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Leitet das iPad ein neues Computer-Zeitalter ein?

Die Spekulationen um den Tablet-Computer von Apple, die viele Wochen lang die Blogs und Technologie-Sites in aller Welt beschäftigt haben, sind nun Geschichte. Steve Jobs hat das “iPad” vorgestellt, mit dem Apple eine Lücke zwischen Handy und Laptop schließen will. Im Vergleich zu der lahmen Einführung der Slate-PCs durch Microsoft-Chef Steve Ballmer auf der CES kam Jobs enthusiatischer und überzeugter daher: “Mit Apples fortschrittlichster Technologie haben wir ein magisches und revolutionäres Gerät entwickelt, das wir zu einem unglaublichen Preis anbieten können.”, sagte Jobs den Zuschauern im Yerba Buena Center for the Arts in San Francisco.

Das Apple iPad

Das Apple iPad

Beim Bestseller-Autor Nicolas Carr, der in seinen Büchern den technologischen Wandel hin zur “Internet-Cloud” beschreibt, fiel Jobs Botschaft auf fruchtbaren Boden. “Hello iPad, Goodbye PC”, heiß der Titel seines Aufsatzes, der in The New Republic und auch der FAZ erschien.

Die Ära des Personalcomputers ist zu Ende gegangen, als Steve Jobs gestern in San Francisco die Bühne erklomm, um das iPad vorzustellen, Apples Version eines Tablet-Computers. Was den Moment zu einem epochalen machte war nicht so sehr der Apparat an sich – ein überdimensionierter iPod Touch, ausgerüstet mit einer E-Reader-Applikation und ein paar anderen neuen Besonderheiten -, sondern der Wirbelsturm, der seine Ankunft begleitete.

Mit dem neuen Gerät von Apple werde ein fundamentaler Wandel der Computernutzung einsetzen. Weil das Internet die traditionellen Produkte der Medien aufgesogen hat – Musik, Fernsehshows, Filme, Spiele, die gedruckte Welt -, haben wir begonnen, unsere Computer als multifunktionale Mediaplayer zu sehen.

Als radikales Gegenprogramm zu Carr melden sich nun (wie von David Pogue richtig vorhegesagt) unzählige Blogger und Tech-Journalisten zu Wort, die an dem iPad herumkritteln und lange Listen von fehlenden Features veröffentlichen.

  • kein Mulitasking
  • keine Unterstützung für Adobe Flash
  • Batterie nicht durch den Anwender austauschbar
  • keine Video-Kameras
  • kein OLED-Bildschirm
  • kein HDMI-Ausgang
  • kein USB-Port
  • kein Slot für Speicherkarten
  • Anschluss an Monitor nur über Adapter
  • verwendet keine normalen SIM-Karten, sondern nur Micro-SIM

Irgendwie klingen diese Artikel alle wie der Beitrag von Ian Fried von CNet nach der Präsentation des ersten iPods durch Steve Jobsim Oktober 2001. Fried zitierte damals Analysten wie Stephen Baker von NPD Intelect, der bezweifelte, dass Apple mit dem iPod eine Nische in dem Markt erobern könne.

Stephen Baker, an analyst at NPD Intelect, said that the iPod will likely stand out for its large storage capacity but predicted that the device may have trouble digging out a niche in the market.

Die Kritik am ersten iPod machte sich damals vor allem an dem hohen Preis von 399 Dollar fest sowie der Tatsache, dass der iPod damals nur mit dem Mac bestückt werden konnte. Nach einem langsamen Start hob der iPod aber ab. Inzwischen hat Apple 250 Millionen iPods verkauft und den gesamten gigantischen Markt der portablen Musikplayer fest im Griff.

An eine ähnliche Situation bei der Premiere des iPhone erinnert Stephen Fry, der nicht im Verdacht steht, ein Apple-Fanboy zu sein.

In June 2007 when the iPhone was launched I collected a long list of “not impressed”, “meh”, “big deal”, “style over substance”, “it’s all hype”, “my HTC TyTN can do more”, “what a disappointment”, “majorly underwhelmed” and similar reactions. They can hug to themselves the excuse that the first release of iPhone was 2G, closed to developers and without GPS, and that cut-and-paste and many other features that have since been incorporated. Neither they, nor I, nor anyone, predicted the game-changing effect the phone would so rapidly have as it evolved into a 3G, third-party app rich, compass- and GPS-enabled market leader.

