Schlagwort-Archiv: Web 2.0

So sieht die neue Twitter-Homepage aus

Twitter will sich künftig nicht mehr auf das Verbreiten von 140-Zeichen-Textmeldungen beschränken. In einem umfassenden Relaunch weitet der Kurznachrichtendienst sein Angebot multimedial aus: Twitter-Anwender sollen künftig viel einfacher Bilder und Videos austauschen können, ohne die Twitter-Website verlassen zu müssen.

So sieht dann beispielsweise die Präsentation eines “shared video” aus:

Twitter-Embedded Video

Twitter hat auch die Gelegenheit genutzt, das Design der Homepage etwas aufzuräumen. Die sieht künftig so aus:

TwitterDefaultHomepage

Twitter bietet seinen Usern nun auch die Möglichkeit, mit einem Klick verwandte Inhalte (“related content”) zu einem Tweet aufzurufen. Das können beispielsweise Geo-Informationen sein.

TwitterGeo

Twitter stellt in diesem Video die neuen Funktionen vor:

Das Eigentor von Lutz Heilmann

Über eine halbe Millionen Abrufe für den Wikipedia-Artikel über Lutz Heilmann
Über eine halbe Millionen Abrufe für den Wikipedia-Artikel über Lutz Heilmann

Wikipedia article traffic statistics

Lutz Heilmann stoppt die Sperrung von wikipedia.de

Na, wer da wohl bei Lutz Heilmann, dem grandiosen PR-Experten der Linken, angerufen hat?

Spektakuläre Sperrung: Linken-Politiker stoppt Kampf gegen wikipedia.de – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Netzwelt

Heilmann (Linke) legt Konflikt mit Wikipedia bei • Lübecker Nachrichten

heise online – 16.11.08 – Wikipedia-Sperre: Bundestagsabgeordneter Heilmann kapituliert

Die Erklärung von Lutz Heilmann im Wortlaut:

Keine weiteren juristischen Schritte gegen Wikipedia

Zur Beendigung der juristischen Auseinandersetzung mit dem Wikimedia e.V. erklärt Lutz Heilmann:

Nachdem die falschen, ehrabschneidenden und deshalb mein Persönlichkeitsrecht verletzenden Inhalte weitgehend aus dem entsprechenden Artikel entfernt wurden, habe ich gegenüber dem Wikimedia e.V. erklärt, dass ich keine weiteren juristischen Schritte unternehmen werde und die Weiterleitung auf die Wikipedia-Inhalte unter http://de.wikipedia.org wieder geschaltet werden kann. Wikimedia e.V. kann also ab sofort die Inhalte der freien, nicht kommerziellen Internet-Enzyklopädie Wikipedia wieder über die URL www.wikipedia.de zugänglich machen. Ich bedaure außerordentlich, dass durch die von mir beantragte Einstweilige Verfügung des Landgerichts Lübeck die deutschen Wikipedia-Userinnen und -User in den letzten 24 Stunden keinen direkten Zugriff mehr auf die Wikipedia-Inhalte hatten. Mir ging es dabei keineswegs um Zensur, sondern schlicht um eine wahre Tatsachen-Darstellung. Der juristische Weg hat sich dafür insoweit als problematisch erwiesen, als durch die Struktur von Wikipedia die anderen Userinnen und User in Mitleidenschaft gezogen werden. Das war nicht meine Absicht. Gemeinsam mit Wikimedia e.V. werde ich nach anderen Wegen suchen, um den offenen und freien Charakter von Wikipedia so weiter auszugestalten, dass Persönlichkeitsrechte gewahrt bleiben.

P.S.:

Heilmann hatte bei Wikirage schon James Bond überholt (danke Christiane)

Wikirage - Darüber regt sich die Wikipedia-Community auf
Wikirage - Darüber regt sich die Wikipedia-Community auf

Die Linke und und das Web 2.0

Am Abend dieses 15. November 2008 bleiben für mich einige Erkenntnisse übrig:

Logo der Partei DIE LINKE
Parteilogo
1. Spitzenpolitiker der Linken wie Lutz Heilmann oder die stellvertretende Bundesvorsitzende Katina Schubert haben richtig viel Ahnung, wie das Mitmach-Internet Web 2.0 funktioniert. Wenn auf Community-Websites wie der Wikipedia nicht genehme Inhalte veröffentlicht werden, marschiert man zu Gericht und lässt per Einstweiliger Verfügung den Zugriff auf die Website www.wikipedia.de des deutschen Fördervereins Wikimeda e.V. sperren oder stellt Strafanzeige. Dass der Wikimeda e.V. nicht Betreiber der deutschsprachigen Wikipedia ist, spielt dabei keine Rolle.

