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Reboot – Microsoft versucht Smartphone-Comback mit Windows Phone 7

Steve Ballmer präsentiert die Palette der Windows-Phone-7-Geräte

Steve Ballmer präsentiert die Palette der Windows-Phone-7-Geräte

Auf diesen Augenblick hat Steve Ballmer zwei Jahre lang gewartet. Stolz präsentierte der bullige Microsoft-Chef heute in New York die Palette der neuen Smartphones, die mit dem neuen Betriebssystem Windows Phone 7 laufen. WP7, wie das System im Microsoft-Jargon intern genannt wird, soll den Software-Giganten wieder in die Lage versetzen, den Käufern von Smartphones eine attraktive Alternative zum iPhone von Apple und den vielen Android-Geräten anzubieten.

Ein Blick zurück: Über das erste iPhone, das Apple im Juni 2007, hatte Microsoft-Ballmer noch gelacht. Das Apple-Gerät sei das teuerste Telefon der Welt. Außerdem spreche es Business-Kunden nicht an:

Ballmer machte damals gleich drei Fehler auf einmal. Zum einen unterschätze er die Zahlungsbereitschaft der potentiellen Smartphone-Käufer für ein funktionierendes, cooles und vom Design her ansprechendes Gerät. Zweitens verpasste Ballmer den Trend, dass Geräte, die eigentlich für den Markt der privaten Anwender gedacht sind, über die Zeit auch fast zwangsläufig ihren Weg in die Unternehmen finden. Spätestens wenn der IT-Admin das iPhone seines obersten Chefs für die Büro-Mail freigeschaltet hat, ist der Damm gebrochen. Auf diesem Weg wurden selbst auf dem Firmen-Campus in Redmond viele iPhones mit den Exchange-Servern der Microsoft Corp. verbunden. Drittens überschätzte Ballmer damals die Attraktivität von Windows Mobile, dem damaligen Smartphone-System.

Android brachte Microsoft auf Trab (Samsung i7500)

Android brachte Microsoft auf Trab (Samsung i7500)

Der Siegeslauf des iPhones muss Ballmer und seine Crew dann doch relativ schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt haben. Verschärft wurde die Situation für Microsoft durch die Aktivitäten des Erzfeindes Google auf dem Mobilfunk-Markt. Das von Google maßgeblich beeinflusste offene Smartphone-System Android überzeugt beispielsweise auch Peter Chou, den Chef der taiwanesischen High Tech Computer Corporation. HTC war bislang der mit Abstand größte OEM von Windows-Mobile-Phones und stieg mit rasender Geschwindigkeit auch zum größten Hersteller von Android-Smartphones auf. Microsoft konnte von Glück reden, dass HTC mit seinen Oberflächen “Touch” und “Sense” selbst das antiquierte Windows Mobile halbwegs modern aussehen ließ.

Irgendwann hatte es dann auch Steve Ballmer kapiert. Mit der Code-Basis von Windows Mobile war kein Staat mehr zu gewinnen. Ein Neustart musste her. Mit Windows Phone 7 habe man eine ganz andere Art des Telefons entwickeln wollen, sagt inzwischen Achim Berg, der damals noch Microsoft-Chef in Deutschland war und inzwischen die Mobil-Aktivitäten von Microsoft in der Konzern-Zentrale in Redmond entscheidend gestaltet: “Und dafür haben wir uns entschieden, bei der Maschine den Motor auszutauschen.”

Die radikale Entscheidung – die auch eine komplette Abkehr vom Mobile-Konzept des Microsoft-Mitbegründers Bill Gates bedeute- hatte Konsequenzen: Zum einen konnte Microsoft zwei Jahre lang dem Vormarsch von Apple und Google wenig entgegensetzen. Zum anderen mussten die Entwickler von Windows-Mobile-Programmen sich von der alten Code-Basis verabschieden und sich auf die neue Dot-net-Umgebung einlassen. Daher kann Microsoft zum Start von WP7 nur mit hunderten Programmen aufwarten, nicht mit tausenden oder gar hundertausenden “Apps”. Immerhin haben es die Software-Evangelisten aus Redmond geschafft, etliche Autoren von besonders Programmen für das iPhone oder Android zu überzeugen, ihre Apps auch auf WP7 zu portieren. Daran ändert auch die harsche Reaktion der Entwickler von Angry Birds wenig, die von Microsoft schon auf der Konvertiten-Liste geführt wurden, obwohl die Portierung das populären Spiels auf WP7 längst noch nicht beschlossene Sache ist.

