Steve Jobs

Steve Jobs erzählt “The Crazy Ones”

Eric Schmidt über Steve Jobs und den Unterschied zwischen Apple und Microsoft

Der CEO von Salesforce.com Marc Benioff plaudert zur Eröffnung der Hausmesse Dreamforce 2011 mit Google-Chairman Eric Schmidt. Das komplette Gespräch umfasst eine Stunde und steht hier.

Adobe-Chef Shantanu Narayen zum Flash-Streit mit Apple

Adobe-Chef Shantanu Narayen wurde auf der D9-Konferenz von Walt Mossberg zum Streit mit Apple um den (Nicht-)Einsatz von Flash auf den iOS-Geräten von Apple befragt. Narayen betonte, es gehe dabei nicht um die Technologie, sondern um die Kontrolle des Geschäftsmodells. Apple lasse Flash lediglich nicht im Browser zu. Man könne aber mit Flash Anwendungen schreiben, die in einem AIR-Mantel eingepackt über den iTunes-App-Store verbreitet werden können.

Narayen sagte, Flash werde in diesem Jahr bereits auf 130 Millionen Phones ausgeliefert – fand aber keine Antwort auf die Bemerkung von Walt Mossberg, auf keinem einzigen Android-Smartphone sei Flash überzeugend. Als Narayen dann auf die Fortschritte verwies, die man auf dem PlayBook von RIM mit Flash erzielt habe, sagte Mossberg, das PlayBook laufe aber nicht mit Android und habe dafür andere Schwächen. Hier ein Ausschnitt des Interviews im Video:

Steve Jobs hat auch mal klein angefangen

Er gilt als der “Demo-König” der IT-Industrie und souveränster Präsentator der gesamten Branche. Doch Apple-Chef Steve Jobs hat aber auch mal ganz nervös angefangen, wie dieses Video beweist. Jobs war damals 23 Jahre alt und hatte zwei Jahre zuvor mit Steve Wozniak und Ronald Wayne Apple gegründet.

(Danke Andrej für den Hinweis auf Crunchgear)

Steve Jobs kämpft gegen den Compact Disc Man

Steve Jobs kämpft

In der Trickfilm-Serie “Robot Chicken” von Seth Green wird CD-Skeptiker Steve Jobs von zwei Figuren angegriffen: Compact Disc Man und Zune Man. Seht selbst, wie der Kampf ausgegangen ist.

via TUAW

Der Schlagabtausch um Android

Steve Jobs

Steve Jobs auf der WWDC 2010

Die Attacke kam unerwartet. Seit über zwei Jahren hatte Apple-Chef Steve Jobs sich nicht mehr bei einer Telefon-Konferenz zu den Quartalsergebnissen des Unternehmens, dem Earnings-Call, zu Wort gemeldet. Und um die Geschäftszahlen des vierten Quartals der Apple Inc. ging es dem CEO auch nur am Rande. Jobs nutzte die Gelegenheit, um fünf Minuten lang über das Smartphone-Betriebssystem Android abzulästern.

Apple habe mit dem iPhone den Konkurrenten RIM (Blackberry) überholt, sagte Jobs selbstbewusst und stellte dann die Zahlenangaben von Google-Chef Eric Schmidt zum Absatz der Android-Smartphones in Frage.

Well, what about Google? Last week, Eric Schmidt reiterated that they are activating 200,000 Android devices per day. And have around 90,000 apps in their App Store. For comparison, Apple has activated around 275,000 iOS devices per day on average for the past 30 days with a peak of almost 300,000 iOS devices per day on a few of those days. And Apple has 300,000 apps on its App Store.

Unfortunately, there is no solid data on how many Android phones are shipped each quarter. We hope that manufacturers will soon start reporting the number of Android handsets they ship each quarter. But today that just isn’t the case. Gartner reported that around 10 million Android phones were shipped in the June quarter and we await to see if iPhone or Android was the winner in this most recent quarter.

Die durch Google vorgenommene Charakterisierung von Android als “open” und iOS als “closed” sei “unaufrichtig”. Android werde von den Geräteherstellern wie HTC oder Motorola mit “proprietären Oberflächen” versehen. Das widerspreche dem Ansatz von “open”, wie ihn beispielsweise Microsoft bei den PCs gewählt habe. Die Entwickler von Windows-Programmen könnten sich schließlich darauf verlassen, dass Windows überall gleich aussehe.

