder war es das iPhone 3.0? Egal. Der Silicon-Valley-Reporter der New York Times nährte nach dem gestrigen Conference-Call von Apple zu den Quartalsergebnissen auf jeden Fall die Gerüchte, dass Apple trotz aller Dementis von Steve Jobs an einem Gerät irgendwo zwischen dem iPhone und dem MacBook arbeitet. Seine Quelle: eine ungenannte Suchmaschinenfirma, bei der (in den Server-Protokollen) ein bislang unangekündigtes Apple-Produkt aufgefallen sei. Hoffentlich sind die Jungs nicht auf Dell Minis oder andere Netbooks reingefallen, die mit MacOS X aufgemotzt wurden.

Bemerkenswert ist, dass Steve Jobs persönlich in dem Conference-Call für die Analysten aufgetreten ist, denn seit dem Jahr 2000 hat der Apple-CEO diese Bühne seinen Finanzchefs überlassen. In Zeiten wie diesen (und angesichts möglicher Hedgefonds-Aktivitäten gegen Apple) war es diesmal wohl notwendig, dass “His Steveness” selbst das Zahlenwerk interpretiert und die (wie immer ziemlich vagen) Aussichten formuliert.

Laut Jobs hat Apple im abgelaufenen Quartal nicht nur den Blackberry-Hersteller RIM überrundet, sondern sich an Platz drei der Liste der weltgrößten Handy-Hersteller gesetzt (nach Umsatz gerechnet).

Let’s look at the ranking — Nokia is clearly number one at 12.7 billion; Samsung number two at 5.9 billion; Apple is number three at 4.6 billion; Sony Ericsson, number four at 4.2; LG, number five at 3.4 billion; Motorola, number six at 3.2; and RIM number seven at 2.1. Pretty amazing.

Now, both of these things, beating RIM in units and becoming the third largest mobile supplier in revenues are amazing feats but part of this was the result of expanding into over 50 countries and there’s no guarantee that sustained sales will equal initial sales. And who knows what the future results will be, given the worldwide economic slowdown but we actually outsold RIM last quarter and ranked as the third largest mobile phone supplier in revenues. Not bad for being in the market for only 15 months.

(Den gesamten Conference-Call kann man hier anhören. Silicon Alley Insider hat in einem wahnsinnigen Tempo live den Call mitgebloggt und die wichtigsten Zitate im Wortlaut aufgeschrieben.)

Bei diesem Wachstumstempo könnte Apple bald nicht nur RIM hinter sich lassen, sondern auch Microsoft mit seinem Smartphone-System Windows Mobile. Die Ballmer-Company musste zum Ende des Geschäftsjahres 2007/2008 Ende Juli eingestehen, dass die Absatzprognosen von “über 20 Millionen Stück” nicht erreicht wurden und nur 18 Millionen Geräte einen Käufer fanden.

Mal sehen, wann Steve Ballmer das Lachen über das iPhone im Hals stecken bleibt.

httpv://www.youtube.com/watch?v=C5oGaZIKYvo

Read My Lips: Apple Is a Netbook Maker – Bits Blog – NYTimes.com.

Daring Fireball: The Phone Company

Opinion: The iPhone Is Apple’s Netbook