Startscreen Windows Phone 7

Startscreen Windows Phone 7

Für die neuen WP7-Geräte hat Microsoft nun eine Reihe von Voraussetzungen definiert, die für die Handy-Hersteller verbindlich sind. Dazu gehören die drei Buttons am unteren Bildschirm-Rand (Home, Zurück und Suche), die Mindestauflösung des Screens entspricht WVGA (480 x 800 Pixel). Es dürfen nur drei Gehäuseformen verwendet werden (Touchscreen Smartphone wie beim iPhone, Touchscreen Smartphone mit Slide-Qwertz-Keyboard sowie die klassische Riegelform). Der integrierte Prozessor muss über eine Taktfrequenz von mindestens einem Gigahertz verfügen, damit die Anwendungen die notwendige Power vorfinden. Außerdem muss ein separater Grafikprozessor mit DirectX 9 Unterstützung vorhanden sein. Die Kamera muss eine Auflösung von fünf Megapixeln haben, darf aber auch höher auflösen.

Mit dieser Liste von Hardware-Eigenschaften will Microsoft das Chaos verhindern, dass früher Entwickler von Windows-Mobile-Programmen vorgefunden hatten. Sie konnten sich nie darauf verlassen, ob die Hardware ihrer Anwender auch über die notwendige Power verfügte.

Start-Screen in Orange

Start-Screen in Orange

Die Vorschriften von Microsoft betreffen aber nicht nur die Hardware-Voraussetzungen. Ballmer und seine Leute wollen auch nicht mehr die Vielfalt an unterschiedlichsten Oberflächen sehen, die es zuletzt bei Windows Mobile 6.5 zu sehen gab. Das hängt auch damit zusammen, dass nicht alle Oberflächen wie HTC Sense das Microsoft besser aussehen ließen, sondern das ohnehin problematische GUI von Microsoft verschlimmbesserten (z.B. die Oberfläche auf den Samsung-Smartphones).

Microsoft hat nun die Oberfläche mit einem minimalistischen Design in die thematischen Schwerpunkte Kontakte, Office, Musik, Video und Spiele aufgeteilt. In diesen “Hubs” befinden sich nun Icons der Apps, die “Tiles” (Kacheln) genannt werden. Zum Teil sind diese “Tiles” mit einem Notification-Dienst verbunden, der beispielsweise beim E-Mail-Icon anzeigt, wie viele ungelesene Mails in der Eingangsbox liegen. Die Kacheln können als „Live Tiles“ weitere Informationen transportieren, etwa die wichtigsten Daten der Wettervorhersage oder Statusmeldungen aus einem Sozialen Netzwerk wie Facbook.

Die Hubs von Windows Phone 7 im Überblick

People-Hub in Windows Phone 7

People-Hub in Windows Phone 7

Office-Hub in Windows Phone 7

Office-Hub in Windows Phone 7

Games-Hub in Windows Phone 7

Games-Hub in Windows Phone 7

Musik- und Video-Hub in Windows Phone 7 (US)

Musik- und Video-Hub in Windows Phone 7 (US)

Marketplace-Hub in Windows Phone 7 (US)

Marketplace-Hub in Windows Phone 7 (US)

Ich habe schon einige Tage vor dem Launch-Termin mit den drei WP7-Modellen von HTC herumspielen können. Die Oberfläche fühlte sich “snappy” an, reagierte also gut auf die Eingaben. Der Browser IE-Mobile kann nun endlich mit den Web-Programmen im iPhone oder den Android-Phones mithalten. Und die Zune-Oberfläche für das Musik- und Video-Hub sieht sehr aufgeräumt aus. Deutlich schmaler ist dagegen die Auswahl an verfügbaren Apps. Es wird unter WP7 auf absehbare Zeit kein Programm wie Skype geben, weil das Betriebssystem nach Auskunft eines Microsoft-Manns derzeit kein VoIP unterstützt. Auch Navigationsanwendungen wie TomTom wird es bis auf weiteres nicht auf den neuen Windows-Smartphones geben, weil es sehr schwierig ist, große Programme auf die Dot-Net-Entwicklungsumgebung zu portieren, die in C+ oder C++ geschrieben wurden. Einen ausführlichen Test werde ich nachreichen, sobald ich mit einem Testgerät mit der endgültigen Software-Version Anspruch und Realität vergleichen kann.

