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Twitter für Einsteiger (3) – Die populärsten Twitter-Programme

Im ersten Teil der Anleitung “Twitter für Einsteiger” habe ich beschrieben, worum es überhaupt bei Twitter geht und wie man bei dem Mikroblogging-Dienst mitmachen kann. Im zweiten Teil möchte ich mich der Frage widmen, wie man Twitter auf unterschiedlichen Plattformen bedienen kann. Dabei stelle ich die zehn populärsten Twitter-Programme (Stand 9. Mai 2009) vor.

1. Der Browser

Marktanteil: 25,4 %
Tweets pro User: 7,1
(Stand: Mai 2009)

Twitter im Browser
Twitter im Browser

Rund ein Viertel aller Twitteranwender nutzt einen normalen Web-Browser, um über die Twitter-Homepage zu kommunizieren.
Plus: Man muss keine Extra-Software installieren. Und man kann von jedem beliebigen Rechner aus twittern.
Minus: Man kann seine ausgewählten Twitter-Feeds, die sogenannte Timeline, nur über einen begrenzten Zeitraum verfolgen, da Twitter die Anzeige auf die jüngsten 800 Tweets beschränkt. Außerdem kann man nicht mehrere Ansichten auf den Twitter-Feed (Timeline, Twitter-Suchen, Antworten auf eigene Tweets) parallel anzeigen lassen. Das Verfolgen von mehreren Twitter-Konten ist sehr umständlich.


2. TweetDeck

Tweetdeck

Marktanteil: 12,5 %
Tweets pro User: 6,9
(Stand: Mai 2009)
Link TweetDeck

Twittern mit TweetDeck
Twittern mit TweetDeck

TweetDeck ist eine Desktop-Anwendung für Twitter auf der Basis von Adobe AIR. Tweetdeck nutzt wie andere Twitter-Anwendungen die Programmierschnittstelle (API), um Tweets zu senden und zu empfangen. Tweetdeck ist kompatibel mit Microsoft Windows (XP und Vista), Mac OS X und (mit etwas manuellen Aufwand) auch mit GNU/Linux.

Plus: Die Anwender können bei TweetDeck die Twitter-Inhalte in mehreren Spalten organisieren, um so neben der allgemeinen Timeline auch die Tweets von seinen Kontakten oder bestimmte Suchabfragen im Auge zu behalten. Dabei kann man die Feeds auch in Gruppen (z.B. Freunde, Job, Fußball) einteilen. Weiterhin kann man Inhalte aus Facebook, Twitscoop, 12seconds und Stocktwits verfolgen. TweetDeck wird kostenlos angeboten (Stand: Mai 2009).

Minus: TweetDeck unterstützt nur einen Twitter-Account. Die Spaltengröße lässt sich nicht individuell einstellen.


3. Tweetie

Tweetie Logo

Marktanteil: 9,9 %
Tweets pro User: 4,8
(Stand: Mai 2009)
Link Tweetie

Twittern mit Tweetie
Twittern mit Tweetie

Tweetie ist der populärste Twitter-Client im Apple-Universum. Das Programm wurde zunächst für das iPhone entwickelt und hat sich dort mittlerweile gegen Konkurrenten wie Twitterrific, Twitterena und Twittelator durchgesetzt. Seit Mai 2009 ist Tweetie auch für den Mac verfügbar. Im Gegensatz zu vielen anderen Twitter-Programmen stellt Tweetie die Inhalte in einer Spalte dar.

Plus: Tweetie überzeugt durch sein elegantes Design und die gute Benutzeroberfläche. Die unterschiedlichen Feeds werden durch vertikal angeordnete Tabs angesprochen: Timeline, Mentions (also die Erwähnungen des eigenen Usernamens durch andere Twitterer), Messages (direkte, nicht öffentliche Mitteilungen) und Searches (Suchergebnisse).

Minus: Tweetie kostet Geld: 19,95 US-Dollar für Tweetie for Mac , 2,99 Dollar bzw. Euro im deutschen iTunes Store für das iPhone. Ist es aber auch wert, vor allem auf dem iPhone.


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CeBIT 1994: «Billig-Handys» für 500 DM und Hoffnung auf den Aufschwung

Hannover (dpa) – «Gebeutelte Computerbranche hofft auf Aufschwung» lautete eine dpa-Schlagzeile vom 10. März 1994. Sie könnte so ähnlich auch in diesen Tagen als Überschrift für einen Vorbericht zur Computermesse CeBIT dienen. Damals vor zehn Jahren legte die Computerbranche nach der wilden Pionierzeit eine kleine Erholungspause ein. Doch viel Zeit zum Luftholen blieb nicht, denn schon während der CeBIT 1994 zeichnete sich der Beginn einer hektischen Wachstumsphase ab.

