Aus dem Forschungslabor von Microsoft (3)

Masaccio, erster bedeutender Maler der italienischen Renaissance, eröffnete durch die Einführung der Perspektive ein neues Zeitalter in der Malerei. In dem Fresko "Dreifaltigkeit" (um 1425, Kirche Santa Maria Novella , Florenz ) entwickelte er zum ersten Mal in der Geschichte der abendländischen Kunst mit der Darstellung einer gewölbten Kastendecke eine voll entwickelte Zentralperspektive. In dem Microsoft Reseach Center in Cambridge hat der italienische Forscher Antonio Crimisi Technologien entwickelt, mit denen man solche Meisterwerke völlig neuartig analysieren kann.

Der Wissenschaftler Martin Kemp hat in seinem Buch "Science of Art: Optical Themes in Western Art from Brunelleschi to Seurat" in mühsamer Handarbeit Teile des Musters der Bodenplatten aus dem Bild "Die Geißelung Christi" von Piero della Francesca (ca. 1460) rekonstruiert. Microsoft-Forscher Crimisi konnte jetzt mit seiner Software zur dreidimensionalen Analyse von Bildern nicht nur in wenigen Minuten das komplette Bodenmuster darstellen.

Sein System ermöglicht sogar einen virtuellen Rundgang in den Meisterwerken von Piero oder Massaccio, die er nicht unbescheiden die "Dreidimensionale Renaissance" nennt. Bei Microsoft soll nun ein Museum entstehen, in dem die Besucher diese Kunstwerke als einen neuen Cyberspace entdecken können.



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