Microsoft vertraut nicht alleine der technischen Qualität seiner neuen Mobil-Plattform. Wie man hört, nimmt der Software-Gigant über 500 Millionen Dollar in die Hand, um die TV-Zuschauer in den USA, Europa und anderen Gegenden mit diesen Werbespots zu bombardieren. Microsoft-Manager Achim Berg findet diese Spots “einfach klasse”, “frisch” und “witzig” – mir erschließt sich der Humor dieser Spots nicht unmittelbar. Aber schaut selbst:

Microsoft ist mit Windows Phone 7 wieder im Spiel

Wieviele Anläufte hat Microsoft eigentlich unternommen, um ein vernüftiges Konzept für ein Smartphone vorzustellen? Ich habe sie nicht gezählt. Aber gefühlt waren das unglaublich viele Versuche. Und sie alle krankten daran, dass Microsoft-Mitbegründer Bill Gates sich irgendwann in den neunziger Jahren ausgedacht hatte, dass es für PC-Anwender doch furchtbar bequem sein müsse, wenn ihr Handy so ähnlich zu bedienen ist wie Windows auf dem PC. So erhielt Windows Mobile wie Windows 95 einen “Start”-Knopf. Und wenn man darauf (am besten mit einem Stift als Maus-Ersatz) tippte, dann klappte ein Menü herunter, ganz ähnlich wie beim PC. Doch ein Smartphone ist kein geschrumpfter PC. Das hat nicht nur Apple mit dem iPhone erkannt, sondern auch etliche Microsoft-Partner wie HTC, die über die fast unbedienbare Oberfläche von Windows Mobile ihre eigene Oberfläche stülpten.

Startscreen Windows Phone 7

Startscreen Windows Phone 7

Mit dem heutigen Tag hat Microsoft sich um 180 Grad gedreht und seinem nun “Windows Phone 7″ genannten Betriebssystem ein komplett neues Look&Feel verpasst. Die Optik orientiert sich stark am Musikplayer Zune, der sicherlich nicht wegen einer schlecht gestalteten Oberfläche bislang nur mäßig kommerziell erfolgreich ist. Ich muss gestehen, ich hätte Microsoft nicht zugetraut, so radikal vom Bill-Gates-Dogma der PC-Oberfläche für das Handy Abschied zu nehmen. Chapeau!

Im Gegensatz zu anderen, hier auf dem Mobile Wolrd Congress in Barcelona präsentierten Oberflächen wie Bada von Samsung, hat Microsoft auch der Versuchung widerstanden, die iPhone-Oberfläche einfach zu klonen. Der Startscreen führt zu sechs verschiedenen Bereichen, die Microsoft “Hub” nennt: People, Pictures, Games, Music + Video, Marketplace und schließlich Office. In diesen Hubs fasst Microsoft Anwendungsszenarien zusammen, die breiter als eine einzelne App definiert sind. Ich bin gespannt, wie sich das neue Konzept in der Praxis bewähren wird.

Eine Informationen blieb Microsoft noch schuldig. So ist beispielsweise noch unklar, ob der Browser von Windows Phone 7 Flash unterstützen wird (oder nur die Microsoft-Konkurrenztechnologie Silverlight). (Update 16.2.: Windows Phone 7 selbst unterstützt Flash nicht. Das heißt aber nicht, dass es kein Flash-Plugin von Adobe geben wird.)

Noch nicht beantwortet ist für mich auch die Frage, ob OEM-Partner wie HTC auch in Zukunft die Oberfläche des Betriebssystems modifizieren können/dürfen oder nicht. HTC-Chef Peter Chou hatte in der Vergangenheit bei verschiedenen Anlässen betont, wie wichtig für HTC selbst kreiierte Oberflächen wie HTC Touch waren.