Die Antwort von Google ließ nicht lange auf sich warten. Android-Manager Andy Rubin entgegnete auf Twitter:

Tweet von Andy Rubin

Die für Non-Geeks und Nicht-Programmierer unverständliche Entgegnung zeigt im Kern worum es in der Auseinandersetzung zwischen Apple und Google geht. Google-Mann Rubin will mit seinem Tweet beweisen, wie offen Android wirklich ist, weil sich jeder den Quellcode des Betriebssystem von einer offen zugänglichen Quelle ganz legal herunterladen kann, um sich seine eigene Android-Version zu kompilieren.

Ungewollt bestätigt aber Rubin mit seiner Einlassung eine These von Jobs, nämlich dass Android zumindest für die Anwender viel zu kompliziert sei. In seinem “Rant” gegen Android hatte Jobs in diesem Kontext kritisiert, wie sehr die Android-Szene fragmentiert ist. Dabei verwies Jobs auf Zahlen von TweetDeck, die beim Beta-Test der aktuellen Version von TweetDeck for Android erhoben wurden. Man habe es mit mehr als 100 verschiedenen Versionen der Android-Software auf 244 unterschiedlichen Handsets zu tun gehabt. (Die Zahlen kann man in diesem Blog-Post von TweetDeck nachlesen).

Android Ecosystem - Geräte

Android Ecosystem - Geräte

Android Ecosystem - OS-Versionen

Android Ecosystem - OS-Versionen

Die Macher von TweetDeck wollen sich wiederum nicht als Kronzeugen von Jobs in den Zeugenstand rufen lassen. Per Twitter meldete sich TweetDeck CEO Iain Dodsworth zu Wort:

Die Kritik von Jobs bezieht sich aber nicht nur auf die Vielfalt der Android-Versionen und -Geräte. Auch die unübersichtliche Vielfalt der Software-Läden für Android-Programme stelle sowohl für die Entwickler als auch für die Anwender ein Problem dar. Es gebe Beispiele dafür, dass offene Systeme “nicht immer gewinnen”, sagte Jobs und erinnerte an die das gescheiterte PlaysForSure-Konzept von Microsoft. Die offene Vielfalt von PlaysForSure sei letztlich durch eine Kopie des iPhone-Konzeptes in Form des Zune-Players abgelöst worden.

Die Debatte um Open vs. Closed sei eine “Nebelkerze”, so Jobs und umschrieb die Unterschiede zwischen Android und iOS als fragmentiert gegen ganzheitlich (“integrated”).

Der komplette Wortlauf des Earning-Calls kann hier nachgelesen werden.

Apple: Wenn Du eine Religion kritisieren möchtest, schreibe ein Buch

Wenn man in der Vergangenheit von Apple wissen wollte, warum eine iOS-App nicht in den iTunes App Store aufgenommen wurde, zeigten sich die Verantwortlichen in der Vergangenheit einsilbig.

Die mit Abstand meisten Apps, die wir zurückweisen

  • tun nicht das, was sie vorgeben zu tun
  • nutzen private Programmier-Schnittstellen (APIs)
  • oder stürzen ab

sagte Apple-Chef Steve Jobs auf der Entwickler-Konferenz WWDC im Juni 2010. Und sein Team wiederholte diese Aussage wie ein Mantra.

3 Gründe, warum eine App zurückgewiesen wird

3 Gründe, warum eine App zurückgewiesen wird

Vielleicht hat man auch in Cupertino inzwischen mitbekommen, dass sich unter den iOS-Entwicklern zunehmend Unmut aufgestaut hat. Zum einen mussten sie seit der letzten umfassenden Änderung der AGBs im vergangenen April auf Cross-Plattform-Entwicklungsumgebungen wie das Adobe Flash SDK oder .NET von Microsoft verzichten. Und selbst wenn sie sich bei der App-Entwicklung an die (technischen) Spielregeln gehalten hatte, konnten sie nicht immer sicher sein, dass ihre Anwendung dann auch letztlich im iTunes Store auftauchen wird.