Auf dem Messegelände in Hannover wurde 1994 erstmals deutlich, dass ein Mobiltelefon nicht mehr als Statussymbol der Luxusklasse taugt und das Telefonieren mit dem Handy nicht mehr ein exklusives Vergnügen von wenigen Geschäftsleuten ist. Damals – kurz vor dem Netzstart von E-Plus – gab es nur zwei digitale Mobilfunknetze, betrieben von DeTeMobil (D1) und Mannesmann-Mobilfunk (D2).

Das erste Handy von E-Plus (1994)
Das erste Handy von E-Plus (1994)
Beide Unternehmen lieferten sich schon 1994 mit jeweils 1,7 Millionen Kunden ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Aus DeTeMobil wurde T- Mobile und Mannesmann Mobilfunk mutierte zu Vodafone Deutschland. Die Gesamtzahl der Kunden bis zum Jahr 1994 hat T-Mobile alleine in den vergangenen zwölf Monaten dazu gewonnen und liegt nun bei über 66 Millionen zahlenden Handy-Nutzern.

Mobiltelefone hatten 1993 in der Regel noch über 1000 DM (500 Euro) gekostet. Zur CeBIT 1994 fielen die Handypreise erstmals unter 500 DM, und manche «Billig-Handys» waren manchmal sogar schon für 300 DM zu haben. Und schon damals warnten Verbraucherverbände davor, dass manches vermeintliche Schnäppchen eher ein «Kopfjäger-Trick» der so genanten Service-Provider sei. «Der Kunde kauft nicht nur das Handy, sondern verpflichtet sich auch auf dessen Netzkarte», lautete der Hinweis der Verbraucherschützer, der im Prinzip auch noch heute gültig ist.

Auf der CeBIT 1994 wurde der erste SMS-Service vorgestellt
Auf der CeBIT 1994 wurde der erste SMS-Service vorgestellt
Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit startete auf der CeBIT ’94 ein Dienst, der bei DeTeMobil «D1-Alpha» hieß. Der «Short Message Service» bescherte in den kommenden Jahren der Branche nicht nur unverhoffte Milliarden-Umsätze, sondern änderte die Art und Weise, wie insbesondere Jugendliche untereinander kommunizieren.

Selbst die Fachzeitschrift «ct» tat sich 1994 ein wenig schwer, ihren Lesern zu erklären, wie eine Kurznachricht auf dem Handy funktioniert: «Über den Short Message Service (SMS) lassen sich in Zukunft im D1- und D2- Netz Nachrichten bis zu einer Länge von 160 Zeichen absetzen. Als Endgerät ist dazu kein Notebook erforderlich, da die Nachrichten direkt im Display des Mobiltelefons erscheinen.» Was damals Ingenieure ins Staunen versetzte, weiß heute fast jedes Kind.

Apple Newton
Apple Newton
Bei den Computerausstellern auf der CeBIT ’94 nutzte Apple die Ruhe vor dem Sturm aus und räumte mit seinen neuen PowerPC-Rechnern etliche Preise als bestes CeBIT-Produkt ab. Die Firma mit dem Apfel-Logo hielt damals – anderthalb Jahre vor der Einführung von Windows 95 – noch weltweit einen Marktanteil von knapp zehn Prozent (heute bei rund zwei Prozent). Während bei Apple der Umstieg von den 680×0- Chips auf die PowerPC-Plattform dauerhaft gelang, erwies sich das andere Messe-Highlight von Apple, der Taschencomputer Newton, im Rückblick als einer der größten Flops in der Firmengeschichte.

Die CeBIT 1994 ging mit einem Rekord von 675000 Besuchern zu Ende. Die Informations- und Kommunikationstechnologie spüre als derzeit noch «langsam fliegender Konjunkturvogel wieder Wind unter den Flügeln», zog das Vorstandsmitglied der Deutschen Messe AG, Hubert-H. Lange damals Bilanz. Von der Besucherzahl von damals können die Messemacher in Hannover heute nur träumen. Aber vielleicht spürt die Branche in 2004 wie vor zehn Jahren langsam wieder einen Aufwind.

Von Christoph Dernbach, dpa

dpa cd yyon rg/uw