Peter Kruse auf der re:publica 10

Auf der re:publica 10 haben natürlich alle auf Jeff Jarvis geschaut, der in Berlin aber letztlich nur die These vom “German privacy paradox” aus seinem Blog wiederholte: Die Deutschen sind in der Gruppe wie keine anderen Nationalität darauf fixiert, ihre Privatsphäre zu schützen. Als Einzelpersonen schrecken sie aber nicht davor zurück, ihre “private parts” ganz ungeniert in der Sauna öffentlich zu zeigen – und das ohne Trennung von Männern und Frauen. Am interessantesten fand ich Jarvis’ Bemerkung zum schlechten Bedienbarkeit der Datenschutz-Einstellungen in den Sozialen Netzwerken. Bei einem Videorekorder in den siebziger oder achtziger Jahren habe dieses Phänomen dazu geführt, dass diese Geräte in der Regel mit einem blinkenden Display in der Ecke standen, weil niemand die Uhrzeit auf dem VCR einstellen konnte – geschweige denn es schaffte, erfolgreich eine Aufnahme zu programmieren. “Und dann kam TiVo.” Bei Diensten wie Facebook und MySpace sei ein ähnlich. Kaum ein User sei in der Lage, die ihm genehmen Privacy-Einstellungen vorzunehmen.

Beeindruckt hat mich der Vortrag von Prof. Peter Kruse. Der Bremer Psychologie-Profressor und Inhaber des Methoden- und Beratungsunternehmens nextpractice erläuterte schlüssig, welche Bedeutung das Netz künftig bei der politischen Willensbildung einnehmen wird, weil eine Gruppe von “Digital Residents” in den Netzen sich organisieren und agieren. Man kann diesen Vortrag im Video aunschauen:

Die Folien stehen hier online:

republica2010