Auch die bekannte Cruftbox argumentiert in diese Richtung und erinnert daran, dass Apple trotz der Kritik an den Mängeln der ersten iPhone-Generation einen glänzenden Absatzerfolg landen konnte:

No 3G network? No MMS? No apps on the iPhone? No replaceable battery? Oh, your complaints were endless. You were sure that the iPhone was doomed because it didn’t meet all your requirements.
And what happened? Well, Apple has sold 40 million iPhones. FORTY MILLION. They have become the largest mobile device company in the world.

Oh Internets, I know you won’t believe till you hold one in your hands. You’ll bang on about features, data plans, DRM, open source, and a multitude of issues. You’ll storm the message boards, wring your hands, and promise you won’t buy one till ‘Gen 2’. The din will grow and grow as time passes.
And then one day, in a few months, you will actually hold one and use it. And you will say, “I want one. Iwant one right now.”

Für einen Erfolg des iPad sprechen meiner Ansicht nach vor allem zwei Dinge: Die Vielzahl der bereits vorhandenen Anwendungen und der Preis. So werden zum Verkaufsstart des Tablet-Computers im März rund 140 000 Programme aus dem iTunes App Store zur Verfügung stehen, die ursprünglich für das iPhone und den iPod Touch geschrieben wurden. Für die Entwickler dieser «Apps» ist es außerdem eine Kleinigkeit, ihre Software auf den größeren Zehn-Zoll-Bildschirm des iPad zu optimieren. Jeder iPhone-Entwickler wird in diesen Tagen fieberhaft daran arbeiten, seine Anwendung für das iPad anzupassen. Und der frühe Vogel fängt den Wurm. Wer sich mit seiner iPad-App beeilt, hat auch gute Chancen, von den iPad-Besitzern wahrgenommen zu werden.

Martin Nisenholtz und seine Kollegen von der The New York Times zeigen ihr iPad-Anwendung beim Launch des Tablet-Computers von Apple

Ich bin mir auch sehr sicher, dass das iPad ein Statussymbol bei all denjenigen werden wird, die beruflich Präsenationen vorführen müssen. Durch die geniale Erweiterung der iWorks-Suite auf das iPad (für nur 9,95 Dollar pro Anwendung) sind alle Voraussetzungen dafür gegeben. Steve Ballmer sollte sich übrigens die Minuten der Video-Aufzeichnung der Keynote mit der Präsentation der iPad-Version von iWorks durch Phil Schiller genau anschauen, denn Apple zeigt hier sehr genau, wie wichtig eine komplette Überarbeitung der grafischen Benutzeroberfläche für einen Tafel-Computer ist. Die Präsentation der Slate-PC durch Ballmer auf der CES war unter anderem deswegen ein Deseaster, weil Ballmer auf dem Display mit seinen Fingern die winizigen  Bedienelemente der Windows-7-Version nur schlecht treffen konnte. Wenn die Slate-PCs ein Erfolg werden sollen, muss Microsoft von der GUI des Windows-Desktops deutlicher als bislang vorgesehen Abstand nehmen.

Wie sieht es mit dem Preis aus? 499 Dollar für die einfachste iPad-Variante klingt erstmal nicht schlecht. Vermutlich wird hierzulande die Ziffer für den Nettopreis in Dollar (ohne Mehrwertsteuer) mehr oder weniger 1:1 in den Bruttopreis in Euro umgesetzt werden, vielleicht werden es auch nur 449 Euro. Wer das iPad unterwegs intensiv nutzen möchte, wird um eine UMTS-Variante nicht herumkommen, für die Apple in den USA jeweils einen Aufschlag von 130 Dollar verlangt. Daher wird der Durchschnittspreis eines iPad vermutlich dichter am Niveau des Spitzenmodells (64 Gigabyte Hauptspeicher und UMTS-Modem) von 829 Dollar liegen als bei 499. In Zeiten wie diesen, haben viele Technophile diese Summe nicht unbedingt in der Schublade liegen. Die jüngsten Quartalszahlen von Apple haben aber auch gezeigt, dass auch in der Finanzkrise die Anziehungskraft einer guten Marke nicht nachlässt.

Für die Apple-Konkurrenten dürfte der vergleichsweise niedrige Einstiegspreis des iPad ein Problem bedeuten. Kaufen sich jetzt noch Studenten einen Kindle DX für 489 Dollar von Amazon? Ich glaube nicht. Und Mädels von Sony am Terminal 5 in London, die den Fluggästen den Kauf eines Sony Readers im benachbarten Store schmackhaft machen wollen, dürften künftig auch keinen leichten Job mehr haben.