Vor diesem Hintergrund kann man die Veröffentlichung der neuen App Review Guidelines bahnbrechend nennen. Apple zwingt die Entwickler nun nicht mehr dazu, allein das iOS-SDK von Apple zu verwenden, das nur auf einem Mac läuft. “Dies sollte den Entwicklern die gewünschte Flexibilität, die Sie wünschen”, erklärte Apple. Und es hält dem iPhone-Hersteller mit Sicherheit die Kartellbehörden vom Hals, die schon damit begonnen hatten, sich das Kleingedruckte der Apple-Guidelines anzuschauen. Die Aktie von Adobe machte am Donnerstag einen Sprung von acht Prozent, weil nun manche Investoren eine goldene Zukunft für das Flash-SDK sehen.

Mit den neuen Guidelines von Apple erhalten die Entwickler nun auch endlich einen umfassenden Einblick in das Zulassungssystem von iTunes. Hier kann man nun u.a. lesen:

  • Wir sehen einen Unterschied zwischen Apps und Büchern oder Songs, die wir nicht bewerten. Wenn Du eine Religion kritisieren möchtest, schreibe ein Buch
  • Wir haben über 25.000 Anwendungen im Apps Store. Wir brauen keine weiteren Furz-Apps. Wenn Deine App nicht etwas Nützliches macht oder irgendeine Form nachhaltiger Unterhaltung (“lasting entertainment”) bietet, wird sie vielleicht nicht akzeptiert.
  • Wenn Deine App so aussiehts, als hättest Du sie in ein paar Stunden zusammengeschustert (“cobbled together”) oder wenn Du Deine erste Übungs-App im Store unterbringen möchtest, um Deine Freunde zu beeindrucken, bereite Dich bitte auf eine Absage vor. Wir haben jede Menge ernsthafte Entwickler, die ihre Qualitäts-Apps nicht von Amateur-Stücken umgeben wissen wollen.
  • Wir werden Apps zurückweisen, wenn der Inhalt oder das Verhalten der App eine Linie überschreitet. “Welche Linie”, fragst Du? Nun, wie ein Richter am Supreme Court einmal gesagt hat: “Ich werde das wissen, wenn ich sie sehe.” Und wir glauben, Du weißt auch, wenn Du diese Linie überschreitest.
  • Wenn Deine App zurückgewiesen wird, dann kannst Du Dich an ein Review Board wenden. Wenn Du zur Presse läufst und uns beschimpfst (“trash us”), wird Dir das nicht helfen.

Danach folgt eine detaillierte Auflistung der möglichen Fallstricke aus den Bereichen Funktionalität, Metadaten (Beschreibung der App im Store), Ortsinformationen, Push-Mitteilungen, Game-Center, iAds, Warenzeichen, Multimedia-Inhalte, User-Interface, Kaufvorgang sowie Inhalte-Scraping und Aggregation. Außerdem darf die App natürlich nicht das Gerät beschädigen.

Beim Umgang mit Satire und “persönlichen Attacken” ist Apple weiterhin ziemlich restriktiv, lockert aber für “professionelle politische Satiriker und Komiker” die Bestimmungen, nachdem zuvor die Ablehnung einer App des Pulitzer Preis-Gewinners Mark Fiore für große Negativ-Schlagzeilen gesorgt hatte. Apple möchte auch keine Gewalt-Apps oder Anwendungen mit “zweifelhaftem Inhalt”, genauer gesagt “übermäßig anstößige oder rohe Inhalte” bzw. “Apps, die hauptsächlich dazu bestimmt sind, zu stören oder bei den Usern Nutzer hervorzurufen”. Porno-Apps werden ebenfalls verbannt. Apple bezieht sich dabei auf die Definition des Begriffs “Pornografie” im Webster’s Dictionary. Weiterhin möchten die Verantwortlichen in Cupertino keine Hass-Anwendungen, die gegen Religionen, Kulturen oder Rassen hetzen.

Bei Gawker werden die neuen Richtlinien polemisch als die neuen “Zehn Gebote des Steve Jobs” zusammengefasst. Wired freut sich darüber, dass der Text etliche Fragen beantworte, ist aber auch der Meinung, dass die Guidelines noch einige Fragen offen lassen. macht Euch Eurer eigenes Bild. Hier kann man die kompletten Guidelines herunterladen:

Apple App Store Review Guidelines

Wie die Blogger bei der iPhone-Demo von Steve Jobs dazwischengefunkt haben

In diesem Blog geht es in diesen Wochen etwas ruhiger zu, weil ich mitten in den Vorbereitungen des Umzugs nach Berlin stehe. Die dpa-Redaktionen aus Frankfurt, Hamburg und Berlin (Reinhardtstraße) ziehen bekanntlich Anfang Juli in den neuen riesigen Berliner dpa-Newsroom in der Markgrafenstraße. Und auch ich werde mit meiner Familie der schönen Hansestadt Hamburg den Rücken kehren und nach Berlin-Charlottenburg umsiedeln.