(Update 16.2.: Microsoft wird bei Windows Phone 7 keine größeren Änderungen an der GUI erlauben. Es gibt ein wenig Spielraum das System an einen Provider anzupassen, um beispielsweise ein Vodafone-Rot unterzubringen. Eine eigene Benutzeroberfläche wird aber nicht mehr möglich sein. Fest gesetzt sind auch die drei hardware-Knöpfe.)

People-Hub in WP7

People-Hub in WP7

Picture-Hub in WP7

Picture-Hub in WP7

Music&Pictures-Hub in WP7

Music&Pictures-Hub in WP7

Games-Hub in WP7

Games-Hub in WP7

Office-Hub in WP7

Office-Hub in WP7

Ein Smartphone mit Windows Phone 7 wird immer mit einem Hardware-Knopf (von insgesamt drei Buttons) ausgestattet sein, der die Suchmaschine Bing aufruft. Da die Marktanteile von Microsoft im Mobilfunksektor nicht besonders hoch sind, wird man das auch nicht als Monopolisten-Trick auslegen können. Weitere Details will Microsoft zu Entwicklerkonferenz Mix 2010 nennen, die vom 15. bis 17. März in Las Vegas stattfinden wird. Auf der Mix wird Microsoft dann auch die Details seiner App-Strategie bekanntgeben.

Blöd dran sind Microsoft-Kunden, die sich gerade erst ein Smartphone mit Windows Mobile 6.5 gekauft haben. Ihre Geräte werden wohl auch nicht auf das neue Windows Phone 7 upgegradet werden können. (Update: Microsoft wird auch nach dem Start von Windows Phone 7 das System Windows Mobile 6.5 vermarkten, da bestimmte Firmenkunden auf die Unterstützung der alten Umgebung angewiesen sind.)

Die ersten Geräte mit dem neuen Betriebssystem wird es nach den Worten von Microsoft-Chef Steve Ballmer rechzeitig zum Weihnachtsgeschäft 2010 geben. Zu den Microsoft-Partnern, die auf dem MWC genannt wurden, gehören neben der Deutsche Telekom AG und Vodafone auch die internationalen Teleko-Konzerne AT&T, Orange, SFR, Sprint, Telecom Italia, Telefónica, Telstra, T-Mobile USA und Verizon Wireless sowie die Hersteller Dell, Garmin-Asus, HTC Corp., HP, LG, Samsung, Sony Ericsson, Toshiba und Qualcomm Inc.

HTC punktet mit Windows-Mobile-Smartphone HD2

Mit dem HD2 will sich HTC an die Spitze der WiMo-Handys setzen

Mit dem HD2 will sich HTC an die Spitze der WiMo-Handys setzen

Mit dem neuen HTC HD2 spielt der taiwanesische Hersteller jetzt in der iPhone-Liga – und ist in manchen Punkten dem “Jesus”-Phone von Apple sogar einen Schritt voraus.

Die Smartphones von HTC hatten bislang bei mir eher einen durchwachsenen Eindruck hinterlassen. Zu dünn erschien mir die Zuckerschicht, die HTC-Chef Peter Chou und sein Team über das veraltete Windows Mobile gegossen hatten. Doch mit dem aktuellen Modell HD2 hat HTC tatsächlich ein bemerkenswertes Multimedia-Handy auf den Markt gebracht.

Der Bildschirm des HTC HD2 ist für Smartphone-Verhältnisse mit einer Bildschirm-Diagonalen von 4,3 Zoll riesig und bietet eine WVGA-Auflösung (800 x 480 Pixel). Das macht sich insbesondere bei der Wiedergabe von Videos bemerkbar, die sensationell ist. Als einziges Windows-Phone verfügt das HTC HD2 über ein kapazitives Display mit Multitouch. Damit unterstützt es auch das Hinein- und Herauszoomen mit zwei Fingern bei Webseiten, Office-Dokumenten oder PDF. Eigentlich hat Apple diese “Multitouch”-Technologie für das iPhone mit einem Patent geschützt, aber HTC-Europachef Florian Seiche zeigt sich im Interview überzeugt davon, dass HTC sich auf der sicheren Seite bewegt. “Viele Patente sind ungültig, weil sie etwas beschreiben, was es längst vorher schon gegeben hat.”