Steve Jobs macht das Netbook madig und präsentiert das iPad

Dennoch wird der Erfolg des iPad für Apple kein Selbstgänger – und es ist auch noch viel zu früh, das Ende der PC-Ära auszurufen. Einige Punkte der Mängelliste der iPad-Kritiker sind tatsächlich relevant. Ich vermisse die fehlende Videokamera mehr als die nicht vorhandene Unterstützung für die Flash-Technologie von Adobe. Ein genaues Urteil über die Relevanz der Kritikpunkte werde ich aber erst fällen, wenn ich die Gelegenheit hatte, das iPad einem echten Praxistest zu unterziehen.

Steve Jobs fasst seine Präsentation des iPad zusammen

Was Bill Gates heute über Steve Jobs denkt …

Apple Chef Steve Jobs und Microsoft-Mitbegründer Bill Gates gelten gemeinhin als die Konkurrenten schlechthin. Und tatsächlich haben beide Pioniere des “Personal Computings” in der Vergangenheit manchmal hässliche Dinge übereinander gesagt. Doch zumindest bei Bill Gates scheint mit dem Abstand zum Tagesgeschäft bei Microsoft eine gewisse Gelassenheit eingekehrt zu sein, wie man an diesem aktuellen Statement in einem CNBC-Townhall-Meeting sehen kann:

Die Geheimnisse der Präsentationen von Steve Jobs

  1. Jedes Drama hat einen Helden – und einen Bösewicht

  2. Der Gegenpol muss nicht immer ein Wettbewerber sein. Es kann sich auch um den Zustand der Branche handeln oder eine Problemstellung. Jedes Problem öffnet die Tür für eine Lösung.

    Bei der Vorstellung des ersten Apple Macintosh Ende 1983 hieß der böse Gegenspieler IBM. Später nahm oft Microsoft diese Rolle ein.

    httpv://www.youtube.com/watch?v=lSiQA6KKyJo

  3. Twitter-freundliche, knackige Überschriften

  4. Steve Jobs betont keine technischen Details, sondern beschreibt seine Produkte so, wie er sie in der Presse vorgestellt wissen will. Das MacBook Air wurde von dem Apple-CEO nicht als ein Notebook mit einem 13,2-Zoll-Widescreen-Display angekündigt, sondern als das “dünnste Notebook der Welt”.

    httpv://www.youtube.com/watch?v=x5iPJwZkr6E

  5. Verkaufe Träume, keine Produkte

  6. Bei der Einführung des iPod sprach Steve Jobs nicht von einem neuen MP3-Player, sondern von der “Transformation der Musik”. Er erklärte, warum Apple die Musik liebt und wie man das Leben von Musikliebhabern verändern möchte.

    httpv://www.youtube.com/watch?v=kN0SVBCJqLs

  7. Proben, proben, proben

    Steve Jobs übt wichtige Präsentationen viele, viele Stunden über Wochen hinweg ein und überlässt nichts dem Zufall.

  8. Backup

    Zur guten Vorbereitung einer Präsentation gehört ein Backup. Wenn ein Rechner ausfällt, steht ein zweiter sofort einsatzbereit zur Verfügung: Pannen, wie ich sie zum Beispiel bei Bill Gates auf der der CES 2005 gesehen habe, kommen bei Jobs quasi nicht vor oder werden sofort durch bereitstehende Backup-Systeme aufgefangen.

    Steve Jobs geht nie ohne Sicherheitsnetz in eine wichtige Präsentation

    Steve Jobs geht nie ohne Sicherheitsnetz in eine wichtige Präsentation


    Comic – The Joy of Tech comic – What is really behind a Steve Jobs keynote
  9. Wenig Text

    Viele Folien von Steve Jobs bestehen nur aus wenigen Worten. Wenn Jobs Spiegelstriche bzw. Bullet-Points verwendet, dann auch nur wenige. Die Punkte erscheinen nacheinander, nicht alle auf einmal. In der Regel, versucht Jobs die Bullet-Points zu vermeiden, die für quasi jede PowerPoint-Präsentation typisch sind, und verwendet statt dessen Grafiken:

    Im Vergleich: Steve Jobs …

    Steve Jobs vermeidet häufig den Einsatz von Bullet-Points

    Steve Jobs vermeidet häufig den Einsatz von Bullet-Points

    … und Bill Gates

    Bill Gates ist ein Freund von Bullet-Points

    Bill Gates ist ein Freund von Bullet-Points

  10. Große Schrift, aussagekräftige Screenshots, schöne Bilder

    Die Schrift auf den Folien von Steve Jobs ist im Vergleich zu herkömmlichen Powerpoint-Präsentationen oft extrem groß (60 Punkt). Mit der Kombination von wenigen Worten und großer Schrift kommt eine Präsentation von Jobs häufig auf über 100 Folien, die alle aber perfekt auf den Punkt erscheinen.