Das Moscone Center in San Francisco

Das Moscone Center in San Francisco

Bevor es so richtig an das Kartonpacken geht, habe ich mich aber noch einmal mitten ins Getümmel gestürzt und die World Wide Developer Conference (WWDC) von Apple in San Francisco gecovert. Durch den skurillen Vorfall in einer deutschen Bierkneipe unweit der Apple-Zentrale in Cupertino, war ja im Vorfeld bekannt, dass Apple auf der WWDC ein neues iPhone ankündigen wird. Die Geschichte von dem unglücklichen Apple-Programmierer, der in der Bar den Prototypen des neuen iPhone 4 verloren hatte, kennt hier in Kalifornien inzwischen jedes Kind. Zum Ärger von Steve Jobs kaufte das Technik-Blog Gizmodo den Prototypen an, zerlegte ihn in sämtliche Einzelteile und erntete weltweit Aufmerksamkeit – bis die Apple-Rechtsabteilung und die kalifornischen Strafverfolgungsbehörden der Geschichte ein Ende bereiteten.

Zur Keynote auf der WWDC 2010 hatte Steve Jobs erneut seine Probleme mit den Bloggern. Diesmal ging es nicht um Geheimnisverrat oder andere Vorwürfe, sondern um ein physikalisches Phänomen, das den Ablauf der Demos in der Jobs-Keynote empfindlich störte. Das Frequenzspektrum für WLAN-Verbindungen verträgt nächlich nicht allzuviele Hotspots.

UMTS-WLAN Router E5 E5830 von Huawei

UMTS-WLAN Router E5 E5830 von Huawei

Da man als Journalist oder Blogger bei einer Keynote einer Apple-Veranstaltung nie sicher sein kann, ob es am Veranstaltungsort ein funktionierendes WLAN gibt, bauen die Kollegen aus den USA vor und bringen ihre eigenen Netzverbindungen mit. In den vergangenen Jahren handelte es sich dabei in der Regel um UMTS-Steckkarten oder Mobilfunk-Sticks, mit denen man über die Netze von Verizon, AT&T, Sprint oder T-Mobile online gehen kann.

In den vergangenen Monaten wurde hier in Kalifornien eine neue Gerätekategorie äußerst populär, nämlich die eigene portable WLAN-Station, die wiederum mit einem Mobilfunknetz verbunden ist. Der Vorteil einer solchen Lösung: Man kann mehrere Geräte gleichzeitig über einen Vertrag online gehen lassen, in dem man beispielsweise Laptop, Smartphone, Kamera oder einen Tablet-PC per WLAN mit der Station verbindet. So wirbt beispielsweise Verizon für den “Intelligent Hotspot MiFi 2000″ mit diesem Versprechen:

The Intelligent Mobile Hotspot is your portable, wireless Wi-Fi hotspot. From wherever you are in the coverage area, it detects the Verizon Wireless network and allows you to access a reliable broadband connection.

In Deutschland kann man ein MiFi per Amazon bestellen – oder auch ähnliche Geräte wie den UMTS-WLAN Router E5 E5830 von Huawei.

Zur WWDC-Keynote von Steve Jobs hatten viele Zuhörer auf diese Weise ihre Verbindung hergestellt – genauer gesagt, sehr viele. Nach Angaben von Apple waren in dem Saal im Moscone Center 570 WLAN-Stationen als Hotspot aktiv. Und da für WLAN-Verbindungen nur zwei ziemlich eng begrenzte lizenzfreie Frequenzblöcke zu Verfügung stehen, war dann irgendwann Schluss. Der Leidtragende war Steve Jobs auf der Bühne, der eigentlich online vorführen wollte, wie toll das neue Rentina-Display mit seiner um den Faktor 4 erhöhten Pixelzahl aussieht.