Fotogalerie (für großes Bild auf die Vorschaubilder klicken):

Im Innern des HD2 hat HTC einen mit 1 Gigahertz getakteten Snapdragon-Prozessor von Qualcomm verbaut, der dafür sorgt, dass man die grafische Benutzeroberfläche “HTC Sense” flüssig bedienen kann. Der Chip mache den HTC HD2 zur “ultimativen Surf-, Multimedia- und Gaming-Maschine”, verspricht der Hersteller. Für das Surfen und Abspielen von Videos kann ich das nach einem kurzen Test so auch bestätigen. Für Ausprobieren von Games hat die Zeit bei der Prduktpräsentation in einem Hamburger Hotel leider nicht gereicht (so groß wie beim iPhone scheint das Angebot von attraktiven Games für Windows Mobile 6.5 auch nicht zu sein). Ich werde aber demnächst ein Testgerät für einen ausführlicheren Praxistest erhalten und dann auch hier von meinen Erfahrungen berichten.

Unter der Haube des HTC HD2 verrichtet Windows Mobile 6.5 als Betriebssystem seinen Dienst. Doch das Microsoft-System bekommt man im täglichen Betrieb quasi nicht mehr zu Gesicht, obwohl sich der Softwaregigant aus Redmond so viel Mühe mit der neuen Oberfläche gemacht hat. Nur wenn man links oben auf das Start-Symbol tippt, landet man in der Umgebung, die Microsoft als Standard für die Smartphones mit WiMo 6.5 vorgesehen hat. Dann findet man auch die Mobileversion des Internet Explorers, den Microsoft als Standard-Browser auf dem Handy empfiehlt. HTC hat sich allerdings für Opera als Software für den Zugriff auf Webseiten entschieden, so das die meisten Besitzer eines HTC HD2 den IE kaum wahrnehmen oder gar benutzen werden.

Die große Unbekannte in der Rechnung mit dem HTC HD2 und Windows Mobile ist der Windows Marketplace for Mobile, über den künftig Microsoft die Anwendungen für seine Smartphone-Plattform vermarkten wird. Das Gegenstück zum iTunes App Store für das iPhone von Apple wird von Microsoft erst in den kommenden Tagen geöffnet.Unabhängig vom Windows Marketplace stattet HTC seine Kunden bereits mit einem Grundgerüst an Programmen aus: So ist etwa auf dem HD2 das Programm mit dem etwas komisch klingenden Namen “HTC Peep” vorinstalliert, das die Taiwanesen als die “zurzeit wohl beste Twitter-Applikation für Windows Phones” beschreiben. Mit dieser Software lassen sich auch Bilder der eingebauten 5-Megapixelkamera in Twitter oder Facebook hochladen. (Für das iPhone gibt es natürlich auch coole Twitter-Anwendungen wie Tweetie, die man sich aber erst in iTunes App Store besorgen muss.)

Ein paar Features des HTC HD2 könnte sich Apple für künftige Versionen des iPhone abschauen: So lässt dich das HD2 über einen integrierten WiFi-Access-Point als WLAN-Router nutzen, um mit dem Laptop oder andere Mobilgeräte via WiFi an die 3G-Mobilfunkverbindung des HD2 drahtlos anzukoppeln. Für das iPhone kenne ich nur das Programm PDAnet, das aber einen “Jailbreak” (Knacken der Programmsperre) am iPhone voraussetzt.

Attraktiv ist auch die Option, über die Micro-USB-Schnittstelle des HTC HD2 eine externe Tastatur anzuschließen und das Smartphone als Notebook-Ersatz nutzen zu können.

Der HTC HD2 kostet nach Angaben des Herstellers 619 Euro und wird in Deutschland laut HTC bei allen vier großen Providern angeboten werden. Weiterhin stattet HTC seine Modelle Touch Diamond 2 und Touch Pro2 mit dem neuen System aus. Bereits ausgelieferte Geräte dieser Modellreihen können über ein Update auf Windows 6.5 und HTC Sense gebracht werden.

Wie Microsoft den Marktanteil von Windows Mobile in die Höhe treibt

Steve Ballmer promotet Windows Mobile

Steve Ballmer promotet Windows Mobile

Nun, ganz einfach. Man bezahlt den eigenen Mitarbeitern keine Mobilfunk-Verträge mehr, die nicht mit einem Windows Mobile Handy genutzt werden. Wer ein iPhone, Palm Pre oder Blackberry nutzen möchte, muss das auf eigene Rechnung tun.