Ein Besucher der Mitgliederversammlung der Linkspartei liest am 4.12.2005 in Neumünster einen Artikel über Lutz Heilmann. (Foto: Ulrich Perrey dpa)
Ein Besucher der Mitgliederversammlung der Linkspartei liest am 4.12.2005 in Neumünster einen Artikel über Lutz Heilmann. (Foto: Ulrich Perrey dpa)
2. Lutz Heilmann, der für die schleswig-holsteinischen Linken im Deutschen Bundestag sitzt, ist ein echter PR-Profi. Nun weiß jeder Web-User in Deutschland, wie der Wikipedia-Artikel über ihn beginnt:

Lutz Eberhard Heilmann (* 7. September 1966 in Zittau) ist ein deutscher Politiker (Die Linke). Heilmann ist der erste ehemalige hauptamtliche Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR, der in den Bundestag eingezogen ist.

Die Frage, ob gegen Heilmann wegen Bedrohung seines Ex-Partners ermittelt wird und ob dazu seine Immunität aufgehoben wurde (was Heilmann bestreitet), ist dabei in den Hintergrund gerückt.

3. Lutz Heilmann will nicht die freie Meinungsäußerung nicht einschränken. Nein, wie kann man nur auf diesen Gedanken kommen. Dem Portal Heise.de sagt der Jurist: “In dem Artikel standen falsche Tatsachenbehauptungen, die geeignet sind, meinen Ruf zu schädigen.” Er habe deswegen nicht nur Klage gegen Wikimedia Deutschland eingereicht, sondern auch drei Strafanträge gegen Wikipedia-Autoren gestellt, die diese Behauptungen eingestellt hätten. Wie gut, dass Heilmann über einschlägiges Fachwissen verfügt, denn schließlich hat er zwölf Jahre lang Jura studiert (1992 bis 1997 Jura-Studium an der FU Berlin und 1997 bis 2004 an der Christian-Albrechts-Universität Kiel) und darf sich Diplom-Jurist nennen.

4. Spiegel Online freut sich über schöne Zugriffszahlen auf diese Artikel:

Umstrittener Eintrag: Linke-Politiker lässt wikipedia.de sperren – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Netzwelt

Biografien: Ein Stasi-Mann spaltet die Linkspartei – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik

Artikel – LINKSPARTEI- Stasi im Bundestag – SPIEGEL WISSEN – Lexikon, Wikipedia und SPIEGEL-Archiv

5. Im Programmatischen Gründungsdokument der Partei DIE LINKE vom März 2007 gibt es zwar einen länglichen Abschnitt “Wissenschaft und Bildung, Medien und Kultur”. Die Worte “Internet”, “Web” oder “online” tauchen in der “Geburtsurkunde” der PDS-Nachfolgepartei aber nicht auf. Immerhin finden einige Genossen das Verhalten von Heilmann peinlich. Und sehr beruhigend ist natürlich auch, dass die Links-Fraktion im Bundestag in Positionspapieren Vorkämpfer für die Freiheit im Internet ist:

Zu einem umfassenden Zugang zum Netz gehört für uns auch, dass Inhalte nicht beliebig gefiltert werden dürfen. Eine Zensur des Internets lehnen wir ab.

6. www.wikipedia.de ist nicht die Startseite der deutschsprachigen Wikipedia.

7. Am Landgericht Lübeck gibt es echte Internet-Koryphäen, die eine Website des Wikimedia Deutschland e.V. sperren, weil die Site auf die Internetadresse de.wikipedia.org weiterleitet. Dabei spielt es aus Sicht des hanseatischen Web-Experten vom Landgericht Lübeck auch keine Rolle, dass für die Inhalte des Lexikons die Wikipedia Foundation in den USA zuständig ist. Dabei lässt sich der Richter auch nicht von der Aussicht beeindrucken, dass seine Einstweilige Verfügung bald kassiert wird.

(Nachtrag)
8. Der Förderverein Wikimeda e.V. erlebt gerade eine kleine Spendenwelle. An einem Durchschnittstag laufen rund 3000 Euro Spenden ein, heute waren es 16.239,68 Euro. Hier kann man für die Wikipedia spenden.

Die Highlights der Web 2.0 Expo SF 2008


Dan Lyons aka Fake Steve Jobs (Forbes) @ Web 2.0 Expo SF 2008
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