    Steve Jobs stellt hier im September 2007 eine neue iPod-Familie vor

    Steve Jobs stellt hier im September 2007 eine neue iPod-Familie vor

  11. Zen

    So ….

    Steve Jobs - Der Zen-Master

    Steve Jobs - Der Zen-Master

    Und nicht so …

    Bill Gates präsentiert

    Bill Gates präsentiert

    Ähnlich sieht auch die aktuelle Präsentation von Steve Ballmer aus

    Ähnlich sieht auch die aktuelle Präsentation von Steve Ballmer aus

Quellen:

How to Change the World: Lessons from Steve’s Keynote

The Presentation Secrets of Steve Jobs – ABC News

Presentation Zen: Gates, Jobs, & the Zen aesthetic

Schneller, besser, billiger: Apple drückt beim WWDC auf die Tube

Kompass, Videoaufnahme, Sprachsteuerung: Das neue iPhone 3G S

Kompass, Videoaufnahme, Sprachsteuerung: Das neue iPhone 3G S

Ein schnelleres iPhone, schnellere Laptops und ein schnelleres Betriebsystem: Apple hat am Montag auf seiner Entwicklerkonferenz WWDC ein hohes Tempo vorgelegt, um die herannahende Konkurrenz wieder auf Abstand zu halten. Das neue iPhone 3G S wird dafür sorgen, dass der neue Palm Pre nicht zu sehr im Revier von Apple wildert. Und die neuen MacBooks sind auch noch preiswerter geworden. Das war in der von Microsoft angezettelten Debatte um die angeblich zu hohen Preise für die Apple-Notebooks das beste Argument, das Apple bringen konnte.

Am Ende der Keynote von Phil Schiller spielte es auch keine Rolle mehr, dass der im vergangenen Jahr schwer erkrankte Apple-Mitbegründer Steve Jobs zum Ende seiner Erholungsphase nicht auf der Bühne in San Francisco erschienen war. “Manche werden ihn vermisst haben”, sagte mir hier in San Francisco Analyst Michael Gartenberg. “Aber Apple hat spätestens heute bewiesen, dass man Jobs für eine große Show nicht unbedingt benötigt.”

Die Details zum neuen iPhone 3G S habe ich bei iphoneworld.de aufgeschrieben.

So sieht der neue Amazon Kindle 2 aus

Am kommenden Montag wird Amazon in New York die zweite Generation seines E-Books Kindle vorstellen. Bei Engadget sind nun Bilder aufgetaucht, die wohl tatsächlich den Kindle 2 zeigen. Das im Vergleich zum ersten Kindle deutlich elegantere Design war ja bereits im vergangenen Oktober durch Erlkönig-Fotos bekannt geworden. Die aktuellen Fotos zeigen nun, wie dünn der neue Kindle ist. Außerdem hat Amazon dem Gerät nun zwei Stereo-Lautsprecher verpasst. Die zweite Generation des Kindle soll 359 US-Dollar kosten und am 24. Februar auf den Markt kommen.

Mit dem Leak bei Engadget sind aber nicht alle Fragen beantwortet. Wird der neue Kindle auch nur im EVDO-Netz von Sprint funken können? Oder gibt es nun auch WiFi? Und was ist mit dem Marktstart in Europa? Auf der vergangenen Buchmesse in Frankfurt waren die Amazon-Leute ja bereits unterwegs, um Inhalte für den Kindle einzusammeln.

Es schöne Kindle-Geschichte hat heute CNET. David Carnoy berichtet, ihm seien Informationen über ein Treffen von Amazon-Boss Jeff Bezos und Apple-Chef Steve Jobs im November 2007 auf dem Flughafen in San Francisco zugetragen worden, bei dem Bezos den Kindle 1 vorgeführt hat. Daraus konstruiert Carnoy ein “komplett fiktives” Gesprächsprotokoll, das der Wirklichkeit aber ziemlich nahe kommen könnte.

Jobs: Where is it?
Bezos: No, “Hi, Jeff, how’s it going?”
Jobs: Hi, Jeff. How’s it going? Now, where is it?
[Bezos pulled the Kindle out of a padded briefcase. He held down the Alt and home buttons to take it out of its screen-saver mode and handed it to Jobs. The Apple CEO held it in his hand, staring at it.]
Jobs: Three years, huh?
Bezos: Yeah. What do you think?
Jobs: I think it sucks.
Bezos (smiling): Why?
Jobs: It just does.
(…)

Official-looking Kindle 2 pictures and pricing leak out – Engadget

Steve Jobs meets the Kindle | Fully Equipped – CNET Reviews

Exclusive: Amazon Kindle 2 official images + price + release date – MobileRead Forums