Steve Jobs auf der WWDC 2010

Nach der Demo wieder entspannt: Steve Jobs auf der WWDC 2010

Damit Steve Jobs zum Schluss der Keynote sein “One more thing”, nämlich die Videochat-Funktion “FaceTime”, überhaupt noch präsentieren konnte, musste der Apple-Chef mit beschwörenden Worten die Zuschauer bitten, ihre MiFi-Stationen auszuschalten, damit im überlasteten Frequenzspektrum wieder ein wenig Platz für die Übertragung der Videodaten zwischen zwei iPhone 4 frei wurde. Was ihm dann auch gelang.

Strom- und CAT7-Kabel

Strom- und CAT7-Kabel

Damit schließt sich wieder der Bogen bis nach Berlin. In dem Haus, in das ich in drei Wochen einziehen werde, funken zwar nicht 570 WLAN-Stationen wie im Moscone Center in San Francisco. Aber nach meinen bisherigen Erfahrungen sind so zwischen zwölf und 15 Hotspots online, was die Kanalauswahl für eine möglichst ungestörte und breitbandige WLAN-Verbindung auch nicht gerade einfach macht. Ich habe deshalb die ohnehin fällige Sanierung der Stromleitungen in der Altbauwohnung ausgenutzt, um parallel auch schön abgeschirmtes CAT7-Kabel verlegen zu lassen. Im Zusammenspiel mit einer neuen Fritzbox 7390 entsteht dann ein Heimnetzwerk, in dem der Haupttraffic über Kabel läuft. Für Geräte wie das iPad werde ich aber dann auch die WLAN-Komponente der Fritzbox aktivieren.

Das Video zum Patentstreit zwischen Apple und HTC: "And, boy, have we patented it …"

Worum geht es im Kern im Patentstreit zwischen Apple und HTC bzw. Apple und Google?

Wichtigstes Detail dürfte die Multitouch-Technologie des iPhone sein, die Apple-Chef Steve Jobs im Januar 2007 bei der Premiere des iPhone auf der MacWorld Expo 2007 in San Francisco vorgestellt hat:

Schon damals betonte Jobs überdeutlich, wie wichtig für Apple der Patenschutz des iPhone ist:

“And, boy, have we patented it.” Details zu diesem Patent stehen hier.

Eine viel ältere Äußerung von Steve Jobs zum Thema Urheberrecht und Inspiration erfreut sich in diesem Zusammenhang plötzlich auch großer Popularität: In dem Interview aus dem PBS-Film “Triumph of the Nerds” mit Steve Jobs geht es um die Entwicklung der grafischen Benutzeroberfläche für den Computer und den Besuch einer Apple-Delegation im legendären Forschungszentrum Xerox PARC. Während die Xerox-Bosse im fernen New York die Entwicklungen in ihrem kalifornischen Labor ignorierten, saugten Jobs und seine Leute alle Ideen begierig auf. Wer sich für Details interessiert, kann die komplette Geschichte hier nachlesen.

Ultimately it comes down to taste. It comes down to trying to expose yourself to the best things that humans have done and then try to bring those things in to what you’re doing. I mean Picasso had a saying he said good artists copy great artists steal. And we have always been shameless about stealing great ideas ehm and I think part of what made the Macintosh great was that the people working on it were musicians and poets and artists and zoologists and historians who also happened to be the best computer scientists in the world.

Meine Analyse zum Apple-Klage gegen HTC kann man u.a. hier lesen:
Patentstreit mit Handyhersteller – Apple-Klage zielt auf Google – Computer – sueddeutsche.de

Leitet das iPad ein neues Computer-Zeitalter ein?

Die Spekulationen um den Tablet-Computer von Apple, die viele Wochen lang die Blogs und Technologie-Sites in aller Welt beschäftigt haben, sind nun Geschichte. Steve Jobs hat das “iPad” vorgestellt, mit dem Apple eine Lücke zwischen Handy und Laptop schließen will. Im Vergleich zu der lahmen Einführung der Slate-PCs durch Microsoft-Chef Steve Ballmer auf der CES kam Jobs enthusiatischer und überzeugter daher: “Mit Apples fortschrittlichster Technologie haben wir ein magisches und revolutionäres Gerät entwickelt, das wir zu einem unglaublichen Preis anbieten können.”, sagte Jobs den Zuschauern im Yerba Buena Center for the Arts in San Francisco.