Microsoft Stops Paying For Employees’ iPhones MSFT, AAPL

Projekt "Pink" – Warum Microsoft den Zune (noch) nicht nach Deutschland bringt

Auf den PowerPoint-Folien der Microsoft-Manager existiert der “Digital Lifestyle” schon seit Jahren. Und der Softwarekonzern hat in dieser Zeit auch etliche Anläufe unternommen, wichtige Accessoires für den digitalisierten Lebenswandel zu liefern. Am meisten Erfolg hat Microsoft noch mit der Spielekonsole X-Box, auch wenn dieser Erfolg teuer durch firmeninterne Quersubventionen erkauft wurde.

Während also Microsoft mit Sony und Nintendo noch halbwegs mithalten kann, hechelt Microsoft-CEO Steve Ballmer in der iPod-Klasse seit Jahren hinter Apple hinterher. Zunächst scheiterte der Versuch, in der “PlaysforSure”-Allianz eine Riege von Hardware-Herstellern als echtes Gegengewicht zu Apple in Stellung zu bringen. Aber auch dem im Herbst 2006 gestarteten Versuch, mit einer Kopie des zuvor so kritisierten geschlossenen iPod/iTunes-Modells von Apple endlich große Teile des Marktes zu gewinnen, blieb bislang wenig Erfolg verwährt. Während der Zune von Microsoft in den USA bei niedrigen einstelligen Marktanteilen herumdümpelt, ist in Europa auch in der dritten Weihnachts-Saison kein Zune in Sicht.

Sieht so das ZunePhone aus?

Sieht so das ZunePhone aus?

In München pfeifen nun die Spatzen von den Dächern, dass Microsoft-Deutschland-Chef Achim Berg die ersten beiden Zune-Generationen schon abgeschrieben hat und statt dassen seine Hoffnungen auf das sagenumwobene “Projekt Pink” setzt. Dahinter verbirgt sich eine Art Zune-Phone, also die direkte Antwort von Microsoft auf das iPhone.

Bislang produzieren nur Microsoft-OEM-Partner Mobiltelefone und PDAs mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Mobile. Mit dem ZunePhone würde Microsoft unter der eigenen Marke Smartphones und Mobile Internet Devices anbieten, um ein weiteres Abstürzen des Marktanteils von Windows Mobile zu verhindern. Das System war zuletzt hinter Nokias Symbian, dem iPhone von Apple sowie der Blackberry-Plattform von RIM nur noch auf einem enttäuschenden vierten Platz gelandet. Es muss Steve Ballmer unheimlich wurmen, dass er mit 56 OEM-Partnern hinter dem iPhone gelandet ist.

Wie beim MP3-Player Zune bestehen beim “Projekt Pink” etliche Risiken. Zum einen riskiert Microsoft. dass enttäuschte Hardware-Partner allergisch auf die direkte Konkurrenz durch Microsoft reagieren und sich verstärkt Betriebssystemen wie Android von Google zuwenden. Auf der anderen Seite mach Microsoft mit dem Zune-Store langjährigen Partnern wie Musicload/Softwareload Konkurrenz.

Ursprünglich war wohl geplant, dass Microsoft-Boss Ballmer auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas das ZunePhone präsentiert und Apple-Chef Steve Jobs die Show stiehlt, der zwei Tage vor der Ballmer-Keynote in San Francisco die MacWorld Expo eröffnet. Doch nun soll die CES 2009 bei Microsft wohl allein der Promotion von Windows 7 vorbehalten bleiben. Das berichtet jedenfalls Ina Fried, die für CNet in Redmond das Gras wachsen hört. Als neuer Ankündigungstermin für das “Projekt Pink” ist nun der Kongress “GSMA Mobile World” Anfang Februar 2009 in Barcelona im Gespräch.

How to fix Windows Mobile – SuperSite Blog

Microsoft working on its own Tegra-powered superphone? Doubtful. – Engadget Mobile

Ballmer to talk Windows 7, not ZunePhone, at CES | Beyond Binary – CNET News

“Zune Mobile” gets mentioned, plot thickens for Project Pink – Tech News Updates