Das Apple iPad

Das Apple iPad

Beim Bestseller-Autor Nicolas Carr, der in seinen Büchern den technologischen Wandel hin zur “Internet-Cloud” beschreibt, fiel Jobs Botschaft auf fruchtbaren Boden. “Hello iPad, Goodbye PC”, heiß der Titel seines Aufsatzes, der in The New Republic und auch der FAZ erschien.

Die Ära des Personalcomputers ist zu Ende gegangen, als Steve Jobs gestern in San Francisco die Bühne erklomm, um das iPad vorzustellen, Apples Version eines Tablet-Computers. Was den Moment zu einem epochalen machte war nicht so sehr der Apparat an sich – ein überdimensionierter iPod Touch, ausgerüstet mit einer E-Reader-Applikation und ein paar anderen neuen Besonderheiten -, sondern der Wirbelsturm, der seine Ankunft begleitete.

Mit dem neuen Gerät von Apple werde ein fundamentaler Wandel der Computernutzung einsetzen. Weil das Internet die traditionellen Produkte der Medien aufgesogen hat – Musik, Fernsehshows, Filme, Spiele, die gedruckte Welt -, haben wir begonnen, unsere Computer als multifunktionale Mediaplayer zu sehen.

Als radikales Gegenprogramm zu Carr melden sich nun (wie von David Pogue richtig vorhegesagt) unzählige Blogger und Tech-Journalisten zu Wort, die an dem iPad herumkritteln und lange Listen von fehlenden Features veröffentlichen.

  • kein Mulitasking
  • keine Unterstützung für Adobe Flash
  • Batterie nicht durch den Anwender austauschbar
  • keine Video-Kameras
  • kein OLED-Bildschirm
  • kein HDMI-Ausgang
  • kein USB-Port
  • kein Slot für Speicherkarten
  • Anschluss an Monitor nur über Adapter
  • verwendet keine normalen SIM-Karten, sondern nur Micro-SIM

Irgendwie klingen diese Artikel alle wie der Beitrag von Ian Fried von CNet nach der Präsentation des ersten iPods durch Steve Jobsim Oktober 2001. Fried zitierte damals Analysten wie Stephen Baker von NPD Intelect, der bezweifelte, dass Apple mit dem iPod eine Nische in dem Markt erobern könne.

Stephen Baker, an analyst at NPD Intelect, said that the iPod will likely stand out for its large storage capacity but predicted that the device may have trouble digging out a niche in the market.

Die Kritik am ersten iPod machte sich damals vor allem an dem hohen Preis von 399 Dollar fest sowie der Tatsache, dass der iPod damals nur mit dem Mac bestückt werden konnte. Nach einem langsamen Start hob der iPod aber ab. Inzwischen hat Apple 250 Millionen iPods verkauft und den gesamten gigantischen Markt der portablen Musikplayer fest im Griff.

An eine ähnliche Situation bei der Premiere des iPhone erinnert Stephen Fry, der nicht im Verdacht steht, ein Apple-Fanboy zu sein.

In June 2007 when the iPhone was launched I collected a long list of “not impressed”, “meh”, “big deal”, “style over substance”, “it’s all hype”, “my HTC TyTN can do more”, “what a disappointment”, “majorly underwhelmed” and similar reactions. They can hug to themselves the excuse that the first release of iPhone was 2G, closed to developers and without GPS, and that cut-and-paste and many other features that have since been incorporated. Neither they, nor I, nor anyone, predicted the game-changing effect the phone would so rapidly have as it evolved into a 3G, third-party app rich, compass- and GPS-enabled market leader.

Auch die bekannte Cruftbox argumentiert in diese Richtung und erinnert daran, dass Apple trotz der Kritik an den Mängeln der ersten iPhone-Generation einen glänzenden Absatzerfolg landen konnte:

No 3G network? No MMS? No apps on the iPhone? No replaceable battery? Oh, your complaints were endless. You were sure that the iPhone was doomed because it didn’t meet all your requirements.
And what happened? Well, Apple has sold 40 million iPhones. FORTY MILLION. They have become the largest mobile device company in the world.

Oh Internets, I know you won’t believe till you hold one in your hands. You’ll bang on about features, data plans, DRM, open source, and a multitude of issues. You’ll storm the message boards, wring your hands, and promise you won’t buy one till ‘Gen 2’. The din will grow and grow as time passes.
And then one day, in a few months, you will actually hold one and use it. And you will say, “I want one. Iwant one right now.”

Für einen Erfolg des iPad sprechen meiner Ansicht nach vor allem zwei Dinge: Die Vielzahl der bereits vorhandenen Anwendungen und der Preis. So werden zum Verkaufsstart des Tablet-Computers im März rund 140 000 Programme aus dem iTunes App Store zur Verfügung stehen, die ursprünglich für das iPhone und den iPod Touch geschrieben wurden. Für die Entwickler dieser «Apps» ist es außerdem eine Kleinigkeit, ihre Software auf den größeren Zehn-Zoll-Bildschirm des iPad zu optimieren. Jeder iPhone-Entwickler wird in diesen Tagen fieberhaft daran arbeiten, seine Anwendung für das iPad anzupassen. Und der frühe Vogel fängt den Wurm. Wer sich mit seiner iPad-App beeilt, hat auch gute Chancen, von den iPad-Besitzern wahrgenommen zu werden.

Martin Nisenholtz und seine Kollegen von der The New York Times zeigen ihr iPad-Anwendung beim Launch des Tablet-Computers von Apple

Ich bin mir auch sehr sicher, dass das iPad ein Statussymbol bei all denjenigen werden wird, die beruflich Präsenationen vorführen müssen. Durch die geniale Erweiterung der iWorks-Suite auf das iPad (für nur 9,95 Dollar pro Anwendung) sind alle Voraussetzungen dafür gegeben. Steve Ballmer sollte sich übrigens die Minuten der Video-Aufzeichnung der Keynote mit der Präsentation der iPad-Version von iWorks durch Phil Schiller genau anschauen, denn Apple zeigt hier sehr genau, wie wichtig eine komplette Überarbeitung der grafischen Benutzeroberfläche für einen Tafel-Computer ist. Die Präsentation der Slate-PC durch Ballmer auf der CES war unter anderem deswegen ein Deseaster, weil Ballmer auf dem Display mit seinen Fingern die winizigen  Bedienelemente der Windows-7-Version nur schlecht treffen konnte. Wenn die Slate-PCs ein Erfolg werden sollen, muss Microsoft von der GUI des Windows-Desktops deutlicher als bislang vorgesehen Abstand nehmen.

Wie sieht es mit dem Preis aus? 499 Dollar für die einfachste iPad-Variante klingt erstmal nicht schlecht. Vermutlich wird hierzulande die Ziffer für den Nettopreis in Dollar (ohne Mehrwertsteuer) mehr oder weniger 1:1 in den Bruttopreis in Euro umgesetzt werden, vielleicht werden es auch nur 449 Euro. Wer das iPad unterwegs intensiv nutzen möchte, wird um eine UMTS-Variante nicht herumkommen, für die Apple in den USA jeweils einen Aufschlag von 130 Dollar verlangt. Daher wird der Durchschnittspreis eines iPad vermutlich dichter am Niveau des Spitzenmodells (64 Gigabyte Hauptspeicher und UMTS-Modem) von 829 Dollar liegen als bei 499. In Zeiten wie diesen, haben viele Technophile diese Summe nicht unbedingt in der Schublade liegen. Die jüngsten Quartalszahlen von Apple haben aber auch gezeigt, dass auch in der Finanzkrise die Anziehungskraft einer guten Marke nicht nachlässt.

Für die Apple-Konkurrenten dürfte der vergleichsweise niedrige Einstiegspreis des iPad ein Problem bedeuten. Kaufen sich jetzt noch Studenten einen Kindle DX für 489 Dollar von Amazon? Ich glaube nicht. Und Mädels von Sony am Terminal 5 in London, die den Fluggästen den Kauf eines Sony Readers im benachbarten Store schmackhaft machen wollen, dürften künftig auch keinen leichten Job mehr haben.

Steve Jobs macht das Netbook madig und präsentiert das iPad

Dennoch wird der Erfolg des iPad für Apple kein Selbstgänger – und es ist auch noch viel zu früh, das Ende der PC-Ära auszurufen. Einige Punkte der Mängelliste der iPad-Kritiker sind tatsächlich relevant. Ich vermisse die fehlende Videokamera mehr als die nicht vorhandene Unterstützung für die Flash-Technologie von Adobe. Ein genaues Urteil über die Relevanz der Kritikpunkte werde ich aber erst fällen, wenn ich die Gelegenheit hatte, das iPad einem echten Praxistest zu unterziehen.

Steve Jobs fasst seine Präsentation des iPad zusammen